Himmelfahrtswandern – Einfach kann jeder (Prolog)

Das lange Himmelfahrtswochenende bietet sich ja ganz wunderbar für einen Kurzurlaub an. Die letzten beiden Jahre war ich mit dem Schwesterherz jeweils im Harz wandern (nichts davon verbloggt, jaja). Dieses Jahr hatte sie direkt vor Himmelfahrt eine Weiterbildung in der Nähe von München, weswegen die Idee aufkam, dieses Jahr in den dortigen Bergen zu wandern. Warum auch nicht.

Bei der diesjährigen Winterreise (landet vielleicht auch noch im Blog) haben wir ein Ehepaar aus München kennengelernt, die uns mit Tipps versorgten und so entschieden wir uns (entgegen ursprünglicher Planung) für Murnau (bzw. das benachbarte Seehausen) als Standort.

Schwesterherz war ja schon in der Gegend, ich fliege Mittwoch abend nach München, wir treffen uns da, holen den Mietwagen ab, fahren zur Pension und dann wandern wir jeden Tag bis zum Rückflug Sonntag Abend. Soweit der Plan.

Schwesterherz war tatsächlich schon da und wartete am Flughafen (mir war irgendwann im Flugzeug aufgefallen, daß wir überhaupt nichts abgemacht hatten, wo und wie wir uns treffen wollten). Ich wartete in Berlin. Denn das Flugzeug kam gerade aus München und hatte ordentlich Verspätung mitgebracht. Es landete erst kurz bevor wir eigentlich starten sollten. Wir sind also mit guten 40 Minuten Verspätung erst abgehoben. Wenn nicht noch mehr. Im München sind wir dann gefühlt am aller hintersten Ende des Flughafens angekommen – da gibt es ein Gebäude, von dem man nur mit dem Shuttlezug weg kommt, nicht zu Fuß. Der fährt nicht lang – aber verwirrend war das doch. Und insgesamt stand ich dann erst fast eine Stunde später als erwartet vor dem Schwesterherz. Immerhin hat sie noch gewartet.

Mietauto abholen. Wartezeit und Papierkram am Schalter, nunja. Daß der Herr eine solche Sauklaue hatte, daß man die Stellplatznummer des Autos nur entziffern konnte, wenn man sich dran erinnern konnte, was er gesagt hatte – weniger schön. Die Ausschilderung im Parkhaus war auch eher bedürftig und daß man niemanden sah mit dem man die Übernahmeformalitäten hätte regeln können (Kontrolle auf Schäden am Fahrzeug) – unschön. Auto sah aber soweit OK aus, wenn auch deutlich gebraucht. Und man roch auch, daß da mal jemand drin geraucht hat. Der Weg aus dem Parkhaus war dann wegen Baustellen und unvermutet auftauchenden Pfeilen etwas abenteuerlich, aber schließlich standen wir vor der Schranke. Und das Fahrerfenster ließ sich nicht öffnen. Das Auto hatte zwar mechanisch zu verstellende Außenspiegel (worüber die Fahrerin sehr schimpfte), die Fenster gingen aber per Knopfdruck auf. Eigentlich. Meins (auf der Beifahrerseite) tat das auch, zumindest wenn ich den Fensterheber betätigte. Knopfdruck auf der Fahrerseite für das Beifahrerfenster bewirkte auch nix. Blöd. Also erstmal rückwärts weg von der Schranke, dann aus dem Weg und dann ist das Schwesterherz losgestiefelt zum Schalter um zu klären, was wir nun tun sollen (bei der Hotline ging nur eine Bandansage). Irgendwann kam sie wieder: Auto zurückgeben, und am Schalter neues holen. Also doch raus aus dem Parkhaus (die Beifahrerin hat mal das Öffnen der Schranke übernommen, wurde dankenswerterweise danach aber mitgenommen) und dann den Weg zur Rückgabe finden. Gar nicht so einfach. Auch hier kam der entsprechende Hinweis, wo abzubiegen ist erst direkt an der Ausfahrt.
Auto abstellen und warten, daß es endlich einer entgegen nimmt. In München gibt es eine Zentrale Rückgabestelle für alle Mietwagenfirmen wo die Mitarbeiter für die einzelnen Unternehmen dann rumturnen. Die meisten stellen das Auto ja einfach nur ab und gehen – aber wir brauchten ja eine Quittung. Aber irgendwann kam einer und stellte fest: geht wirklich nicht. Juchu. Wir haben die Quittung bekommen, sind damit wieder zum Schalter. Einen Fabia hatten sie leider nicht mehr. Stattdessen haben wir einen fast neuen Oktavia bekommen. Wir waren nicht sehr traurig.Diesmal kam, als wir das Auto beluden, auch gerade jemand vorbei, der diese Übernahmeprozedur macht. Der erzählte mir als erstes, daß heute sein Glückstag ist, weil zwei so hübsche junge Frauen… Ich gebe zu, ich war etwas irritiert. Aber weil er so glücklich war, hat er die Kontrolle selbst übernommen und fast an jeder Seite etwas gefunden und aufgeschrieben. War also auch unser Glückstag.
Der Oktavia hatte nicht nur elektrisch verstellbare Außenspiegel, sondern auch funktionierende Fensterheber. Und so konnten wir, zwei Stunden später als geplant, endlich losfahren Richtung Murnau. Da war es dann schon dunkel.

Die Alianz-Arena beleuchtet im Dunkeln sieht schon toll aus (ich weiß gar nicht, ob sie die Farbe wechselt – sie war rot, als wir vorbei kamen). Daß wir wirklich durch die Stadt mußten (auch auf normalen Stadt-Straßen) irritierte mich etwas. Und nach etwa einer Stunde waren wir da. Die von mir vermutete Pension entpuppte sich als privates Wohnhaus, in das irgendwie Fremdenzimmer eingebaut worden waren. Und zwar wirklich irgendwie: bei unserem Zimmer bestand die eine Wand aus den Kleiderschränken. Und die „Tür“ waren zwei große Bretter, bei denen in der Mitte (also auf üblicher Türklinkenhöhe) vermutlich zum Verschließen ein Riegel angebracht war. Da die Bretter aber frei schwingend waren (und der Riegel auch nur innen), war das mit dem Verschließen eher … nunja. Auf Nachfrage wurde uns noch ein Zimmer im Erdgeschoss angeboten, bei dem aber das Bett deutlich schmaler war und es wirkte noch mehr vollgestellt als unseres. Also blieben wir unterm Dach (das andere Zimmer dort unterm Dach wurde uns leider nicht angeboten, das wäre schöner gewesen). Immerhin war das Bad dort oben schon groß, wenn auch vollgestellt (daß wir es uns mit anderen Gästen würden teilen müssen, wußten wir schon vorher) und wir waren vorerst die einzigen Gäste. Und ich war müde. Zwei Müsliriegel noch gegen den Hunger (das Essen hatten wir irgendwie vergessen), dann Bad und Bett. Schwesterherz hat aus dem (nicht belegten) Nachbarzimmer noch warme Bettdecken besorgt, denn es war zu allem Überfluß auch noch ziemlich kalt und die Decken bei uns im Zimmer sehr dünn.

Und auch wenn sie am ersten Abend noch sagte: notfalls suchen wir uns was anderes – da wir fast nur zum Schlafen dort waren, sind wir doch dort geblieben. Frühstück gab es im Wohnzimmer, die Auswahl war überschaubar – aber wir durften uns Lunchpakete für unterwegs machen. Zum Wochenende gab es mehr Gäste und es stellte sich heraus, daß das Haus ganz schrecklich hellhörig war. Sehr zum Leidwesen vom Schwesterherz. Ich hatte ja Ohropax. Letztendlich, glaub ich, waren wir einfach zu bequem, uns etwas anderes zu suchen. Wir waren ja schließlich zum Wandern da.

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Ein Kommentar

  1. Otti

     /  20. Mai 2016

    Dafür gabs Netz. 🙂

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