WMDEDGT – Juni (Wanderung Fangschleuse – Rüdersdorf)

Fünf vor halb 8 bin ich das erste Mal wach. Wie praktisch, um halb 8 soll der Wecker klingeln. Als er das dann tut, bin ich schon wieder fast eingeschlafen. Ich brauche noch eine ganze Weile, bis ich wirklich wach bin und aufstehe. Und warum das ganze an einem Feiertag (Pfingstmontag)? Ich will wieder wandern gehen und muß dafür ca. um 9 das Haus verlassen. Da ich gestern keine Lust hatte, den Rucksack vorzubereiten und Sachen rauszusuchen und so und weil ich liebend gern in Ruhe frühstücke, gönne ich mir dafür mehr Zeit. Naja, letztlich wird das mit dem pünktlichen Losgehen dann doch wieder nicht ganz so wie geplant, aber ich habe am Alex noch genug Zeit um mir mein Mittagessen zu kaufen, bevor der Zug kommt. Die anderen sitzen ganz vorn im ersten Wagen. Fangschleuse steigen wir aus und diskutieren nach ein paar Metern an der großen Tafel ersteinmal ausgiebig über Eiskrem und deutsche und brittische Eßgewohnheiten und Mahlzeiten. Irgendwann machen wir uns aber doch auf dem Weg, der uns fast die ganze Zeit am Wasser entlang führen wird. Im ersten Teil gibt es verdammt viele Mücken. Da helfen auch die großen Frösche nichts. Und das Autan habe ich natürlich zu Hause vergessen.

Aber die Gegend ist echt schön. Die Löcknitz ist eher kanalartig und es herrscht recht reger Schiffsverkehr. Wir kommen aber auch an diesem hübschen See vorbei.

Den eigentlich anviesierten Mittagspausenplatz verlassen wir wegen zu vieler Mücken recht schnell wieder. An der großen Badestelle am Flakensee ist es aber sonnig genug, daß sich da keine Mücken rumtreiben. Mittagspausegesprächsthema: Essen, Fastenbrechen und gute arabische Restaurants in Berlin (wir haben einen dabei, der wegen des Ramadans nichts ißt und trinkt). Und das Einbürgerungsprozedre für Briten in Deutschland. Der eine mitwandernde Brite steckt gerade mittendrin und gibt seiner Landsfrau, die das auch vor hat, Tipps. Das ist ein wichtiges Thema unter Briten derzeit.

Nach der Mittagspause dauert es nicht mehr lang und wir sind in Woltersdorf, wo es erstmal das versprochene Eis gibt (in meinem Fall hausgemachtes Softeis Joghurt/Johannisbeere) und dann den Aufstieg zum Aussichtsturm. Vor dort kann am Horizont sogar Berlin sehen. Naja, erahnen.

Beim Abstieg kommen wir noch mal an der Eisdiele vorbei, verzichten aber auf einen weiteren Besuch. Am Kalksee entlang geht es bis nach Rüdersdorf. Hier gibt es dann aber doch noch mal ein Eis – um die Wartezeit auf die Straßenbahn zu verkürzen.

Der Oldtimer bringt und bis nach Friedrichshagen (Unterwegsthema: britische Politik und der Brexit), wo wir in die S3 umsteigen. Die fährt bis Ostkreuz und eigentlich könnte ich hier in die Ringbahn umsteigen und ganz bequem nach Hause fahren. Uneigentlich fährt sie gerade nicht und so hab ich mich entschieden, zum Alex zu fahren und von dort mit der M4 (Umweg, aber besser als übervolle Ersatzverkehrbusse). Warschauerstraße fiel mir dann auf, daß ich von dort ja auch mit der M10 und dann mit der M4 – oder laufen. Und als ich so an der Haltestelle der M10 stand, kam mir eine M13 entgegen und mir fiel wieder ein, daß ich ja schon immer mal mit der M13 vom Antonplatz zur Warschauer Straße fahren wollte, einfach aus Neugier. Hab ich jetzt also in umgekehrter Richtung gemacht. Ist eine interessante Stadtrundfahrt bei der man sehr deutlich sieht, daß Berlin sehr verschieden ist – mit wirklich scharfen Grenzen teilweise (das Publikum ab Frankfurter Allee war ein ganz anderes als das davor). Und war natürlich ein riesen Umweg, aber auch so war ich noch deutlich vor 6 zu Hause. Nach dem Duschen, während ich mich um das Abendessen kümmerte (Spargel mit Kartoffeln), fing es plötzlich an heftig zu schütten. Aber so richtig heftig. Das war so gar nicht vorher gesagt worden. Es regnete dann noch eine ganze Weile (wenn auch weniger heftig) und war noch länger grau. Erst jetzt zum Sonnenuntergang reißt die Wolkendecke an strategisch günstigen Stellen auf, so daß doch noch ein bißchen Sonne zu sehen ist.

 

technische Daten zur Wanderung: 15 Kilometer von Fangschleuse bis Rüdersdorf. Das ist ein Teilstück des 66-Seen-Wanderwegs. 3 Mückenstiche

Wetter: Sonnig, warm bis sehr warm, leicht schwül. Wasserverbrauch: ca. 2 Liter

 

Weitere Teilnehmer des Tagebuchbloggens WMDEDGT gibt es bei Frau Brüllen.

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3 Kommentare

  1. Korrektur: 10 Mückenstiche. Besonders beliebt war der linke Oberarm (6 Stiche) – warum auch immer. (Durch den Ärmel durch! 150er Merinowolle hält Mücken also nicht auf)

    Antwort
  2. Otti

     /  6. Juni 2017

    Toller Frosch. Die Mücken müssen wirklich reichhaltig sein, wenn die Frösche so groß werden.
    Das mit dem Regen hat mich auch total überrascht, mir wurde aber gesagt das er gegen 18 Uhr angesagt war. Half mir nur so bedingt…

    Antwort
  1. Was schön war – KW 23 bis 26 | Hier und da

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