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13. Dezember

Um halb 7 war ich wach und konnte trotz redlichem Bemühens nicht wieder einschlafen.  Dafür ging das Aufstehen deutlich leichter als sonst. Da hab ich dann auch gesehen, warum ich das Gefühl hatte es wäre draußen schon deutlich heller als sonst: Der Vollmond ohne Wolken macht auch ordentlich hell. Und er schien voll aufs Fenster. Weil das mit dem Aufstehen so gut geklappt hatte, war ich auch deutlich zeitiger als sonst schon auf den Beinen und hatte damit mehr Zeit als sonst – und hab endlich mal angefangen, die trockene Wäsche abzunehmen. Allerdings nicht zu lang, denn nachdem ich die letzten Tage immer richtig Glück hatte mir der S-Bahn, dachte ich mir, es wäre eine gute Idee, mal so früh loszugehen, daß ich die gesicherte Verbindung schaffe. Zeitig losgehen hat geklappt, die Straßenbahn spielte auch mit. Aber die S-Bahn für die direkte Verbindung fiel aus. Und die nächste für den indirekten Weg hatte Verspätung. Ich hab sie trotzdem genommen weil ich befürchtete, daß die S-Bahn für die soll-klappen-tuts-aber-nicht-immer-Verbindung auch Verspätung hat. An der letzten Station bevor sich direkter und indirekter Weg trennen hängen eigentlich Anzeige, auf denen man nicht nur den aktuellen, sondern auch die nächsten zwei Züge sehen kann. Da hätte ich noch nachsehen können, wieviel später die soll-klappen-tuts-aber-nicht-immer-Verbindungs-S-Bahn fährt. Wenn sie denn angezeigt worden wäre. Heute gab es da aber nur die erste Nachfolge-S-Bahn. Also bin ich bis zum Umsteigebahnhof gefahren. Der Fahrer hat sehr weit vorn gehalten so daß meine Tür nicht wie sonst direkt am Treppenabgang war sondern zwei Türen weiter vorn. Also mußte ich im viel zu langsamen Pulk mich zur Treppe schieben – aber ich war immerhin 1 Minute vor der Anschluß-S-Bahn am anderen Bahnsteig. Yeah. Und hab dann leider vergessen am eigentlichen Umsteigebahnhof nachzusehen ob die soll-klappen-tuts-aber-nicht-immer-Verbindung heute geklappt hätte oder nicht War ja auch egal, ich war ja pünktlich.

Im Büro habe ich heute neben der üblichen Arbeit meine sozialen Skills trainiert. Der Tag begann mit einer E-Mail von einem Kollegen im Projekt zu einem Thema, das eigentlich schon lange durch ist. Meine erste Reaktion war folglich auch der Gedanke: „Mir sind viel zu viele Möchtegerns und Selbstdarsteller in diesem Projekt“ (er ist ja nicht der einzige). Nun ist es bei uns ja schon etwas ruhiger, also hab ich mir auch mehr Zeit gelassen mit der Antwort. Drei Anläufe habe ich gebraucht. Erster Impuls war, ihm darzulegen und aufzulisten, warum seine Ansicht abwegig und falsch ist. Nun kenne ich den Kollegen schon etwas länger und weiß, daß seine Reaktion auf solcher Art Erklärungen einfach totale Blockade ist. Da wir ihn vor allem seine Kooperation aber die nächsten Monate noch brauchen, hielt ich das aber nicht für eine gute Idee. Also wollte ich es mal mit dem „Coaching“-Ansatz versuchen: ihn durch geschickte Fragen dazu bringen selbst drauf zu kommen, daß sein Ansatz eher nicht so gut ist. Es gingen ein paar Mails hin und her, sehr weit bin ich aber nicht gekommen. Ich weiß nicht, wie man mit Leuten diskutieren soll, die sich logischen Argumenten komplett verschließen. Er schrieb tatsächlich, daß er einen Sachverhalt nicht beurteilen kann, den er noch nicht kennt, obwohl es genau der Sachverhalt war, über den wir gerade diskutierten (den er also durchaus kennt, sogar schon ewig lange). Da hatte ich dann einen Logikknoten im Gehirn und hab das erstmal sein gelassen.
Außerdem hab ich ausgenutzt, daß die Büros inzwischen relativ leer sind und mit dem einen oder anderen Kollegen etwas länger gesprochen – sonst stört man damit ja immer die umsitzenden Kollegen und viele Ausweichmöglichkeiten haben wir nicht. Und natürlich diverse Kollegen in den Weihnachtsurlaub verabschiedet.

Heimweg relativ unspektakulär. Die letzten beiden S-Bahn-Stationen wieder zu Fuß. Und weil ich dabei so gut denken kann, habe ich überlegt, wie man denn den Kollegen doch noch zur Einsicht bringen könnte. Erfolglos. Dafür hätte ich darüber beinahe wieder die Kalender vergessen. Die hab ich ja letzte Woche Donenrstag bestellt und hätte sie Freitag schon abholen können. Seit dem vergesse ich sie immer. Oder komme nicht zu Ladenöffnunszeiten dran vorbei. Meist hab ich es aber vergessen. Gestern abend viel es mir erst zu Hause wieder ein und ich nahm mir fest vor, heute wirklich dran zu denken. Und nicht nur das, ich habe sogar versucht meine Gedanken so zu verknüpfen, daß ich automatisch dran denken MUSS, wenn ich da in der Gegend bin. Nunja. Ich war noch nicht zu Hause, als es mir wieder einfiel. Aber fast. Also hab ich wieder kehrt gemacht und bin zurück zum Buchladen. Auf dem Weg dahin fiel mir aber immerhin wieder ein, daß ich doch gestern abend noch was hatte, was ich besorgen wollte. Da hat das Gedankenverknüpfen dann geholfen, denn es fiel mir wieder ein: Brot. Also habe ich erst die Kalender abgeholt und war dann noch Brot kaufen.

Zu Hause dann erst Lesen auf dem Sofa, dann endlich irgendwann Abendbrot (ich hatte schon Hunger, wollte aber nicht vom Sofa aufstehen…), dann ETC, dann Blog, jetzt Bett.

12. Dezember

Um dreiviertel 5 werd ich wach weil ich auf Toilette muß. Aufstehen und wieder ins Bett gehen ist so eine Stunde vor dem eigentlichen Aufstehen zwar blöd, aber erfahrungsgemäß besser, als mit voller Blase weiter schlafen zu wollen. Ich schlafe dann auch relativ schnell noch mal ein. Als ich nach ca. einer Stunde wieder wach werde, fällt mir ja auf, daß ich um 7 und nicht um 6 aufstehe – statt einer also 2 Stunden hätte schlafen können. Hmpf. In der letzten Stunde träume ich dann sehr intensiv und das Wachwerden fällt nicht ganz so leicht.

Dann war heute Tag der eigenartigen Menschen in Bahnen. In der Straßenbahn dann Diskussion mit einem Typen der mich belehrt, daß ich den Stopp-Taster nicht drücken brauche, weil die Straßenbahn eh hält. Als ich ihm erkläre, daß ich das tun möchte um dann wenn die Bahn hält nicht auf den Taster an der Tür drücken zu müssen (der mir etwas zu tief ist), behauptet er, das müsse man sowieso immer, die Tür ginge sonst nicht auf. Was schlicht Blödsinn ist (und ich ihm in freundlicherem Tonfall versuche zu vermitteln): In allen Berliner Straßenbahnen geht, wenn man während der Fahrt den Stop-Taster drückt, an der nächsten Haltestelle die nächstgelegene Tür automatisch auf. Wirklich!

Die S-Bahn zeigte dann, daß es wirklich keinen Sinn hat, nervös zu werden wegen Verspätungen: Die erste S-Bahn hatte mindestens 3 Minuten Verspätung, der Anschlußzug war aber noch gar nicht da, als wir am Umsteigebahnhof ankamen. In der ersten S-Bahn stand als ich einstieg quer vor den gegenüberliegenden Türen ein Fahrrad. Das ist über weite Strecken ok, weil fast alle Bahnsteige auf der linken Seite liegen. Nur bei meinem Umsteigebahnhof muß man Rechts aussteigen. Der jungen Frau, der das Fahrrad gehörte, war das bewußt und sie stand auf, um es von der Tür wegzunehmen. Das war aber offensichtlich der Frau die an die mittige Haltestange gelehnt stand nicht bewußt, denn die schüttelte mißbilligend genervt den Kopf. Nun war die junge Frau auch schon eine Station zu früh aufgestanden. Als sie das bemerkte, setzte sie sich wieder. Erneutes mißbilligend genervtes Kopfschütteln. Vor Erreichen der nächsten Station stand die junge Frau dann wieder auf und kam zum Fahrrad. Die Frau an der Mittelstange schüttelte wieder, verdrehte die Augen und ging zu einer anderen Tür. Ich blieb dort und als ich mich zum Aussteigen zur Tür drehte, nahm die junge Frau das Fahrrad weg um Platz zu machen…

Die weitere Fahrt war dann aber – bis auf die Verspätung – völlig uninteressant.

Auf Arbeit angekommen, kam mir im Flur auf dem Weg zum Büro ein Kollege entgegen der Freitags nicht arbeitet und ich wunderte mich, warum er heute da ist. Mir fiel dann aber sehr schnell ein, daß ja leider noch nicht Freitag ist.
In der Teeküche habe ich meinen ehemaligen Chef getroffen. Er verläßt die Firma zum Jahresende und war heute noch mal du um Rechner und so abzugeben und sich zu verabschieden. Auch beim Mittagessen war er noch mal dabei.

Nach der Mittagspause habe ich endlich dem Kollegen der im Frühjahr zum zweiten Mal Vater geworden ist das Geschenk aus der Sammlung unter den Kollegen überreicht – und direkt davor noch die nächste Sammlung gestartet. Daß mein ehemaliger Chef uns verläßt haben wir erst Dienstag erfahren („ehemalig“ ist er seit der letzten Organisationsänderung), da erschien sammeln zu kurzfristig bis heute. Da er aber zum nächsten Stammtisch kommen will, können wir doch.

Richtig gearbeitet habe ich heute auch noch diverses. Unter anderem zwei mal meinem Chef widersprochen (schriftlich), ihn ein mal korrigiert und ihm mündlich situativ gesagt, daß er sich solche Sprüche in Zukunft bitte sparen möge weil sie im Arbeitsumfeld mehr als unpassend sind. Zum Glück ist er jetzt erstmal im Urlaub. Ich befürchte, irgendwann wird mir das (widersprechen und korrigieren) mal auf die Füße fallen.

Nach der Arbeit erfolglos nach einer schönen Abschieds-Karte für den Chef gesucht. Die letzten beiden S-Bahnstationen wieder zu Fuß gegangen. Es ist (fast) Vollmond und es waren nur wenige Wolken, aber die Luft war naß und kalt, so daß ich ziemlich durchgefroren zu Hause ankam. Dort erstmal mit einem „Uff“ aufs Sofa. Dann Abendbrot, danach noch ein bißchen Internet. Und das mit dem „zeitig ins Bett“ wird vermutlich wieder nichts.

 

 

 

11. Dezember

Die Himmel war heute morgen in Spiellaune.

dramatisch roter Morgenhimmel hinter Bäumen

An der S-Bahn einen Kollegen getroffen, der ganz nervös war, ob der Anschluß paßt.. Ich fand das ziemlich amsüsant, denn ich versuche, mich davon nicht stressen zu lassen. Meist klappt es ja (weil auch die zweite S-Bahn nicht immer superpünktlich ist), und wenn nicht, dann eben nicht. [Ich vermute, daß es morgen nicht klappen wird, weil ich gerade schrieb, daß es meist klappt.] Es hat problemlos geklappt, beide S-Bahnen fuhren zeitgleich ein. Haben uns dann fast die gesamte Fahrt über anstehende Urlaubspläne und so unterhalten.

Der Arbeitstag war ok. Mittags waren wir eine große Runde, beim Spaziergang nicht ganz so. Vom späten Vormittag bis zum Nachmittag habe ich mit einem Kollegen Toolprobleme auf meinem Rechner untersucht und gelöst. Das war schön – also vor allem das Ergebnis.

Der Kollege, bei dem ich überlegte, ob er mich mit den permanenten Geräuschen ärgern oder provozieren will, hat sich eventuell von mir provozieren lassen. Dabei war das nicht mal meine Absicht. Auf jedenfall hat er irgendwann nachmittags geräuschvoll seine Sachen gepackt und ist grußlos rausgestürmt. Seltsam, das alles. Ich hoffe, da findet sich im nächsten Jahr eine Lösung, denn angenehm ist das Arbeitsklima so nicht.

Dann war heute der leetzte Schwedischkurstermin dieses Jahr. Auf dem Fußweg von der S-Bahn dorthin wunderte ich mich, weil diverse Geschäfte, die sonst schon zu sind, noch offen waren und ich überlegte, ob ich mal wieder viel zu früh los bin. Mir ist dann aber eingefallen, daß heute die S-Bahnverbindung auf dem Rückweg geklappt hat. Offenbar das erste Mal Mittwochs seit ewig. Wie jedes Jahr beim letzten Termin im Dezember gab es „Julbord“. Jeder hat was mitgebracht. Ich hatte Schoko-Chai dabei und beim Bäcker gekaufte Stollenzöpfe, es gab aber auch Salate, Brot, Baguette, Hummus, anderen Aufstrich, Käse und Lussebullar. Und nicht so richtig Unterricht, sondern eher Kaffeekränzchen, immerhin zum Teil auf Schwedisch. Und am Ende haben wir schwedische Weihnachtslieder gesungen.

Zu Fuß nach Hause zwecks Bewegung. Dabei ein Gefühl von „jetzt ist Wochenende“ gehabt. Klar, am Mittwoch… Und jetzt sehr sehr müde.

10. Dezember

Heute war das Wachwerden alles andere als einfach. Der Wecker hatte so seine liebe Mühe mit mir. Auch das Aufstehen war schwierig. Danach ging es dann aber. Ich bin pünktlich losgegangen, Straßenbahn und S-Bahn spielten mit und ich war pünktlich im Büro.

Der Kollegin, die gestern wegen krank nicht da war, ging es heute wieder gut, und so konnte ich mich auf den neuesten Stand bringen lassen, was während meiner Krankheit so passiert ist. Flurfunk. Ab 10 dann ein neues Projektmeeting zu einem eigentlich schon länger laufenden Projekt. Bißchen schwierig. Konflikt zwischen hemdsärmeligen „wird schon so passen irgendwie“ der einen Seite und „ich hätte gern verläßliche Termine“ der anderen – wobei zweitere durch genauere Nachfragen bei den betroffenen Personen zeigen konnte, daß erstere Seite ein bißchen sehr optimistisch ist.

Mittagessen heute wieder in größerer Runde. Danach wieder Spaziergang bei Sonnenschein. Wegen Sonne hab ich mir wieder ein Eis gegönnt.

Um 1 dann das nächste Meeting, gleiches Projekt wie um 10, kleinere Runde, aber dieses Regelmeeting gibt es schon länger. Und jedes Mal nach diesem Meeting bin ich völlig fertig. (Insofern war es erstaunlich, daß das nach dem 10-Uhr-Meeting nicht auch schon war.) Da treffen drei große Egos aufeinander, die irgendwie eher gegeneinander agieren als miteinander. Wobei ich da nicht mal Absicht unterstellen würde, sondern einfach Ignoranz. Auf alle Fälle wird da immer kräftig aneinander vorbei geredet, das aber laut und intensiv. Ich bin da gar nicht unbedingt involviert, ich muß mir das nur anhören. Trotzdem anstrengend. Anschließend sehr sehr müde. Den Rest des Nachmittages dann eher Kleinkram. Kurz vor Feierabend dann noch eine Idee, wie die Geschenkübergabe für einen Kollegen (zum zweiten Kind) organisiert werden könnte. Wir überraschen die Kollegen ja gern damit in einem Meeting zu dem sie unter einem Vorwand eingeladen werden. Da fiel mir bei dem betreffenden Kollegen aber so gar nichts ein. Bis heute Nachmittag, als mir einfiel, daß ich ja einfach mal die Kollegen fragen könnte, die ihn gerade mit Arbeit versorgen. Sie haben sowieso ein wöchtentliches Meeting mit ihm, was ich kapern darf. Perfekt. Also noch schnell die Einladung für alle Geldgeber geschrieben. Und dann eine Bahn später Feierabend gemacht als geplant.

Auf dem Weg zur S-Bahn war ich noch beschwingt, in der S-Bahn schlug dann aber die Müdigkeit zu (und ein „mal wieder verliebt sein wär auch mal ganz schön“). Trotzdem (oder gerade deswegen) die letzten zwei Stationen mal wieder zu Fuß gegangen. Es war ganz schön frisch. Überlegt, was ich morgen zum „Julbord“ des Schwedischkurses mitbringen könnte. Deswegen auch in der Kaufhalle gewesen, die aber ohne Ergebnis in der HInsicht wieder verlassen (aber anderen Kram gekauft, den ich brauchte). Muß ich mir morgen auf dem Weg zum Kurs noch was einfallen lassen.

Zu Hause dann erstmal Pause auf dem Sofa. Dann Abendbrot. Dann in der Zeitschrift geblättert und gelesen, die ich aus dem Briefkasten geholt hatte. Danach langes Elterntelefonat. Dabei festgestellt, daß heute ja erst Dienstag ist. Ich fühl mich mindestens wie Mittwoch, wenn nicht gar Donnerstag. Wird ne lange Woche werden.

9. Dezember

Schlecht schlafen kann ich gut. Aufstehen klappte aber dafür auch recht gut. Beim Anziehen festgestellt, daß ich kaum noch saubere T-Shirts habe, also noch schnell nebenbei eine Waschmaschine vorbereitet damit ich heute Abend waschen kann. Das wäre auch zeitlich noch drin gewesen, wenn ich nicht den verbrannten Gaumen und eine seit gestern verlorene Krone hätte, wodurch das Frühstück sehr viel länger dauerte. So bin ich erst etwas spät los. Das machte dann aber auch wieder nichts, denn die S-Bahn hatte noch mehr Verspätung. Kam ich also später als geplant auf Arbeit. Was dann auch mit ein Grund war, weswegen ich auf die Betriebsversammlung verzichtete. Vormittags mit Mails lesen verbracht. Außerdem ist ein Dokument von mir noch mal gereviewt worden, da mußte ich antworten. Außerdem gewundert, wieviele Geräusche der Kollege die ganze Zeit so produzierte. Lautes Gähnen, Räuspern, Seufzen, Stöhnen, geräuschvolles Umsetzen der Maus… Es war nicht möglich zu vergessen, daß er da ist. Keine Ahnung, ob das sein Plan war.

Beim MIttag hatte ich dann schon fast befürchtet, daß ich allein essen gehen muß, weil alle bei der Betriebsversammlung sind, aber wir waren dann doch zu viert beim Essen und immerhin noch drei bei der Bewegungsrunde danach. Schönstes Wetter mit viel Sonne, relativ warm.

Nachmittags nacheinander Gespräche mit beiden Chefs unabahängig voneinander. Außerdem Recherchen für das eine Projekt, dabei auch Gespräch mit einem Kollegen, mit dem ich jetzt länger nichts zu tun hatte. War gut, denn ein Problem konnten wir so sehr schnell lösen. Am anderen sind wir noch dran, denn ich mußte beizeiten los. Die Krone war zum Glück nicht komplett verloren, sondern „nur“ lose, ich wollte sie aber gern wieder dort haben wo sie hingehört, also Besuch bei der Zahnärztin. Sehr großes Glück gehabt: die Praxismanagerin hatte beim Anruf gewarnt, daß ich Wartezeit mitbringen muß, weil Kalender voll so kurz vor Weihnachten, dann hatte aber gerade die Patientin abgesagt kurz bevor ich kam. So mußte ich also fast gar nicht warten. Die Ärztin hatte noch eine Kollegin dabei, der sie die Situation bzw. die Schwierigkeiten erklärte: viel zu wenig Platz da. Wir hatten im Mai/Juni schon so unsere Not. Zusammenfassung für die Kollegin: „Wir haben 100 Patienten, davon sind 2 … und eine davon ist sie.“ Ich hab’s als Kompliment genommen. Und weil mich dort alle so mögen, darf ich im Januar noch mal wieder kommen. (Naja, und vor allem, weil sie eine Karies entdeckt haben.) Das sorgte bei der Ärztin dann aber auch noch mal für Erheiterung, als ich mich mit „Bis Januar!“ verabschiedet habe. Wenn mir vor ein paar Jahren, ach was, vor 9 Monaten, jemand gesagt hätte, daß ich mal so gut gelaunt beim Zahnarzt raus gehe, hätte ich das nicht geglaubt…

Zu Hause dann Waschmaschine füllen und starten, Duschen, Abendessen. Wegen des Gaumens Nudelsuppe. Bißchen Fernsehen (blöde Angewohnheit von letzter Woche). Wäsche aufhängen. Eigentlich wollte ich mich auch noch mal mit der Urlaubsplanung für nächstes Jahr beschäftigen, aber dafür ist es dann jetzt doch zu spät.

 

8. Dezember

Wenn mich kein Wecker weckt, werde ich offensichtlich irgendwann zwischen halb 10 und 10 wach. So auch heute. Nach dem Frühstück erstmal Haushalt. Wäsche abnehmen und verräumen, Wohnung saugen. Mittags wollte ich eigentlich auf einen Weihnachtsmarkt und überlegte längere Zeit, welchen denn. Das hatte sich dann dank Regens erledigt. Stattdessen gab es Haferflocken mit Milch und Obst.

Gegen 3 war es trocken. Auf Weihnachtsmarkt hatte ich keine Lust mehr (die sind mir um die Zeit dann oft zu voll), also wurde es nur eine größere Spaziergangsrunde. Dann Tee und Stolle und Pfefferkuchen und Pyramide und „Bald nun ist Weihnachtszeit“.

Danach weiter Virginia Woolfs „Ein Zimmer für sich allein“, unterbrochen von Duschen und Abendessen. Dann bloggen und ein bißchen Intenetlesen.

Im übrigen: Ich hatte jetzt dann doch schon zwei Mal Tee ohne Süßholzwurzel im Adventskalender.

7. Dezember

Wer den ganzen Tag über unruhig und nicht ausgelastet ist, hat natürlich auch Probleme mit dem Einschlafen. Ich war eh erst nach Mitternacht im Bett, aber bis das mit dem Schlafen dann geklappt hat, das dauerte. Irgendwann hatte ich das Gefühl, jetzt könnte es fast so weit sein, wenn nur die Blase nicht drücken würde. Also noch mal schnell auf Toilette und dann!… war ich natürlich wieder richtig wach. Es war schon drei durch, als ich endlich einschlief.

Wach geworden bin ich dann trotzdem deutlich vor 10. Das war auch ganz gut so, denn ich hatte der I. versprochen, für eine Klausur die Daumen zu drücken. Das hab ich nur um 10 Minuten verpaßt. (Hat nur wohl leider nicht geholflen.) Gemütliches Frühstück, irgendwann nach 11 mit dem Schwesterherz gemeinsam auf den Markt. Danach den Sero-Müll runtergebracht. Und dann endlich die Umzugskartons, die ich den Eltern geliehen hatte, wieder richtig weggeräumt. Die standen zwar in der Kammer, aber da sehr im Weg.

Und dann stand ich in der Küche und überlegte, was ich jetzt als nächstes tue, als das Schwesterherz anrief, feststellte, daß das Wetter ja doch trocken ist und fragte, ob wir nicht doch zum Weihnachtsmarkt in Frohnau fahren wollen. Überlegt, wie man dort hin kommt, und ob es auf einem Kunsthandwerker-Weihnachtsmarkt wohl etwas zu essen geben wird. Internet sagte „keine Gastronomie, kein Rahmenprogramm“, also waren wir vorher noch auf dem Lucia-Weihnachtsmarkt in der Kulturbrauerei. Gut gegessen (leider auch den Gaumen verbrannt), noch über den Markt geschlendert, und dann auf den Weg nach Frohnau gemacht. Am S-Bahnhof Nordbahnhof größere Verwirrung unter diversen Fahrgästen weil überall dran stand, daß zwischen Nordbahnhof und Potsdamer Platz nichts außer der S1 im 20-Minuten-Takt fährt – aber nirgends, wann denn welche Züge nach Norden fahren. Das stand dann immer nur an den jeweiligen S-Bahnen dran. Und wurde von den Fahrer immerhin angesagt. Unsere Bahn kam dann zum Glück auch recht bald.

Das Internet hatte gelogen. Es gab auf dem „Kunst trifft Handwerk“-Markt durchaus diverse Stände, an denen man Glühwein und Essbares bekam. Tatsächlich waren schon Stand 4 und 5 solche Stände mit Standardangebot. Aber es gab eben auch sehr viel Kunst und viel selbstgemachtes (und die obligatorischen Magnet-Lesezeichen).  Getöpfertes, gefilztes, genähtes, Seife, Kerzen, Holzarbeiten… Am faszinierendsten fand ich die Bilder aus Gräsern und Blüten, und genähte Bilder, die von weitem aussahen wie Tuschezeichnungen (oder so, ich kenn mich doch damit nicht aus). Gekauft habe ich aber Seife und eine Kerze).

Weihnachtsmarkt Frohnau

Und wo wir schon  mal da waren, haben wir uns auch die Kirche angesehen – und gleich noch ein Orgelkonzert erlebt.

Die S-Bahn zurück war voll, aber schön warm. Es war mit der Zeit dann irgendwie doch deutlich kälter als vorher angenomen. Ich kam trotz der S-Bahn reichlich verfrohren zu Hause an. Und müde. Viel zu müde, um noch den Blogbeitrag zu schreiben. Ich war relativ zeitig im Bett und bin auch relativ schnell eingeschlafen.

 

6. Dezember

Ähnlicher Start wie gestern: kurz nach 9 mit Halsschmerzen wach geworden. Frühstück, ein klein wenig Haushalt (Staub wischen, räumen), dann Blogs lesen und chatten. Zum Mittag hatte ich eigentlich Tiefkühlpizza oder sowas geplant, die hätte ich aber erstmal besorgen müssen und da es regnete, hatte ich darauf keine Lust. Also gab es Nudeln mit Tomatensoße. Das war dann so viel, daß sogar für abends noch was übrig blieb.

Nach dem Mittag hab ich versucht mich eine Runde hinzulegen, weil ich den ganzen Tag schon müde war. Das Hinlegen klappte zwar, schlafen aber nicht. So eine Woche Nichts-tun ist nicht gut für mich, ich hab totale Hummeln im Hintern. Spazieren gehen war aber auch keine Option, es regnete ja. Also hab ich es mit lesen versucht, hat auch nicht geklappt. Stattdessen erstmal eine Waschmaschine gestartet. Dann habe ich die Adventsüberaschungen des Rundfunkchores Berlin auf youtube entdeckt, damit wurde ich endlich ruhiger.

Da es mit dem Schlafen ja nun nicht geklappt hatte, gab es gegen 4 dann schwarzen Tee, dazu Apfelsine, Pfefferkuchen und „Bald nun ist Weihnachtszeit“. Und Pyramide natürlich. Danach Wäsche aufhängen. Und dann war es Zeit für den Japanischkurs. Da es der letzte Termin in diesem Semester war, wollte ich unbedingt hin. Festgestellt: Ich hätte wenigstens heute mal in meine Unterlagen sehen sollen. Mein Kopf vergißt schon nach einer Woche Pause sehr sehr viel. Ich will trotzdem weiter machen. Wir fangen mit den ganzen spannenden grammatikalischen Sachen ja gerade erst an.

Nach dem Kurs gab es dann den Rest Nudeln mit Tomatensoße, noch eine Apfelsine, den Restapfel von heute morgen und viele viele Chormusik-Videos auf youtube.

 

 

 

 

 

5. Dezember (WMDEDGT Dezember 19)

Kurz nach 9 wach geworden. Ich habe sehr sehr merkwürdig geträumt und Halsschmerzen – nicht der beste Start in den Tag. Immerhin verschwinden die Halsschmerzen recht bald. Die komische Laune bleibt aber.

Im Tee-Adventskalender ist wieder ein „Früchtetee“. Und wieder mit Süßholzwurzel. Ich überlege, ob es da schon eine Sorte OHNE Süßholzwurzel gegeben hat. Evtl. am 1., da hab ich nicht so genau nachgesehen.

Frühstück.

Beim Frühstück stelle ich fest, daß ich die letzten Tage überhaupt nichts gemacht habe und beschließe, wenigstens ein bißchen Haushalt zu erledigen. Beim anschließenden Abwasch erinnern mich heftige Halsschmerzen daran, daß ich ja krank bin und im Moment nichts machen soll außer erholen und gesund werden. Naaa gut. Also wieder Blogs lesen und Chatten. Donnerstags ist Markt, also gibt es zum Mittag ein Fischbrötchen.

Danach wieder raus. Das Wetter ist zu schön um drinnen zu hocken und Spazieren gehen ist gut, erklärte mir mal meine HNO-Ärztin, denn wenn man den ganzen Tag nur rumsitzt, dann atmet man nur flach, das ist auch nicht gut. Kurzer Abstecher zu einem der Supermärkte. Eigentlich wollte ich eine Pomelo kaufen, die gibt es aber nicht, also kaufe ich ein Netz der kleineren Verwandten. Dann noch zum Buchladen, die Bastelkalender für nächstes Jahr bestellen. Und dann immer der Sonne entgegen die Straße entlang. Gestern überflog ich einen Artikel, daß es jetzt einen neuen Trend gäbe, Dopamin zu fasten bei dem man auf alles verzichtet, was Freude bringt, weswegen die Anhänger dessen zum Beispiel zu diesem Zwecke allein Spazieren gingen. An dieser Stelle erschien über meinem Kopf ein großes Fragezeichen, denn für mich ist Spazieren gehen ein sicheres Mittel, die Laune zu verbessern. Bewegung macht glücklich – das ist ja schon diverse Male nachgewiesen worden, und wer allein geht, kann in seinem Tempo gehen, muß sich an niemanden anpassen und kann seinen eigenen Gedanken nachhängen, die (zumidnest bei mir) bei Bewegung wesentlich vitaler sind. Das funktioniert auch ohne Sonne, aber mit Sonne natürlich noch mal wesentlich besser und so bin ich auch deutlich weiter gegangen, als ursprünglich geplant. Weil es so schön war. Und ursprünglich war ja die Planung, auf der anderen Straßenseite zurück zu laufen, aber soweit war die Sonne noch nicht, also bin ich dann, als ich wirklich nicht mehr weiter gerade aus gehen wollte (weils dann doch doof wird), in die schräg zurück führende Straße abgebogen. Kleiner „Umweg“, aber immerhin mit Sonne. Da hab ich mich dann aber gefragt, warum ich eigentlich an der Straße laufe und nicht durch den Park. Gut, zwischen mir und dem Park war noch eine nicht wenig befahrene Straße, aber bei nächster Gelegenheit hab ich die überquert und bin in den Park. Der ist im Sommer bei schönem Wetter ja total überlaufen (zumindest am Wochenende), auch jetzt waren noch diverse Leute unterwegs. Und Männer mit schwerem Gerät. Die Bäume wurden beschnitten und der Teich mit der Fontäne ist trocken gelegt und wird saniert. Der Hauptweg durch den Park hat den Nachteil, daß er zum Teil im Schatten des Berges liegt (also wir nennen es Berg). Ich wollte mich ja schonen, aber Schatten ist doof, und so bin ich – langsam! – den anderen Berg hoch gegangen, der Sonne entgegen. Da stand ich dann auf halber Höhe, ließ mir die Sonne ins Gesicht scheinen, sah auf das graue Geäst der weitestgehend blattlosen Bäume und hörte das liebliche Geräusch des – Presslufthammers. Weil das jetzt nicht so toll war, ich aber auch nicht weiter Treppen steigen wollte, bin ich die lange Rampe langsam wieder runter, um an der nächsten Wegkreuzung die nächste lange Rampe den Berg weiter hoch zu gehen (so Trümmerberge haben viele Rampen). Schließlich stand ich oben auf dem Plateau, aber dank der Bäume sieht man ja nichts, also bin ich auf der anderen Seite über Rampen und Treppen wieder abgestiegen. Und da unten, am Fuß des Berges, auf der Schattenseite, da war es richtig kalt und alles war mit Raureif überzogen. Die Straße, durch die ich dann ging, lag größtenteils im Schatten, das ließ sich jetzt nicht vermeiden. Die Sonne steht zu tief. Bei einem Bäcker kaufte ich mir was für den Tee später und stellte erst beim Rausgehen fest, daß ich da an dieser Stelle als Kind schon gelegentlich Kuchen kaufte, wenn ich in der Bibliothek gewesen war. Der Laden sieht komplett ganz anders aus, aber von der Lage her müßte es da gewesen sein. Die Bibliothek gibt es dort auch nicht mehr (sie ist umgezogen), aber an der Ecke ist jetzt ein Buchladen, dem ich einen Besuch abstattete. Die Tatsache, daß zu Hause im Regal noch 4 ungelesene Bibliotheksbücher stehen bewahrte mich allerdings vor einem Buchkauf. Ich war auch mehr an einem Kalender mit alten Ansichtskarten des Bezirks interessiert, mußte aber feststellen, daß es tatsächlich exakt die gleichen Karten wie im diesjährigen Kalender sind. Das Konzept überzeugt mich nicht.
Inzwischen war nicht nur ich, wieder an der großen Straße angekommen, sondern auch die Sonne auf der anderen Straßenseite. Ist mein Plan also doch aufgegangen. Auch der zweite Teil des Plans ging auf. Bei einem der Blumenläden dort kaufte ich Grünzeugs für mein Adventsgesteck, daß ich nur dort in diesem Laden gesehen hatte (beim ersten Mal aber aus Gründen nicht mitnehmen wollte). Dann ging es wieder nach Hause. Ich hatte die Sonne jetzt im Rücken, dafür die inzwischen orange angestrahlten Fassaden vor mir. Nach etwa 2 Stunden war ich wieder zu Hause. Ein bißchen müder als am Vormittag, aber glücklich. Und ich hatte es tatsächlich geschafft, die ganze Zeit so langsam zu gehen, daß ich nicht ins Schwitzen geraten war.

Zu Musik und Pyramide und Tee gab es dann heute der Abwechslung wegen Apfelsine und Rosinenschnecke. Danach hab ich gelesen. Gegen 8 dann Abendbrot. Dann Duschen, bißchen Lesen, dann Blog. Jetzt Bett.

 

Im Dezember schreibe ich ja jeden Tag Tagebuchblog, aber am 5. des Monats fragt Frau Brüllen ja immer „Was machst du eigentlich den ganzen Tag“ (WMDEDGT) – und die anderen Teilnehmer finden man bei ihr.

4. Dezember

Bis halb 10 geschlafen. Ok, ich war Punkt 7 schon mal wach – und hab es sehr genossen, mich noch mal umdrehen und weiter schlafen zu können.

Zum Frückstück wegen kein-Müsli-mehr-da,-aber-ja-Zeit zu den Haferflocken Nüsse geknackt, einen halben Apfel kleingeschnitten und ein paar der getrockneten Kumquats aus Taiwan dazu (auch klein geschnitten, müssen ja auch mal weg). Durchaus lecker aber für Arbeitstage zu zeitaufwendig.

Vormittag wie gestern verdaddelt. Zum Mittag wieder Hühnersuppe. Nach dem Mittag raus. Ich hab gestern schon gemerkt, daß ich endlich wieder Bewegung brauche. Wie praktisch, daß die Adventskalender aus Finnland es nach dem dortigen Poststreik endlich bis zum Schwesterherz geschafft haben. So bin ich heute zu Fuß zum Schwesterherz, Adventskalender abholen. Wetter war super. Auf dem Rückweg noch einkaufen. Zu Hause dann Adventskalender bewundern. Der ist sehr sehr schön dieses Jahr.

Bißchen mti der Freundin chatten, dann wieder Apfel, Pfefferkuchen und Tee zu Pyramide und Musik. Danach gelesen („Ein Zimmer für sich allein“ von Virginia Woolf angefangen. ging ziemlich gut). Beim SpellingBee-Spiel der NewYork Times immerhin 12 Wörter im Wert von 24 Punkten gefunden (Kategorie „nice“). Abendessen. Und danach, weil ich ja den Schwedischkurz verpaßt hatte heute „Fernsehen“ aus der schwedischen Mediathek. Da gibt es leider immer weniger, was auch außerhalb Schwedens gesehen werden kann, weswegen man manchmal ganz schön lange suchen muß. Und weil ich ja die letzten Tage vor allem Reise- und Tierdokus gesehen habe ist mir aufgefallen: sowas gibt es dort (fast) gar nicht. Oder ich hab es übersehen, weil es ausgegraut war, da man es außerhalb Schwedens nicht sehen darf.