Himmelfahrtswandern – Jochberg

< editiert am 25.5.: Schreibfehler beseitigt, technische Daten ergänzt >

Tja, nun standen wir da: mehr Wandervorschläge als Tage übrig, aber keine unbedingte Empfehlung. Schließlich entschieden wir uns für den Jochberg, die vermutlich kleinste mögliche Runde, aber immerhin mit bewirtschafteter Alm zwischendurch, die auch den Betrieb schon aufgenommen hatte (davon hatte Schwesterherz sehr geschwärmt, sowas hatten wir aber bisher nicht). Und am Ufer das Walchensses entlang, wo man ja vielleicht auch noch etwas Zeit verbringen konnte (was ich aber offensichtlich nicht richtig kommuniziert hatte). Bei der Recherche wußte ich dann auch, wo all die Leute hin wollten, die uns am Vortag zu Fuß auf der Serpentinenstraße nach Urfeld begegnet waren: zum Jochberg.
Wir waren ähnlich zeitig wie  am Vortag – und alle Parkplätze schon sehr gut gefüllt. Also zumindest so, daß es schwer wurde, noch ein Auto abzustellen –  die bereits stehenden Autos standen aber zum Teil sehr auf Lücke. Nun, wir haben noch einen legalen Platz gefunden, danach begann das kreative Parken (die Ein- und Ausfahrt braucht ja nicht sooo breit zu sein, auf der Wiese…).
Los ging es mit einem ordentliche Anstieg durch den Wald (wer hätte das gedacht). Er war nicht sonderlich spektakulär oder besonders, aber auch nicht langweilig (was echte Waldwege ja sowieso nicht sind). Dann gab es aber doch ein Highlight: Wasserkaskaden! Also eigentlich war der Weg nur so steil, daß Stufen angelegt worden waren. Viel Wasser von irgendwo weit oben floß über den gesamten Weg und auch die Stufen und sorgte für schöne Wasserspiele.

keine Kaskaden, sondern junge Buchenblätter. Von den Kaskaden gibt es leider kein Foto. / Bild: Schwesterherz.

Keine Kaskaden, sondern junge Buchenblätter. Von den Kaskaden gibt es leider kein Foto. Bild: Schwesterherz.

Kurz danach habe ich mir eine sehr hartnäckige Verfolgerin eingefangen. Der Weg war hier teilweise sehr breit (bis zu 3 Meter) oder es gab verschiedene Varianten, und trotzdem lief sie immer exakt hinter mir, blieb sie mir immer dicht auf den Fersen. Sehr nervend. Nun, es dauerte zum Glück nicht lange und wir hatten das nächste Highlight erreicht: nur wenige Meter neben dem Wanderweg ging es steil bergab (also so wie Steilküste nur ohne Meer unten). Das sieht schon beeindruckend aus. Nur noch ein paar Meter an dieser Kante entlang und wir hatten den oberen Ausläufer der Jocheralm und das Ende des Waldes erreicht. Hier geht es erst einmal durch zwei Gatter, bevor man über ein Netz aus Wegen weiter bergauf steigt. Weil es schön sonnig, aber auch relativ windgeschützt war, entschieden Schwesterherz und ich, hier Mittagspause zu machen. Mit Blick auf den Walchensee.

Mittagspausenausblick

Mittagspausenausblick

Danach waren es dann „nur noch 100m“, die aber knackig bergauf. Der Weg war hier teilweise schon richtig ausgespült, bis zu einen halben Meter tiefer als die Umgebung, und es gab nur diesen einen für hoch und runter. Und es war ziemlich viel los. Aber dann wurde es wieder flacher und schließlich standen wir unter dem Gipfelkreuz. Zur Abwechslung gab es hier etwas unterhalb auf einer Wiese zwei Paraglider, die sich gerade fertig machten zum Start. Da es gerade etwas windstiller war, dauerte es ein bißchen bis sie starteten. In der Zwischenzeit sammelten sich mehr und mehr Zuschauer an. Schließlich hoben sie aber ab.

Abflug

Abflug

Wir haben es auch nicht allzu lange da oben ausgehalten. Der Wind war frisch und die Sonne immer wieder von Wolken verdeckt. Außerdem lockte ja die Jocheralm. In der Wegbeschreibung hieß es, die Sonnenterasse sei groß genug für alle. Als wir ankamen mußten wir feststellen: nunja. Schließlich haben wir aber doch Plätze gefunden und uns Kuchen und Brause schmecken lassen. Nur aus dem entspannten Genießen der Sonne wurde nichts. Die schien einfach viel zu selten. Und der Wind war verdammt frisch. Und so machten wir uns doch recht bald wieder auf den Weg.

Der Abstieg führt ersteinmal auf der Forststraße entlang, dann steil durch den Wald, und dann aber wieder Forststraße (und nicht weiter durch den Wald, wie die Wanderer vor uns dachten, die alle wieder zurück kamen). Wobei die Forststraße auch nicht unbedingt weniger steil war als der Weg durch den Wald. Im Gegenteil. Das eine Stück hatte es ordentlich in sich! Da waren alle froh, als sie es hinter sich hatten (und es erstmal wieder durch den Wald ging). Und deutlich zu merken war, wieviel wärmer es wurde, je tiefer wir kamen. Hatten wir uns oben relativ warm angezogen, zogen wir uns nun nach und nach wieder aus.

Schließlich waren wir unten und suchten uns ein schönes Plätzchen am Ufer des Walchensees. Ich hätte dort ja dann noch viiiiel länger sitzen und die Sonne genießen und dem Plätschern des Wassers am Ufer zu hören können. Schwesterherz aber langweilte sich, hatte nichts zu lesen dabei (die oben erwähnte mangelnde Kommunikation), und so sind wir gefühlt viel zu früh weiter gelaufen zum Auto. Da es uns jetzt aber nicht unbedingt sehr in unser Zimmer zog, haben wir auf der Heimfahrt noch einen Stopp in Kochel am See eingelegt, uns den Schmied genauer angesehen, an dem wir immer nur vorbei gefahren sind, ein Eis gegessen und uns dann noch einen Platz am Ufer des Kochelsees gesucht, wo wir dann eine ganze Weile saßen und lasen (Lesestoff war im Auto, aber eben nicht bei der Wanderung dabei).

Der Schmied zu Kochel vor dem Hotel zur Post

Der Schmied zu Kochel vor dem Hotel zur Post

am Kochelsee

Am Kochelsee

Als es zu kühl wurde sind wir weiter gefahren bis Murnau, wo wir wieder abendessen wollten. Da haben wir dann noch festgestellt, daß das Städtchen eine hübsche Fußgängerzone hat.

Fußgängerzone Murnau

Fußgängerzone Murnau

Und dann ging es zurück, duschen, packen, für den nächsten Tag recherchieren, Bett.

 

Daten der Wanderung laut GPS: 9,4 km, rund 6h unterwegs, davon 2’40h Pause. Anstieg 768m, Abstieg 746m (die Werte müßten eigentlich identisch sein, da es ja eine Rundwanderung war, aber so ungefähr.)

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