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15.01.2021

Ich habe mir ja vorgenommen, den beruflichen Kram gelassener sehen zu wollen. Kein Neujahrsvorsatz, ist schließlich nicht quantifizierbar, sondern eher so eine Erkenntnis, die mir während des Urlaubs kam: Mich aufzuregen hilft nix. Die Auslöser bekommen es selten mit (jetzt, wo alle von zu Hause aus arbeiten noch weniger) und mir bringt es nur Streß und auf Dauer verspannte Muskeln – und das will ja nu keiner.

Nicht mehr aufregen also – hat heute nicht geklappt. Zum einen gab es technische Probleme, die ich nicht allein beheben konnte und bei denen ich lange und sehr sehr lange nicht wußte, ob der verantwortliche Kollege reagieren und sich kümmern würde. Nachteil der Arbeit zu Hause. Wäre ich im Büro gewesen, wär ich einfach mal rüber gegangen und hätte nachgesehen, wo in den Tiefen der Halle der Kollege gerade beschäftigt ist. (Anrufen hätte auch nichts gebracht, Telefon hat er auch nur am Schreibtisch). Da war also schon Frust, auch weil klar war, daß ich mein selbstgestecktes Ziel nicht annähernd erreichen würde. Naja, vor allem weil ich mein Ziel nicht erreichen würde. Das Ziel laut Plan hatte ich für diese Anlage gestern schon übererfüllt, aber die Planung erschien mir sowieso mit sehr viel Pufferzeiten versehen.

Und dann hatte ich mir mal die Fehlermeldungen des einen Scripts genauer angesehen. War ja gar nicht meine Aufgabe, ich sollte nur ausführen, aber ich hatte ja nunmal Zeit und wollte mich ablenken. Und wenn da ein Automatisierungsscript verwendet wird, bei dem es aber bei 2 von 3 Aufgaben eine Fehlermeldung gibt – naja, dann frag ich schon mal nach, ob das so soll? „War schon immer so und irgendwann fragt man nicht mehr“, war die erste Antwort. Ok, die kam von dem Kollegen, der grundsätzlich NIE fragt. Und „immer so“ stimmt auch nicht, denn als ich noch fest in dem Projekt arbeitete, wurde diese Automatisierung noch voll genutzt. Der andere Kollege meinte, dann, daß sie keine Zeit gehabt hätten, sich drum zu kümmern. Zumindest die eine Fehlermeldung war total eindeutig, der Fehler schnell zu beheben (ok, für mich sehr schnell weil ich ähnliches erst vor einiger Zeit für mein eigentliches Projekt machen mußte, aber für alle anderen wäre das auch schnell zu beheben gewesen, wir haben ein Wiki), aber man pflegt seit fast zwei Jahren lieber die Ergebnisse händisch ein, statt sich mal die Fehlermeldungen genauer anzusehen? Gut, wir (ein Kollege und ich) sollen das Projekt unterstützen, weil es gnadenlos dem Plan hinterher hinkt und ich hab jetzt auch eine Idee, woher das kommt. Aber bei sowas gelassen zu bleiben, fällt mir dann doch recht schwer. Ich habe dann aber nicht auf die Kollegen eingehauen (die wirken eh immer, als hätten sie Angst vor mir), sondern versucht, eine neutrale Mail an die mir bekannten Verantwortlichen zu schreiben in denen ich Zeitoptimierungspotential aufzeige. (Denn der zweite Fehler hat mich in der Recherche zwar etwas mehr Zeit gekostet, weil Fehlermeldung nicht so schön eindeutig, ist aber vermutlich / hoffentlich ebenso schnell zu heben). Mal sehen, was da Montag draus wird.

Zum Ausgleich dann noch Videotelefonat mit dem Lieblingskollegen – der aber auch gerade Frust schob wegen eines anderen Kollegen. Wir haben uns zur Aufmunterung Flachwitze erzählt. Was will man auch sonst tun? Nicht nur, daß man Kollegen nicht hauen darf – man kommt derzeit auch so schwer an sie ran.

 

Weil ich da noch auf die Lösung der technischen Probleme wartete, fiel die Mittagsrunde ins Wasser. Gut, das Wetter war eh auch nicht einladend, es gab fast den ganzen Tag Niederschlag in unterschiedlichen Aggregatzuständen. Nach Feierabend merkte ich dann aber doch, daß mir die Bewegung fehlt, also hab ich die Runde dann gedreht. Vorteil: fast keine Menschen unterwegs, die man umkurven muß. Nachteil: Aufs Tageslichtkonto zahlt man da nicht ein. Ich bleib dann doch bei der Mittagsrunde. Weil ich ja sowieso runter ging, habe ich endlich auch den Biomüll mit runter genommen – und den Deckel der einen Tonne nicht aufbekommen. Der Deckel der zweiten Tonne ließ sich zum Glück mit etwas Nachdruck öffnen. Der der ersten war wohl einfach festgefroren. Kein Wunder, es hatte Nachmittags geschneit, der Schnee war dann aber wieder getaut, inzwischen waren aber wieder Minusgrade. Es waren auch alle Pfützen wunderbare Schlitterbahnen. Und der Wind war eisekalt, so daß ich mir irgendwann die Kapuze aufgesetzt habe. Aber schön wars doch.

 

 

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