Große Hauswoche – Ein Drama in 4(?) Akten

I.
Letzte Woche Mittwoch hatte ich Post vom Vermieter im Kasten. Mit handgeschriebener Adresse, was mich schon verwunderte, ist der Vermieter doch eine große Wohnungsbaugesellschaft und adressiert normalerweise maschinell. Im Brief war der Plan für die große Hauswoche in meinem Haus. Schön, dachte ich mir. Bis vorletztes Jahr gab es ein älteres Ehepaar hier in der Siedlung, die diese Pläne erstellt und verteilt haben und noch so ein paar andere kleinere Aufgaben hatten. Letztes Jahr gab’s von ihnen keinen Plan mehr. Warum auch immer. Da hab ich den dann einfach mal gemacht, weil ich die Pappschild-zum-Weiterreichen-Lösung sehr unschön finde. Dieses Jahr war ich noch nicht dazu gekommen. Schön, daß ich nun nicht mehr muß.
Beim Studium des Plans fiel mir allerdings auf, daß die Mietpartei, die in der letzten Woche des letzten Jahres mit der großen Hauswoche dran war, dieses Glück auch dieses Jahr wieder hat. Das wunderte mich, gab es da letztes Jahr doch eine Verschiebung. Also hab ich mir den Plan noch mal genauer angesehen und festgestellt, daß pro Etage nur zwei Wohnungen berücksichtigt waren, meine Wohnungslage nicht. Ich mußte also gar nicht ran zur großen Hauswoche. Sehr schön.
Kurz habe ich überlegt, an wen man sich da jetzt wohl wenden muß, damit das korrigiert wird. Dann habe ich aber entschieden, daß sich schon einer der Mieter machen kann, die putzen müssen, melden wird.

II.
Am Donnerstag liegt ein Zettel im Briefkasten. „angepaßter Plan für die große Hauswoche (Stand aus dem Vorjahr und Mittelwohnungen berücksichtig)“ Per Hand von einem Mieter korrigiert, kopiert und an alle anderen verteilt. Hatte ich mir auch gedacht, wäre enttäuscht gewesen, wenn er das nicht gemacht hätte, der Mieter, der mich die erste Zeit immer wie zufällig angesprochen hat, wenn ich gerade mit der Treppenhausreinigung beschäftigt war.

III.
Am Freitag: Der angepaßte Plan hängt nun auch im Hausflur. So, daß ihn jeder sehen muß, der ins Haus kommt. Sonnabend werden auch noch ein paar Mieter auf den dort hängenden Plan aufmerksam gemacht (das Haus ist verdammt hellhörig, ich saß nur in der Küche, nicht zuzuhören ging nicht).

IV.
Heute liegt noch mal ein Plan im Briefkasten. Kommentarlos. Gleiche Schrift wie der allererste Plan dieses Jahr. Die Mittelwohnungen sind berücksichtigt, der Stand vom letzten Jahr allerdings nicht.
Ich bin gespannt, wie das weiter geht.

 

(Ich halte mich an den angepaßten Plan vom Nachbarn, da bin ich erst später wieder dran. Und im Endeffekt kümmert sich hier im Haus sowieso kaum einer um die große Hauswoche.)

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3 Kommentare

  1. Otti

     /  26. Januar 2011

    oh fein, ein Fortsetzungsroman 🙂

    Antwort
  2. rainer

     /  15. Juli 2014

    alle Denken sie haben nur Rechte aber keine Pflichten aber das kanns doch nicht sein alle verschmutzen das Treppenhaus also muss auch jeder ran was ist denn da nicht zu Verstehen

    Antwort
    • Genau, und als Blogleser hat man das Recht, einen Artikel zu kommentieren, aber die Pflicht, diesen vorher zu lesen. Was Sie offenbar nicht getan haben.

      Antwort

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