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WMDEDGT September 19

Es ist wieder der 5. der Monats und damit Tag des Tagebuchbloggens. Bei mir mal wieder in der Urlaubsversion. (Da Kamera und Tablet nicht miteinander reden, gibt es Fotos dann Sonnabend oder Sonntag wenn ich wieder zu Hause bin)

Ich werde heute in Podlesi, einem kleinen Nest im Lausitzer Gebirge in Tschechien, wach. Es ist kurz nach 7 und die Sonne scheint ins Zimmer. Ich ignoriere sie, drehe mich noch mal um und mache wieder die Augen zu. So richtig klappt das nicht mehr, aber bis halb bleib ich noch liegen. Dann klingelt der Wecker und auf Toilette muß ich auch.

Danach räume ich erstmal auf, also lege die Sachen vom Abend zusammen und sortiere die Packbeutel und deren Inhalt (was ich abends nur so ins Regal gestapelt habe). Es folgt der Rest vom Morgenprogramm: Kaltes Wasser ins Gesicht, Kontaktlinsen einsetzen, Sonnencreme, anziehen.

Um 8 gibt es Frühstück. Hörnchen, die in Tschechien nicht gebogen sind, Käse, Wurst, Marmelade, Tee. Danach Trinksystem füllen und alles in den Rucksack packen. Dann brauche ich mehrere Versuche, bis ich die Einlage so im rechten Schuh platziert habe, daß sie nicht mehr drückt. Aus irgendwelchen Gründen habe ich damit diese Woche massive Probleme. Aber schließlich gelingt es und ich gehe mit Sack und Pack runter. Da haben die anderen schon mit der Aufwärmgymnastik begonnen. Ich reihe mich ein und mache mit. Kurz nach 9 gehen wir dann los. Der Weg führt erst durch den Ort, und dann erstmal mehrheitlich durch den Wald. Nach etwa einer Stunde meldet sich der rechte Fuß wieder (bis dahin immerhin schmerzfrei!), aber ich bekomme ihn wieder so im Schuh sortiert, daß der Schmerz wieder aufhört. Im Wald stehen jetzt immer mal wieder einzelne Felsen rum, manche sind zwischen den Bäumen kaum zu erkennen. Über einen, den Haifisch, müssen wir aber sogar drüberklettern. Das ist quasi ein natürlicher Baumwipfelpfad.

Wir wandern der Sonne entgegen

Felsen im Wald

versteckter Felsen im Wald (das ist der

natürlicher Baumwipfelpfad

Als wir wieder runter sind vom Hai macht die Gruppe Pause und weil mir das zu langweilig ist und ich meist eh langsamer bin als sie, gehe ich schon mal vor. Bei den weißen Elefanten soll ich dann warten. Es geht erstmal richtig steil runter, dann wird es irgendwann flacher. Dort fliegen im Gebiet vor mir 4 oder 5 Eichelhäher gleichzeitig laut ratschend auf. Schließlich windet sich der Weg durch Gebüsch in dem auf Augenhöhe Brom- oder Himbeeren wachsen. Sie sind rot, aber wollen sich nicht lösen, also noch nicht reif. Und schließlich stehe ich vor den Elefantensteinen.

Elefantensteine

Elefantensteine

Während ich da rumstreife und fotografiere, höre ich die anderen rufen oder so. Auf meinen Namen reagiere ich dann und kurz danach steht einer der Mitwanderer vor mir und meint, weil sie mich nicht mehr sahen, waren sie davon ausgegangen, daß ich an der einen Weggabelung falsch abgebogen wäre. Okeee? Ich stelle dann etwas später fest, daß einer noch fehlt – ihm hatte man nicht verraten, daß man mich (am verabredeten Treffpunkt!) gefunden gatte, weswegen er mich noch suchte. Das fand ich schon amüsant, weil absurd. Die eine Mitwanderin gar nicht. Hm. Kurz danach ist er aber wieder da.

Elefantensteine

Nach den Elefantensteinen geht es erst über Wiese und dann durch den nächsten Ort, und zwar immer bergauf. Hinter dem Ort auch noch immer weiter bergauf und um 12 haben wir 12 Kilometer und etliche Höhenmeter hinter uns. Bis zu Mittag ist es aber noch weit, vor allem müssen wir wieder viele viele Höhenmeter runter bis zum nächste Ort und durch den gefühlt komplett durch (immer weiter runter). Ich habe inzwischen richtig heftig Hunger, mir tun die Füße weh und ich habe keine Lust mehr. Gegen 2 stehe aber auch ich vor dem Dorfgasthof. Dort gibt es was zu trinken und vor allem was zu essen. Um 3 etwa gehen wir wieder los, erst ein Stückchen zurück, dann unter dem großen Eisenbahnviadukt durch und wieder kräftig nach oben. Das machen wir ca. eine Stunde lang bis der Weg endlich mal wieder flacher wird. Es unterhält sich besser, wenn der Weg halbwegs eben ist. Schließlich haben wir den Parkplatz unterhalb des Ješted erreicht. Von hier sind es noch 1,5 bis 2 Kilometer bis oben. Die anderen stürmen los als wären es nur noch 200 Meter. Ich lasse es etwas ruhiger angehen. Und schließlich ist das Hotel auf dem Ješted ganz nah zu sehen und doch auch sehr weit entfernt, nämlich noch ziemlich hoch über uns.

Straßenecke im Dorf

Plüschhund im Fenster

der Jested ist noch soooo weit

Großes Eisenbahnviadukt

Mode in Tschechien: Tassen auf Zäunen

Gipfel ganz nah aber noch so hoch

Kurz danach wird der Weg auch wieder richtig steil und steinig und ich schwanke zwischen „Attacke!“ und „Lieber langsam, es ist ja noch ein ziemliches Stück“. Der Weg ist sehr steinig und ich stolpere eher vor mich hin, also „dope“ ich mich mit einem Bonbon für mehr Konzentration auf dem letzten Stück. Traubenzucker wäre besser, weil schneller, dazu müßte ich aber den Rucksack absetzen. Immerhin hilft der Bonbon so weit, daß mir auffällt, daß es auf diesem Weg eine gute Idee wäre, die Trekkingstöcke zu nehmen, die ich eh mit mir rumtrage. Dafür muß ich den Rucksack absetzen und darum gibts dann auch gleich noch Traubenzucker. Es ist dann gar nicht mehr so viel steiniger holpriger Anstieg, dann geht es auf der Straße weiter und schließlich bin ich oben. Und ziemlich euphorisch und kräftig stolz auf mich, hatte ich doch vor zwei Tagen noch überlegt, die Tour wegen der Probleme mit den Füßen abzubrechen.

Blick auf Liberec

Wir übernachten hier oben im spacigsten Hotel Tschechiens. Der Check-In dauert ziemlich lang, was wir für Dehnungsübungen nutzen. Dann haben wir endlich die Zimmerschlüssel und können duschen gehen, und da es einen Fön gibt, sogar die Haare waschen. Danach bin ich aber doch müde und unmotiviert und mache bis zum Abendessen nix mehr. Fast nix. Kurz vorher gehe ich noch mal schnell raus und mache ein Foto, der Sonnenuntergang wird aber während wir aufs Essen warten noch viel viel schöner.

Hotel Jested - Aufgang zum Restaurant

Hotel Jested - Aufgang zum Hotel

Hotel Jested - Einfaches Drei-Bett-Zimmer

Sonnenuntergang auf dem Jested

Sonnenuntergangsspiegelung im Hotel Jested

Im Restaurant vom Hotel Jested

Sonnenuntergang!

Nach dem Essen sitzen wir noch ein Weilchen zusamnen und quatschen und erzählen uns schlechte Witze. Dann gehe ich noch mal schnell raus und mache ein Foto vom nächtlichen Liberec. Der Wind ist aber seeeehr kalt. Dann aufs Zimmer, Blogeintrag schreiben (Tagebuch und letzte Urlaubskarte müssen warten). Und jetzt dann schlafen.

Blick auf Liberec

Die anderen Beiträge gibt es wie immer bei Frau Brüllen.

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2 Kommentare

  1. Otti

     /  6. September 2019

    Ich hoffe das die Positiven Eindrücke überwiegen und es sich mit deinem Fuß wieder einrenkt.

  1. 05.09.2020 | Hier und da