11. Dezember

Wetter: Nachdem nachts ja richtig viel Schnee lag, war heute morgen das meiste schon wieder weg – kein Wunder bei knapp 5°C. Grau, und abends Regen.

 

In den Adventskalendern: Eine Schneeballpyramiden-Laterne und zwei Kinder die schaukeln, eine Ziehharmonika und „Schönen Feierabend“

 

„Wer von Ihnen hat vor dem 22.12. Urlaub geplant? Und geht die Welt unter, wenn Sie ihn nicht nehmen?“

Ich finde es eine Frechheit. Für ein absolut unrealistisches Ziel. Wir haben diverse Risiken aufgezählt, und trotzdem. Bei mir sind es nur zwei Tage (ich war dieses Jahr zu oft im Urlaub), andere sollen „freiwillig“ auf eine ganze Woche Urlaub verzichten.

Die Wut habe ich heute Abend dann mit der Bürste an den schlammverkrusteten Schuhen von gestern ausgelassen. Hatte es wenigstens ein gutes…

Achja: Fahrplanwechsel bei der S-Bahn und heute auf der Heimfahrt dann gleich die Nachteile des nun geringeren Takts zu spüren bekommen.

Ein Montag, wie er im Buche steht.

 

Aber es war nicht alles schlecht: Als ich heute ins Büro kam, stand eine Tüte Spekulatius auf meinem Tisch.

 

Kleine Anekdote von heute morgen: Kurz vor Weckerklingeln wach geworden, aber entschieden, daß ich gern noch länger schlafen will. Beim Versuch, die Weckzeit umzustellen, hab ich die Zeit komplett resetet (alles 0). Da Funkwecker, mußte ich ihn aufs Fensterbrett legen, damit er wieder Signal bekommt. Dazu mußte ich das Bett halb verlassen. Damit hatte sich das Längerschlafen dann auch erledigt.

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10. Dezember (Havelhöhenweg)

Wetter: Kalt und windig, bis Mittags sonnig, danach dann grau. Abends Schnee.

In den Adventskalendern: ein Hase, der mit dem Schneemann Händchen hält und ein zweiter mit einem Leuchter mit zwei Kerzen; eine Oboe und „Freier Geist“

 

Weil ich letzten Sonntag gemerkt hatte, daß mir das Wandern gut tat, heute gleich noch mal. Leider sollte es erst um 1 losgehen. Ich bin ja nun alles andere als ein Frühaufsteher, aber 1 ist im Winter schon verdammt spät. Außerdem klappt lange schlafen im Moment auch nicht. Ich war also schon relativ zeitig wach (relativ… um 9 bin ich aufgestanden) und irgendwann auch fertig mit dem Frühstück und habe dann beschlossen, auf dem Weg zur Wanderung noch über einen Weihnachtsmarkt zu schlendern. Erst habe ich am Alex mein Proviant für die Wanderung geholt (Kräuterseele – ist immer noch was von da), dann war ich auf dem Weihnachtsmarkt am Neptunbrunnen.

Das Wetter war ja super. Als ich um 1 am Bahnhof Nikolassee stand, hatte es sich schon fast komplett zugezogen. Nicht so toll.

Der Havelhöhenweg war das heutige Ziel. Dazu läuft man erstmal zum Strandbad Wannsee (bin ich da also auch mal gewesen) und biegt dann rechts ab.

Immer an der Havel entlang geht es, man muß nur aufpassen, daß man den Weg nach oben nimmt, nicht den unten am Wasser lang. Wenn die Bäume keine Blätter haben, kann man dann von dort oben die Havel sehen. Und an einer Stelle sogar die Stast,

Ohne Zoom sieht das allerdings so aus:

Noch mal ohne Gestrüpp davor, und mit Grunewaldturm.

Mir war mehrfach vorgeschwärmt worden von diesem Weg. Aber entweder es lag am Wetter, oder daran, daß wir dort streckenweise sehr zügig unterwegs waren, oder…. so beeindruckend fand ich ihn nicht. Ja, man kann gelegentlich die Havel sehen durch das Gestrüpp, aber ansonsten… hm. Vielleicht war es wirklich einfach zu grau.

Der Grunewaldturm war unser erstes Ziel. Den werd ich bei schönerem Wetter definitiv noch mal besuchen.

Weil keiner Lust auf Busfahren hatte, sind wir von dort dann noch zum Bahnhof Grunewald gelaufen. Im Schweinsgalopp (fast), da unsere Organisatorin mächtig Angst vor Wildschweinen hatte und es ja schon langsam dunkel wurde. Das war anstrengend. Ich hab zwischendurch über das Tempo geflucht, aber da ich meine Stirnlampe nicht dabei hatte, war es doch ganz gut: am S-Bahnhof angekommen war es schon mächtig dunkel.

Unschön nach so schweißtreibender Aktivität: die erste S-Bahn war unbeheizt. Zum Glück mußte ich nach einer Station sowieso umsteigen, die zweite war dann annehmbar. Und zu Hause wartete die heiße Dusche.

 

9. Dezember

Wetter: Schnee. Morgens beim Aufstehen lag draußen eine dünne weiße Schicht. Es schneite auch noch den ganzen Vormittag. Von drinnen sah das durchaus nett aus, draußen war es aber eher unangenehm, da naß (Temperatur anfangs knapp unter Null, später dann drüber).

 

In den Adventskalendern: Wichtel, die Deko in einen Baum hängen; ein Wesen, das ich nicht identifizieren kann und „Ingwer Sonne“

 

Blöde Nacht. Wach geworden, weil Nase zu. Das Nasenspray sprüht nur bei jedem dritten Versuch oder so. Und bis es dann wirkte… So langsam nervt sie ganz mächtig, die Erkältung.

Morgens, als ich per Telefon den Ablauf des Tages planen wollte, stieg das Telefon aus. Das erste Telefonat lief problemlos, danach aber war es tot. Erster Versuch: Neustart des Modems (da hängt das Telefon mit dran). Ergebnis: Ich muß erstmal die Pin suchen. Die restlichen Absprachen habe ich dann per Handy erledigt. Weil noch etwas Zeit war bis zum Treffen am Markt, habe ich dann die Anleitung des Modems gesucht, weil ich vermutete, daß da alles drin steht, was ich brauche. Schnellsuche brachte nichts, und ich mußte erstmal los zum Markt. Danach dann intensivere Suche, dabei diverse alte Anleitungen etc. aussortiert. Nur die gesuchte Anleitung nicht gefunden. Immerhin hab ich aber den Brief des Telefonanbieters mit Pin und so gefunden. Pin am Telefon eingegeben (es ist gar nicht so einfach, bei einem Schnurlostelefon einfach nur den Hörer abzunehmen), die Pin wurde angenommen, die Leitung war weiterhin tot. Hmpf. Die Adresse, die ich im Browser eingeben muß um mich mit dem Modem zu verbinden, hatte ich zum Glück als Lesezeichen. Dort alles benötigte eingegeben und ich hatte wieder Internet. Immerhin.

Für mehr hatte ich keine Zeit, denn zum Nachmittagstee hatte ich die Familie eingeladen und da wollte ich wenigstens noch ein bißchen putzen. Und bei der Gelegenheit endlich die komplette Weihnachtsdeko aufbauen. Die Einladung war nicht ganz ohne Hintergedanken. Meine Brotschneidemaschine funktioniert jetzt wieder, wir haben Nikolausgeschenke ausgetauscht. Einige Sachen, die ich aussortiert habe, bin ich schon los geworden und meine Familie hat die leckeren Schwedisch-Kurs-Kekse probiert. Außerdem gab es natürlich auch noch Lebkuchen und Stolle. Und gequatscht haben wir auch. Wir hätten bei der Gelegenheit eigentlich auch gleich mal Weihnachten planen können. Haben wir aber nicht. Machen wir dann per Telefon, wenn meins dann irgendwann mal wieder funktioniert.

6. bis 8. Dezember

Letzte Woche habe ich es schon mal probiert: Nach meinen Schwedischkursen, weil ich da ja so spät nach Hause komme, weder Rechner noch Tablet genutzt, sondern einfach nur gelesen, altmodisch auf Papier. Weil ich damit gute Erfahrungen gemacht habe – ich war wirklich deutlich zeitiger im Bett – diese Woche gleich noch mal*. Nur ohne technisches Endgerät natürlich auch keine Blogeinträge. Darum jetzt die Sammlung der letzten drei Tage.

Wetter: war. Mittwoch und Donnerstag ziemlich grau, glaube ich, aber mild. Heute war es weitgehend sonnig, aber kurz vor der Mittagspause und auf dem letzten Stück Heimweg gab es Niederschlag. Heute Abend, als ich auf dem Weg zum Yoga war, wurden die Straßen gepökelt. Es ist also wieder frostig.

In den Adventskalendern: Schöne Bildchen und Tee.

 

Der Nikolaus hat nicht begriffen, daß ich nicht mehr zu Hause wohne, und liefert meine Geschenke immer noch bei meinen Eltern ab. Nunja. Arbeit war ohne besondere Vorkomnisse. Abends war dann der letzte Termin des einen Schwedischkurses für dieses Semester. Passend zur Jahreszeit und zur Spache, haben wir einen kleinen Julbord aufgebaut – allerdings hauptsächlich in der Geschmacksrichtung süß. Der Lehrer hatte Kanelbullar gebacken, eine Mitschülerin äußerst leckere Kekse. (Alle anderen haben gekauftes beigesteuert.) Als ich die Kekse lobte, meinte sie, ich dürfe sie mir gern alle mitnehmen, sie hätte noch genug davon zu Hause. Das lasse ich mir nicht zwei mal sagen! Jetzt habe ich also äußerst leckere Kekse in der Küche.

Donnerstag hatte ich auf Arbeit mal wieder per Mail eine Diskussion mit einem Kollegen, der – eine Kollegin brachte mich drauf – tatsächlich reagiert wie ein kleines Kind: trotzig und er muß immer das letzte Wort haben. Und wenn seine letzte Mail sinngemäß „jaja“ lautet. Seit dem mir das bewußt ist, ist es leichter zu ertragen.

Heute hatte ich dann mit einem anderen Kollegen eine Diskussion, der immer erstmal mit „das haben wir früher nie so gemacht“ reagiert, wenn man ihn bittet, etwas auf eine bestimmte Art zu tun. Diese Aussage hat noch nie gestimmt. Und für den Beweis, daß es doch so getan wurde mußte man in keinem Fall ernsthaft suchen, nur einmal nachschlagen.

Außerdem zeigen unsere Chefs gerade, welche Motivationskünstler sie sind: Es wurde heute laut die Überlegung geäußert, daß wir, wenn wir den (absolut utopischen, was schon seit Wochen klar ist) Termin nicht halten, werden eben die Urlaube gestrichen und wir müssen zwischen Weihnachten und Neujahr arbeiten. Ja, es gibt viele, die zwischen Weihnachten und Neujahr arbeiten müssen. Es gibt sogar diverse, die Weihnachten und/oder Neujahr arbeiten müssen, aber wir haben da üblicherweise Betriebsruhe. Und wenn Urlaub mal eben so 2 Wochen vorher (in diversen Fällen sogar nur eine Woche vorher) gestrichen werden soll, dann steigert das die Motivation… negativ. (Sehr wahrscheinlich wird der Betriebsrat dem sowieso nicht zustimmen, die Motivation ist trotzdem im Eimer. Und für die Qualität der Arbeit ist der ganze Aktionismus nicht förderlich. Aber was weiß ich schon.)

Yoga ist heute ausgefallen. Das habe ich leider erst erfahren, als ich dort war. Nunja, bin dann zumindest einen Teil des Weges zurück geschlendert.  Auch eine Form der Meditation. Habe festgestellt, daß es dort zwar viele Läden gibt, die aber fast alle keine Schaufensterbeleuchtung haben.

 

*Mäßiger Erfolg. Gestern war ich – warum auch immer – wieder erst gegen kurz vor 11 im Bett.

5. Dezember (WMDEDGT*)

Wetter: fast mild, grau, nieselig

In den Adventskalendern: ein Piepmatz, der eine rote Beere verspeist, ein Korb Äpfel und „Hol dir Schwung!-Tee“ (schmeckte nicht)

Um 4 wach und festgestellt, daß eingetreten ist, was ich gestern Abend schon vermutete: ich habe die nächste Erkältung, fühle mich wie durch den Wolf gedreht. Was soll’s**. Schlafe immerhin recht schnell wieder ein. Aufstehen geht so. Straßenbahn fährt ab bevor ich überhaupt die Haltestelle erreiche. Die S-Bahn mit dem sicheren Anschluß fällt aus. Aber der Anschluß klappt trotzdem. Immerhin. Dafür bummelt die Bahn wieder, Ankunft wieder erst 10 Minuten nach Plan. Immerhin nette Unterhaltung zwischen Bahn und Büro.

Arbeit. Kurz vor Jahresende, hat man das Gefühl, drehen alle völlig durch. Es ist sehr seltsam und nicht mehr lustig. Mich betrifft es derzeit erstaunlicher Weise nicht, oder kaum, aber einige Kollegen sehr. Unschön.

Es nieselt nach dem Mittagessen, wir gehen trotzdem eine Runde. Aber deutlich kürzer als sonst.

An einem Meeting, das in Nachbargebäude stattfindet, trotzdem nur per Telefon teilgenommen – ich muß ja nicht alle anstecken mit meiner Erkältung.

Nachmittags über einen Kollegen geärgert, der immer einfach macht statt zu fragen, wenn er nicht weiß wie es geht und uns damit einen Haufen Mehrarbeit beschert hat. Auch auf meine Aufforderung, nachzufragen und sich das erklären zu lassen, gab es nur Rausreden und Verweis darauf, was bei uns (angeblich) alles falsch läuft. Erst Abends fiel mir auf, daß er sich das Fragen vielleicht einfach nicht traut. Trotzdem extrem anstrengend. Und eigentlich nicht meine Aufgabe. (Ich muß nur kontrollieren, daß alles korrekt gemacht wurde. Und wenn ich wieder und wieder feststelle, daß es eben nicht korrekt ist und zu Teil auch exakt die gleichen Fehler wieder gemacht wurden, dann ist das schon sehr nervig.)

Feierabend, auf dem Heimweg in der Drogerie gesucht, ob ich irgendwas für meine inzwischen rote Nase finde. Zu Hause dann Abendbrot vorbereitet. Dazu u.a. eine Pomelo geschlachtet. Ich esse die ganz gern, aber sie verzehrfertig zu bekommen ist schon ein Aufwand… Danach im Internet rumlesen, Blogartikel schreiben. Noch ein bißchen lesen und dann ins Bett. Seit Mittwoch letzter Woche schaffe ich es tatsächlich vor Arbeitstagen schon kurz nach 10 im Bett zu sein, nicht erst nach 11. Daß ich das diese Woche mit dem zeitigeren Aufstehen wieder zunichte mache… nunja.

 

*  Was das bedeutet und alle anderen Teilnehmer wie immer bei Frau Brüllen.

** Ich habe dann morgens nach dem Aufstehen Fieber gemessen. Hätte ich Fieber gehabt, wäre ich zu Hause geblieben. Da kein Fieber, bin ich zur Arbeit – ich war ja grad erst krank gewesen und kann nicht schon wieder fehlen.

4. Dezember

Wetter: nicht ganz so kalt. Grau. Nass.

In den Adventskalendern: eine Burg, ein Häschen auf Rollbrett und „Tapferes Bio-Bengelchen“

 

Schlecht schlafen kann ich gut. Einschlafen war ok, Durchschlafen klappte nicht. Vermute aber das liegt daran, daß ich deutlich zeitiger aufstehen wollte als sonst (aus Gründen will ich früher auf Arbeit sein, derzeit). Aufstehen und Morgenroutine klappt noch ganz gut, außer daß jetzt das Radio nicht mehr als zeitliche Stütze funktioniert.

Und dann klingelt die Straßenbahn wieder ab in dem Moment, wo ich auf den Taster drücke. Und wie letzte Woche auch kommt die nächste erst in 7 Minuten. Normalerweise will ich mich über soetwas nicht aufregen. Aber 7 Minuten warten bei einer Linie mit 3 bis 4 Minuten-Takt ist mehr als ärgerlich. Und weil ich nicht eine ganze Stunde früher war sondern nur 40 Minuten, wußte ich auch nicht, wie das mit der S-Bahn funktionieren würde, ob ich da noch zeitig genug bin um die zu erwischen mit der ich sicher Anschluß habe. Oder ob ich wieder bangen muß, nicht 20 Minuten warten zu müssen. Jedenfalls hatte ich spätestens dann unterirdisch schlechte Laune. Auch noch bei Erreichen des Büros (ich mußte keine 20 Minuten warten, aber die S-Bahn hat so getrödelt, daß ich nur 30 Minuten früher als sonst im Büro war). Das merkte dann auch der Kollege, der Freitag noch gesagt hat, daß es ok ist, wenn ich den versprochenen Kuchen am Wochenende nicht zu backen schaffe, nun erst per Chat und dann auch noch persönlich in meinem Büro nach dem Kuchen fragte. Boah!

Laune besserte sich aber im Laufe des Tages.

Auf dem Heimweg hab ich dann mal wieder die I. in der S-Bahn getroffen und außerdem den Käsemond bewundert. Er war noch nicht lange aufgegangen noch wirklich noch Käsegelb.

Zu Hause dann etwas aufräumen, etwas Weihnachtsdeko und nach dem Abendessen noch Abwasch. Dann noch ein bißchen lesen und zeitig ins Bett.

3. Dezember

Wetter: siehe Text.

In den Adventskalendern: zwei sehr dicke Mäuse die sich an eine Kerze wärmen, ein Piepmatz und „Fürs Bauchgefühl“

 

Heute habe ich mich sehr effektiv vor der Hausarbeit gedrückt: ich war wandern. Bei dem schönen Wetter am Vormittag wäre es aber auch sträflich gewesen, drinnen zu bleiben. Es war zwar richtig kalt (unter Null), aber sonnig bei strahlend blauem Himmel. Nur der Wind, der war richtig eisig.

Die Wanderung fing gut an: kaum in Seefeld (Mark) am Bahnhof losgelaufen, flogen ein paar Kraniche über uns hinweg.

Von Seefeld aus ging es irgendwie durch die Gegend Richtung Hönow.

Wir kamen – wie bei fast jeder Wanderung an diversen Seen vorbei. Einige hatten schon eine leichte Eisschicht.

Zur Mittagspause hatte es sich leider schon richtig zugezogen. Positiver Nebeneffekt: an windstillen Ecken war es in der Sonne richtig warm gewesen, weswegen ich immer diverse Reißverschlüsse der Jacke öffnete um nicht zu schwitzen. Wurde es wieder windig, mußte ich sie wieder schließen, weil zu kalt. Jetzt war es immer kalt.

Insgesamt führte die Wanderung für meinen Geschmack zu oft auf Straßen entlang. Nebenstraßen nur, oder Nebenstraßen von Nebenstraßen. Aber Asphalt. Und Autos. Wald- und Feldwege finde ich wesentlich ansprechender. Deren Anteil erhöhte sich zum Ende der Wanderung hin und als Ausgleich für die langweiligen Straßen führte ein Weg auch durch Wald mit noch ordentlich Windbruch von den letzten Stürmen. Dort den Weg nicht ganz aus den Augen zu verlieren war schwierig.

Ziel der Wanderung war das Adventsfest in Hönow, ein klitzekleiner Weihnachtsmarkt. Nix, weswegen man extra nach Hönow fahren müßte, aber als Ende der Wanderung war er perfekt: Es gab wahnsinnig leckeres Spanferkel vom Spieß (und ordentliche Portionen), die Neuberliner (aus Südamerika und Asien) probierten auch Kesselgulasch und Grünkohl, für die Vegetarier gab es diversesten Kuchen und für alle natürlich Glühwein (oder Apfelpunsch).

Das Beste: pünktlich mit Erreichen des Weihnachtsmarktes begann es zu schneien. Das allerbeste: es blieb Schnee und wurde kein Regen.

2. Dezember

Wetter: Sonne zum Frühstück und absolut windstill. Letzteres hielt aber nicht lange und im laufe des Tages verschwand auch die Sonne. Kalt.

In den Adventskalendern: ein lächelnder Bär mit Tulpen, eine Schnecke und Earl Grey.

Beim Frühstück habe ich mir erstmal in Ruhe den Adventskalender der finnischen Pfadfinder* genauer angesehen. Der letztes Jahr war ja schon toll, der dieses Jahr bietet auch bei noch geschlossenen Türchen sooo viele Details.

Nach dem Frühstück hab ich mich noch mal hingelegt, denn ich war schon wieder müde. Und das Schwesterherz hatte deutlichen zeitlichen Verzug für den gemeinsamen Marktbesuch angemeldet.

Auf dem Markt hat siemir dann erstmal einen Tee-Adventskalender in die Hand gedrückt – sie hat ja von mir auch einen finnischen bekommen.

Tja, und dann hat ja die Weihnachtsmarktsaison angefangen. Wir waren seit Jahren mal wieder auf dem Weihnachtsmarkt der Schwedischen Gemeinde. Und wurden fündig. Für mich gab es Adventskalenderkerzen und einen Reflektorelch, das Schwesterherz hat sich einen allerniedlichsten Lichterbogen zugelegt. Und Mittag haben wir da auch gleich gegessen – allerdings im Norwegischen Bereich. Die Preise waren auch echt norwegisch – und Fischbulette muß ich nicht noch mal haben, denke ich.

Nach einer Teepause zu Hause (der heutige Adventskalendertee paßte da ganz wunderbar), habe ich mich vor der Hausarbeit gedrückt und war mit dem Schwesterherz dann noch mal unterwegs in Baumarkt und Blau-gelben Möbelhaus. Zwischen dem Möbelhaus und dem benachbartem Baumarkt steht jetzt ein Weihnachtsrummel. Praktisch, wenn einem beim Karusselfahren einfällt, daß man noch Möbel braucht (oder Kerzen, oder Servietten).

 

* Der wie schon letztes Jahr dank Mäusemama zu mir kam. In Finnland bin ich ja nicht so oft….

1. Dezember

Wetter: kalt, grau, zum Sonnenuntergang kommt fast die Sonne raus, zum Feierabend gibt es Sprühregen.

In den Adventskalendern: ein Stern und ein Tannenzapfen.

 

Den finnischen Adventskalender mußte ich erstmal hervorholen, der lag noch im Schrank.

Mich sehr überwinden müssen, eine geschriebene Mail abzuschicken. Hinterher festgestellt, wie sehr Angst müde macht.

Im Briefkasten ein dicker Umschlag mit Schokolade drin – Dankeschön für einen Adventskalender, den ich gebastelt habe. Hach.

Yoga ist inzwischen fast Privatkurs – wir sind nur noch zu dritt. Darum machen wir jetzt eher fortgeschrittene Übungen, sind ja keine Anfänger mehr dabei. Ich bin schon so fortgeschritten, daß ich mich beim Sonnengruß an der eigenen Spucke verschluckt habe.

Straßenbahn für den Heimweg war grad weg, also hab ich mich entschieden, zu Fuß zu gehen. Netterweise hörte auch fast sofort der Sprühregen auf.

 

Kleine Flucht

Eigentlich, dachte ich Anfang des Jahres, ist mir nach mehreren Jahren Urlaub weit weg mal wieder nach Urlaub in Norwegen. Zu Hause, quasi, denn ich war inzwischen so oft in Norwegen, daß es sich tatsächlich vertraut anfühlt. Andererseits ist Norwegen aber auch so vielgestaltig, daß man da wirklich oft Urlaub machen und immer noch neues entdecken kann. Dann kam Kirgistan dazwischen, das einfach viel interessanter und spannender klang.

Die Urlaubserholung und -entspannung nach Kirgistan hielt dank eines reizenden Kollegen gerade mal eine halbe Woche oder so und da ich noch genügend Urlaubstage über hatte, habe ich mich ganz schnell nach einer weiteren Reise umgesehen. Der Urlaub wurde erstaunlicher Weise problemlos genehmigt und so war ich Mitte September dann doch noch in Norwegen. Eine Woche im Dovrefjell um genau zu sein.

Während das Wetter in Berlin noch relativ (spät-)sommerlich war, trug das Dovrefjell schon komplett Herbstfärbung, da störte es fast gar nicht, daß der Himmel bei der ersten Wanderung meist grau war.

Im Dovrefjell gibt es eine Population von Moschusochsen. Das Gebiet in dem man sie sich meist aufhalten war das Ziel unserer Wanderung am Dienstag.

Der erste Vierbeiner den wir sahen war aber kein Moschusochse (das gelbe ist eine Glocke).

Es dauerte eine ganze Weile, bis wir den ersten Ochsen entdeckt haben – und der war sehr weit weg. Der dunkle Fleck da mittig im Bild halblinks unterhalb des Felsens – das ist er.

Kurz darauf wurde er naß. Der Regen kam netterweise aber nicht bis auf unsere Seite des Tals.

Und dann kam die Sonne raus. Und in der Sonne wurde es sogar richtig warm. Mittagspause gab es dann also mitten im bunten (grün war da wirklich nichts mehr) in der Sonne.

Nach der Mittagspause ging es noch ein Stück das Tal entlang – und dann haben wir sie entdeckt. Sie hatten auch gerade Pause gemacht und begannen nach und nach damit, sich wieder zu erheben.

Die Gegend bieten übrigens nicht nur Moschusochsen, sondern auch ziemlich viel … Gegend.

 

Mittwoch früh lag Schnee.

Es fiel auch noch Schnee von oben runter – leider mit einem großen Anteil Regen vermischt, was nun wirklich unangenehm ist. So verbrachten wir den Vormittag in den Hütten. Gegen Mittag ließ der Regen nach und wir machten eine kurze Wanderung.

Es gab sogar einen Regenbogen!

Was es auch gab: Massiven Wind von der Seite, von den Bergen runter. So stark, daß wir schließlich umkehrten ohne auf dem Aussichtshügel gewesen zu sein. Man hätte dort oben sowieso nicht stehen können.

Am Nachmittag sind wir nach Dombås gefahren. Einkaufen, Ansichtskarten… Und unterwegs haben wir Elche fotografiert.

 

Donnerstag lag immer noch Schnee. Aber wir waren ja nun mal zum Wandern da, also sind wir ein ziemlich langes Stück des Olavsweges gewandert. Am Anfang ging es zum Teil durch sumpfiges Gebiet über Holzbohlen die fies rutschig waren und auch noch so nachgaben, daß man doch im Wasser stand. Danach war es ein normaler Wanderweg durch Wald und über Felsen.

Ganz schön eigentlich, aber immer noch sehr sehr windig. Und so permanenter Wind kühlt nicht nur aus, sondern zerrt auch an den Nerven irgendwann. Außerdem gab es dort oben ja nichts, was Windschatten gab, so daß man mal hätte eine Mittagspause machen können. Hungrig wandern ist sehr unschön. Aber unten im Moor, da war es dann wieder schön.

Und hinterher gab es Waffeln.

Freitag hatte sich die Wettersituation nicht gravierend verbessert, so daß es statt einer großen Wanderung nur einen Ausflug ins Moor gab. Da kann man – wenn man Glück hat – Elche beobachten und im Sommer ganz viele Vögel. Sommer war nicht mehr und die Elche auch sehr scheu. Einen haben wir ganz von weitem gesehen. Aber Landschaft gibt es immer.

Danach dann noch mal Dombås, Souvenirs kaufen. Ich habe auch dem Bahnhof noch mal einen Besuch abgestattet – der sieht ziemlich niedlich aus.

Ach, und schöne Schachtdeckel haben sie auch.

Noch mal Elchkuh mit Kalb zum Abschied…

Viel mehr Elche, teilweise viel näher dran (sehr viel näher dran), haben wir dann Sonnabend früh auf der Fahrt nach Oslo gesehen. Da war es aber noch dunkel. Und außerdem mußten wir ja die Fähre bekommen und hatten somit keine Zeit für Fotopausen.

Die Fährüberfahrt verlief weitestgehend ereignislos, und das Wetter in Deutschland war auch nicht besser als in Norwegen.