Oster-Wochenende

Ostern hat man mehrere Tage am Stück frei. Da kann man wegfahren. Nach Thüringen zum Beispiel. Das ist nicht zu weit weg, da ist es schön, man kann wandern und auch sonst einiges unternehmen. So war die Idee.

Karfreitag hatten wir so viel Wetter, so viel wollten wir gar nicht.Da war alles dabei: Sonne, Hagel, Schnee… richtiger April eben, aber nicht unbedingt  das Wetter, wo man gern draußen unterwegs ist. Unser Ferienhaus war groß genug, wir haben uns dann drinnen vergnügt.

Sonnabend dann gab es neues Wetter: Nebel. Aber sowas von! Davon und von der Kälte (max. 2°C) haben wir uns aber nicht abschrecken lassen (zumindest nicht alle) und haben die Stadtführung durch Oberhof mitgemacht. Tenor: früher war alles besser. Aber bei dem Wetter…

Oberhof1

Oberhof2

Weil das Wetter einfach nicht besser wurde, wir aber nicht wieder den ganzen Tag in der Hütte hocken wollten, sind wir dann noch ins Exotarium in Oberhof gegangen.

Oberhof-Exotarium-1  Oberhof-Exotarium-2

Oberhof-Exotarium-3 Oberhof-Exotarium-4

Abends zum Osterfeuer wurde das Wetter dann tatsächlich besser. Und plötzlich waren es auch 8°C – auch weit weg vom Feuer. Am Feuer selbst war es natürlich noch wärmer. Und weil wir in Thüringen waren, gab es zum Feuer natürlich Thüringer Rostbrätl und Rostbratwurst.

Oberhof-Osterfeuer

Aber am Ostersonntag dann, da war schönes Wetter! Das haben wir gleich mal ausgenutzt und sind über den Rennsteig (schließlich waren wir im Thüringer Wald – und wohnten auch noch fast daneben) am Waldarbeiterdenkmal vorbei zum Rennsteiggarten gelaufen. Der Rennsteig ist eine Wanderautobahn die auch von Radfahrern eifrig genutzt wird (zumindest in diesem Abschnitt), der Rennsteiggarten ein Botanischer Garten für (Hoch-)Gebirgsflora. Da blühte schon eine ganze Menge und man konnte gut Zeit drin verbringen.

Oberhof-Rennsteig

Oberhof-Waldarbeiterdenkmal

Oberhof-Rennsteiggarten-1  Oberhof-Rennsteiggarten-2

Oberhof-Rennsteiggarten-3  Oberhof-Rennsteiggarten-4

Oberhof-Rennsteiggarten-5  Oberhof-Rennsteiggarten-6

Oberhof-Rennsteiggarten-7  Oberhof-Rennsteiggarten-8

Und weil das Wetter so schön war, habe ich dann anschließend gleich noch die Historische-Sportstätten-Wanderung durch Oberhof gemacht. Im Haus des Gastes gibt es dazu ein Faltblatt, das man sich unbedingt mitnehmen sollte, denn der Weg ist zum Teil grottig ausgeschildert. Das  fängt schon beim Einstieg an. Im Faltblatt steht „unterhalb des Geschäftshauses Oberer Hof“. Da ist eine große abgesperrte Brachfläche. Und der Einstieg ist noch ein ganzes Stück die Straße zwischen Busbahnhof und Geschäftshaus runter – natürlich ohne Wegweiser. Der Einstieg ist dann aber immerhin tatsächlich mit einer großen Tafel markiert.

Und dann ging es erstmal ein ganzes Stück an wunderbaren Buschwindröschenwiesen vorbei.

Oberhof-Buschwindroeschen

Dann geht es hinter den Gärten des Oberlands entlang Richtung Panorama-Hotel bis zur Jugendschanze. An der Stellen hat das mit dem Skispringen in Oberhof angefangen. Hier war der erste Sprunghügel, später die erste Schanze, die mehrfach umgebaut wurde und immer noch genutzt wird. Das zur Seite gestellte Zaunfeld und das Schild am Sprungturm „Betreten auf eigene Gefahr“ nahm ich mal als Einladung und bin auch hochgestiegen. Ist ganz schön hoch.

Daß man dann neben der Schanze den Berg runter muß, um den Wanderweg weiter zu folgen, darf man erraten, dran steht es nicht. Schließlich landet man am Schanzentisch und kann sowohl nach oben, als auch nach unten sehen.

Oberhof-Jugendschanze

Oberhof-Landehügel

Da im Landebereich geht es ja nochmal ebenso steil runter wie bei der Schanze, wenn nicht gar steiler. Klar, daß seit den letzten Umbauten jetzt auch Weiten von über 75m möglich sind, während es vorher „nur“ über 40 waren – da war es vermutlich noch nicht so steil.

Nach ein paar Gedenksteinen kommt man als nächstes am Schanzentisch der Thüringenschanze vorbei. Mehr steht nicht mehr, aber man hat einen schönen Blick ins Tal und rüber auf die beiden anderen Schanzen, die am gegenüberliegenden Hang rumstehen.

Oberhof-Thüringenschanze

Von der Schanze ist der Weg erstmal ausgeschildert, ziemlich schnell stand ich aber vor einer Weggabelung ohne Ausschilderung. Tjaaaa. Ich hab mich dann mal für den etwas besser ausgebaut aussehenden linken Weg entschieden mit dem ich dann wieder an einer Kreuzung ohne Wegweiser rauskam. Da kam dann das Faltblatt ins Spiel mit dessen Übersichtskarte ich erkennen konnte, daß ich wohl nach rechts Richtung Straße muß. Kurz vor der Straße kam ich dann auch an der Einmündung des Weges vorbei, der an der ersten Weggabelung nach rechts geführt hatte – man kann also beide nehmen. Und an der Einmündung direkt ist auch kein Wegweiser, aber man kann von dort aus den Wegweiser an der Straße erspähen. Nunja. Noch ein Stückchen und ich bin am ehemaligen Start der in den 1970ern abgerissenen Wadebergbobbahn. Von hier geht es die ganze Bobbahn runter bis ins Tal. Ich bin nicht ganz so schnell wie die Bobs und Schlitten früher (Zweierbobs bis zu 90 km/h, Viererbobs bis zu 120 km/h), aber ich sehe mir ja zwischendurch auch das Gelände und Blümchen und so an. Und im Gegensatz zu manch einem Bobfahrer früher komm ich nicht nur lebend, sondern auch heile unten an. Der Weg wirkt gar nicht so sonderlich steil abschüssig, nur an den Überhöhungen in den Kurven kann man seine ursprüngliche Funktion erkennen. (Daß es da lange bergab ging, habe ich am übernächsten Tag am heftigen Muskelkater in den Oberschenkeln gemerkt.)

Oberhof-Wadenbergbahn1

Oberhof-Wadenbergbahn2

Und dann ist man unten. Und wie das beim Rodeln so ist: wer unten ist, muß wieder hoch. Die Bobs wurden früher mit einem Aufzug und nach dem Krieg mit LKWs nach oben befördert (zu den Bobfahrer gab es keine Infos, aber ich vermute, die mußten nicht laufen). Den Service gibt es heute nicht mehr, man muß zu Fuß hoch, und zwar die Schwarzwälder Straße, auch eine historische Sportstätte. Hier fand die erste deutsche Meisterschaft im Fünferbob statt und sie wurde bis in die 1940er als Übungsbahn für Rodel genutzt. Zum Wandern ist sie eher langweilig. Und zieht sich. Und wandern auf Asphalt mag ich nicht. So nutze ich die Gelegenheit, als nach links eine eher schotterige Straße abzweigt. Die führt aber nur zum Auslauf der beiden anderen Schanzen, die ich von der Thüringenschanze aus sah. Danach geht es zwar noch weiter, aber das ist mal wieder nicht ausgeschildert, so daß ich doch zurück zur Straße gehe.

Oberhof-Schwarzwaelder-Straße

Oberhof-Sprungschanzenauslauf

Da habe ich dann auch bald die Schweizerhütte und damit das Ende des Wanderwegs erreicht. Das Blöde nur: hier ist nichts. OK, die Schweizerhütte. Und ein kleines Stück weiter auch die Rennschlitten- und Bobbahn Oberhof. Da steht das Tor weit offen und man kann rumspazieren und sich umsehen. Aber es ist absolut nix los. Gar nix. Und damit doch etwas gespenstisch. Und es ist vor allem ziemlich außerhalb des Ortes. Zum Startpunkt der Wanderung (und dem Zentrum Oberhofs) muß man noch ein ganzes Stück die Straße hoch. Ich versteh beim besten Willen nicht, warum man den Wanderweg nicht als Rundweg ausschildert und beschreibt – man kommt ja doch nicht umhin, ihn tatsächlich als Rundweg zu laufen. Nur ist er dann eben weiter als die veranschlagten 4,5 km. Und dann wüßte man hinterher vielleicht auch, was das für Schanzen sind, an deren oberen Ende man dann nochmal vorbei kommt.

Oberhof-Sprungschanzen

Immerhin gibt es kurz vor Erreichen des Startpunktes noch eine kleine Erfrischung: den Lochbrunnen, eine (Heil-(?))Quelle, die, weil ja Ostern, österlich geschmückt war.

Oberhof-Lochbrunnen

Tja, und das war es dann mit dem Osterwochenende. Am nächsten Morgen hieß es dann schon wieder packen und Heimfahrt.

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