Goldener Oktober II

Ein guter Vorsatz für dieses Jahr: öfter Bloggen. Das hatte ich mir im November schon mal vorgenommen. Wenig erfolgreich. Die Chancen stehen also gut, daß das wieder nichts wird. Aber, die Fortsetzung vom Wanderwochenende, die gibt es nun.Sonntage in der Jugendherberge beginnen früh. Frühstück gibt es um 8, egal, welcher Wochentag ist. Vorteil: Wir waren schon zeitig wieder unterwegs und konnten noch ein paar schöne Nebelbilder machen.

Nebel am Kupferhammer

Weil ich ja am Sonnabend nach der Wanderung ja ziemlich K.O. war und wir auch nicht allzu spät wieder nach Hause fahren wollten, sollte am Sonntag nicht ganz so weit sein. Vom Kupferhammer zur Ragower Mühle sollte es gehen – und dann mal weitersehen.

Es war gar nicht mehr so früh, als wir loswanderten – kurz nach 10 – aber durch den immernoch vorhandenen Nebel und die Tatsache, daß wir niemandem begegneten, wirkte es doch so.

Der Wald zwischen Ragower Mühle und Kupferhammer ist ganz anders als der südlich der Bremsdorfer Mühle. Während dort fast reiner Buchenwald vorherrschte, haben wir hier richtigen Mischwald ohne Buchen, der im „Bachbett“ fast an Urwald erinnert.

fast Urwald

Der Wanderweg führt hier auch nicht die ganze Zeit an der Schlaube entlang sondern entfernt sich zwischendurch deutlich – und da geht es dann durch typisch märkischen Kiefernforst.

Kiefern

Schon ungefähr eine Stunde später haben wir die Ragower Mühle erreicht. Hier gibt es ein eigenartiges Baumlabyrinth, viele Tiere, ein paar Gebäude (davon eins mit Restaurant, eins nicht mehr ganz so frisch) und natürlich den Mühlteich.

Ruine

Ragower Mühlteich

Weil die Stunde wandern ja nun so gar nicht anstrengend war, beschließen wir, noch weiter nach Norden zu wandern um dort dann auf einen Alternativweg zu kommen, der uns wieder nach Süden bringt. Hier ist aber der Wanderweg identisch mit dem Fernradweg, und dementsprechend asphaltiert. Das läuft sich äußerst unangenehm und so drehen wir schon nach kurzer Zeit wieder um und beschließen, lieber die Mittelmühle zu suchen, die mittig zwischen Kupferhammer und Ragower Mühle liegen soll.

Und wir werden fündig. An einer Wegkreuzung, die deutlich aussieht wie eine T-Kreuzung, sind ein Arm und das Bein mit den beiden bekannten Mühlen und jeweils 3km ausgeschildert. Den rechten Arm entlang weist kein Schild. Da das aber definitiv nach Weg aussieht,  gehen wir da einfach mal lang. Kurz danach ist auch deutlich zu erkennen, daß dieser Weg nicht einfach ein Trampelpfad ist, sondern irgendwann mal richtig angelegt wurde. Und dann stehen wir vor einer ziemlich neuen Brücke. Und kurz danach vor einer großen Erklärtafel mit dem Lebenslauf der Mittelmühle.  Im Gelände entdecken wir dann auch die Fundamentreste der Mühle. Es bleibt nur einer Frage: warum gibt es diese große Erklärtafel, wenn es keinen Wegweiser dorthin gibt? (Die Brücke wurde irgendwo anders überflüssig, darum kam sie dorthin.)

Mittelmühle

Der Weg, der uns zur Mühle brachte führt noch weiter, würde uns aber laut Karte zu weit weg bringen von unserem Ziel, und so nehmen wir doch den bekannten Weg zurück. Das bringt uns die Möglichkeit, den Wildschweinpilz doch noch zu fotografieren.

Dieser formschöne Fliegenpilz fiel uns schon auf dem Hinweg sofort auf, als wir dran vorbei kamen. So eine Schönheit so schön im Licht muß man einfach fotografieren. Während ich also auf dem Weg hockte um den schönsten Bildausschnitt zu finden, grunzte es plötzlich sehr deutlich. Sofort stand ich wieder (sehr zum Amüsenment vom Schwesterherz). Es grunzte wieder. Leicht asthmatisch, deutlich vernehmbar, in nicht allzu großer Entfernung. Es klang nicht freundlich. Vermutlich hatten wir das gute Wildschwein bei seinem Morgennickerchen gestört. So zumindest klang es. Gereizt. Nun ist mit gereizten Wildschweinen nicht gut Kirschen essen und so gingen wir einfach ganz schnell weiter als wäre nix gewesen.
Auf dem Rückweg nun. Der Pilz war noch da (außer uns waren eh nur ein paar wenige Radfahrer unterwegs und die sahen nur den Weg), stand immer noch in der Sonne, und so fotografierten wir ihn. Schnell. Wortlos. Naja, fast. Und prompt grunzte es wieder. Leicht asthmatisch. Unfreundlich. Aber das machte nichts, wir hatten ja unsere Fotos.

Fliegenpilz

(Beim Weitergehen sah ich dann auch den Trampelweg des Wildschweins ins Schilf runter. Der war schon ziemlich steil, so schnell wäre das gute Tier wohl nicht bei uns oben gewesen. Aber unter Adrenalin denkt es sich schlecht – und ich muß mich mit einem Wildschwein auch nicht unbedingt anlegen.)

Kurz danach waren wir wieder am Kupferhammer. Der weitere Weg nach Süden war stark bevölkert. Und schattig. Und wenn wir dort noch ein Stück gewandert wären, hätten wir exakt den gleichen gut besuchten und schattigen Weg auch wieder zurück nehmen müssen. Wir sind dann lieber ins Auto gestiegen und nach Müllrose gefahren, haben dort gut gegessen, uns ein wenig die Stadt angesehen und uns dann auf den Heimweg gemacht.

Müllroser See Kirche Müllrose Müllroser Mühle Müllroser Mühle

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Ein Kommentar

  1. Otti

     /  11. Januar 2013

    „Aber das machte nichts, wir hatten ja unsere Fotos“ Ja und eine tolle Geschichte dazu.

    Antwort

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