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Volles Programm

Montag war ich in der Bibliothek, Reiseführer für den nächsten Urlaub ausleihen. Wie immer habe ich meinen Rucksack in den Schließfächern eingeschlossen – es steht dran, man solle es tun (macht außer mir kaum jemand, wie ich feststellte). Als ich gerade noch etwas bei den Graphic Novels stöberte hörte ich ein Geräusch, daß wie ein Klingelton klang, so ein bißchen und ich überlegte, daß das eventuell meiner Handy sein könnte. Im Rucksack, im Schließfach. War es wohl tatsächlich, aber als ich ran war, hatte es dann doch schon aufgehört. Mich ruft ja quasi nie jemand an, aber wenn ich mal in der Bibliothek bin…

Dienstag früh war der Maler da um den Wasserfleck an der Decke des Schlafzimmers zu beseitigen. Der Maler war fast so früh da wie der Hausmeister und ich mußte wieder sehr zeitig aufstehen. Abends war ich dann (relativ) spontan bei einer Lesung von Marion Brasch. Ich hatte schon am Wochenende davon gelesen, mich aber erst Dienstag Nachmittag dafür entschieden. Als Ort war die Bibliothek am Wasserturm angegeben, dort hingen aber Zettel, daß die Lesung in der Aula des Kulturzentrums stattfinden wird. Das verwunderte mich schon, die letzte Lesung von Marion Brasch, die ich besucht hatte (anläßlich „Wunderlich fährt nach Norden“) war eher überschaubar gewesen. Und als wir in die Aula kamen, war die schon sehr gut gefüllt. Sämtliche Sitzplätze waren belegt und an den Seiten standen schon diverse Menschen. „Was hast du denn erwartet?“, fragte das Schwesterherz. Nunja, nicht ganz so viel Andrang. Marion Brasch aber auch nicht, wie sie gleich am Beginn der Lesung erzählte. Die Lesung war gut. Gleich ziemlich zu Anfang war mir, als hätte ich die beschriebene Szene schon mal irgendwie gelesen. Sie löste es dann auf: Die Hauptfigur in „Lieber Woanders“ war in „Wunderlich fährt nach Norden“ eine Nebenfigur, die jetzt eben eine komplette eigene Geschichte bekommen hat. Marion Brasch klaut auch gern mal Sätze bei sich selber, wie sie erzählte, und wie explizit auf solch einen geklauten Satz hin. Wenn ich mal wieder etwas mehr Zeit habe, kann ich das ja noch mal überprüfen, ich habe jetzt beide Bücher.

Mittwoch hörte ich morgens im Radio die Werbung für den „schönen Mittwoch“ – Kinopreview veranstaltet von RadioEins und fand den Film durchaus verlockend. Im Laufe des Tages habe ich immer mal wieder überlegt und mich dann entschieden, den sehen zu wollen. Leider war die Veranstaltung schon ausverkauft, als ich am Kino ankam. Dafür habe ich dann einen langen Spaziergang gemacht und die Wäsche nicht erst mitten in der Nacht aufhängen müssen.

Donnerstag war Stammtisch mit den Kollegen. Er war wieder relativ gut besucht (das zweite Mal in Folge!) und hat Spaß gemacht. Stimmung war gut und wir haben uns nicht nur über Arbeit unterhalten.

Freitag war wieder Japanisch. Mir war beim letzten Mal schon bewußt geworden, wie viel Arbeit unsere Lehrerin in der Kurs steckt. Da hatte sie im Klassenraum 3x eine „Wohnung“ aufgebaut in der wir den Lehrbuchdialog üben konnten. Außerdem hat sie immer viel Arbeitsmaterial dabei, daß sie zum Teil selbst erstellt. Diesmal gab es ein Arbeitsblatt, daß sie nicht nur selbst erstellt und dann kopiert hat – hinterher hat sie per Hand auf jedem Blatt Wortgruppen farblich markiert. Soviel Einsatz beeindruckt mich ja sehr. (Der Schwedisch-Lehrer hat ja immer erst während der Stunde ins Buch geguckt, was wir denn als nächstes machen könnten…) Ich war Freitag Mittag schon müde gewesen. Während des Kurses hab ich mich noch mal aufgerappelt, aber danach war ich dann völlig fertig. Da ging wirklich gar nichts mehr.

Sonnabend war allerschönstes Frühlingswetter angesagt. Und das kam dann auch, so daß ich Vormittags hin und her überlegte, ob ich jetzt bei dem Skate-Ausflug mitmache oder nicht. Weil aber so schönes Wetter war, hab ich nur die nötigsten Haushaltsdinge erledigt und bin dann hin gefahren. Und ich hab es nicht bereut. Die Strecke war schön, die meiste Zeit links Kanal, rechts Kleingärten. Der Untergrund war die meiste Zeit schön glatter Asphalt. Es roch nach Frühling. Ich habe den ersten Zitronenfalter gesehen. Das Tempo war genau richtig und es rollte sich einfach wunderbar. Da störten die kleinen Techniktraining-Einlagen (Kleinsteinpflaster, Bordsteinkanten) gar nicht. Auch, daß die Herren des Eiscafes ziemlich überfordert waren mit dem Ansturm und das Schoko-Eis auch nach Minze schmeckte, störte da nicht. Auf gute 20 Kilometer sind wir am Ende gekommen und ich war erst zu Hause k.o.. Dann aber so richtig.

Sonntag war dann eine Wanderung, für die ich mich schon am Mittwoch angemeldet hatte. Die war auch der Grund, weswegen ich beim Skate-Ausflug so lange überlegt hatte, denn wandern wollte ich unbedingt. Ich war noch gar nicht dieses Jahr, will aber demnächst wieder eine Wanderreise machen. Da sollte man schon etwas trainieren. Also klingelte mein Wecker Sonntag für um halb 9 (das war auch noch der Zeitumstellungssonntag). Immerhin schien die Sonne und der Himmel war strahlend blau. Auch als ich eine Stunde später los ging, war schien noch die Sonne. Als ich Südkreuz (Treffpunkt) ankam, war es grau-in-grau und ich überlegte, wann das passiert war. Beim Weg zum Treffpunkt fiel mir dann auf, daß ich nicht nur noch sehr müde bin (und offenbar noch halb schlafe), sondern eigentlich gar keine Lust habe auf Gespräche mit unbekannten Menschen. Beste Voraussetzungen für eine Wanderung in großer Gruppe. Ging dann aber. Ich hatte immer wieder Zeiten, wo ich nur für mich gelaufen bin. Wir sind nach Trebbin gefahren um von dort nach Glau und wieder zurück zu wandern. Direkt bei Trebbin gibt es einen höhreren Hügel auf dem ein Turm steht, von dem man runter gucken kann. Vielleicht kann man von da aus sogar Berlin sehen. Wir sahen eher nur grau.

In Glau (oder zu Glau gehörend) gibt es das Naturparkzentrum des Naturparks Nuthe-Nieplitz. Da war am Sonntag Markt und Unterhaltungsprogramm, weil „Tag der offenen Höfe“ war. Wir haben dort Mittagspause gemacht, uns die Marktstände angesehen, und waren anschließend noch im Wildgehege. Früher war das Übungsgelände der Roten Armee. Der Komandoturm, von dem das Manöver beobachtet wurde, steht noch. Jetzt kann man von dort runter sehen auf das inzwischen schon ziemlich zugewachsene Gelände und Hirsche beobachtet. Danach ging es über andere Wege zurück nach Trebbin und von den anderen völlig unbemerkt flogen ein paar Kraniche über uns hinweg.

Am Ende waren es ungefähr 23 Kilometer und ich war wieder sehr müde. Und außerdem ganz schön verfroren als ich zu Hause ankam, denn nachdem Sonnabend beim Skaten ja das T-Shirt ausreichte, war es Sonntag die meiste Zeit so kalt, daß ich Handschuhe hätte gebrauchen können. Die hatte ich leider nicht dabei.

 

Nicht beabsichtigte positive Nebenwirkung des Wochenendprogramms: ich war ja immer so müde, daß ich ziemlich zeitig schon ins Bett verschwunden bin. Als dann heute morgen (Montag) der Wecker klingelte war ich so munter, daß ich überlegte, ob ich ihn wirklich umgestellt hatte, oder er nicht doch noch nach Winterzeit ging. Ich hab die Zeitumstellung also gar nicht gemerkt.

Beabsichtigte, eingetretene Wirkung des Wochenendes: Viel Bewegung gehabt. Glücklich. (Und nur ganz leichten Muskelkater bekommen.)

 

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Ein Kommentar

  1. 25.04.2020 | Hier und da