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07.07.2023

Glück: Auf dem Balkon sitzen mit Blick auf die Pflanzen und Eis essen. Und hinterher lesen. Da kann man schon mal die Zeit vergessen.

Vorher, Mittags rum, habe ich mein neues Fahrrad abgeholt. Das hatten wir schon letzten Sonnabend machen wollen aber als wir gerade dabei waren die Schuhe anzuziehen um los zu gehen, bekam ich einen Anruf, daß das Fahrrad doch noch nicht fertig sei, weil man meine Sonderwünsche (Riemenantrieb, Ergogriffe) nicht richtig an den Monteur kommuniziert hatte. Also haben wir spontan das ganze Wochenende umgeplant und sind in den Garten gefahren (Radtour ohne Fahrrad ist schwierig). Heute also, und es macht auch auf längerer Strecke richtig Spaß beim Fahren. Jetzt steht es aber erstmal im Keller, denn bei Temperaturen um die 30°C mag ich nicht Fahrrad fahren.

Noch mal Junikäfer: Auch heute fliegen wieder viele. Vielleicht war es ihnen die Tage vorher Abends zu kalt.

06.07.2023

Gerade eben tauchte auf meinem Balkon noch mal ein Junikäfer* auf. – Oh, hat er den Wecker nicht gehört und verschlafen?

Dann tauchten noch mehr auf. – OK, nicht verschlafen, das ist die Spätschicht.

* Ich habe vor einem Monat ungefähr gelernt, daß es Gegenden gibt, in denen man Marienkäfer (klein, rot mit schwarzen Punkten) auch als Junikäfer bezeichnet, hier sind jedoch die kleineren Verwandten der Maikäfer gemeint (deutlich größer als Marienkäfer, braun, und fliegen wie besoffen, aber, wie der Name schon vermuten läßt, eher im Juni).

05.07.2023

Heute hat mich die Sonne getrollt. Mein Schreibtisch im Büro steht direkt neben einem großen Fenster Richtung Süd-Osten. Weil ich ja gern etwas später anfange, mache ich zum Feierabend im Sommer immer* die Jalousie runter, damit sich das Büro nicht zu sehr aufheizt. Nun war es heute morgen aber sehr eindrücklich grau und sollte so bleiben und regnen sollte es auch noch, also habe ich die Jalousie hochgeleiert als ich kam. Kurz danach kam die Sonne raus. Ich habe das ein bißchen ausgehalten aber schließlich eingesehen, daß ich so nicht arbeiten kann, weil es zu sehr blendet. Also Jalousie wieder runter. Kurz danach wurde es dunkel: Sonne weg. Auch das habe ich ein wenig ausgehalten, bis es mir aber doch zu dunkel war. Licht wollte ich nicht an machen (das wäre ja nun wirklich albern gewesen) und der Himmel sah auch sehr beeindruckend grau bewölkt aus, also habe ich die Jalousie wieder hochgeleiert. Kaum, daß ich saß, hat die Sonne das eine kleine Wolkenloch gefunden, daß es doch noch gab.

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Die Mauersegler flogen heute im Gegensatz zu sonst mal fast auf Augenhöhe über den Bäumen vor meinen Fenstern. Ich habe rund um den Sonnenuntergang eine ganze Weile auf dem Balkon gestanden und sie beobachtet.
(Bei den Eltern fliegen sie wohl regelmäßig so dicht vor den Fenstern, bei mir immer nur ganz weit oben am Himmel.)

* Naja, zumindest immer wenn ich dran denke. Heute hatte ich es eilig und habe es vergessen.

04.07.2023

Heimweg, S-Bahn. Einfahrt in den Bahnhof, die Türen öffnen sich und es ertönt Klaviermusik. Neugieriger Blick nach draußen: da steht tatsächlich ein richtiges Klavier auf dem Bahnsteig!
Beim wieder Losfahren konnte ich dann sehen: Das Klavier stand auf so einem Plattenwagen aus dem Baumarkt, der Klavierspieler saß auf einem Klavierhocker davor. Es klang gut, ich hatte kurz überlegt auszusteigen und ein wenig zuzuhören, aber ich hatte schon zu spät Feierabend gemacht und wollte nach Hause.

03.07.2023

Ich hätte gern ganz lange Urlaub, um endlich mal all die tollen Bücher aus der Bibliothek zu lesen. Und die von meiner Leseliste. Oder wenigstens die ungelesenen zu Hause. Wenigstens die Hälfte.

 

(Nein, Sabbatical gibt es bei uns leider nicht. Das würde ich wohl auch eher zum Reisen nutzen. Und ganz viele neue Fotos mitbringen, zusätzlich zu den ganz vielen Fotos von den vergangenen Reisen, aus denen ich auch mal was machen wollte.)

02.07.2023

Eine so gute Salaternte wie dieses Jahr hatte ich die ganzen Jahre nicht. Dabei habe ich dieses Jahr gar keinen Salat ausgesät. Nachdem die Salatblättchen letztes Jahr wieder nie die Größe erreichten, daß sich pflücken/ernten gelohnt hätte, habe ich die Pflanzen blühen lassen, damit wenigstens die Insekten was davon haben. Dieses Jahr habe ich die Erde im Kasten dann nur gründlich gelockert und Winde drin gesät, mit der Idee, sie als natürlichen Sonnenschutz hochranken zu lassen. Ich war gewarnt worden, daß das Saatgut schon etwas älter ist und damit eventuell nicht mehr sehr keimfreudig ist. Um so begeisterter war ich, als recht schnell viele Keimblättchen zu sehen waren. Was draus wurde, sah dann aber sehr nach Salat aus. Und schmeckte auch so. Von der Winde ist tatsächlich nichts aufgegangen (bis jetzt), da haben die Eltern mit Jungpflanzen aus dem Garten ausgeholfen. Vielleicht bekomme ich also doch noch meinen grünen Sonnenschutz.

24.01.2023

Die längeren Fahrzeiten der S-Bahn sorgen dafür, dass ich mit dem Lesestoff schneller durch bin. Heute war schon wieder am Ende der Zeitschrift noch viel Fahrt über.

13.01.2023

An der Ampel steht ein Doppeldecker der BVG auf Betriebsfahrt. Ich weiß gar nicht, warum ich hochsehe, aber so sehe ich: Oben in der ersten Reihe sitzt auf jeder Seite ein riesiger Plüschbär. Wohin die wohl unterwegs waren? Und ob der Fahrer von ihnen wußte?

Ansonsten: Endlich die Wanderstiefel reklamiert, das war eine ausgesprochen nette und angenehme Erfahrung, damit hatte ich nicht gerechnet.
Wortwechsel mit dem Kunden nach mir:
„Ihr Kollege vorn hat mich zu Ihnen geschickt.“
„Ja, das macht der immer.“

09.01.2023

Wegen Bauarbeiten braucht meine S-Bahn jetzt morgens fast 20 Minuten länger. Die Bauarbeiten sind gar nicht auf meinem Abschnitt, und die Info, daß es da länger dauert findet man auch auf keine der Baustelleninfos, man sieht das nur in der Verbindungsauskunft. Wie ich dann heute morgen, als ich nachsehen wollte, ob die bei Twitter gemeldeten Probleme noch bestehen. Ich kann mir dann jetzt also überlegen, ob ich morgens 20 Minuten früher los gehen will oder 20 Minuten später anfange – und finde beides doof. (20 Minuten! Die braucht jetzt fast doppelt so lang wie vorher!)

In der S-Bahn festgestellt, daß ich mein Portemonnaie vergessen habe. Den Fahrschein hatte ich extra, darum ist es mir erst so spät aufgefallen. Kurz überlegt, ob ich wieder umdrehe und heute von zu Hause arbeite. Dann aber zu dem Schluß gekommen, daß ich nun ja schon unterwegs bin, ansonsten alles dabei habe und mir ein Kollege sicherlich Geld leihen wird für Mittag und Heimfahrkarte. War auch so.

Seit der Mittagsrunde tut mir der Oberschenkel weh als hätte ich da eine Zerrung oder so. Dabei bin ich einfach nur ganz normal gelaufen (also gegangen).

Sorgen gemacht um jemanden, der das nicht will und eventuell deswegen die Kommunikation sehr zurückgefahren hat. Das hilft nicht. (Gut, meine Sorgen vermutlich auch nicht, aber…)

 

Ich hatte echt schon bessere Montage.

 

Auf der Plusseite: mit Wandersocken an den Füßen hab ich keine kalten Füße mehr am Schreibtisch. Und ich gewöhne mich dran, daß wir da jetzt (wieder) zu dritt sind.

08.01.2023

Vom Auto verabschiedet. Gekauft hatte ich ihn (ihn = den Nissan Micra, dem ich dann den Namen Aton gab) bevor ich nach Braunschweig ging, denn, nunja, Autogegend, da erschien es sinnvoll, ein Auto zu haben. Am Anfang habe ich ihn noch genutzt, um zwischen Berlin und Braunschweig, und vor allem zwischen Braunschweig und Wolfsburg zu pendeln, wo ich zu meiner Überraschung arbeitete (ich kannte bis zum ersten Arbeitstag nur den Braunschweiger Standort, wußte nicht mal was von dem in Wolfsburg). Recht schnell schon aber wechselte ich auch dort wieder zu öffentlichen Verkehrsmitteln, auch wenn der Zug nach WOB nur stündlich fuhr, war das immer noch angenehmer, als morgens mit dem Auto zu fahren, auf der Heimfahrt im Stau zu stehen und dann noch Parkplatz suchen zu müssen. Und die Zugfahrt nach Berlin war nicht nur deutlich entspannter als die A2, sondern auch schneller. Anton stand schon in Braunschweig viel rum, wurde hauptsächlich für gelegentliche Ausflüge in den Harz und die Fahrt nach Berlin für den Weihnachtsurlaub genutzt. Und vielleicht mal zu Ikea, aber selbst dort hin bin ich mit der Straßenbahn, wenn ich nicht viel kaufen wollte. Für den Umzug nach Berlin war er dann noch mal sehr praktisch und dann stand er wieder. Sehr bald schon hauptsächlich beim Schwesterherz, weil sie einen großen Parkplatz „vor der Tür“ hatte, wo sie auch immer mal wieder ein Auge drauf werfen konnte, ob er wieder Werbezettelchen gesammelt hat. Sehr bald wurde sie auch diejenige, die ihn hauptsächlich nutze, auch, weil mein Fersensporn sich so gar nicht mit der etwas seltsamen Lage des Gaspedals (das weiter in den Fußraum rein ragt als die anderen beiden) vertrug. Irgendwann fiel mir auf, daß ich schon mehrere Jahre nicht mehr Auto gefahren war und ich nutze Anton, um in den Garten der Eltern zu fahren. Auf dem Rückweg hatte ich dann wieder so viel Sicherheit, daß ich auch wieder das Radio angemacht habe. Dann fuhr ich wieder lange nicht und folgerichtig zog Anton mit dem Schwesterherz um – immer noch gut zu Fuß erreichbar, aber nicht mehr ganz so nah. Ich nutzte ihn dann noch ein Mal, um zur Arbeit zu kommen, als wegen Sturmschäden die S-Bahn nicht fuhr und es auch keinen Schienenersatzverkehr gab. (Bis dahin hatte ich so lang hin und her überlegt, daß der Berufsverkehr gründlich vorbei war – und die letzte Fahrt war auch noch nicht sooo lang her). Das war es dann für mich. Das war es dann für mich. Für meine Aktivitäten fand ich die öffentlichen Verkehrsmittel praktischer, oder ich bin beim Schwesterherz mitgefahren, die mich dann praktischer Weise auch oft abholte. Sie nutzte ihn aber noch oft (glaub ich). Bis dann der Schwesterfreund auftauchte, der auch ein Auto hat(te), ein deutlich größeres, mit dem man auch mal bequem ein Fahrrad oder zwei Kanus mitnehmen kann. Ich hatte vor einiger Zeit schon gesagt, daß man mal überlegen kann, ob man den Anton überhaupt noch braucht, als Schwesterherz im Herbst dann fragte, ob ich einverstanden bin, daß der Schwesterfreund sich drum kümmert, ihn zu verkaufen, war ich sofort einverstanden. Als er dann aber Silvester meinte, daß er dann mal die restlichen Papiere dafür braucht, wurde es plötzlich konkret und ich sehr heftig sentimental. Der hat uns in den Harz gebracht! Und an die Ostsee! (Die Pendelei nach BS kam mir da lustiger Weise nicht in den Sinn). Aber realistisch betrachtet: ich bin seit ewig nicht mehr gefahren, er wird auch nicht jünger, bekommt mehr Macken und vom Rumstehen wird er auch nicht besser. Gestern erzählte sie dann, daß sie eine Abschiedsfahrt mit ihm gemacht hätten (sie mußten sowieso wo hin) und ihn heute dann ausräumen wollen. Also meldete ich mich an, daß ich da dabei sein will um noch mal Tschüß zu sagen (den zweiten Autoschlüssel habe ich ja mit den Unterlagen abgegeben). Passenderweise regnete es. Mit Ausräumen waren sie schon fast fertig als ich kam.Ich hab mich noch mal rein gesetzt, auch auf den Fahrersitz. Noch ein paar Fotos gemacht. Und dann zugesehen, wie der Teddy und der Schutzengel in das Auto vom Schwesterfreund umgezogen sind. Ich bin immer noch etwas sentimal. Vor einiger Zeit las ich im Internet eine Diskussion zum Thema Führerschein, und daß der zumindest für die Jugendlichen auf dem Land ein Stück Freiheit bedeutete. Ich bin in Berlin groß geworden, für mich reichte der öffentliche Nahverkehr, der ein riesiges Gebiet erschloss. Führerschein habe ich hauptsächlich gemacht, um Vati als einzigen Fahrer in der Familie zu entlasten (bei Urlauben, Familienfeiern…). Aber dieses Auto bedeutete für mich eben doch auch ein Stückchen Freiheit, denn im Harz oder da hoch an die Ostsee war es mit Auto einfacher. Nur braucht man für solche seltenen Fahrten nicht zwingend ein eigenes Auto. Zumal die Parkplatzsituation hier in der Gegend auch nicht einfacher wird. Ist schon ok so. (Und vielleicht wird ja der Harz irgendwann auch mal so gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossen, daß man da kein Auto mehr braucht. Ich erinnere mich an eine Bushaltestelle, an der laut Aushang ein Mal am Tag ein Bus hält.)