Goldener Oktober

Bei den Temperaturen seit dem letzten Wochenende (bis zu -4°C) kann man sich kaum noch vorstellen, daß wir vorletztes Wochenende noch im T-Shirt unterwegs waren. War aber so: Wunderbares Goldener-Oktober-Wander-Wochenende im Schlaubetal.

Das Schwesterherz hatte irgendwann festgestellt, daß die Jugendherbergen in Brandenburg (u.a.) ein Angebot „Wander-Weekend“ haben: 2 Übernachtungen mit Halbpension und JH-Mitgliedschaft, ein Lunchpaket, eine Wanderkarte der Region und noch ein paar Gimmiks. Da wir sowas ja sowieso schon lange mal vor hatten und mein Fuß offensichtlich wieder mitspielt, haben wir gebucht. Die Wahl fiel auf’s Schlaubetal. Da soll es schön sein, hatte ich gehört, also wollte ich da immer schon mal hin. Es ist nicht allzuweit weg von Berlin. Und eine der wenigen Regionen in Brandenburg mit Laubwald hatte ich kurz vorher gelesen.

Anreise am Freitag schon relativ zeitig. Wir waren zu spät um schon mal eine Runde wandern zu gehen, aber für einen Spaziergang am Großen Müllroser See und einen Apfelstrudel mit Eis in der Sonne reichte es allemal.

Dann Weiterfahrt zur Jugendherberge Bremsdorfer Mühle. Die liegt wunderbar direkt an der Schlaube. Die Bettenhäuser sind alle neu gebaut. Es sind zumeist 4-Bett-Zimmer mit eigenem Sanitärbereich. Darum bekommt man auch das Zimmer für sich allein und nicht noch andere Reisende dazu (wie das in anderen JuHes durchaus üblich ist). Das essen war gut, morgens und abends jeweils abwechslungsreiches Büffet, abends immer mit einer warmen Komponente, die dann allerdings nicht vegetarisch. Einziges Manko für mich: Die Betten. „Ja, wir haben auch ein paar Betten, die an die 2 Meter rangehen“, meinte der Herbergsleiter. Die anderen sind dann eben nur 1,90m lang. Mit Brett an Kopf- und Fußende. Und dazu gibt es ein dickes 80×80 Kopfkissen, was das Bett noch mal verkürzt. Also wer länger ist sollte sich das überlegen und/oder wenigstens ein eigenes kurzes Kopfkissen mitbringen.

Sonnabend früh ging es dann los mit Wandern. Wir entschieden uns, erstmal in Richtung Süden zu wandern bis zum Wichernsee, den eventuell zu umrunden, dann wieder zurück zur JuHe und dann mal sehen, wieviel Zeit noch ist, ob wir noch ein Stückchen nach Norden wandern.


Der Weg führt meist durch Buchenwälder. Buchenwälder im Herbst sind toll. Das gelbe Laub an den Bäumen sorgt für ein tolles warmes Licht und durch das Laub am Boden kann man wunderbar rascheln. Durch Laub rascheln macht glücklich. Die Schlaube zeigt sich vielgestaltig: vor den Mühlen als mehr oder weniger großer See, dazwischen auch mal als Sumpflandschaft oder ganz einfach als Bach.

Und irgendwann ist man dann am Wichernsee. Nee, falsch, man ist an einer Straße angekommen die quer zum Schlaubetalwanderweg verläuft (an der dort liegenden Schlaubemühle vorbei). Und irgendwo dahinter ist der See, 0,5 km Enntfernung sind ausgeschildert. Nun ist nicht zu vermuten, daß sich der See sonderlich von anderen Seen unterscheidet. Aber ansehen wollen wir ihn uns trotzdem. Und wo wir ja nun eh schon da sind, da können wir auch drumrum wandern. Es lohnt sich. Wir finden ein paar ganz tolle (kitschige) Ausblicke auf den See.

Es zeigen sich aber auch erste Verwirrungen, Karte und Wirklichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Ein Problem, das uns später noch zum Verhängnis wird (wir sind ganz altmodisch nur mit Karte und Kompass unterwegs).

Beim Rückweg ist es zu Anfang noch einfach, nicht wieder den schon bekannten Weg gehen zu müssen. Der Schlaubemühlerundweg führte uns auf der anderen Seite der Schlaube ein schönes Stück nach Norden, bis er dann aber die Schlaube überquert und den Schlaubewanderweg trifft um – wie es sich für einen Rundweg gehört, zurück zur Schlaubemühle zu führen. An der Stelle führte aber ein nichtbeschilderter Weg weiter nach Norden. Auf unserer Karte war er als Forstweg eingezeichnet und auf ihm sollten wir auch dort ankommen, wo wir hin wollten. Da schon bekannte Wege ein wenig langweilig sind, entschieden wir uns für den nicht beschilderten Weg. Dem war anzusehen, daß er nicht so häufig genutzt wird, aber er war problemlos zu benutzen. Als wir dann irgendwann einen wunderbaren Blick auf die Kieselwitzer Mühle in deutlicher Entfernung hatten, obwohl wir laut Karte schon fast dort hätten sein sollen, zweifelte ich endgültig an der Karte. Kurz danach war auch kein Weg mehr zu erkennen. Kein Wunder. Laut der topographischen Karte in der Jugendherberge, die ich abends dann studierte, verliefen die Wege dort auch ganz anders. Und vor allem waren es nur noch ehemalige Wege. Nun, wir entschieden uns dann jedenfalls doch, umzukehren und nur noch den ausgeschilderten Wegen zu folgen. Auf dem Rückweg hat man ja auch eine ganze andere Perspektive als auf dem Hinweg… Wir sind dann auch nur bis zur Jugendherberge zurück gewandert, nicht noch weiter nach Norden. Es war bald Abendessenzeit. Und dank des Umwegs hatten wir  geschätzte 25 km zurück gelegt, was ich dank der nicht auskurierten Erkältung deutlich merkte (mit anderen Worten: ich war absolut K.O.).

(Das war erstmal genug Text. Fortsetzung folgt.)

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3 Kommentare

  1. Otti

     /  6. November 2012

    Wo bleibt der Pilz in der Erzählung. 😛

    Antwort
  1. Goldener Oktober II « Hier und da

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