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14.04.2021

„Ins Büro – ob ich das überhaupt noch kann?“ war gestern Abend meine Überlegung. Daß ich das letzte Mal da war fühlte sich ewig lang her an, war bei genauerer Überlegung erst vor anderthalb Monaten, und damals fühlte sich der Gedanke, ins Büro zu gehen, nicht so seltsam an. Seltsam. Größte Befürchtung war, ob ich das mit dem zeitigen Aufstehen hinbekomme. Darum habe ich mir sicherheitshalber wieder den laut rappelnden Wecker ans Bett gestellt (und den anderen auf eine viertel Stunde später). Naja. Ich war dann um 6 das erste Mal wach, fand das aber zu früh um aufzustehen. So richtig geschlafen habe ich aber natürlich nicht mehr, wurde mehrfach zwischendurch wach – und letztlich von meinem normalen Wecker zuerst geweckt und erst danach vom Rappelmonster – der hat sich in der Nacht 20 Minuten Verspätung eingefangen. Naja, die Batterie war nicht mehr die beste und daß ich zwischendurch mal versucht habe, seine Beleuchtung einzuschalten um zu sehen, wie spät es ist, hat sie wohl nicht vertragen. Wie dem auch sei: ich war sofort richtig wach, so störte die Verzögerung nicht weiter und ich habe es tatsächlich geschafft, pünktlich, mit Frühstück im Bauch und allem was ich im Büro brauchen würde im Rucksack, die Wohnung zu verlassen.

Und an der S-Bahn angekommen habe ich auch dran gedacht, die Fahrkarte zu stempeln. Ereignislose S-Bahn-Fahrt, die Bahn war aber relativ voll. Ich hab auch ein paar bekannte Gesichter gesehen (so man sie über den FFP2-Masken erkennen konnte. Bei einem war es eher das Fahrrad und die Frisur, was ich erkannt habe).

Bei mir auf dem Büroflur war es duster, also wieder keine Teamassistentin da, bei der ich mir meine FFP2-Masken für den Arbeitstag (und den vor anderthalb Monaten) hätte abholen können. Dafür aber zumindest auf meinem Abschnitt des Flurs (bis zur Brandschutztür) auch niemand anderes. Auch gut. Die Büros aus dem nächsten Abschnitt waren aber wohl besetzt, den gelegentlich sah ich jemanden im Gang (sie benutzen Teeküche und Toiletten bei uns). Natürlich niemand mit Maske, ist ja keiner da.

3 von 4 Pflanzen im Büro sehen noch ganz gut aus, die Grünlilie nicht ganz so, aber die sind ja hart im Nehmen und erholen sich wieder (außerdem isses nicht meine). Alle gegossen und dann den Arbeitstag mit zwei halbstündigen Telcos gestartet. Anschließend ging es in die große Halle – der eigentliche Grund, warum ich ins Büro gefahren bin. Da waren mir mal wieder ein paar Geräte abhanden gekommen, aber der Übeltäter war zufällig auch vor Ort und hat mir alles wieder hergerichtet. Ihm war nicht klar, daß der Platz auch noch verwendet wird. Naaa gut.

Weil mein Arbeitsrechner offenbar diverse Updates (oder ein großes) eingespielt bekam, habe ich ihn den ganzen Tag im Büro am Netz hängen lassen – so hatte ich schön Bewegung, immer mal wieder zwischen Büro und Halle hin und her. Nach dem ersten Einsatz in der großen Halle war aber schon Mittagszeit (nach 12), also habe ich mir erstmal angesehen, was die Foodtrucks so anbieten. Der Kantinenbetreiber hat derzeit den Betrieb eingestellt, weil er zu wenig Essen verkauft um wirtschaftlich arbeiten zu können. Damit alle vor Ort trotzdem was essen können, hat die Stantortleitung Foodtrucks organisiert, 2 an der Zahl. Ich habe mich schließlich für die Wildschweinbulette mit Wurzelgemüse und Kartoffelspalten vom Filmcatering entschieden. Schmeckte ausgezeichnet. Danach wie immer große Runde übers Gelände – wenn niemand da ist, eben allein. Ich hatte ja wieder die Kollegin fragen wollen, aber sie ist inzwischen im Mutterschutz.

Nachmittags noch mal zwei Telcos und Arbeit in der Halle bzw. daraus resultierende im Büro. Lief super, habe schließlich alles erledigt, was ich wollte. Zwischendurch gab es eine Birne, einen Muffin und einen von den Schokokeksen, die ich noch in der Schublade habe. Feierabend um halb 6.

Und dann hab ich in der S-Bahn wieder den B. vom Wandern getroffen. Vor Corona habe ich ihn nur alle Jahre mal getroffen, weil er eigentlich immer bis spät arbeitet, inwzsichen treffe ich ihn fast jedes Mal, wenn ich mal im Büro bin. Warum er heute so zeitig unterwegs war, habe ich aber nicht so ganz verstanden – und das ist das Hauptproblem unserer Gespräche: ich verstehe ihn nicht richtig, will aber nicht ständig nachfragen, und er mich nicht. War trotzdem ein nettes Gespräch, und das längste direkte heute. Früher waren die Fahrten ins Büro ergiebiger in Sachen Kommunikation (und mit früher meine ich nicht vor Corona, sondern irgendwann letztes Jahr).

Beim Aussteigen aus der zweiten S-Bahn fiel mir ein, daß ich die Fahrkarte nicht abgestempelt habe. Nunja. Dafür war aber der Buchladen im Center auch nicht mehr auf. Sauerei, da hatte ich doch die Bücher für den Polnischkurs kaufen wollen, wenn ich da eh schon mal vorbei komme! Sie machen jetzt schon um 6 zu, das ist für mich nach Feierabend nicht zu schaffen. Aber ich habe noch einen Gutschein bzw. Guthaben, den/das ich endlich mal umsetzen will.

Fußweg nach Hause (für 2 Stationen stempel ich die Fahrkarte jetzt nicht mehr, absichtlich schwarz fahren will ich aber auch nicht) im schönsten Sonnenschein. Der Kirschbaum, dessen Erblühen ich vor ein paar Jahren mal dokumentierte, steht in voller Blüte. Auf dem letzten Abschnitt gab es dann eine ganz tolle Lichtstimmung mit tiefstehender Sonne und großer großer dunkelgrauer Wolke. Die hat dann auf den letzten Metern noch angetaute Eiskrümel auf mich fallen lassen.

Weil ich gerade bei Herrn Buddenbohm drüben den Hinweis las, daß heute Mittwoch sei: Irgendwann man Nachmittag fiel mir plötzlich auf, daß in meiner Planung gestern abend morgen Freitag war. Das ist gar nicht so und das ist doof. Unter anderem, weil es bei der Planung ums Mittagessen und Abwaschen ging und die möglichst effiziente Kombination und ich werde jetzt nicht umhin kommen, doch vor Freitag schon mal abzuwaschen: ich habe keine sauberen Messer mehr. Die Freitagsverwirrung bei mir erklärt sich aber damit, daß ich ursprünglich geplant hatte, erst am Donnerstag ins Büro zu fahren. Dann wäre am Tag danach tatsächlich Freitag gewesen.

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2 Kommentare

  1. Otti

     /  14. April 2021

    uie, so gar Hagel
    ich hab es an Horizont zum Glück nur regnen gesehn