schön

Sommerabende so mild, daß man ewig auf dem Balkon sitzen bleiben kann. Lesen, den Mauerseglern zusehen und den Flugzeugen, die kurzzeitig weiße Streifen am snsonsten wolkenlosen Himmel hinterlassen.

Schade nur, daß man irgendwann doch rein muß, weil man ins Bett muß, weil ja morgen ein ganz normaler Arbeitstag ist. 

Gleich, ein bißchen noch…

Sonnige Sommer-Sonntagswanderung

Irgendwie war letzte Nacht komisch. Erst ewig nicht eingeschlafen, dann sehr blöd geträumt und das Wachwerden war auch eigenartig. Dementsprechend war meine Stimmung heute etwas seltsam und ich habe entschieden: Ich brauch Auslauf. Also Wandern. Für eine Route hatte ich mich recht schnell entschieden: Vom Wannsee nach Babelsberg, die ich im Februar schon mal gewandert bin (soviel vorweg: die Wege waren diesmal eisfrei). Frühstück und zusammenpacken und kramen – das braucht etwas, wenn man nicht ganz rund läuft. Und bei der S-Bahn wird auch gerade wie wild gebaut (is klar, is Sommer, und irgendwann müssen sie ja mal), das alles sorgte dafür, daß ich dann erst halb 1 am Bahnhof Wannsee losgelaufen bin. Erstmal direkt zum Wasser runter. Da verließ ein Fahrgastschiff gerade den Anleger, während Schute 22 offensichtlich Wochenende hatte.

Auf dem Weg zum Haus der Wannseekonferenz ist mir aufgefallen, wie sehr das Wandern in Begleitung von der Umgebung ablenken kann. Heute bin ich gefühlt ewig an Häusern entlang gelaufen und dachte ständig, so langsam müßte ich doch da sein. Beim letzten Mal (in angeregtes Gespräch vertieft), war mir die Strecke viel küürzer erschienen. Aber schließlich stand ich unterhalb des Löwen (siehe Blogeintrag vom Februar) und stellte fest, daß gegenüber ja das Strandbad Wannsee liegt.

Ich weiß nicht so recht, was die da unten am Boot machten – ich war ja aber sowieso schon recht spät dran, deswegen wollte ich nicht lange zusehen. Eigenartig sah es aus.

Danach ging es dann in den Wald. Immer wieder mit Blick aufs Wasser, auf dem heute recht viel los war (zumindest im Vergleich zum Februar). Am Ufer, auf dem Weg, ging es noch. Da war es streckenweise sogar leer. Aber an jeder dazu passenden Stelle wurde gebadet.

Und irgendwann merkte ich: das läuft. Ich hatte meinen Rhythmus gefunden und lief einfach, während die Gedanken ganz woanders waren. Kurz danach hatte ich die Fähre zur Pfaueninsel erreicht. Die wollte ich diesmal mitnehmen (also die Insel) und ich hatte Glück: die Fähre wurde gerade beladen, ich durfte noch rauf, kurz hinter mir war Schluß. Auf der Insel angekommen bin ich gleich rechts rum, immer am Wasser lang und nach kurzer Strecke im Ergänzungsrosengarten gelandet.

Kurz danach war schon die Fontäne durch die Bäume hindurch zu sehen. Nur ein kleiner Schlenker, und ich stand davor. (die Besucher standen und saßen zum Glück alle auf meiner Seite.)

Zurück zum Ufer kommt man am Winterhaus vorbei. Dort saß ein Pfau auf einem Baum. Aber wozu den Kopf nach oben verrenken, wenn doch nur ein paar Meter weiter gleich zwei Pfauen im Gehege warten?

Danach hatte ich endlich eine leere Bank im Schatten mit Seeblick gefunden und machte erstmal Mittag. Weiter ging es dann am östlichen Ufer der Insel mit Blick Richtung Schwanenwerder – verdammt viel los auf dem See (es ist auch überhaupt nicht ruhig, weil die Motorbote ja alle Krach machen).

Wenn man dort am Ufer weiterläuft, kommt man zur alten Meierei.

Dahinter der Pferdestall sieht überhaupt nicht aus wie ein Pferdestall (riecht aber so).

 

Die Wasserbüffel beweiden die recht feuchten Wiesen. Sie sorgen so dafür, daß die Flächen so offen bleiben, wie sie mal geplant wurden.

Den Luisentempel muß man jetzt nicht unbedingt von nahem sehen. Da ich aber extra einen Umweg gemacht habe um das festzustellen, habe ich ihn wenigstens fotografiert.

Beim Kavalierhaus war ich ursprünglich direkt davor vorbei gegangen. Da kann man es aber kaum erfassen (weil zu nah dran) – nur erkennen, daß es offenbar bewohnt ist. Also bin ich hier auch noch mal einen Umweg gegangen.

Naja, und irgendwann stand ich dann vor dem Schloß (geschickter Bildausschnitt mit nur wenigen Menschen).

Da war mir aber zu viel los und außerdem wollte ich dann doch so langsam weiter, also bin ich zurück zur Fähre. Aber in den Souveniershop mußte ich dann doch noch einen Blick werfen – und konnte große Not lindern. Im Shop weinte nämlich ein kleines Mädchen herzzerreißend, weil es sich einen Splitter im Finger zugezogen hatte. Ich hatte mein Erste-Hilfe-Set dabei und in dem Set eine spitze Pinzette – damit konnte die Mutter den Splitter dann entfernen. Wäre ich sie gewesen, hätte ich mir ja auch noch ein Waldgeist-Gummitier angeboten zum Dank – aber sie war von der Situation (und der Lautstärke ihrer Tochter) vermutlich insgesamt doch ziemlich überfordert. Mir war in der Zwischenzeit aufgefallen, daß ich den Rosengarten noch gar nicht gesehen hatte, also holte ich das nach. Dort lief mir dann auch noch malerisch ein Pfau über den Weg. Naja, genaugenommen lief er der kleinen Mädchen hinterher, die etwas zu essen in der Hand hatte. Dann entdeckte er eine Tüte in der Hand der Mutter. Und lief auf sie zu. Als sie das mitbekam, verschloss sie die Tüte, rollte sie zusammen und warf sie über den Vogel hinweg ihrem Begleiter zu. Das überforderte den Pfau offenbar, er schaute etwas dümmlich aus der Wäsche (und alle Umstehenden lachten).

Dann aber Fähre, sie kam auch gerade. Am anderen Ufer überlegte ich kurz, ob ich hoch gehe nach Nikolskoe – da aber alle anderen genau den Weg nahmen, entschied ich mich für den Uferweg.

Die folgenden Wasserausblicke wurden immer von der Sacrower Heilandskirche bestimmt.

Dann war ich an der Glienicker Brücke angelangt und wechselte in den Schloßpark Glienicke. Da kann man schön auf die „Skyline“ Potsdams sehen.

Durch Klein-Glienicke ging es dann zum Schloßpark Babelsberg.

Unterwegs hatte ich die Idee bekommen, vom Schloßpark Babelsberg mit dem Wassertaxi zum Potsdamer Hauptbahnhof zu fahren. Blöd nur, daß ich nicht wußte, wo es abfährt. Irgendwann sah ich zwar einen Steg – der wurde aber als Sprungplattform benutzt. Inzwischen war ich auch reichlich K.O. und hatte nicht mehr sonderlich viel Lust auf Experimente, weswegen ich mich entschied, den (vermeintlich) bekannten Weg zum Bahnhof Babelsberg zu nehmen. Nunja. Die Wege im Schloßpark Babelsberg zeichnen sie durch häufige Richtungsänderungen aus, was schön ist, wenn man durch den Park spaziert, aber nicht so schön, wenn man den richtigen Weg zu einem bestimmten Ziel sucht. Ich hatte keine Karte von der Gegend mit, habe aber schließlich doch aus dem Park gefunden, nur an ganz anderer Stelle als im Februar. Das heißt, ich bin auch etwas planlos durch Babelsberg gelaufen, habe den Bahnhof aber ohne Umwege gefunden. Kurz nach 6 bin ich in die S-Bahn nach Hause eingestiegen. Beim Umsteigen Westkreuz gab es noch etwas Verwirrung, weil die S-Bahn viel früher einfuhr, als angezeigt worden war und der Anzeiger zur gleichen Zeit auf „Zugdurchfahrt“ umsprang. Die Bahn hielt aber an und so bin ich einfach eingestiegen – und schließlich auch zu Hause angekommen.

 

 

best in class (Schnipsel)

T-Shirt des Tages:

Heute morgen bewußt ausgewählt – und es paßte. Sehr. Wir leben in eigenartigen Zeiten. Global sowieso, aber auch auf Arbeit. Heute gleich zwei Meetings gehabt, die das untermauerten. Es wird immer interessanter.

 

Gute Tag des Tages:

Geholfen, einen Kinderwagen die Treppe von der S-Bahn hochzutragen. Der Wagen hatte praktischer Weise vorn zwei Griffe, sogar gepolstert, so daß es fast bequem war.

 

Wetter des Tages:

Sonnig und warm. Gegen Abend zog es sich zu, aber ich hab laaaange auf dem Balkon gesessen und gelesen.

 

Eis des Tages:

Zitrone-Rosmarin auf dem Heimweg. Sehr lecker.

 

Blumen des Tages:

 

Und noch eine Ergänzung zum Montag: Mit ausreichend Wasser und von oben sieht der vierblättrige Klee gar nicht so gakelig aus.

Außerdem hatte ich diese hier ganz vergessen:

Die hab ich auch schon ein paar Jahren. Letztes Jahr warens ein paar mehr, irgendwie gab es da diesen Winter/Frühjahr auch Schaden. Hinter ihnen steht eine Comic-Ton-Fledermaus, mal gekauft in Braunschweig auf einem Handwerkermarkt im Magniviertel. Auch schon über 6 Jahre her.

 

12 von 12 im Juni

Heute morgen war ich von der Fahrradsternfahrt gestern und der Allergie im Allgemeinen (die Gräser treiben es grad wild) noch ziemlich K.O., so daß das mit dem Fotografieren nichts wurde. Dann gab es auf Arbeit heute eine sehr unangenehme „Überraschung“, was den Zustand nicht unbedingt verbesserte. Und so saß ich heute Abend auf dem Sofa, hatte noch nicht ein Foto, sah Richtung Fenster und hatte plötzlich die Idee: heute gibt es Balkonfotos.

Fangen wir an mit den Wunderblumen.

Die habe ich schon seit ein paar Jahren immer wieder auf dem Balkon, jeweils aus den Samen des Vorjahres gezogen. Üblicherweise ziehe ich die in kleineren Töpfen vor und setze sie dann in den großen Topf um. Dieses Jahr habe ich nur neue Erde auf die vom letzten Jahr getan und die vorgezogenen Pflänzchen da eingesetzt. Neben denen kamen dann diverse neue Setzlinge hoch. Einer steht noch, die anderen habe ich rausgeschmissen, weil es zu viele wurden. Nächstes Jahr fülle ich wohl wieder nur etwas Erde auf und wässere gründlich, der „Wildwuchs“ steht nämlich viel stabiler als die vorgezogenen, die sich irgendwie immer hinlegen. (Bevor ich das Foto gemacht habe, mußte ich feststellen, daß die eine (vordere) massiv von Blattläusen befallen war. Das sind die schwarzen Punkte…)

Fette Henne. Hat bisher mit etwas Verpackung jeden Winter auf dem Balkon überlebt. Ich weiß gar nicht, wie lang ich die schon habe.

Roter Klee. Wird zum Winter immer schlafen geschickt (bekommt keine Wasser mehr) und im Frühjahr wieder reaktiviert. Das ist noch nicht sooo lange her, weswegen er noch recht kompakt ist. Die Stängel werden noch länger im Laufe des Sommers.

Vierblättriger Klee. Wird überwintert wie der andere Klee auch. Schiebt aber zuerst Blütenstände und dann erst Blätter, weswegen ich den auch versucht habe ins Szene zu setzen. Der ist nie so schön buschig wie der rote Klee, im Moment aber noch besonders gakelig.

Kräuter. Petersilie, Basilikum und Dill. Die Samen waren Geburtstagsgeschenk. Wegen Dusseligkeit meinerseits hatte ich Basilikum doppelt gesät und mußte den Dill nachsäen. Darum ist der noch so mikrig.

Mein Salat! Muß noch ein bißchen wachsen, dann gibt es wieder Salat direkt vom Balkon.

Erdbeeren. Da sind schon Früchte dran, die müssen jetzt nur noch rot werden. Die Erdbeeren überwintern auch verpackt bei mir auf dem Balkon. Letztes Jahr mußte ich neue kaufen, weil die Vorgänger den Winter nicht überlebt hatten. Dieses Jahr hatte ich große Sorge und war dann sehr glücklich als ich sah, daß beide Pflanzen überlebt haben.

Schneeflockenblume. Hängt da, um eine äußerst häßliche Rohrschelle zu verdecken. Dieses Jahr nicht nur in weiß, sondern auch in rosa und lila, weil man weiße Blüten vor weißer Wand nicht soooo gut sieht.

Meine Balkonkästen. Ein bißchen plattgedrückt vom Wind, ein bißchen trocken (ich habe nach dem Fotografieren alles gegossen, was durstig war).

Minze, Forsythie und Kapmargarite. Die Minze stammt ursprünglich aus dem Garten meiner Eltern. Sie schmeckt als Tee nicht sehr intensiv, aber sehr nach Kindheitssommern im Garten.

Die Forsythie waren mal drei kleine Zweige im Frühling in der Vase die Wurzeln bekamen, weswegen ich sie in einen Topf setzte. Seit dem Blühen sie jedes Jahr auf dem Balkon. Einer ist irgendwann mal gestorben, die anderen beiden aber fast unverwüstlich. Ich wollte sie schon mal entsorgen, weil sie Spinnmilben hatten, die einfach nicht verschwinden wollten. Aber irgendwie… In eine Ecke gestellt, wo sie niemanden anstecken konnten, halbherzig weitergegossen und den Winter haben die Spinnmilben dann nicht überlebt. Die Forsythie schon.

Die Kapmargarithe stammt aus dem letzten Jahr, die überwinterte aber in der Logia meiner Eltern, weil es da keinen Frost gibt. Sieht grad etwas traurig aus, da zu wenig Wasser.

Der Primeltopf. Es stecken auch noch ein paar Tulpenzwiebeln drin, die aber noch nie geblüht haben (düngen könnte helfen, hab ich erfahren). Die Primel hat im Frühjahr auch nicht geblüht, aber immerhin hat sie den Winter überlebt. Das ist ja auch schon mal was. Auch hier hatten sich diverse Wunderblumen ausgesät. Eine durfte bleiben, die Nachfolger hab ich entfernt, weil sie einfach zu riesig werden. Dafür hab ich noch ein bißchen Bunte-Blumen-Mischung dazugesät. Mal sehen was das wird.

Bunte-Blumen-Mischung hab ich auch noch in einem dritten Balkonkasten, aber erstens waren das jetzt schon 12 Bilder, zweitens ist der eh noch nicht fotogen.

 

Die anderen Teilnehmer vom 12 von 12 gibt es wie immer bei „Draußen nur Kännchen„.

Mit dem Fahrrad auf der AVUS

Heute war wieder Fahrradsternfahrt in Berlin und Schwesterherz und ich haben nach ein paar Jahren Pause mal wieder mitgemacht. Weil wir diesmal über die AVUS fahren wollten, haben wir uns die Route ausgesucht, die am S-Bahnhof Tegel vorbei kam. Die Strecke war schön. Viel durchs Grüne, wie hier kurz hinter Tegel.

Wir sind aber auch am Olympiastadion vorbei gekommen. Das könnte man hier sehen, wenn die Frau mit dem weißen Top nicht im Weg wäre – die Kamera war am Lenker montiert und ich habe kaum sehen, was ich fotografiere. Und Lenker ist eben ein ganzes Stücken tiefer als Augenhöhe.

Danach ging es dann mehr oder weniger an der Havel entlang. Hier hatte es noch vor der Sternfahrt einen Unfall mit Straßensperrung gegeben und die wartenden Autos waren noch nicht weg, als wir kamen. War ein wenig eng.

Aber danach dann… Die Strecke dort ist recht hügelig, einige Anstiege wirklich nicht ohne, aber dafür gibt es auch wunderbare Abfahrten.

Und dann standen wir wieder – vor der Auffahrt zur AVUS nämlich. Das zog sich ganz schön. Inzwischen war es auch ordentlich warm geworden (30°C), dazu die Sonne..

War am Anfang der Fahrt fast nur das Rollgeräusch der Reifen und das Sirren der Schaltungen zu hören, waren hier mehr und mehr Radfahrer mit Beschallungsanlage unterwegs. Das gab hier, im Stau, recht „interessante“ Soundmischungen…

Aber dann hatten wir es geschafft: wir rollten die Auffahrt zur Avus runter.

Und dann waren wir auf der AVUS.

Sooo viel Platz, sooo glatter Asphalt! (Und außerdem sieht man schon den Funkturm.)

„Achtung! Staugefahr!“ (Das Zeichen leuchtete an jeder dieser Brücken, was mich schon amüsierte.

Hier der Beweis, daß wir wirklich auf der AVUS waren: Links die alte Tribüne der Nordkurve, halblinks der Funkturm.

Danach ging es dann über Bismarckstraße und Straße des 17.Juni zum Umweltfestival. Der Asphalt war aber so holprig, daß ich nicht mehr fotografiert habe.

Ich bin irgendwann letzten Sommer das letzte Mal Rad gefahren, weil meine Schultern das nicht mochten. Die haben erstaunlich lange durchgehalten, dies mal. Die Pausen, die wir zwangsweise zwischendrin hatten waren da sicherlich hilfreich. Danach konnte ich auch immer erstmal wieder sitzen ohne daß es sehr schmerzhaft war. Bei Ankunft am Umweltfestival tat mir dann aber doch alles weh und ich wußte kaum, wie ich noch fahren sollte.

Wir haben die Räder dann am Reichstagsgebäude abgestellt (man durfte sie nicht aufs Festival nehmen, klar, wäre gar nicht genug Platz) und sind eine Runde rum. Das gab genug Erholung für die letzten Kilometer bis nach Hause (die es aber auch noch mal ordentlich in sich hatten).

 

WMDEDGT – Juni (Wanderung Fangschleuse – Rüdersdorf)

Fünf vor halb 8 bin ich das erste Mal wach. Wie praktisch, um halb 8 soll der Wecker klingeln. Als er das dann tut, bin ich schon wieder fast eingeschlafen. Ich brauche noch eine ganze Weile, bis ich wirklich wach bin und aufstehe. Und warum das ganze an einem Feiertag (Pfingstmontag)? Ich will wieder wandern gehen und muß dafür ca. um 9 das Haus verlassen. Da ich gestern keine Lust hatte, den Rucksack vorzubereiten und Sachen rauszusuchen und so und weil ich liebend gern in Ruhe frühstücke, gönne ich mir dafür mehr Zeit. Naja, letztlich wird das mit dem pünktlichen Losgehen dann doch wieder nicht ganz so wie geplant, aber ich habe am Alex noch genug Zeit um mir mein Mittagessen zu kaufen, bevor der Zug kommt. Die anderen sitzen ganz vorn im ersten Wagen. Fangschleuse steigen wir aus und diskutieren nach ein paar Metern an der großen Tafel ersteinmal ausgiebig über Eiskrem und deutsche und brittische Eßgewohnheiten und Mahlzeiten. Irgendwann machen wir uns aber doch auf dem Weg, der uns fast die ganze Zeit am Wasser entlang führen wird. Im ersten Teil gibt es verdammt viele Mücken. Da helfen auch die großen Frösche nichts. Und das Autan habe ich natürlich zu Hause vergessen.

Aber die Gegend ist echt schön. Die Löcknitz ist eher kanalartig und es herrscht recht reger Schiffsverkehr. Wir kommen aber auch an diesem hübschen See vorbei.

Den eigentlich anviesierten Mittagspausenplatz verlassen wir wegen zu vieler Mücken recht schnell wieder. An der großen Badestelle am Flakensee ist es aber sonnig genug, daß sich da keine Mücken rumtreiben. Mittagspausegesprächsthema: Essen, Fastenbrechen und gute arabische Restaurants in Berlin (wir haben einen dabei, der wegen des Ramadans nichts ißt und trinkt). Und das Einbürgerungsprozedre für Briten in Deutschland. Der eine mitwandernde Brite steckt gerade mittendrin und gibt seiner Landsfrau, die das auch vor hat, Tipps. Das ist ein wichtiges Thema unter Briten derzeit.

Nach der Mittagspause dauert es nicht mehr lang und wir sind in Woltersdorf, wo es erstmal das versprochene Eis gibt (in meinem Fall hausgemachtes Softeis Joghurt/Johannisbeere) und dann den Aufstieg zum Aussichtsturm. Vor dort kann am Horizont sogar Berlin sehen. Naja, erahnen.

Beim Abstieg kommen wir noch mal an der Eisdiele vorbei, verzichten aber auf einen weiteren Besuch. Am Kalksee entlang geht es bis nach Rüdersdorf. Hier gibt es dann aber doch noch mal ein Eis – um die Wartezeit auf die Straßenbahn zu verkürzen.

Der Oldtimer bringt und bis nach Friedrichshagen (Unterwegsthema: britische Politik und der Brexit), wo wir in die S3 umsteigen. Die fährt bis Ostkreuz und eigentlich könnte ich hier in die Ringbahn umsteigen und ganz bequem nach Hause fahren. Uneigentlich fährt sie gerade nicht und so hab ich mich entschieden, zum Alex zu fahren und von dort mit der M4 (Umweg, aber besser als übervolle Ersatzverkehrbusse). Warschauerstraße fiel mir dann auf, daß ich von dort ja auch mit der M10 und dann mit der M4 – oder laufen. Und als ich so an der Haltestelle der M10 stand, kam mir eine M13 entgegen und mir fiel wieder ein, daß ich ja schon immer mal mit der M13 vom Antonplatz zur Warschauer Straße fahren wollte, einfach aus Neugier. Hab ich jetzt also in umgekehrter Richtung gemacht. Ist eine interessante Stadtrundfahrt bei der man sehr deutlich sieht, daß Berlin sehr verschieden ist – mit wirklich scharfen Grenzen teilweise (das Publikum ab Frankfurter Allee war ein ganz anderes als das davor). Und war natürlich ein riesen Umweg, aber auch so war ich noch deutlich vor 6 zu Hause. Nach dem Duschen, während ich mich um das Abendessen kümmerte (Spargel mit Kartoffeln), fing es plötzlich an heftig zu schütten. Aber so richtig heftig. Das war so gar nicht vorher gesagt worden. Es regnete dann noch eine ganze Weile (wenn auch weniger heftig) und war noch länger grau. Erst jetzt zum Sonnenuntergang reißt die Wolkendecke an strategisch günstigen Stellen auf, so daß doch noch ein bißchen Sonne zu sehen ist.

 

technische Daten zur Wanderung: 15 Kilometer von Fangschleuse bis Rüdersdorf. Das ist ein Teilstück des 66-Seen-Wanderwegs. 3 Mückenstiche

Wetter: Sonnig, warm bis sehr warm, leicht schwül. Wasserverbrauch: ca. 2 Liter

 

Weitere Teilnehmer des Tagebuchbloggens WMDEDGT gibt es bei Frau Brüllen.

Was schön war – KW22

Ganz vergessen, daß ja schon wieder Sonntag ist. Der freie Tag morgen (Pfingstmontag), bringt den Rhythmus etwas durcheinander.

Was war schön letzte Woche? Auf die Ankündigung, wegen einer Arbeitssache am nächsten Tag noch mal zu drängeln, bekam ich ein „danke“, statt eines genervten „hm“, oder einem „ok“, oder so.

Mittwoch war wieder Stammtisch und wir haben wunderbar im Pratergarten in der Sonne gesessen. Und es tatsächlich geschafft, nicht nur über die Arbeit zu reden. Danach bin ich durch die Abendsonne zu Fuß nach Hause.

Und am Freitag hat sich der mürrische Erdbeerverkäufer tatsächlich zu einem gemurmelten „fantastisch“ hinreißen lassen, als ich wieder passend zahlte.

Was schön war – KW21

Ein langes Wochenende, das schon am Donnerstag begann (wegen Himmelfahrt). (Die Tage davor ignorieren wir einfach mal, die waren nicht so…).

Freitag spontan zu einem Draußen-Konzert gewesen. Wegen des Kirchentages war unter anderem auf dem Alex eine Bühne aufgebaut und da spielten Freitag abend „Polkageist“. War am Anfang wesentlich ruhiger als erwartet, wurde dann aber noch. Hat Spaß gemacht.

Sonnabend dann fast ewig geschlafen (bis halb 11), aber trotzdem noch gute Auswahl gehabt auf dem Markt. Danach auf dem Balkon gefrühstückt. Das erste Mal dieses Jahr! Und nach dem Mittag habe ich dann eine Art Wanderung gemacht – zu Fuß von mir zum Garten der Eltern. Das sind gute 8 Kilometer, erst durch städtisches Gebiet und dann merkt man mehr und mehr, daß Groß-Berlin 1920 durch Eingemeindung der umliegenden Dörfer gebildet wurde. Auch das ist Berlin:

Sonntag hab ich mir dann sicherheitshalber den Wecker gestellt um nicht wieder so ewig zu schlafen, denn ich wollte mit dem Schwesterherz in den Hochseilgarten in der Jungfernheide. Da haben wir letztes Jahr die Erfahrung gemacht, daß es sinnvoll ist, zeitig da sein. Wir waren es damals nicht und hätten ewig warten müssen bis wir hätten klettern können. Diesmal mußten wir nur kurz an der Kasse anstehen, sind sofort noch in eine Einweisungsgruppe gerutscht und konnten somit ohne Verzögerung starten. Schön war’s. Anstrengend war’s.

(Foto: Schwesterherz)

(Foto: Schwesterherz)

Ich halte diesen Hochseilgarten für den anspruchsvollsten in Berlin – zumindest für die Parcoure in den höheren Schwierigkeitsklassen. Was mir aufgefallen ist: es gibt kaum Balance-Elemente, dafür viele, wo man gar nicht anders kann, als sich an seiner Sicherung festzuhalten. In anderen Hochseilgärten versuche ich ja gern, die Sicherung nur mitlaufen zu lassen. Das ging hier oft gar nicht. Trotzdem schön. Und der Muskelkater moderat. Und da es ja im Wald war, waren auch die hohen Temperaturen gut auszuhalten. Danach waren wir noch im dazugehörigen Biergarten am Wasserturm. Das Essen kann ich nicht uneingeschränkt empfehlen, aber der Blick hatte was – erinnerte mich etwas an alte Gemälde…

Riesenerdbeere

Am Sonnabend habe ich die Erdbeerkauf-Saison begonnen, heute morgen habe ich mir erstmals dieses Jahr auf dem Weg zur Arbeit Erdbeeren als Pausensnack gekauft.

Eine der Erdbeeren habe ich aber wieder mit nach Hause gebracht, die wollte ich unbedingt fotografieren. Darf ich vorstellen: die Riesenerdbeere.

Auf die Waage mußte sie auch noch.

Ja, sie hat tatsächlich geschmeckt.

(Die eine meiner beiden Balkonerdbeerpflanzen hat schon drei Blüten, die zweite noch nicht. Die war letztes Jahr aber auch später dran.)

Was schön war – KW20

Am Wochenanfang zwei mal Spargel. Am Wochenende hatte ich Spargel gekauft, war aber nicht dazu gekommen, ihn zuzubereiten und zu essen. So gab Montag Spargel aus dem Backofen (schälen, mit etwas Salz und Butter in Alufolie wickeln, und den bei 170°C ca. 40min garen) und am Dienstag gebraten mit Tomaten und Mozzarella und dazu Nudeln. Das Rezept hatte ich letztes Jahr von einem Kollegen bekommen, da allerdings mit Hüttenkäse. Jetzt die Tage hatte ich es irgendwo mit Mozzarella gesehen und das mal ausprobiert – nächstes Mal wird es wieder Hüttenkäse werden. Das war doch noch einen Tick besser.

Prinzessin Petronia im Hochhaus! Prinzessin Petronia ist die Cousine vom kleinen Prinzen, eine Comicfigur von Katharina Greve, deren Geschichten man monatlich in der Zeitschrift „Das Magazin“ sehen kann. Und das Hochhaus ist der Webcomic von Katharina Greve (seit einiger Zeit in meiner Blogroll).

Dienstag habe ich meine Sommerreise gebucht. Wenn man mit den letzten Jahren vergleicht erstaunlich spät. Ich wußte dieses Jahr aber auch so gar nicht, wo es denn diesmal hin gehen soll. Es wird wieder etwas anderes. Was genau, verrate ich aber erst hinterher.

Und dann war plötzlich Sommer. Mittwoch bis Freitag hatten wir Temperaturen von 25°C und mehr. Das kam sehr plötzlich. Und ich habe jeden Abend so lang es ging auf dem Balkon verbracht (und die Freundin mit Sonnenuntergangsbalkonfotos neidisch gemacht).

Sonnabend war doof, aber Sonntag wurde es wieder richtig schön (wenn auch deutlich kühler), und so bin ich mit dem Schwesterherz zum Töpfermarkt der Späth’schen Baumschulen gefahren.

War auch erfolgreich: Ich habe einen neuen Teller für die Tomaten gekauft (der alte hatte sich von der Spüle gestürzt).

Und zum Wochenabschluß gab es wieder Spargel. Und Rhabarberkompott.