Himmelfahrtswandern – Hirschhörnlkopf

< editiert am 25.5.: Fehler beseitigt, technische Daten ergänzt >

Donnerstag (Himmelfahrt) – erster Wandertag. Wegen der Blasen an meinen Fersen wollte ich eine der eher kurzen Wanderungen aus unseren Vorschlägen machen, das Schwesterherz wollte vor allem eine, bei der in der Beschreibung nicht unbedingt steht, daß sie sehr beliebt ist. Das Wetter versprach, fantastisch zu werden, dazu Feiertag – es war abzusehen, daß viele unterwegs sein würden.

So entschieden wir uns für den Hirschhörnlkopf.
Der Parkplatz in Jachenau war schon sehr gut gefüllt, eine richtige Parkordnung aber auch nur bedingt zu erkennen. Wir fanden noch einen Platz für das Auto, auch wenn der nicht ganz legal aussah. Der Parkscheinautomat war außer Betrieb. Also Parkscheibe ausgelegt und dann los.
Der Weg fängt harmlos an. Forststraße, fast eben. Dann mit leichtem Anstieg. Mit stärkerem Anstieg. Und schließlich ist der Forstweg zu Ende und es geht auf einem steilen schmalen Pfad weiter. In zig Kehren schlängelte er sich den Berg hoch. Prinzipiell mag ich so Pfade ja tausend mal lieber als Forststraßen. Aber so steil! Und dann gab es am Anfang auch noch hauptsächlich Baumnachwuchs – also kaum Schatten. Aber schön war es trotzdem, vor allem, da man schon bald richtige Berge sehen konnte. Also so hohe schroffe mit Schnee drauf.

Berge!!!

Berge!!!

An einer Stelle, wo es durch die Bäume schon so aussah, als sei der Berg gleich zu Ende, machten wir Mittagsrast. Kaum hatten wir angefangen zu essen, kam von oben eine Rentnerwandergruppe vorbei, von denen uns nicht nur jeder grüßte (das Grüßen scheint in den bayrischen Bergen wesentlich weiter verbreitet als im Harz), sondern auch jeder 5. in ein (kurzes) Gespräch verwickelte. Das hatte ich so noch nicht erlebt.
Nach der Mittagspause stellten wir schnell fest, daß nur der Wald, nicht aber der Berg zu Ende war. Auf der Alm ging es zwar ersteinmal relativ flach weiter, der Weg stieg dann aber noch einmal ordentlich an. Und dann waren wir oben. Und sahen viel Gegend.

oben!

oben!

Blick zurück zur Alm

Blick zurück zur Alm

Da oben war es aber ordentlich windig und der Wind war kalt, so daß wir bald wieder abstiegen. Da es langweilig ist, den gleichen Weg wieder zurück zu gehen, entschieden wir uns für den Rückweg über die Kotalm. Der Einstieg war nicht leicht zu finden, wir mußten suchen. Der Hinweis von anderen Wanderern („Dort unten am Baum sind welche verschwunden und nicht wieder aufgetaucht“), brachte uns weiter. Der Weg war wesentlich angenehmer als der Aufstieg. Es ging zwar auch permanent bergab, aber längst nicht so steil. Auch nicht so schlimm im Zickzack, sondern immer schön an der Bergflanke entlang (und immer auf den Jochberg zu, wie ich 2 Tage später feststellte).

an der Kotalm

an der Kotalm

fallendes Wasser (neben der Forststraße)

fallendes Wasser (neben der Forststraße)

An der Kotalm geht es dann scharf nach links, kurz auf einem Fahrweg lang, bevor sich der Wanderweg wieder ins Unterholz schlägt. Ein Bach (Ist 5m breit, aber nicht allzu tief, noch ein Bach?), dank des Tauwetters gut gefüllt, war ohne Brücke zu überqueren. Für uns Wanderer kein großes Problem, aber ich hätte gern gewußt, wie das die Mountainbiker gemacht haben, die uns kurz vorher begegnet waren. Dann standen wir an einer Abzweigung. Links unbefestigter Forstweg, rechts Schotterstraße. Beide führen zum Ziel (wenn auch die Straße laut Karte deutlich länger). Das Tor zum Forstweg war geschlossen, ein Zettel hing dran, daß der Weg gesperrt wäre. Die Tür für die Fußgänger war aber offen – und frische Spuren zeigten, daß auch benutzt. Also haben auch wir das Schild ignoriert (Schotterstraße mit Wanderstiefeln führt zu schnell zu schmerzenden Füßen). Unterwegs sahen wir auch, warum gesperrt: Sturmschäden. Bäume quer und längs des Wegs, noch nicht weggeräumt, aber für uns kein großes Hindernis. Ansonsten lief sich der Weg leicht und unspektakulär und irgendwann kamen wir dann wieder an der allerersten Kreuzung an (hier stand das Tor mit dem Zettel, daß der Weg gesperrt wäre, sperrangelweit offen).

Blick zurück - da oben waren wir

Blick zurück – da oben waren wir

Direkt neben dem Parkplatz war ein Gasthaus, und wenn man schon mal da ist… Es waren alle Tische besetzt, bei einem war allerdings noch Platz auf den Bänken. Auf unsere Frage, ob wir uns dazu setzen dürfen, bekamen wir als Antwort, daß dies der Stammtisch sei, sie auch nur geduldet seien und sofort aufspringen müßten wenn die Stammgäste kamen, sie uns aber gern mitdulden würden. Und dann wurden wir sofort in ein Gespräch verwickelt, in dessen Verlauf wir nicht nur eine Empfehlung für die nächste Wanderung (Herzogstand!), sondern auch noch diverse Tipps für unseren München-Besuch am Sonntag bekamen. Und Schwesterherz bestellte äußerst leckere Apfelküchlein, die sie mit mir teilte.

Auf dem Heimweg haben wir uns noch Bad Tölz angesehen. Mal anhalten und durchspazieren kann man durchaus, der Ratskeller wirkte aber eher wie Bahnhofsgaststätte (nur ohne Züge). Aber das Essen kam schnell und war ok.

Stift

Stift

Rathaus

Rathaus

Fußgängerzohne

Fußgängerzone

Zurück an der Unterkunft haben wir beschlossen, noch zu Fuß runter zum See zu gehen und nach dem Restaurant zu sehen, was uns die Wirtin empfohlen hatte. Den See haben wir gefunden (wenn auch das nicht leicht war, weil man nicht ans Ufer kommt), das Restaurant nicht.

Kitsch

Danach, nach dem Duschen, habe ich diesen Blogartikel noch angefangen, aber wegen zu großer Müdigkeit recht schnell aufgegeben und bin schlafen gegangen.

 

Daten der Wanderung laut GPS: 12,9km, Anstieg 759m, Abstieg 734m, rund 6h unterwegs, davon 1’40h Pause

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