Festival of Lights / Berlin leuchtet 2017

Jetzt kommen viele Fotos…

Vom diesjährigen Festival of Lights hab ich erst spät etwas mitbekommen. In der vorletzten Woche erst, als die Kollegin vorschlug, daß wir am Sonnabend ja, wenn das Wetter paßt, fotografieren gehen könnten. Vorletzten Sonnabend regnete es. Und auch wenn nasse Straße die Fotos ja noch interessanter machen kann: bei Regen fotografieren macht jetzt nicht sooo Spaß und so hatte ich Sonnabend keine Lust, Abends noch mal los zu gehen (die Kollegin hatte das Donnerstag schon abgesagt, als das Wetter absehbar war).

Letzten Sonnabend war es warm und trocken, wenn auch tagsüber ziemlich bewölkt. Aber sogar das ließ zum Abend hin nach, und so war ich nicht die einzige, die auf die Idee kam, sich das Festival of Lights / Berlin leuchtet anzusehen. Gefühlt waren tausende unterwegs.

Da es für mich ja nicht die erste Beleuchtungsaktion war, wollte ich mich diesmal auf die neuen Bauwerke konzentrieren. Angefangen habe ich bei der Marienkirche (die mir tatsächlich wesentlich besser gefiel als der Fernsehturm).

Dann ging es weiter zum Alten Stadthaus.

Die Fahnen der Wasserbetriebe passen ja in meinen Augen nicht zu den Farben der Beleuchtung (gesponsert von einem Dessous-Hersteller…). Aber wenn man die Fahnen nicht mehr im Bild hatte, störte der Aufbau mit dem Beleuchtungsgerät. Immerhin: keine Menschen im Bild (Weil die Tochter hinter mir stehen geblieben war und ihren Papa zurückpfiff).

Vom Stadthaus ist es nicht weit zur Nikolai-Kirche. Hier wurde zum einen mit der Architektur der Kirche gespielt. „Blöcke“ aus der Wand drehten sich oder kippten nach hinten weg, zum Beispiel. Oder es wurde ein „Treppenhaus“ eingeblendet:

Außerdem wurden die Partnerstädte Berlins mit Zeichnungen von markanten Bauwerken vorgestellt. (Welche Stadt ist das wohl?)

An der Seite des Neuen Marstalls lief ein Naturfilm. Da ich dank I. diesmal mit Fernauslöser unterwegs war, hab ich den Elefanten fotografiert. Aber ein Gebäude als Leinwand für irgendeinen Film zu nehmen ist nicht so das, was ich unter Festival of Lights verstehe.

Von da ging es weiter zum Gendarmenmarkt.

Da die Beleuchtung dort von den Berliner Wasserbetrieben gesponsert wurde, gab es dort auch wieder einen Stand mit kostenlosem Wasser. Sehr praktisch, denn ich hatte nichts mit. Noch schnell zum Schokoladen-Haus, das nur an diesem Sonnabend beleuchtet war.

Und dann zurück zu den Linden Richtung Alex. Am Bebelplatz vorbei, der so voll war wie ich ihn noch nie bei einem Festival of Lights gesehen hab. Allerdings waren diesmal auch erstmalig alle Gebäude rundrum beleuchtet. Hat mir sehr gefallen (die Bilder wechselten wohl auch, aber sehr langsam).

Danach war es dann richtig voll, so voll, daß man teilweise kaum voran kam. Und auf die Straße ausweichen ging auch nicht, weil die auch voll war. Ich war froh, als ich in der Straßenbahn saß.

 

Sonntag war ich ja zum Sonnenuntergang auf der Siegessäule und bin dann noch bis zum Dunkelwerden geblieben, denn die Siegessäule ist auch neu im Portfolio. Zumindest hatte ich sie noch nicht (steht ja auch etwas abgelegen).

Die Lasershow war etwas seltsam. Vor allem, daß sie so geräuschlos war, obwohl rundrum so viel Lärm. Irgendwie wirkte das ganz eigenartig.

(Auch wenn das anders wirkt: die Säule steht auf allen drei Fotos exakt gleich.)

Danach wollte ich noch zum Potsdamer Platz. Da standen nämlich riesige weiße Karnickel rum. (Gar nicht so einfach, die ohne Werbung zu fotografieren.)

Und nebenan gab es beleuchtete Papierboote.

Auf dem Potsdamer Platz selbst wurden Blüten auf den Boden projiziert, aber das fand ich reichlich absurd: Wir betonieren erst alles zu, um dann da Blüten drauf zu projizieren? Dann lieber echte Blumen. Und überhaupt: es reichte mir, ich hatte genug, und vor allem Hunger.

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sonniger Spätsommersonntag

Wenn es an einem Sonntag im Oktober nach wochenlangem grau-und-Regen-Wetter allerschönstes Spätsommerwetter (sonnig und Temperaturen über 20°C) gibt, dann muß man das ausnutzen. Die Frage war nur: wie und wo. Da der Vormittag schon verplant war, blieben nur Ziele in Berlin, aber bei allem, was mir so einfiel, befürchtete ich Massen an Menschen (ich war Sonnabend unterwegs um das Festival of Lights zu fotografieren und etwas traumatisiert). Das Schwesterherz hat dann vorgeschlagen, am Britzer Zweigkanal entlangzulaufen. Das klang gut. Wasser ist immer gut, den Kanal kannte ich noch nicht – und da war wirklich fast gar nichts los am Anfang der Strecke.

Gut, er ist jetzt auch nicht sooo spannend, aber wir hatten Bewegung in der Sonne (ca. ne Stunde waren wir unterwegs) und haben uns gut unterhalten. Am Ziel hatte das Schwesterherz was vor, ich bin mit U-Bahn und Bus zum Großen Stern gefahren. Sonnenuntergang auf der Siegessäule war mein Ziel. Kann man machen.

Da oben war es allerdings wirklich voll, weswegen ich kurz nach dem letzten Foto erstmal nach unten in die Säulenhalle geflüchtet bin. Dann habe ich überlegt. Bis zum Beginn der Beleuchtung des Festival of Lights waren es noch über 40 Minuten. So viel spannendes gibt es da aber in der Gegend nicht und Berlin von oben ist ja auch spannend, wenn es dunkel ist. Also bin ich, nachdem ich festgestellt hatte, daß etliche wieder runter gekommen waren, wieder nach oben gestiefelt (habe heute Muskelkater in den Waden…) und noch ein bißchen fotografiert. Es war toll da oben, inzwischen nur noch angenehm gefüllt, warm, ein leichter Wind ging und es gab eine wunderbare Aussicht.

Dann war es dunkel genug und als ich wieder unten war, wurde der Turm auch schon beleuchtet. Gutes Timing. Die dann entstandenen Fotos gibt es in einem extra-Beitrag.

12 von 12 im Oktober

Da es beim letzten Mal Beschwerde gab, daß Berlin beim Blick auf den Boden so grau wirkt, heute mit Blick nach oben.

Hilft, als ich frühstücke, aber auch nicht:

Beim Warten auf die zweite S-Bahn hat sich der Himmel dunkelgraue Streifen zugelegt.

Steineichen sind toll im Herbst, da knallrot. Wenn es grau ist wirkt das aber nicht so richtig.

Zur Mittagpause sieht das Wetter dann schon wesentlich besser aus. Dafür ist es verdammt stürmisch (was man hier grad nicht sieht).

Feierabend. Dramatisches Lichtspiel am Himmel.

Als ich an der Steineiche vorbei komme, hat sich die Sonne gerade Wolke vorgezogen. Immerhin ist der Himmel hinterm Baum hellblau.

Und dann kommt doch noch die Sonne raus.

Nach dem Aussteigen aus der S-Bahn: Wolke über Pappeln hinter Straßenbahnoberleitung.

Kleiner Fußweg zum Schwedischkurs.

Als ich wieder raus komme, ist es schon dunkel. Weil der Himmel fast wolkenfrei ist, ist er auch tatsächlich fast schwarz. Aber der Baum wird von der Straßenlaterne angestrahlt.

Heimweg. Die Kamera hat keine Idee, was ich fotografieren will und stellt einfach mal nix scharf. Auch schön. (Mir ging es um die Reihe der Straßenlaternen, liebe Kamera.)

Und zum Abschluß noch, da leider kein Mond verfügbar: Nebenstraßen-Laterne aus DDR-Produktion.

 

Die anderen Teilnehmer des 12 von 12 gibt es wie immer bei Draußen nur Kännchen.

 

Kirgisistan – einkaufen gehen

Natürlich waren wir in Bischkek auch auf einem Markt/Basar. Es war nicht der überall empfohlene Osh-Basar, aber er war auch groß genug, daß es fast alles gab: Backwaren, Obst, Gemüse, Gewürze, Trockenfrüchte, Nüsse…

Blumentöpfe, Streichhölzer, Spielzeug, Batterien, mehrere Stände nur mit Tee (allerdings nicht lose), Klamotten, Drogerieartikel…

Es gab sogar Toilettenpapier mit Erdbeerduft. Und ganz vorn, direkt an der Straße mehrere Stände mit Bergen an Melonen.

Auch in Karakol waren wir auf dem Basar. Hier war Obst/Gemüse in zwei Hallen untergebracht.

Der restliche Bereich war kleiner als in Bischkek und Überseecontainer bildeten die Ladenstraßen.

Es gab aber auch eine Einkaufsstraße in Karakol – die mit westlichem Blick nicht auf Anhieb als solche zu erkennen war.

Dazu paßt auch das eine Foto aus dem Einkaufszentrum in Bishkek, das nach meiner Erfahrung ziemlich typisch ist für Einkaufszentren im ehemailigen Sowjet-Gebiet: auf den Etagen dicht an dicht Gevierte für die einzelnen Händler, dazwischen eher schmale Gänge und in den Läden die Waren dicht an dicht. Auf der Souvenir-Etage war noch relativ viel Platz.

Außer Souvenirs mußten wir ja aber auch fast nichts kaufen, die Reise war ja mit Vollpension. (Außer Flaschenwasser, das die Reiseleitung immer für alle gekauft hat, da man das Leitungswasser nicht trinken sollte und bei den Temperaturen hatten wir einen hohen Verbrauch). Dabei hatten wir natürlich auch immer die Gelegenheit, die Supermärkte zu besuchen. Manch einer konnte oder wollte nicht auf die aus der Heimat bekannten Chips verzichten. Andere waren experimentierfreudiger (Schaschlikchips sind … speziell) und ich hab mir gern auch ein Eis gekauft. Die Supermärkte sahen nicht viel anders aus, als ich es aus Rußland kenne. Nur der große Supermarkt im Einkaufszentrum (westlicher Art) in Bischkek, in dem ich am letzten Tag noch ein paar Mitbringsel gekauft habe, der bot dann doch noch eine Überraschung: Verschiedene Getreidesorten (Reis und Buchweizen haben wir erkannt) lose.

Außerdem entdeckt: in Bischkek gibt es sogar einen deutschen Supermarkt.

Neugierig wie ich bin, war ich mal kurz drin – es gibt tatsächlich hauptsächlich Westeuropäische Produkte. Es gab allerdings auch Dosen-Borschtsch, wenn auch mit Beschriftung in Lateinischen Buchstaben.

 

 

 

Sturmfolgen

Nunja. Die Bahnen fuhren heute morgen noch nicht wieder, da war ich gestern einfach zu optimistisch. Und so saß ich heute morgen beim Frühstück vor dem Tablet und habe hin und her überlegt, wie ich denn nun zur Arbeit komme. Die Übersicht „Aktuelle Abweichungen im Betriebsablauf“ sah überhaupt nicht gut aus für mich: auf meiner Strecke fuhr noch gar keine S-Bahn. Die Fahrplanauskunft befragt, die aber bei jeder vorgeschlagenen Verbindung irgendwo stehen hatte, daß die vorgeschlagene Bahn gar nicht fährt. Taxi wollte ich nicht wieder, die Fahrt kostete immerhin etwas über 20€. Überlegt, ob ich die Strecke stattdessen mit Fahrrad fahre. Aber das sind auch gute 40 Minuten mit dem Rad. Und außerdem war für heute ja ziemlich Regenwetter angesagt. Eine Verbindung mit U-Bahnen war mir noch eingefallen – aber das wäre ein riesiger Umweg gewesen (quasi einmal um die Stadt) und ich ewig unterwegs… So sehr ich auch überlegte, es lief auf eins hinaus: Ich werd‘ wohl doch das Auto nehmen müssen. Das Auto hab ich mir gekauft, als ich nach Braunschweig gezogen bin, da in der Gegend braucht man das. Seitdem ich zurück bin, fahre ich fast nicht mehr damit, in Berlin geht es ja wunderbar auch ohne. Letztes Jahr im Sommer war mir aufgefallen, daß ich bestimmt schon 4 Jahre nicht mehr am Steuer gesessen hatte. Also bin ich mal mit Auto zum Garten der Eltern gefahren. Das war am Anfang fast so wie die erste Fahrstunde. Naja, ok, die dritte. Auf der Rückfahrt ging das dann schon wieder, da hatte ich dann auch das Radio an. Aber das war jetzt auch schon wieder über ein Jahr her. Aber hilft ja nix.

Den Kartendienst auf dem Tablet hatte ich eh schon nach der Route von A nach B befragt. Die Karte habe ich dann sicherheitshalber offline gespeichert, denn mein Tablet kann ja nur wlan.. Dann mal bei den Eltern angerufen, ob die zufälligerweise genauer wissen, wo mein Auto steht. Denn: da ich mein Auto quasi nie nutze, Schwesterherz das aber gelegentlich tut, steht das Auto bei ihr. Schwesterherz ist aber grad noch sonstwo und nicht zuverlässig erreichbar. Die wußten aber auch nix genaueres als ich, aber ich bekam noch die Info, daß im Handschuhfach evtl. das alte Navi liegt. Immerhin.

Dann zum Schwesterherz und Schlüssel und Papiere gesucht. Schlüssel war einfach, Papiere etwas schwerer. Die lagen da, wo sie sollten, wo das war wußte ich doch aber nicht mehr so genau. Runter zum Parkplatz und Auto suchen. Das immerhin ging relativ schnell. Es stand zwar nicht nur nicht am Lieblingsplatz, sondern auch noch in einer ganz anderen Reihe, hat aber eine recht typische Dachform. Aber: kein Navi im Auto. Da ich das Tablet noch nie zum navigieren genutzt hab und nicht wußte, wie das klappt, noch mal hoch in die Wohnung, ob ich das Navi nicht doch finde. Hab ich nicht. Also wieder runter, und einen Platz fürs Tablet gesucht. Und gefunden. Nicht ideal, aber so, daß es mir nicht rumfliegt vorn. Dann los, und das ging tatsächlich besser als letztes Jahr. Inzwischen war ich auch schon so spät, daß der Berufsverkehr weitestgehend durch war, was die Sache entspannte. Damit es nicht zu entspannt wird, gab es immer mal wieder Regen mit permanent wechselnder Intensität, so daß ich ständig die Scheibenwischer anpassen mußte. Meine größte Sorge war ja gewesen, daß ich so spät keinen Parkplatz mehr bekommen würde. Unsere Parkplätze sind eh immer ziemlich voll. Wenn jetzt auch noch alle S-Bahn-Pendler mit dem Auto kommen… aber auf dem inoffiziellen Parkplatz ein Stück weg, den ich dank einer Kollegin kenne, war noch so viel frei, daß ich nicht mal einparken mußte, nur Auto abstellen. Und eine Stunde später als normal war ich dann auch im Büro. (Die Stunde fehlte mir dann etwas, die Mittagspause war so schnell ran).

Nachmittags hab ich weiterhin immer mal wieder bei der S-Bahn nachgesehen, wie es denn bei der S-Bahn inzwischen aussieht. Ich wäre heute aber auch nicht mit der S-Bahn nach Hause gekommen. Auch bei der Heimfahrt habe ich den dicksten Berufsverkehr abgewartet (weil ich Freitags immer erst eher spät Feierabend mache im Vergleich zu andern). Und auch die Heimfahrt war ohne Radio – das aber nur, weil ich vergessen hatte, daß Bedienteil aus dem Handschuhfach zu nehmen. Und auch hier war am Ende die Parkplatzfrage wieder kritisch. Aber ein bißchen Glück hatte ich: sofort eine Lücke gefunden, sogar zum einfach reinfahren (Schwesterherz wird nörgeln, weil nicht rückwärts eingeparkt), allerdings unter einem Baum. In dem auch noch abgebrochene Äste hängen. Da die aber auf der anderen Seite hängen, und ich dringend auf Toilette mußte, hab ich entschieden, daß dieser Platz erstmal gut ist und ich morgen ja noch mal umparken kann.

Was ich jetzt weiß: ich brauch mit dem Auto tatsächlich 15 Minuten länger als mit der S-Bahn (und hab weniger Bewegung und muß mich mehr konzentrieren). Ich hatte das immer vermutet, mir wollten das viele nicht glauben („So lange brauchst du? Geht das mit Auto nicht schneller?“). Jetzt weiß ich es. Ich weiß aber auch, das man das notfalls schon mal machen kann, mit dem Auto zur Arbeit zu fahren. Und daß ich öfter Auto fahren sollte um in Übung zu bleiben.

WMDEDGT – Oktober

„Was machst du eigentlich den ganzen Tag?“ (WMDEDGT) fragt Frau Brüllen jeden 5. im Monat.

 

7 vor Weckerklingeln bin ich das erste Mal so wach, daß ich auf den Wecker gucke, stelle fest, daß ich noch 7 Minuten habe und bin fast sofort wieder weg. Das erste Weckerklingeln beende ich im Halbschlaf durch Druck auf die Snoozetaste wie ich 5 Minuten später feststelle als der Wecker wieder klingelt. Das Radio ist nämlich noch nicht an, und als es endlich an ist, sind schon die Verkehrsnachrichten an der Reihe. Wetter verpaßt. Immerhin: ich habe gute Laune. Das war die letzten Tage eher nicht so. Das Bett ist aber soooo gemütlich, daß ich noch 2 oder 3 mal snooze bevor ich endlich aufstehe. Den Wetterbericht der Halb-Nachrichten verpasse ich auch wieder, aber im groben weiß ich ja schon, was da auf uns zu kommen wird. Da abends noch Schwedisch auf dem Plan steht und ich vorher nicht nach Hause komme, mache ich mir neben dem üblichen Obst für den Nachmittag noch eine Stulle für den Abend fertig und packe sie ein. Frühstücken und dann los. Es regnet unangenehm. Die Fahrt zur Arbeit erfolgt ohne besondere Vorkommnisse.

Als ich im Büro ankomme, läuft in der Teeküche eine angeregte Diskussion. Politik. Die simple Weltsicht von manch einem erstaunt mich immer wieder. Ich mache mir meinen Tee und dann, daß ich da so schnell wie möglich wegkomme.

Arbeit. Bei mir unspektakulär. Die Kollegin jammert immer mal wieder verzweifelt: „Machen! Einfach machen!“. Ihre Projektmitarbeiter tun ihr nicht den gefallen und irgendwann leihe ich ihr meinen Knautschpinguin aus, damit sie den stellvertretend an die Wand klatschen kann.

Auf dem Weg zur Mittagspause gibt es nur leichten Sprühregen, nach dem Essen regnet es wieder kräftig, so daß der Spaziergang weiter ausfällt.

Weiterarbeiten. Zwischen 4 und halb 5 nimmt der Wind (wie angekündigt) kräftig zu, kurz nach halb 5 lese ich im Twitteraccount der S-Bahn, daß der S-Bahnverkehr wegen des Sturms komplett eingestellt ist. Doof, denn so verpasse ich Schwedisch, bei dem Sturm mag ich aber eh grad nicht raus. Während die Kollegen überlegen, wie sie auf anderen Wegen zurück in die Stadt kommen, kann ich weitere Hiobsmeldungen verbreiten: die BVG twittert, daß auch Busse und die oberirdischen U-Bahnen nicht mehr fahren. Die Kollegen versuchen es trotzdem, ich bleib lieber. Im Büro ist es warm, trocken, es gibt Toilette und Internetzugang (mangels Smartphone hab ich den unterwegs nicht). Außerdem bekomme ich einen Anruf, daß der Schwedischkurs wegen des Sturms ausfällt. Damit habe ich nun wirklich keinen Grund mehr, schnell los zu wollen und hoffnungslos optimistisch, wie ich manchmal bin, denke ich mir: „Ab 7 wird schon wieder was fahren“. Im firmeninternen Chat kann ich sehen, daß nicht viele so denken wie ich – fast niemand ist um 5 mehr online. Aber der Kollege, der in der gleichen Ecke wohnt wie ich, ist noch da. Er hat auch noch Zeit bis 7. Also weiterarbeiten. Zwischendurch immer mal Twitter und den Liveblog der Berliner Zeitung verfolgen zu Updates der Verkehrslage. Irgendwann bekomme ich Hunger und esse die Stulle. Im Nahverkehr ändert sich fast nichts, außer, daß auch die Straßenbahnen nicht mehr fahren.

Dann, kurz nach halb 8 endlich die Meldung, daß die erste Teilstrecke der S-Bahn wieder befahren wird. Leider am ganz falschen Ende der Stadt. Um dreiviertel 8 dann die Meldung, daß die nächstgelegende U-Bahn wieder fährt und wir entscheiden, da mit dem Taxi hinzufahren (den nächstgelegen ist auch sehr relativ) – und dann mal sehen. Kaum das Werksgelände verlassen, schließt sich uns noch ein anderer Kollege an, der die Hoffnung hatten, wir hätten ein Auto. Nunja, wir suchen gemeinsam ein Taxi und das gestaltet sich doch schwieriger als erwartet. Für den direkten Kollegen und mich jedenfalls, denn das erste, was uns begegnet, fährt leider in die falsche Ecke der Stadt (es sitzt schon ein Fahrgast drin, der bereit ist, noch mehr mitzunehmen). Der dritte aber kommt damit gut weg. Das nächste, was kommt, ist leider bestellt. Der Fahrer verspricht zurück zu kommen, wenn er den Besteller nicht findet. Er kommt nicht wieder vorbei. Und dann passiert längere Zeit gar nix. Irgendwann kommt wieder ein Taxi, ohne Fackel, egal, wir signalisieren trotzdem mal, daß wir gern mit wollen. Es fährt an uns vorbei, hält aber kurz danach. Hm? Mal hingehen und nachsehen. Glück gehabt: Da brachte sich gerade ein Taxifahrer nach Hause und seinen Kollegen für die Ablöse mit. Der nimmt uns dann als erste Tour. Und hat, kaum daß wir ausgestiegen sind, schon die nächste..

Dank des Smartphones des Kollegen wissen wir inzwischen, das auch die Straßenbahnen wieder fahren. Das gibt mehr Optionen für den Heimweg. Wir knobeln ein bißchen und finden recht schnell die vermutlich beste Möglichkeit. Der Rest des Weges ist dann unspektakulär. Wir haben ne ganze Menge zu erzählen, und werden nicht mal ganz fertig, als ich aussteigen muß. Kurz nach 9 bin ich dann zu Hause, habe für den Heimweg mehr als doppelt so lang gebraucht wie normal und bin auch ne Stunde später, als wenn ich den Kurs gehabt hätte.

Tee machen, Balkon auf Sturmfolgen kontrollieren (2 Blumentöpfe sind umgekippt, ein paar Blüten abgerissen), Blogartikel schreiben, zwischendurch mit dem Schwesterherz chatten, die nach zwei Wochen in der Wildnis wieder Empfang hat. Jetzt Bad, dann Bett. Und hoffen, daß die Bahnen morgen wieder fahren.

 

Weitere Teilnehmer am Tagebuchbloggen gibt es bei Frau Brüllen.

12 von 12 im September

Was man so gar nicht braucht: Heute morgen wach geworden, auf den Wecker gekuckt wieviel Zeit ich noch hab bis zum Klingeln. 3:20 sagt der. Das konnte nicht sein. Dazu war ich zu wach (ok, das hat gar nix zu bedeuten) und es war zu hell. Also aufgestanden und in die Küche getappt. Küchenradio sagt 6:21. Das glaubte ich schon eher. Da es dann aber so gar keinen Sinn machte, für 40 Minuten noch mal ins Bett zu gehen, bin ich eben aufgestanden.

Küche.

Fahrstuhl. (Immer, wenn ich losgehe zur Arbeit um die Jacke richtig anzuziehen, den Schlüssel zu verstauen… Zeit ist knapp morgens, gut wenn man Fortbewegung mit dem anderen kombinieren kann).

Kurzes Telefonat mit dem Schwesterherz. Sie hatte Geburtstag, ich hab schon mal eine kleine Überraschung, ob wir uns gleich an der S-Bahn sehen? „Hä? Ich bin gerade erst aufgestanden!“ Pff, Schlafmütze. (Ich dachte, sie würde immer deutlich vor mir aufstehen, ist wohl doch nicht der Fall. Also bin ich bei ihr vorbei und hab ihr dir Überraschung und den Briefkasten gelegt.
Vor den Briefkästen.

Bahnsteig der S-Bahn.

S-Bahn (angelehnt, darum hab ich die Füße nicht unterm Körper).

Umsteigen.

S-Bahn (Sitzplatz).

Dann Büro und so. Danach Weg zur S-Bahn.

S-Bahn.

Das erste Mal seit langem auf dem Heimweg wirklich warten müssen auf die zweite S-Bahn.

Heimweg. Schweinebäuche heißen diese Granit-Gehwegplatten, weil sie nach unten hin so ähnlich aussehen wie Schweinebäuche. Um 1900 erstmals dort verlegt sind sie zu erkennen an den ungleichmäßigen, etwas runden Kanten und Ecken und inzwischen vom Aussterben bedroht.

Fast da. Hoch zu nehme ich tatsächlich oft die Treppe.

Der Wecker übrigens geht wieder richtig…

 

Die anderen Teilnehmer des 12 von 12 gibt es wie immer bei Draußen nur Kännchen.

 

 

Kirgisistan – Bischkek

Bischkek ist die Haupstadt Kirgisistans. Zu Sowjetzeiten hieß die Stadt Frunse (nach einem russischen General), weswegen der Flughafen das Kürzel FRU hat.

Wir sind kurz nach Sonnenaufgang gelandet und gleich erstmal ins Hotel gebracht worden wo wir Frühstück bekamen (siehe Kirgisistan – kulinarisch). Danach umziehen, denn es würde wieder sehr warm werden*, und dann ging es los zur Stadtbesichtigung.

Was mir sehr schnell auffiel: in Kirgisistan wird offenbar viel in Betonskelettbauweise gebaut und zwischendurch aufgehört. Hier ein besonders schönes Exemplar.

Aber das war eigentlich gar nicht Ziel unseres Stops. Wir wollten zum Manas-Denkmal vor der Philharmonie.(Der Gute war ganz schön von Tauben belagert.)

Manas ist DER Volksheld Kirgisistans. Es gibt einen langen Epos, der über die Jahrhunderte mündlich überliefert wurde. Die Männer, die den ganzen Epos wiedergeben können werden Manastschi genannt und die berühmtesten stehen rechts und links des Denkmals.

Ein paar schöne Gebäude gibt es auch noch drumrum.

Dann sind wir wieder in die Busse gestiegen und ein bißchen gefahren bis wir an einem großen Platz wieder abgesetzt wurden. Auf der anderen Seite des Platzes steht das Haus der kirgisischen Regierung, was zwar groß und durchaus pompös ist, dann aber doch wieder so beliebig, daß es kaum auffällt.

Wir wollten auch gar nicht dort hin, sondern in den Park auf unserer Seite – und da mußte ich direkt grinsen, habe ich doch die zwei dort auf der Bank auf dem Podest sofort erkannt.

Mir gefällt dieses Marx-Engels-Denkmal sehr, sehen die beiden doch tatsächlich so aus als würden sie sich einfach gut unterhalten. Das Berliner Denkmal der beiden dagegen: Massiv, überlebensgroß, ernst. Achja, und fast direkt daneben, nur durch diverse Bäume getrennt steht dann auch schon Lenin.

Er stand früher auf der anderen Seite des Historischen Museums, mußte aber wegen des Zeitenlaufes auf die Rückseite umziehen. Das Historische Museum wurde gerade gründlich renoviert, so konnten wir nicht hinein und sind nur durch den danebenliegenden Park gelaufen.

Apropos Park: davon gibt es im repräsentativen Stadtzentrum jede Menge und auch sonst viele Bäume, viel grün. Das verwundert ein wenig bei einer Stadt, die im Sommer so heiß wird. Der Trick: Kirgisistan hat sehr viel Wasser und die Grünflächen werden massivst bewässert. Am zeitigen Vormittag, als wir unterwegs waren, standen diverse Wiesen unter Wasser.

Inzwischen sind wir am Ala-Too-Platz vor dem Historischen Museum angekommen. Und wer steht dort jetzt? Manas! (Bis vor einigen Jahren stand dort eine Frauenfigur (wer genau habe ich leider vergessen). Kirgisistan hat seit dem Ende der Sowjetunion schon zwei Revolutionen hinter sich und irgendwann meinte man, diese Frau dort würde Unglück bringen und stellte stattdessen lieber Manas auf.)

Zwischen Ala-Too-Platz und weißem Haus liegt ein Park (mit um die Zeit sehr nassen Wiesen) und in diesem Park stehen ein paar Denkmäler. Dieses hier scheint schon etwas älter zu sein.

Wohingegen dieses noch relativ neu ist. „Denkmal der Helden“ heißt es.

Direkt daneben liegt dann auch schon das Grundstück des weißen Hauses Bischkeks – das Parlament Kirgisistans. Groß und weiß und mit massivem Zaun drumrum.

Wir sind dann zurückgelaufen zum Ala-Too-Platz um den in monumentaler Gänze auf uns wirken zu lassen. Größer als der Rote Platz in Moskau. (In meinem Rücken ist auch noch mal viel Platz bis zum Historischen Museum.)

Ein Stückchen weiter gibt es etwas, was ich schon sehr witzig fand: eine Open-Air-Gallerie. Wir waren etwas früh, sie hatten gerade erst angefangen, die Bilder aufzuhängen, aber ein bißchen was war schon zu sehen. Ja, man hätte dort direkt kaufen können. Es gab Bilder diverser Stilrichtungen und Themen (ok, am häufigsten vertreten: Pferde, Berge und auch viele Schneeleoparden).

Weil wir so früh waren, konnte man aber auch noch einen Blick auf die Lagerung der Schätze werfen: Übereinander gestapelt in einem Baucontainer.

Diese Galarie grenzt an den Eichen-Park, der nicht nur viele Eichen, sondern auch diverse Denkmäler hat. Die habe ich nicht alle fotografiert. Erst dieses dann wieder, das auch schon nicht mehr im Park, weil es nicht so alltäglich ist: Ein Denkmal für einen Balletttänzer (dessen Namen ich mir leider nicht gemerkt habe) mit dem Opernhaus im Hintergrund.

Neben dem Opernhaus in einer Grünanlage gibt es dann auch ein Denkmal für eine Prima Ballerina, deren Name mir aber auch nichts sagte.

Im Opernhaus selbst wurde gerade massiv gebaut (wie im Schauspielhaus auch, an dem wir vorbei gekommen waren). Dem Denkmal davor hat man einen schützenden Mantel angezogen.

Von den schönen Künsten ging es dann noch zum Denkmal für die gefallenen Soldaten, daß ja in keiner sowjetischen Stadt fehlen durfte. Das Denkmal ist neueren Datums, riesig groß und besteht aus drei Granitbögen, die den Tundjuk, den Rauchabzug der kirgisischen Jurte halten.

Es ist umgeben von viel Wiese und auf einer der Wiesen wächst auch der Rote Stern der Roten Armee.

Das war der Endpunkt unserer Stadtbesichtigung. Aber zwei Bonusfotos habe ich noch. In Bischkek gibt es nicht nur viele Parkanlagen, sondern auch viele Parkbänke. Und manche davon sind nicht nur profane Parkbänke, sondern schon halbe Kunstwerke wie diese hier:

Und im Park hinter der Oper stand eine Hollywoodschaukel.

 

 

* Ein paar Wochen vor der Reise erst habe ich ja überhaupt damit begonnen, mich mit dem Land zu beschäftigen. Interessant war da natürlich auch das Wetter und nachdem ich sah, daß es in Bischkek in dieser Woche immer deutlich über 30°C werden sollte, begann ich ja an der Entscheidung dorthin zu reisen zu zweifeln. Nächste Frage war: Was zieht man da an? Ich hatte gelesen, daß Kirgisistan ein muslimisches Land sei. Geht kurz? Und wenn ja, wie kurz? Bilderrecherche im Internet ergab: kurz geht wohl. Vor Ort habe ich gesehen: auch schulterfrei und Riemchensandalen gehen. In der Gegend um Karakol habe ich auch mal Frauen mit Kopftuch gesehen – insgesamt aber deutlich weniger als in Berlin.

Kirgisistan – kulinarisch

Was gab es in Kirgisistan zu essen? Viel, meist. Es begann mit einem großartigen Frühstücksbuffet am Tag unserer Anreise. Das war viel zu viel um von allem zu probieren – und am nächsten Tag gab es ganz andere Sachen. (Die Qualität des Fotos ist bescheiden – ich habe in der Nacht zuvor kaum geschlafen.)

Zu den meisten folgenden Frühstücken gab es Kascha (Brei verschiedener Art), Marmelade und eine Art Schmalzgebäck – kleine Happen, die pur relativ trocken waren, mit Marmelade aber gut schmeckten und eine gute Grundlage für die Wanderungen waren. Häufig gab es auch Wassermelone* und Brot, manchmal auch Wurst und Käse, manchmal Ei.

Mittags hatten wir fast immer Lunchpakete, die ich leider nie fotografiert habe. Sie wären es wert gewesen, denn mit den Lunchpaketen in Deutschland waren sie nicht vergleichbar. Ja, sie enthielten auch das übliche Getränkepäckchen und Obst. Und einen Schokoriegel (immer von der gleichen Marke). Dazu dann aber fast immer auch Kuchen oder Kekse und ein paar Bonbons. Das wichtigste aber: immer eine komplette Mahlzeit. Nudeln, Kartoffelsalat, Bulette, Spiegelei. Oder Nudeln, Reis, Hühnerbrust, Spiegelei. Dazu immer extra ein Rohkostsalat und etwas Brot. Es war viel (und ich war fasziniert, wie man Spiegeleier so gummiartig hinbekommt, daß man sie in so eine Box verpacken kann). Zwei Mal haben wir auch „richtiges“ Mittagessen bekommen. Im Yurten-Camp am Son-Kul-See waren wir so zeitig, daß wir dort warmes Essen bekamen: Gretschka (Buchweizen) mit Tomate und Gurke, Suppe (Kartoffeln, etwas Gemüse, Schaf), Brot und das Schmalzgebäck.

Und auf der Fahrt zum  Issyk-Kul-See machten wir an einem Homestay Pause um dort Mittag zu essen. Gesessen haben wir hier an einem typisch kirgisischen Tisch auf typisch Kirgisischen Filzteppichen. Und es gab viel zu viel als das man hätte Aufessen können:

Drei verschiedene Salate, Brot, Süßkram, unglaublich leckerer Kuchen und Wassermelone standen auf dem Tisch. Kaum daß wir saßen, kam die übliche Suppe (hier aber mit ganzen Kartoffeln drin, was sich nur mit Gabel und Löffel nicht einfach ißt). Und als wir Suppe und Salate aufgegessen hatten und eigentlich ziemlich satt waren, kam noch das Hauptgericht:

Plov. Eigentlich usbekisch, aber auch sehr lecker. Davon haben wir an unserem Tischende allerdings nicht allzuviel gegessen. Dafür war bei uns dann die Wassermelone* deutlich reduziert und auf dem einen Kuchenteller fast nichts mehr drauf. Das war alles wirklich unglaublich lecker.

Abends gab es immer großes warmes Essen. Dazu habe ich mal exemplarisch das Abendessen des Mila Homestays fotografiert, weil es das erste mit so großer und reich gedeckter Tafel war (das oben beschriebene Mittagessen war diverse Tage später).

Hier gab es neben Brot, Marmelade, Süßkram und Obst auch noch Trockenobst und Nüsse. Zur Vorspeise Salat.

Ich bin mir relativ sicher, daß es auch noch Suppe gab, habe die aber nicht fotografiert. Erst die Hauptspeise wieder – Gulasch mit Reisund Buchweizen.

Wie man an den Fotos schon sieht: Kirgisistan ist eher kein Land für Vegetarier. In der Suppe und im Hauptgericht war eigentlich immer Fleisch. Wenn auch nicht immer so viel, wie bei unserem letzten Mittagessen in einem Restaurant in Bischkek: 200g gemischtes Schaschlik (mit ein paar Beilagen).

Das war so viel, daß ich danach dann zwei Wochen kein Fleisch mehr gegessen habe…

Und was trinkt man dazu? Man sieht es schon auf den Fotos: getrunken wird Tee. Meist schwarz, manchmal gibt es auch grünen. Den Tee gibt es zu jeder Tageszeit, auch zum Abendessen. In den Hotels konnte man auch Bier kaufen, es gibt sogar kirgisisches Bier, ich bin aber beim Tee geblieben. Und zum Frühstück gab es für die Touristen auch löslichen Kaffee (geschmacklich teilweise wohl grenzwertig).

* Überhaupt, Wassermelone! Es war ja gerade Wassermelonenzeit, also haben wir die auch zu fast jedem Essen bekommen.

WMDEDGT – September

5. des Monats – Tag des Tagebuchbloggens.

Um halb bin ich das erste Mal wach. Viel zu früh zum Aufstehen. Um 7 klingelt der Wecker und ich schaffe es, gleich beim ersten Mal das Radio anzumachen (nicht erst nach dem ersten Mal snoozen) und auch, den Wetterbericht zu verfolgen (der der Hauptgrund ist, das Radio anzumachen). Wetter wird schön werden und ich mache noch mal die Augen zu und verfolge das weitere Radioprogramm halb aufmerksam. Auf der A2 gab es einen schweren Unfall und dem Einsatzleiter zittert die Stimme als er erzählt, daß und wie zwei Feuerwehrleute ums Leben gekommen sind. Uff. Zur Wirtschaftsrubrik stehe ich endlich auf. Bad und Küche – das übliche. Diesmal als Bonus: Wäsche für heute Abend einweichen.

Kurz nach 8 verlasse ich die Wohnung. Die erste Straßenbahn lasse ich noch wegfahren, die ist eh übervoll. Man merkt, daß die Ferien vorbei sind – aber sollten die Schüler um 8 nicht schon alle in der Schule sein? Die nächste kommt aber schon kurz danach (2 min stand an der Anzeige). Leider verpasse ich damit die erste S-Bahn – die klingelt ab als ich unten an der Treppe stehe. Die nächste S-Bahn in meine Richtung ist für diese Linie richtig voll (Ringbahnnutzer würden darüber lachen). Ditt wa vor den Ferjen nich so! Immerhin klappt der Anschluß an die nächste Bahn. Ich lese bis ich wieder aussteigen muß. 3 nach 9 stemple ich ein. Im Büro empfängt mich die Kollegin mit der Info, daß ein Kollege mich gesucht hat, weil er Fragen hat. Ganz gegen meine Gewohnheit besuch ich erst den Kollegen und beantworte seine Fragen und mache mir erst danach meinen Tee. Die meiste Zeit des Tages kämpfe ich mich dann weiter lesend durch die Norm. Lustig, daß sie verlangt, daß die Dokumente lesbar sind, sie selbst es aber so gar nicht ist. Zum Auflockern rufe ich zwischendurch bei meinem Optiker an, um mal wieder Kontaktlinsen zu bestellen. Irgendwann ist Mittagspause. Ich entscheide mich für den Nudelauflauf, der eher eigenartig schmeckt. Immerhin funktioniert die Eistruhe wieder, so daß es wieder Eis zum Rundgang nach dem Essen gibt (seit Mitte letzter Woche funktionierte sie nicht und es ist ziemlich blöd, wenn man bei der Essensauswahl und Menge das Eis hinterher mit einkalkuliert, es das dann aber gar nicht gibt).

Nach der Mittagspause verfalle ich in alte Zeiten und mache das, was bis Anfang des Jahres meine Aufgabe war (ich bin derzeit die Einzige, die davon Ahnung hat…). Macht wesentlich mehr Spaß als der Quality-Quark und ich überlege, ob ich nicht doch wieder dorthin zurück will. Kurz nach 5 fällt mir auf, daß die Kollegin, die lang vor mir anfängt immer noch da ist und rüge sie etwas deswegen. Sie hat so viel zu tun, sagt sie. Immerhin macht sie dann halb 6 mit mir gemeinsam Feierabend, aber ich befürchte, da hat sie dann auch die 10 Stunden plus Pause voll. Kurz vorher rufe ich noch beim Friseur an – hab Glück, bekomme noch einen Termin vor dem nächsten Urlaub (der auch nicht mehr so lang hin ist). Kollegin und ich gehen gemeinsam zur S-Bahn und fahren auch ein Stück zusammen – sie steigt nur viel früher aus. Ich les dann noch ein bißchen.

Wie fast immer bei schönem Wetter steige ich zwei Stationen vor Zielhaltestelle aus und gehe ab da zu Fuß (und hole mir noch ein Eis unterwegs). Kurz vor zu Hause noch kurz einkaufen. Zu Hause angekommen will ich dann doch erstmal Pause und les ein bißchhen durchs Internet. Dann Waschmaschine starten, duschen, trockene Wäsche abnehmen, Abendessen vorbereiten. Gegessen wird dann auf dem Sofa vor einer schwedischen Spielshow (jaja, essen vor dem Fernseher ist ungesund. Aber immerhin trainiere ich mein Schwedisch). Die Waschmaschine ist noch vor der Show fertig, also mache ich erstmal Pause und hänge die Wäsche auf. Danach sehe ich mir den Rest an, jetzt schreibe ich den Blogartikel und dann werde ich wohl ins Bett gehen. Spät genug isses jedenfalls.

 

Weitere Teilnehmer des WMDEDGT und Erläuterung gibt es wie immer bei Frau Brüllen.