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05.05.2021

Der diesmonatige 5. endete so doof, daß ich ihn erst zwei Tage später aufschreiben. Nunja.

Er fing noch ganz normal an. Weckerklingeln, mehrfach znoosen, Nachrichten hören, aufstehen, Bad, anziehen, Morgenrunde. Der Wind war fieser, kälter als am Tag zuvor, trotzdem werkelte die Nachbarin im Vorgarten. Sie hatte von einer anderen Nachbarin diverse Studentenblumen und Petunien geschenkt bekommen und die mußten ja in die Erde. Aber die Vorgärten liegen ja zum Glück windgeschützt.

Frühstück, Arbeitsstart. Ich sehe als erstes immer ins Postfach und stellte fest, daß der Chef zwei der Meetings des Tages verlegt hat. Irgendwann finde ich auch die Mail mit der Erklärung: krank (Betreff war was ganz anderes, weil er gleich noch schrieb, wie wir erstmal bei einem Thema weiter machen sollen. Krank ist natürlich immer doof, für mich war es aber auch doof, weil mein erstes Meeting des Tages das Abstimmungsmeeting mit ihm gewesen wäre, was ich als nächstes erledigen soll, welche Arbeitspakete bei mir liegen und sowas. Hätte ich ihn mal gestern schon gefragt! Denn da die Dokumente, die ich vor meinem Urlaub noch fertig gemacht hatte, noch nicht wieder bei mir angekommen sind, hänge ich ein wenig in der Luft. Naja, habe ich Zeit für Status- und sonstigen Mails von meinem Arbeitgeber. Da passiert ja bei uns grad eine ganze Menge, entsprechend viel Post gibt es auch.

Gegen Mittag gehe ich los zum Wocheneinkauf, heute mal wieder in die Halle, für die ich diagonal über die große Kreuzung muß – und ich muß auf jeder Mittelinsel warten, brauche also 4 komplette Umläufe, bis ich endlich drüben bin. Der Markt ist relativ leer, was höchst angenehm ist, denn die Gänge hier sind sehr schmal. Und wenn dann auch noch ein Gitter-Container mit leeren Kartons und Pappen im Gang steht, geht es nur im Gänsemarsch vorwärts. Wie die letzten Male auch als ich dort einkaufte, nehme ich mir wieder Sushi mit. Werde ich aber wohl nicht mehr machen, ist ja schon doch ganz schön viel Müll, nicht nur die Verpackung, sondern jeweils auch noch die kleinen Tütchen für Wasabi und Sojasauce. Der Ingwer immerhin war diesmal ohne extra-Verpackung und Stäbchen sind auch nicht dabei, aber trotzdem. Auf dem Heimweg komme ich in einem Rutsch über die Kreuzung – immerhin.

Nach dem Mittag dann Projektstatusmeeting. Selten interessant, selten was neues – außer neue Termine. Ich muß zugeben, daß ich da oft nur mit halbem Ohr hinhöre. Ich bekomme aber durchaus mit, daß die Projektleiterin offenbar etwas im Clinch liegt mit dem Kollegen, der sich oft genug aufführt als wäre er der Projektleiter (schwierige Situation für sie: er ist wesentlich länger in der Firma, sie hat keine richtige Einarbeitung bekommen und war (ist?) auf sein Wissen angewiesen). Über „Ich verstehe, du hast mich unterbrochen um meinen Satz zu beenden. Ja, kann man machen“ von ihr zu ihm mußte ich dann doch lachen. Irgendwann bin ich an der Reihe und weil ich ihn gerade gesehen hatte, spreche ich den entsprechenden Kollegen auf einen CR an, bei dem mir was nicht gefällt. Wir reden dann erstmal aneinander vorbei, weil er von einem ganz anderen CR spricht. Und das wäre ja alles nicht so schlimm, das kann man so machen und ich nehms hin (3 gegen mich, ich begreife ihre Einstellung nicht, aber gebe mich geschlagen).

Nach dem Meeting sehe ich mir unter anderem die Aufzeichnung des Teamtalks meiner Region von letzter Woche an (da war ich ja im Urlaub). Der entnehme ich unter anderem, daß mein Arbeitgeber vor hat, uns Impfungen durch den Betriebsärztlichen Dienst anzubieten, das gerade vorbereitet / organisiert und es dann losgehen soll, sobald die Prio freigegeben und Impfstoff da ist. Start derzeit geplant Mitte/Ende Juni. Gut, da muß man dann sehen, wann man denn wirklich einen Impftermin bekommt (Grippeimpfungen letztes Jahr begannen im September und ich hatte Termin im November, wenn ich mich recht erinnere), aber trotzdem ist das erstmal eine gute Sache, denn ich habe ja keinen wirklichen Hausarzt.

Nach Feierabend wurde mir dann erst so richtig bewußt, daß der Kollege da von einem weiteren CR sprach, was vermutlich Arbeit für mich nach sich zieht. Da wollte ich mich aber nicht mit beschäftigen. Stattdessen bißchen Internet lesen. Dann habe ich den Rechner auf den Boden gestellt, weil ich ja Sport machen wollte – aber doch weiter gelesen. Und dann noch auf dem Rechner aufgeräumt, unter anderem die Fotos eines Mitreisenden letztes Jahr im März in Norwegen durchgesehen und entschieden, welche ich behalten will. Fernweh. Da will ich unbedingt wieder hin, diese schier endlose weiße Weite…

Irgendwann mache ich dann doch Sport. Danach Duschen, Abendbrot, Internet, Schwedisch mit Duo. Dann ist es schon zu spät zum bloggen, bzw. ich zu müde. Also nur noch ein bißchen Internet, bevor ich dann ins Bett gehe.

Und dann passierts. Normalerweise mag ich ja, daß ich meinem Unterbewußtsein eine Aufgabe geben kann, das arbeitet dann eine ganze Weile dran rum und präsentiert mir irgendwann das Ergebnis. Wenn es mir quasi in dem Moment, als ich ins Bett gehen will klar macht: Dieser CR bedeutet nicht nur vermutlich Arbeit, sondern sehr sicher, und ziemlich sicher richtig viel, denn er bedeutet unter anderem, daß ich das Dokument, was ja eigentlich schon zum Review ist, noch mal aufmachen muß und die wissen, daß das Dokument schon zum Review ist und sie wußten vermutlich schon vor meinem Urlaub, als ich mehrfach erwähnte, daß ich das Dokument fertig machen will, daß es diesen CR geben wird, haben mir aber nichts gesagt, die haben mir genau genommen bis zu dem Meeting heute nichts gesagt und da auch nur, weil ich ja zufällig den anderen CR entdeckt habe – ja, dann finde ich das nicht so klasse von meinem Unterbewußtsein. Denn dann bin ich sauer, und zwar richtig. Denn solch ein Verhalten (der Kollegen, nicht des Unterbewußtseins) ist ja wohl mal oberarschig. (Üblicherweise reden wir miteinander. Üblicherweise wird vor der Umsetzung eines CRs ermittelt, wieviel Aufwand das bei allen Beteiligten bedeutet und danach entschieden, wann er umgesetzt wird. Üblicherweise.) Nur kann man an dieser Situation nachts um halb 12 nichts ändern. Einschlafen geht mit dieser Wut aber auch schlecht. Ich schreibe wenigstens mal auf, was ich den Herren schreiben will und hoffe, meine Wut damit beruhigen zu können. Kurz nach Mitternacht bin ich im Bett, die Wut ist äußerst munter, also hole ich mir ein Buch und lese zur Ablenkung. Das funktioniert so lange, bis ich das Buch zuklappe und das Licht ausmache. Ich brauche eine ganze Weile, bis ich endlich einschlafe.

Die anderen Teilnehmer des Tagebuchbloggens „WMDEDGT“ gibt es wie immer bei Frau Brüllen.

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