Kleine Flucht

Eigentlich, dachte ich Anfang des Jahres, ist mir nach mehreren Jahren Urlaub weit weg mal wieder nach Urlaub in Norwegen. Zu Hause, quasi, denn ich war inzwischen so oft in Norwegen, daß es sich tatsächlich vertraut anfühlt. Andererseits ist Norwegen aber auch so vielgestaltig, daß man da wirklich oft Urlaub machen und immer noch neues entdecken kann. Dann kam Kirgistan dazwischen, das einfach viel interessanter und spannender klang.

Die Urlaubserholung und -entspannung nach Kirgistan hielt dank eines reizenden Kollegen gerade mal eine halbe Woche oder so und da ich noch genügend Urlaubstage über hatte, habe ich mich ganz schnell nach einer weiteren Reise umgesehen. Der Urlaub wurde erstaunlicher Weise problemlos genehmigt und so war ich Mitte September dann doch noch in Norwegen. Eine Woche im Dovrefjell um genau zu sein.

Während das Wetter in Berlin noch relativ (spät-)sommerlich war, trug das Dovrefjell schon komplett Herbstfärbung, da störte es fast gar nicht, daß der Himmel bei der ersten Wanderung meist grau war.

Im Dovrefjell gibt es eine Population von Moschusochsen. Das Gebiet in dem man sie sich meist aufhalten war das Ziel unserer Wanderung am Dienstag.

Der erste Vierbeiner den wir sahen war aber kein Moschusochse (das gelbe ist eine Glocke).

Es dauerte eine ganze Weile, bis wir den ersten Ochsen entdeckt haben – und der war sehr weit weg. Der dunkle Fleck da mittig im Bild halblinks unterhalb des Felsens – das ist er.

Kurz darauf wurde er naß. Der Regen kam netterweise aber nicht bis auf unsere Seite des Tals.

Und dann kam die Sonne raus. Und in der Sonne wurde es sogar richtig warm. Mittagspause gab es dann also mitten im bunten (grün war da wirklich nichts mehr) in der Sonne.

Nach der Mittagspause ging es noch ein Stück das Tal entlang – und dann haben wir sie entdeckt. Sie hatten auch gerade Pause gemacht und begannen nach und nach damit, sich wieder zu erheben.

Die Gegend bieten übrigens nicht nur Moschusochsen, sondern auch ziemlich viel … Gegend.

 

Mittwoch früh lag Schnee.

Es fiel auch noch Schnee von oben runter – leider mit einem großen Anteil Regen vermischt, was nun wirklich unangenehm ist. So verbrachten wir den Vormittag in den Hütten. Gegen Mittag ließ der Regen nach und wir machten eine kurze Wanderung.

Es gab sogar einen Regenbogen!

Was es auch gab: Massiven Wind von der Seite, von den Bergen runter. So stark, daß wir schließlich umkehrten ohne auf dem Aussichtshügel gewesen zu sein. Man hätte dort oben sowieso nicht stehen können.

Am Nachmittag sind wir nach Dombås gefahren. Einkaufen, Ansichtskarten… Und unterwegs haben wir Elche fotografiert.

 

Donnerstag lag immer noch Schnee. Aber wir waren ja nun mal zum Wandern da, also sind wir ein ziemlich langes Stück des Olavsweges gewandert. Am Anfang ging es zum Teil durch sumpfiges Gebiet über Holzbohlen die fies rutschig waren und auch noch so nachgaben, daß man doch im Wasser stand. Danach war es ein normaler Wanderweg durch Wald und über Felsen.

Ganz schön eigentlich, aber immer noch sehr sehr windig. Und so permanenter Wind kühlt nicht nur aus, sondern zerrt auch an den Nerven irgendwann. Außerdem gab es dort oben ja nichts, was Windschatten gab, so daß man mal hätte eine Mittagspause machen können. Hungrig wandern ist sehr unschön. Aber unten im Moor, da war es dann wieder schön.

Und hinterher gab es Waffeln.

Freitag hatte sich die Wettersituation nicht gravierend verbessert, so daß es statt einer großen Wanderung nur einen Ausflug ins Moor gab. Da kann man – wenn man Glück hat – Elche beobachten und im Sommer ganz viele Vögel. Sommer war nicht mehr und die Elche auch sehr scheu. Einen haben wir ganz von weitem gesehen. Aber Landschaft gibt es immer.

Danach dann noch mal Dombås, Souvenirs kaufen. Ich habe auch dem Bahnhof noch mal einen Besuch abgestattet – der sieht ziemlich niedlich aus.

Ach, und schöne Schachtdeckel haben sie auch.

Noch mal Elchkuh mit Kalb zum Abschied…

Viel mehr Elche, teilweise viel näher dran (sehr viel näher dran), haben wir dann Sonnabend früh auf der Fahrt nach Oslo gesehen. Da war es aber noch dunkel. Und außerdem mußten wir ja die Fähre bekommen und hatten somit keine Zeit für Fotopausen.

Die Fährüberfahrt verlief weitestgehend ereignislos, und das Wetter in Deutschland war auch nicht besser als in Norwegen.

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12 von 12 – November

12 Fotos vom 12. des Monats – heute in der Sonntagsausgabe und leicht erkältet.

Frühstück.

In der Wettervorhersage sprechen sie von Schneeregen. Also hole ich endlich mal die dicken Winterpullis raus und räume den Kleiderschrank um und auf.

Und sortiere aus. Dabei tauchen Fragen auf: ja, ich trug in den 90ern und auch danach noch gern weit. Aber XL? Warum hab ich dieses T-Shirt nicht in kleiner? Aussortieren will ich es trotzdem nicht. Es wandert erstmal zu den Schlanfanzügen.

Mittagessen. Ob ich es irgendwann lerne, zu Hause beizeiten mit der Vorbereitung des Mittagessens zu beginnen und nicht erst wenn ich schon kurz vorm Verhungern bin? Heute hat das so gar nicht geklappt, also gibt es Tempolinsen.

Abwaschen. Habe festgestellt, daß „Ich habe keine Spülmaschine“ heute ähnliche Reaktionen hervorruft wie früher „Wir sehen kein Westfernsehen“: Ungläubiges Entsetzen. Aber das ist der Abwasch von einer Woche…

Mittagsschläfchen. Ich schlafe derzeit total mies und bin durch die Erkältung angeschlagen. Festgestellt, daß ich meine Anforderungen an ein neues Sofa noch mal überdenken muß: sich einfach so lang machen zu können hat schon was.

Kurzer Spaziergang zum Altkleiderkontainer und zum Buchrückgabeautomaten.

„Mindestens ein Mal täglich raus an die frische Luft!“, das hab ich verinnerlicht. Mag ich eigentlich auch. Aber ein zusätzlicher Grund zum Rausgehen ist manchmal schon recht hilfreich. Bin ich dann erstmal unterwegs, wird es häufig länger, als ursprünglich geplant. Heute auch wieder.

Tee und Obst statt Kaffee und Kuchen.

Dazu ein bißchen schwedisches Fernsehen aus der Mediathek. Man könnte Nachrichten oder ähnlich sinnvolles sehen. Man kann sich aber auch „Tro, hopp und kärlek“ (Glaube, Hoffnung und Liebe) ansehen, eine Kuppel-/Dating-Serie für Kirchenangestellte. Da lernt man auch neue Vokabeln, heute zum Beispiel, was „Haare auf den Zähnen haben“ auf schwedisch heißt. (Ich nutze da die Vorteile der Mediathek voll aus: so eine Sendung sehe ich schon mal über mehrere Tage…)

Zum Abendessen den Brokkoli, den es eigentlich zum Mittag hätte geben sollen. Mein erster Versuch. Beim nächsten Mal mehr Salz.

Lektüre heute den ganzen Tag über: „Der Araber von morgen“, zweiter Teil. Ich kann den Vater nur schlecht aushalten, weswegen ich nie lange am Stück lese.

 

Die anderen Teilnehmer am 12 von 12 gibt es wie immer bei Draußen nur Kännchen.

WMDEDGT – November

Kurz nach Mitternacht im Bett. Erstes Mal um kurz nach 7, noch mal umgedreht, weiter geschlafen, viertel 10 bin ich dann aber richtig wach. Aufstehen, gemütliches Frühstück bis ca. 11. Dann fällt mir aber ein, daß ich heute ja mal ganz fleißig sein und viel erledigen wollte. Ich fange an mit Füllen und Starten der Waschmaschine. Dann saugen der Wohnung. Weil das gekoppelt ist mit (auf)räumen, dauert es eine gute Stunde, obwohl die Wohnung gar nicht soo groß ist. Dann weiter rumräumen bis die Waschmaschine fertig ist. Wäsche aufhängen. Wegen hunderttausend Socken (gefühlt) brauche ich da auch eine halbe Ewigkeit. Am Ende hab ich ordentlich Hunger, das Kochen geht zum Glück schnell. Es gibt heute ein 2-Gang-Menü: den Rest des Möhreneintopfs von gestern und Apfelreis. Danach wasche ich gleich ab (das schaffe ich ja nur selten). Dann bin ich müde und lege mich eine Runde hin.

Nach dem Schläfchen überlege ich. Eigentlich wollte ich ja noch raus – wegen frische Luft und so – und könnte dabei gleich das Buch zur Bibliothek bringen. Aber so richtig verlockend ist das Wetter nicht (sehr grau und Regen ist auch angesagt). Schließlich ringe ich mich aber doch durch und stiefele los – um dann an der Bibliothek zu lesen „System außer Betrieb“. Hmpf. Und dann fängt es auch noch an zu nieseln und ich habe das Buch pur dabei (ohne Beutel/Tasche/Tüte), also geht es direkt zurück nach Hause. Einen kleinen Schlenker zum Ärztehaus mache ich noch. Mein „Hausarzt“ hat doch immer noch Nachmittagssprechstunden, aber meine Orthopädin hat offenbar aufgehört, dort steht jetzt ein neuer Name (aber wieder Orthopädie, immerhin). Zu Hause gibt es Tee und Kuchen und ich lese ein bißchen (beim Aufräumen hab ich festgestellt, daß ich wesentlich mehr ungelesene Zeitungen habe als angenommen…).

Dann noch mal Aktionismus: die Wohnzimmervorhänge wandern in die Waschmaschine, ich räume den Fußboden weitgehend frei und wische ein mal durch. Anschließend auch noch Bad (was ich nach dem Saugen eh noch nicht wieder eingeräumt hatte) und Küche. Während das alles trocknet, fällt mir ein, daß auf meiner To-Do-Liste auch noch „Kammer aufräumen“ stand. Das geht sehr schnell, bei der Gelegenheit fällt mir aber auf, daß man da auch mal saugen und wischen könnte. Danach sind Küche, Wohnzimmer und Bad auch wieder trocken und werden eingeräumt. Die Vorhänge sind auch fertig und können direkt an der Stange trocknen. Ich gehe duschen, mach mir was zu essen und lese mich danach durchs Internet. Jetzt noch ein bißchen Fotos aussortieren, dann ins Bett. Schwedisch-Hausaufgaben habe ich immer noch nicht gemacht. Hab ja noch zwei Tage…

 

Weitere Teilnehmer am Tagebuchbloggen „WMDEDGT“ (Was machst du eigentlich den ganzen Tag) gibt es wie immer bei Frau Brüllen.

 

Beim zweiten Lesen festgestellt, daß ja schon November ist. Oh. Artikelüberschrift geändert.

Festival of Lights / Berlin leuchtet 2017

Jetzt kommen viele Fotos…

Vom diesjährigen Festival of Lights hab ich erst spät etwas mitbekommen. In der vorletzten Woche erst, als die Kollegin vorschlug, daß wir am Sonnabend ja, wenn das Wetter paßt, fotografieren gehen könnten. Vorletzten Sonnabend regnete es. Und auch wenn nasse Straße die Fotos ja noch interessanter machen kann: bei Regen fotografieren macht jetzt nicht sooo Spaß und so hatte ich Sonnabend keine Lust, Abends noch mal los zu gehen (die Kollegin hatte das Donnerstag schon abgesagt, als das Wetter absehbar war).

Letzten Sonnabend war es warm und trocken, wenn auch tagsüber ziemlich bewölkt. Aber sogar das ließ zum Abend hin nach, und so war ich nicht die einzige, die auf die Idee kam, sich das Festival of Lights / Berlin leuchtet anzusehen. Gefühlt waren tausende unterwegs.

Da es für mich ja nicht die erste Beleuchtungsaktion war, wollte ich mich diesmal auf die neuen Bauwerke konzentrieren. Angefangen habe ich bei der Marienkirche (die mir tatsächlich wesentlich besser gefiel als der Fernsehturm).

Dann ging es weiter zum Alten Stadthaus.

Die Fahnen der Wasserbetriebe passen ja in meinen Augen nicht zu den Farben der Beleuchtung (gesponsert von einem Dessous-Hersteller…). Aber wenn man die Fahnen nicht mehr im Bild hatte, störte der Aufbau mit dem Beleuchtungsgerät. Immerhin: keine Menschen im Bild (Weil die Tochter hinter mir stehen geblieben war und ihren Papa zurückpfiff).

Vom Stadthaus ist es nicht weit zur Nikolai-Kirche. Hier wurde zum einen mit der Architektur der Kirche gespielt. „Blöcke“ aus der Wand drehten sich oder kippten nach hinten weg, zum Beispiel. Oder es wurde ein „Treppenhaus“ eingeblendet:

Außerdem wurden die Partnerstädte Berlins mit Zeichnungen von markanten Bauwerken vorgestellt. (Welche Stadt ist das wohl?)

An der Seite des Neuen Marstalls lief ein Naturfilm. Da ich dank I. diesmal mit Fernauslöser unterwegs war, hab ich den Elefanten fotografiert. Aber ein Gebäude als Leinwand für irgendeinen Film zu nehmen ist nicht so das, was ich unter Festival of Lights verstehe.

Von da ging es weiter zum Gendarmenmarkt.

Da die Beleuchtung dort von den Berliner Wasserbetrieben gesponsert wurde, gab es dort auch wieder einen Stand mit kostenlosem Wasser. Sehr praktisch, denn ich hatte nichts mit. Noch schnell zum Schokoladen-Haus, das nur an diesem Sonnabend beleuchtet war.

Und dann zurück zu den Linden Richtung Alex. Am Bebelplatz vorbei, der so voll war wie ich ihn noch nie bei einem Festival of Lights gesehen hab. Allerdings waren diesmal auch erstmalig alle Gebäude rundrum beleuchtet. Hat mir sehr gefallen (die Bilder wechselten wohl auch, aber sehr langsam).

Danach war es dann richtig voll, so voll, daß man teilweise kaum voran kam. Und auf die Straße ausweichen ging auch nicht, weil die auch voll war. Ich war froh, als ich in der Straßenbahn saß.

 

Sonntag war ich ja zum Sonnenuntergang auf der Siegessäule und bin dann noch bis zum Dunkelwerden geblieben, denn die Siegessäule ist auch neu im Portfolio. Zumindest hatte ich sie noch nicht (steht ja auch etwas abgelegen).

Die Lasershow war etwas seltsam. Vor allem, daß sie so geräuschlos war, obwohl rundrum so viel Lärm. Irgendwie wirkte das ganz eigenartig.

(Auch wenn das anders wirkt: die Säule steht auf allen drei Fotos exakt gleich.)

Danach wollte ich noch zum Potsdamer Platz. Da standen nämlich riesige weiße Karnickel rum. (Gar nicht so einfach, die ohne Werbung zu fotografieren.)

Und nebenan gab es beleuchtete Papierboote.

Auf dem Potsdamer Platz selbst wurden Blüten auf den Boden projiziert, aber das fand ich reichlich absurd: Wir betonieren erst alles zu, um dann da Blüten drauf zu projizieren? Dann lieber echte Blumen. Und überhaupt: es reichte mir, ich hatte genug, und vor allem Hunger.

sonniger Spätsommersonntag

Wenn es an einem Sonntag im Oktober nach wochenlangem grau-und-Regen-Wetter allerschönstes Spätsommerwetter (sonnig und Temperaturen über 20°C) gibt, dann muß man das ausnutzen. Die Frage war nur: wie und wo. Da der Vormittag schon verplant war, blieben nur Ziele in Berlin, aber bei allem, was mir so einfiel, befürchtete ich Massen an Menschen (ich war Sonnabend unterwegs um das Festival of Lights zu fotografieren und etwas traumatisiert). Das Schwesterherz hat dann vorgeschlagen, am Britzer Zweigkanal entlangzulaufen. Das klang gut. Wasser ist immer gut, den Kanal kannte ich noch nicht – und da war wirklich fast gar nichts los am Anfang der Strecke.

Gut, er ist jetzt auch nicht sooo spannend, aber wir hatten Bewegung in der Sonne (ca. ne Stunde waren wir unterwegs) und haben uns gut unterhalten. Am Ziel hatte das Schwesterherz was vor, ich bin mit U-Bahn und Bus zum Großen Stern gefahren. Sonnenuntergang auf der Siegessäule war mein Ziel. Kann man machen.

Da oben war es allerdings wirklich voll, weswegen ich kurz nach dem letzten Foto erstmal nach unten in die Säulenhalle geflüchtet bin. Dann habe ich überlegt. Bis zum Beginn der Beleuchtung des Festival of Lights waren es noch über 40 Minuten. So viel spannendes gibt es da aber in der Gegend nicht und Berlin von oben ist ja auch spannend, wenn es dunkel ist. Also bin ich, nachdem ich festgestellt hatte, daß etliche wieder runter gekommen waren, wieder nach oben gestiefelt (habe heute Muskelkater in den Waden…) und noch ein bißchen fotografiert. Es war toll da oben, inzwischen nur noch angenehm gefüllt, warm, ein leichter Wind ging und es gab eine wunderbare Aussicht.

Dann war es dunkel genug und als ich wieder unten war, wurde der Turm auch schon beleuchtet. Gutes Timing. Die dann entstandenen Fotos gibt es in einem extra-Beitrag.

12 von 12 im Oktober

Da es beim letzten Mal Beschwerde gab, daß Berlin beim Blick auf den Boden so grau wirkt, heute mit Blick nach oben.

Hilft, als ich frühstücke, aber auch nicht:

Beim Warten auf die zweite S-Bahn hat sich der Himmel dunkelgraue Streifen zugelegt.

Steineichen sind toll im Herbst, da knallrot. Wenn es grau ist wirkt das aber nicht so richtig.

Zur Mittagpause sieht das Wetter dann schon wesentlich besser aus. Dafür ist es verdammt stürmisch (was man hier grad nicht sieht).

Feierabend. Dramatisches Lichtspiel am Himmel.

Als ich an der Steineiche vorbei komme, hat sich die Sonne gerade Wolke vorgezogen. Immerhin ist der Himmel hinterm Baum hellblau.

Und dann kommt doch noch die Sonne raus.

Nach dem Aussteigen aus der S-Bahn: Wolke über Pappeln hinter Straßenbahnoberleitung.

Kleiner Fußweg zum Schwedischkurs.

Als ich wieder raus komme, ist es schon dunkel. Weil der Himmel fast wolkenfrei ist, ist er auch tatsächlich fast schwarz. Aber der Baum wird von der Straßenlaterne angestrahlt.

Heimweg. Die Kamera hat keine Idee, was ich fotografieren will und stellt einfach mal nix scharf. Auch schön. (Mir ging es um die Reihe der Straßenlaternen, liebe Kamera.)

Und zum Abschluß noch, da leider kein Mond verfügbar: Nebenstraßen-Laterne aus DDR-Produktion.

 

Die anderen Teilnehmer des 12 von 12 gibt es wie immer bei Draußen nur Kännchen.

 

Kirgisistan – einkaufen gehen

Natürlich waren wir in Bischkek auch auf einem Markt/Basar. Es war nicht der überall empfohlene Osh-Basar, aber er war auch groß genug, daß es fast alles gab: Backwaren, Obst, Gemüse, Gewürze, Trockenfrüchte, Nüsse…

Blumentöpfe, Streichhölzer, Spielzeug, Batterien, mehrere Stände nur mit Tee (allerdings nicht lose), Klamotten, Drogerieartikel…

Es gab sogar Toilettenpapier mit Erdbeerduft. Und ganz vorn, direkt an der Straße mehrere Stände mit Bergen an Melonen.

Auch in Karakol waren wir auf dem Basar. Hier war Obst/Gemüse in zwei Hallen untergebracht.

Der restliche Bereich war kleiner als in Bischkek und Überseecontainer bildeten die Ladenstraßen.

Es gab aber auch eine Einkaufsstraße in Karakol – die mit westlichem Blick nicht auf Anhieb als solche zu erkennen war.

Dazu paßt auch das eine Foto aus dem Einkaufszentrum in Bishkek, das nach meiner Erfahrung ziemlich typisch ist für Einkaufszentren im ehemailigen Sowjet-Gebiet: auf den Etagen dicht an dicht Gevierte für die einzelnen Händler, dazwischen eher schmale Gänge und in den Läden die Waren dicht an dicht. Auf der Souvenir-Etage war noch relativ viel Platz.

Außer Souvenirs mußten wir ja aber auch fast nichts kaufen, die Reise war ja mit Vollpension. (Außer Flaschenwasser, das die Reiseleitung immer für alle gekauft hat, da man das Leitungswasser nicht trinken sollte und bei den Temperaturen hatten wir einen hohen Verbrauch). Dabei hatten wir natürlich auch immer die Gelegenheit, die Supermärkte zu besuchen. Manch einer konnte oder wollte nicht auf die aus der Heimat bekannten Chips verzichten. Andere waren experimentierfreudiger (Schaschlikchips sind … speziell) und ich hab mir gern auch ein Eis gekauft. Die Supermärkte sahen nicht viel anders aus, als ich es aus Rußland kenne. Nur der große Supermarkt im Einkaufszentrum (westlicher Art) in Bischkek, in dem ich am letzten Tag noch ein paar Mitbringsel gekauft habe, der bot dann doch noch eine Überraschung: Verschiedene Getreidesorten (Reis und Buchweizen haben wir erkannt) lose.

Außerdem entdeckt: in Bischkek gibt es sogar einen deutschen Supermarkt.

Neugierig wie ich bin, war ich mal kurz drin – es gibt tatsächlich hauptsächlich Westeuropäische Produkte. Es gab allerdings auch Dosen-Borschtsch, wenn auch mit Beschriftung in Lateinischen Buchstaben.

 

 

 

Sturmfolgen

Nunja. Die Bahnen fuhren heute morgen noch nicht wieder, da war ich gestern einfach zu optimistisch. Und so saß ich heute morgen beim Frühstück vor dem Tablet und habe hin und her überlegt, wie ich denn nun zur Arbeit komme. Die Übersicht „Aktuelle Abweichungen im Betriebsablauf“ sah überhaupt nicht gut aus für mich: auf meiner Strecke fuhr noch gar keine S-Bahn. Die Fahrplanauskunft befragt, die aber bei jeder vorgeschlagenen Verbindung irgendwo stehen hatte, daß die vorgeschlagene Bahn gar nicht fährt. Taxi wollte ich nicht wieder, die Fahrt kostete immerhin etwas über 20€. Überlegt, ob ich die Strecke stattdessen mit Fahrrad fahre. Aber das sind auch gute 40 Minuten mit dem Rad. Und außerdem war für heute ja ziemlich Regenwetter angesagt. Eine Verbindung mit U-Bahnen war mir noch eingefallen – aber das wäre ein riesiger Umweg gewesen (quasi einmal um die Stadt) und ich ewig unterwegs… So sehr ich auch überlegte, es lief auf eins hinaus: Ich werd‘ wohl doch das Auto nehmen müssen. Das Auto hab ich mir gekauft, als ich nach Braunschweig gezogen bin, da in der Gegend braucht man das. Seitdem ich zurück bin, fahre ich fast nicht mehr damit, in Berlin geht es ja wunderbar auch ohne. Letztes Jahr im Sommer war mir aufgefallen, daß ich bestimmt schon 4 Jahre nicht mehr am Steuer gesessen hatte. Also bin ich mal mit Auto zum Garten der Eltern gefahren. Das war am Anfang fast so wie die erste Fahrstunde. Naja, ok, die dritte. Auf der Rückfahrt ging das dann schon wieder, da hatte ich dann auch das Radio an. Aber das war jetzt auch schon wieder über ein Jahr her. Aber hilft ja nix.

Den Kartendienst auf dem Tablet hatte ich eh schon nach der Route von A nach B befragt. Die Karte habe ich dann sicherheitshalber offline gespeichert, denn mein Tablet kann ja nur wlan.. Dann mal bei den Eltern angerufen, ob die zufälligerweise genauer wissen, wo mein Auto steht. Denn: da ich mein Auto quasi nie nutze, Schwesterherz das aber gelegentlich tut, steht das Auto bei ihr. Schwesterherz ist aber grad noch sonstwo und nicht zuverlässig erreichbar. Die wußten aber auch nix genaueres als ich, aber ich bekam noch die Info, daß im Handschuhfach evtl. das alte Navi liegt. Immerhin.

Dann zum Schwesterherz und Schlüssel und Papiere gesucht. Schlüssel war einfach, Papiere etwas schwerer. Die lagen da, wo sie sollten, wo das war wußte ich doch aber nicht mehr so genau. Runter zum Parkplatz und Auto suchen. Das immerhin ging relativ schnell. Es stand zwar nicht nur nicht am Lieblingsplatz, sondern auch noch in einer ganz anderen Reihe, hat aber eine recht typische Dachform. Aber: kein Navi im Auto. Da ich das Tablet noch nie zum navigieren genutzt hab und nicht wußte, wie das klappt, noch mal hoch in die Wohnung, ob ich das Navi nicht doch finde. Hab ich nicht. Also wieder runter, und einen Platz fürs Tablet gesucht. Und gefunden. Nicht ideal, aber so, daß es mir nicht rumfliegt vorn. Dann los, und das ging tatsächlich besser als letztes Jahr. Inzwischen war ich auch schon so spät, daß der Berufsverkehr weitestgehend durch war, was die Sache entspannte. Damit es nicht zu entspannt wird, gab es immer mal wieder Regen mit permanent wechselnder Intensität, so daß ich ständig die Scheibenwischer anpassen mußte. Meine größte Sorge war ja gewesen, daß ich so spät keinen Parkplatz mehr bekommen würde. Unsere Parkplätze sind eh immer ziemlich voll. Wenn jetzt auch noch alle S-Bahn-Pendler mit dem Auto kommen… aber auf dem inoffiziellen Parkplatz ein Stück weg, den ich dank einer Kollegin kenne, war noch so viel frei, daß ich nicht mal einparken mußte, nur Auto abstellen. Und eine Stunde später als normal war ich dann auch im Büro. (Die Stunde fehlte mir dann etwas, die Mittagspause war so schnell ran).

Nachmittags hab ich weiterhin immer mal wieder bei der S-Bahn nachgesehen, wie es denn bei der S-Bahn inzwischen aussieht. Ich wäre heute aber auch nicht mit der S-Bahn nach Hause gekommen. Auch bei der Heimfahrt habe ich den dicksten Berufsverkehr abgewartet (weil ich Freitags immer erst eher spät Feierabend mache im Vergleich zu andern). Und auch die Heimfahrt war ohne Radio – das aber nur, weil ich vergessen hatte, daß Bedienteil aus dem Handschuhfach zu nehmen. Und auch hier war am Ende die Parkplatzfrage wieder kritisch. Aber ein bißchen Glück hatte ich: sofort eine Lücke gefunden, sogar zum einfach reinfahren (Schwesterherz wird nörgeln, weil nicht rückwärts eingeparkt), allerdings unter einem Baum. In dem auch noch abgebrochene Äste hängen. Da die aber auf der anderen Seite hängen, und ich dringend auf Toilette mußte, hab ich entschieden, daß dieser Platz erstmal gut ist und ich morgen ja noch mal umparken kann.

Was ich jetzt weiß: ich brauch mit dem Auto tatsächlich 15 Minuten länger als mit der S-Bahn (und hab weniger Bewegung und muß mich mehr konzentrieren). Ich hatte das immer vermutet, mir wollten das viele nicht glauben („So lange brauchst du? Geht das mit Auto nicht schneller?“). Jetzt weiß ich es. Ich weiß aber auch, das man das notfalls schon mal machen kann, mit dem Auto zur Arbeit zu fahren. Und daß ich öfter Auto fahren sollte um in Übung zu bleiben.

WMDEDGT – Oktober

„Was machst du eigentlich den ganzen Tag?“ (WMDEDGT) fragt Frau Brüllen jeden 5. im Monat.

 

7 vor Weckerklingeln bin ich das erste Mal so wach, daß ich auf den Wecker gucke, stelle fest, daß ich noch 7 Minuten habe und bin fast sofort wieder weg. Das erste Weckerklingeln beende ich im Halbschlaf durch Druck auf die Snoozetaste wie ich 5 Minuten später feststelle als der Wecker wieder klingelt. Das Radio ist nämlich noch nicht an, und als es endlich an ist, sind schon die Verkehrsnachrichten an der Reihe. Wetter verpaßt. Immerhin: ich habe gute Laune. Das war die letzten Tage eher nicht so. Das Bett ist aber soooo gemütlich, daß ich noch 2 oder 3 mal snooze bevor ich endlich aufstehe. Den Wetterbericht der Halb-Nachrichten verpasse ich auch wieder, aber im groben weiß ich ja schon, was da auf uns zu kommen wird. Da abends noch Schwedisch auf dem Plan steht und ich vorher nicht nach Hause komme, mache ich mir neben dem üblichen Obst für den Nachmittag noch eine Stulle für den Abend fertig und packe sie ein. Frühstücken und dann los. Es regnet unangenehm. Die Fahrt zur Arbeit erfolgt ohne besondere Vorkommnisse.

Als ich im Büro ankomme, läuft in der Teeküche eine angeregte Diskussion. Politik. Die simple Weltsicht von manch einem erstaunt mich immer wieder. Ich mache mir meinen Tee und dann, daß ich da so schnell wie möglich wegkomme.

Arbeit. Bei mir unspektakulär. Die Kollegin jammert immer mal wieder verzweifelt: „Machen! Einfach machen!“. Ihre Projektmitarbeiter tun ihr nicht den gefallen und irgendwann leihe ich ihr meinen Knautschpinguin aus, damit sie den stellvertretend an die Wand klatschen kann.

Auf dem Weg zur Mittagspause gibt es nur leichten Sprühregen, nach dem Essen regnet es wieder kräftig, so daß der Spaziergang weiter ausfällt.

Weiterarbeiten. Zwischen 4 und halb 5 nimmt der Wind (wie angekündigt) kräftig zu, kurz nach halb 5 lese ich im Twitteraccount der S-Bahn, daß der S-Bahnverkehr wegen des Sturms komplett eingestellt ist. Doof, denn so verpasse ich Schwedisch, bei dem Sturm mag ich aber eh grad nicht raus. Während die Kollegen überlegen, wie sie auf anderen Wegen zurück in die Stadt kommen, kann ich weitere Hiobsmeldungen verbreiten: die BVG twittert, daß auch Busse und die oberirdischen U-Bahnen nicht mehr fahren. Die Kollegen versuchen es trotzdem, ich bleib lieber. Im Büro ist es warm, trocken, es gibt Toilette und Internetzugang (mangels Smartphone hab ich den unterwegs nicht). Außerdem bekomme ich einen Anruf, daß der Schwedischkurs wegen des Sturms ausfällt. Damit habe ich nun wirklich keinen Grund mehr, schnell los zu wollen und hoffnungslos optimistisch, wie ich manchmal bin, denke ich mir: „Ab 7 wird schon wieder was fahren“. Im firmeninternen Chat kann ich sehen, daß nicht viele so denken wie ich – fast niemand ist um 5 mehr online. Aber der Kollege, der in der gleichen Ecke wohnt wie ich, ist noch da. Er hat auch noch Zeit bis 7. Also weiterarbeiten. Zwischendurch immer mal Twitter und den Liveblog der Berliner Zeitung verfolgen zu Updates der Verkehrslage. Irgendwann bekomme ich Hunger und esse die Stulle. Im Nahverkehr ändert sich fast nichts, außer, daß auch die Straßenbahnen nicht mehr fahren.

Dann, kurz nach halb 8 endlich die Meldung, daß die erste Teilstrecke der S-Bahn wieder befahren wird. Leider am ganz falschen Ende der Stadt. Um dreiviertel 8 dann die Meldung, daß die nächstgelegende U-Bahn wieder fährt und wir entscheiden, da mit dem Taxi hinzufahren (den nächstgelegen ist auch sehr relativ) – und dann mal sehen. Kaum das Werksgelände verlassen, schließt sich uns noch ein anderer Kollege an, der die Hoffnung hatten, wir hätten ein Auto. Nunja, wir suchen gemeinsam ein Taxi und das gestaltet sich doch schwieriger als erwartet. Für den direkten Kollegen und mich jedenfalls, denn das erste, was uns begegnet, fährt leider in die falsche Ecke der Stadt (es sitzt schon ein Fahrgast drin, der bereit ist, noch mehr mitzunehmen). Der dritte aber kommt damit gut weg. Das nächste, was kommt, ist leider bestellt. Der Fahrer verspricht zurück zu kommen, wenn er den Besteller nicht findet. Er kommt nicht wieder vorbei. Und dann passiert längere Zeit gar nix. Irgendwann kommt wieder ein Taxi, ohne Fackel, egal, wir signalisieren trotzdem mal, daß wir gern mit wollen. Es fährt an uns vorbei, hält aber kurz danach. Hm? Mal hingehen und nachsehen. Glück gehabt: Da brachte sich gerade ein Taxifahrer nach Hause und seinen Kollegen für die Ablöse mit. Der nimmt uns dann als erste Tour. Und hat, kaum daß wir ausgestiegen sind, schon die nächste..

Dank des Smartphones des Kollegen wissen wir inzwischen, das auch die Straßenbahnen wieder fahren. Das gibt mehr Optionen für den Heimweg. Wir knobeln ein bißchen und finden recht schnell die vermutlich beste Möglichkeit. Der Rest des Weges ist dann unspektakulär. Wir haben ne ganze Menge zu erzählen, und werden nicht mal ganz fertig, als ich aussteigen muß. Kurz nach 9 bin ich dann zu Hause, habe für den Heimweg mehr als doppelt so lang gebraucht wie normal und bin auch ne Stunde später, als wenn ich den Kurs gehabt hätte.

Tee machen, Balkon auf Sturmfolgen kontrollieren (2 Blumentöpfe sind umgekippt, ein paar Blüten abgerissen), Blogartikel schreiben, zwischendurch mit dem Schwesterherz chatten, die nach zwei Wochen in der Wildnis wieder Empfang hat. Jetzt Bad, dann Bett. Und hoffen, daß die Bahnen morgen wieder fahren.

 

Weitere Teilnehmer am Tagebuchbloggen gibt es bei Frau Brüllen.

12 von 12 im September

Was man so gar nicht braucht: Heute morgen wach geworden, auf den Wecker gekuckt wieviel Zeit ich noch hab bis zum Klingeln. 3:20 sagt der. Das konnte nicht sein. Dazu war ich zu wach (ok, das hat gar nix zu bedeuten) und es war zu hell. Also aufgestanden und in die Küche getappt. Küchenradio sagt 6:21. Das glaubte ich schon eher. Da es dann aber so gar keinen Sinn machte, für 40 Minuten noch mal ins Bett zu gehen, bin ich eben aufgestanden.

Küche.

Fahrstuhl. (Immer, wenn ich losgehe zur Arbeit um die Jacke richtig anzuziehen, den Schlüssel zu verstauen… Zeit ist knapp morgens, gut wenn man Fortbewegung mit dem anderen kombinieren kann).

Kurzes Telefonat mit dem Schwesterherz. Sie hatte Geburtstag, ich hab schon mal eine kleine Überraschung, ob wir uns gleich an der S-Bahn sehen? „Hä? Ich bin gerade erst aufgestanden!“ Pff, Schlafmütze. (Ich dachte, sie würde immer deutlich vor mir aufstehen, ist wohl doch nicht der Fall. Also bin ich bei ihr vorbei und hab ihr dir Überraschung und den Briefkasten gelegt.
Vor den Briefkästen.

Bahnsteig der S-Bahn.

S-Bahn (angelehnt, darum hab ich die Füße nicht unterm Körper).

Umsteigen.

S-Bahn (Sitzplatz).

Dann Büro und so. Danach Weg zur S-Bahn.

S-Bahn.

Das erste Mal seit langem auf dem Heimweg wirklich warten müssen auf die zweite S-Bahn.

Heimweg. Schweinebäuche heißen diese Granit-Gehwegplatten, weil sie nach unten hin so ähnlich aussehen wie Schweinebäuche. Um 1900 erstmals dort verlegt sind sie zu erkennen an den ungleichmäßigen, etwas runden Kanten und Ecken und inzwischen vom Aussterben bedroht.

Fast da. Hoch zu nehme ich tatsächlich oft die Treppe.

Der Wecker übrigens geht wieder richtig…

 

Die anderen Teilnehmer des 12 von 12 gibt es wie immer bei Draußen nur Kännchen.