Einmal mit alles, bitte!

Als ich heute morgen aufgestanden bin, sah es draußen ziemlich grau aus, und es tropfte alles. Aber es regnete nicht mehr. Und der Internetwetterbericht gab für den Rest des Tages eine Regenwahrscheinlichkeit von 30 bis 50% an. Die Wetterfrösche im Radio waren noch viel optimistischer. Ein richtig schöner Tag würde es werden. Mit höchstens eventuell ein paar vereinzelten Schauern.

Also bin ich losgefahren. Und habe alles bekommen: schönstes Sommerwetter, einen kräftigen Regenschauer – und als Zugabe: ergiebigen Landregen.

Aber fangen wir von vorn an. Richtung Helmstedt sollte es gehen. Bei Schapen habe ich die Stadt verlassen und kurz darauf schon das erste Highlight. Die Straße zwischen Schapen und Hordorf ist neu, feinster glatter Asphalt, es gibt relativ wenig Verkehr und eine wunderbare, leicht kurvige lange Abfahrt wo man einfach rollen lassen kann. Nachteil: vorher geht es bergauf und hinterher natürlich auch.

Rechts und Links neben der Straße von Hordorf nach Scheppau war früher Truppenübungsplatz. Das steht an den Wegen die ins Gelände führen auch teilweise noch dran. An anderen Wegen, die ins gleiche Gelände führen steht dran, daß es sich um das Landschaftsschutzgebiet „Schandelaher Wohld“ handelt, und daß das Radfahren auf den Wegen erlaubt ist. Also machen wir das doch gleich.

Parallel zur Straße, hinter einem Gehölzstreifen getrennt führt ein gut befahrbarer Weg entlang – und endet in einem Wall vor der nächsten Querstraße. Davor ein Straßengraben, dessen Querung ich wegen des Regens der letzten Tage gar nicht erst versuche. Also geht es ein ganzes Stück wieder zurück, bis ich wieder auf die Straße komme. Aber schön war’s trotzdem.

Nächster Halt: irgendwo im nirgendwo zwischen Rieseberg und Beienrode.

Eine Sandkuhle mit feinstem weißen Sand umgeben von Kiefern. Schön hier. Und absolut ruhig. Und in der Sonne richtig warm. Also mache ich hier Mittagspause bis  die Sonne hinter einer Wolke verschwindet.

Für Beienrode ist die Wegbeschreibung äußerst merkwürdig, und so kurve ich ein paar Mal durch’s Dorf. Einen Vorteil hat das allerdings: ich bin in der Nähe der Bushaltestelle (mit Wartehäuschen) als es anfängt zu regnen und bekomme so vom Wolkenbruch fast nichts ab.
Muffin essen, Fotos machen, warten.

Irgendwo weit hinter mir donnerts inzwischen auch, hier aber hört es auf zu regnen und ich fahre weiter. Und steige bald wieder ab. Zum Dorn hoch ist es verdammt steil, da ist schon schieben anstrengend. Zwischendurch kann ich mal einen Blick in Richtung Donnergrollen werfen:

Was da hinten im Grau verschwindet ist der Elm. Zum Glück bin ich nicht dort hin gefahren, heute.

Oben auf dem Kamm des Dorm angekommen, kann ich auch einen Blick nach Norden werfen. Lohnt sich aber nicht. Der Weg hier oben ist eher ein Trampelpfad zwischen dem Gras rechts und links kaum zu erkennen. Kurz danach bin ich im Wald. Hier ist kein Gras rechts und links, dafür ist der Weg stellenweise extrem modderig. Zu modderig für meine schmalen Reifen. Also schieben. Über Wurzeln etc. zu fahren macht mit meinem Rad sowieso keinen Spaß. In der Tourenbeschreibung war ein Forstweg angekündigt, stattdessen kommt erstmal ein Baum, der quer über dem Weg liegt. Schieben. Ich quäle mich da durch den Wald (ich mache eine Radtour, als fahre ich und laufe nicht!) bis ich endlich zum befestigten Forstweg komme. Da stelle ich fest, daß ich irgendwo auf dem letzten Abschnitt den Fahrradcomputer verloren habe. Also zurück. Schiebend. Ich finde ihn kurz hinter dem umgestürzten Baum. Schiebe aber auch auf dem Weg zurück zum Forstweg wieder. Ist irgendwie doch einfacher.
Auf dem Forstweg geht es dann einmal längs über den Dorm. Kurz vor dem Ende fängt es dann wieder an zu nieseln. Es hört aber bald wieder auf, um kurz danach in Süpplingenburg wieder anzufangen. Dort gibt es aber mitten im Dorf einen großen Unterstand und es ist eh wieder Zeit für eine Pause.

Süpplingenburg ist heute vor allem bekannt für die St. Johannis-Kirche, die mal zur Wasserburg gehörte, die Wohnsitz von Lothar III. war, der König und Kaiser im Heiligen Römischen Reich war.

Von Süpplingenburg bis Helmstedt sind es keine 7 km. Kurz vor dem Orstausgang von Süpplingenburg setzt wieder Niesel ein, der sich noch schön steigert.
Direkt am Orsteingang von Emmerstedt ist eine Bushaltestelle mit Wartehäuschen. Da stelle ich mich erstmal unter. Ein Blick rundum (Glashäuschen und außer dem Ortseingangsschild ist noch nicht viel Ort) verrät mir aber: egal von wo der Wind gerade kommt, der Niesel wird noch eine Weile anhalten. Es ist in alle Richtungen grau, grau, grau. Also fahre ich weiter, und werde mit einer Verstärkung des Niederschlags belohnt. Egal. Nach Helmstedt kann es ja nun so weit auch nicht mehr sein. Und im Zug kann ich ja dann die nasse Hose gegen die (trockene) Regenhose tauschen.

Am Helmstedter Bahnhof angekommen triefe ich. Aber immerhin: 10 Minuten bevor der Zug fährt. Zeit genug, eine Fahrkarte zu kaufen. Und zwei mal zu versuchen, eine Fahrradkarte zu bekommen (erfolglos).

Das mit dem Hosentausch im Zug klappt dann leider nicht. Vor Publikum will ich nicht, und wo das Klo ist, ist nicht ersichtlich. Also bleibe ich einfach stehen. Da gibt es fast keine Berührungspunkte zwischen Haut und den nassen Teilen der Hose. Ist ja nicht mal ’ne halbe Stunde.

Zu Hause springe ich dann erstmal unter die heiße Dusche. Und gönne mir anschließend einen heißen Tee. Und einen Schoko-Kirsch-Muffin.
Anschließen gucke ich mal spaßeshalber nach dem Wetterbericht. Die Regenwahrscheinlichkeit für den Nachmittag wird inzwischen mit 90% angegeben. Gut zu wissen.

Morgen geht es zu Fuß durch den Harz. Es ist bestes Wetter angesagt. Mal sehen, wie oft ich naß werde.

(51 km, 5,5 Stunden war ich unterwegs bis Helmstedt)

Advertisements
Vorheriger Beitrag
Hinterlasse einen Kommentar

Ein Kommentar

  1. Otti

     /  4. September 2010

    Dann viel Spaß und besseres Wetter, wünsche ich dir. Der Bericht Klang aber trotzdem sehr interessant.

    Antwort

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: