Kirgisistan – Sammelsurium

Kirgisistan also. Ein Land, von dem ich beim Buchen der Reise fast nichts wußte, außer, daß es einer der ehemaligen Sowjetstaaten ist – und daß man da offenbar gut wandern kann, denn die Reisebeschreibung enthielt für fast jeden Tag eine Wanderung. Wie kommt man dann auf so eine Reise? Nun, die Eltern hatten sie per Newsletter vorgeschlagen bekommen und reichten den Vorschlag an Schwesterherz und mich weiter.

Bis Reisebeginn sammelte ich dann schon noch ein paar Informationen, wo Kirgisistan liegt, zum Beispiel (Zentralasien, zwischen Kasachstan, China und Usbekistan) und daß es in Bischkek zur Reisezeit bis zu 40°C heiß werden kann. Das ließ mich ein wenig an der Reisewahl zweifeln, denn Hitze ist ja gar nix für mich. Ich beruhigte mich dann damit, daß wir hauptsächlich in den Bergen unterwegs sein werden, wo es ja kühler ist. Außerdem hatte ich ja gelesen, daß es in Kirgisistan kaum regnet, es würde also leichter verträgliche trockene Hitze sein. Nunja, wir waren selten so hoch, daß es wirklich kühl war. Ich war fast nur in kurzen Hosen und kurzärmelig unterwegs (nach Sonnenbrand auf den Schultern gleich nach der ersten Wanderung weil ich die Schultern schlicht vergessen hatte. Ohne Sonnenbrand wäre ich wohl eher ärmellos unterwegs gewesen). In Bischkek (beim ersten Besuch), Karakol und zwischendurch ein paar mal war es auch richtig unangenehm heiß. Der Son Kul See liegt aber tatsächlich so hoch, daß wir da in einer Nacht Frost hatten. Und daß es in Kirgisistan nicht regnen würde war eine Falschinformation, es hat ein paar Mal geregnet, als wir da waren, und die Reise im Juni letztes Jahr war wohl so verregnet, daß einige Wanderungen gar nicht gemacht werden konnten.

Ebenfalls eine Falschinformation des Reiseführers war die Behauptung, Postkarten aus Kirgisistan würden nie in Deutschland ankommen – sie brauchten nicht mal zwei Wochen und waren damit deutlich schneller als die Karten des Kollegen aus Schottland (die aber auch einen Zwischenstop auf den Philippinen gemacht haben, warum auch immer). Briefmarken kauft man am besten bei der Post*. Man kann zum Teil auch unterwegs Marken kaufen die aussehen wie Briefmarken, das sind aber nur Marken zum Sammeln (oder so).

Für die Kommunikation ist es extrem hilfreich, wenn man wenigstens etwas russisch kann. Die Kirgisen lebten bis zur Hälfte des 20. Jahrhunderts nomadisch. Dann kamen die Russen und haben Städte und Dörfer gegründet und sonstige Infrastruktur aufgebaut. Im Laufe der Zeit wurden auch die Kirgisen seßhaft, heute leben sie nur noch teilnomadisch: im Winter im Dorf und nur im Sommer in den Jurten auf den Sommerweiden. (Geschichte vereinfacht zusammengefaßt.) Russisch ist neben kirgisisch die zweite Amtssprache – und in den großen Städten (wo hauptsächlich russischstämmige Kirgisen leben) wohl eher die erste Sprache. In Bischkek sind fast alle Schulen russischsprachig und Kirgisisch ist die erste Fremdsprache. Auf dem Land sieht es anders aus, da ist Kirgisisch die Hauptsprache, Russisch geht aber auch – nur Englisch dürfte schwierig werden.

– wird fortgesetzt (hoffe ich) –

 

 

* In einer kirgisischen Post (zumindest in der, in der wir waren) kann man noch viel mehr machen als nur Briefmarken und -umschläge kaufen. Die Kirgisen können hier auch die Fernsehgebühren und Bußgelder zahlen. Außerdem wird hier die Rente ausgezahlt – alles an extra Schaltern.

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Ein Kommentar

  1. Otti

     /  1. September 2017

    na ich hoffe nicht nur auf eine Fortsetzung, sondern auch auf Fotos

    Antwort

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