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05.03.2021

„Zeugt!“ sagt jemand. Ich denke mir noch: „Mit Zeugen ist es ja nicht getan, man muß sie auch großziehen“, dann wach ich auf. Guten Morgen!

Ich bin relativ ausgeschlafen, das erste Mal diese Woche. Entsprechend gut funktioniert das Aufstehen. Morgenrunde mit Sonne, Frühstück, und dann habe ich vor Arbeitsstart sogar noch etwas Zeit zum Lesen.

Arbeit heute ist relativ entspannt. Morgens Abteilungsstatusrunde, ansonsten liegt nichts akut an und ich habe endlich Zeit, Mails zu lesen und die Schulungs- und Statusvideos anzusehen. Bei uns passiert gerade eine ganze Menge organisatorisch und man versucht tatsächlich, alle Mitarbeiter „mitzunehmen“. Find ich gut. Außerdem gibt es diese große Lernplattform, wo wir aufgefordert sind, viele „Kurse“ zu belegen. Es gibt verschiedenste Themen, organisatorisch, fachlich, aber auch kurze Vorstellungsvideos der oberen Managementebene. Und man sammelt dabei Punkte, die man jeweils am Monatsende einer NGO spenden kann.

Zum Mittag mache ich mir Kartoffeln und „Bayrisch Kraut“, zumindest heißt das bei uns in der Familie so. Keine Mittagsrunde, denn Kochen dauerte länger und ich so habe ich eh um 3 mein Stundensoll für diese Woche erfüllt. Mehr dürfen wir nicht. Ich mache dann aber den Rechner nicht gleich aus, sondern lerne noch schnell etwas polnisch. Sprachkurse kann man über die Lernplattform nämlich auch belegen. Da das aber nun wirklich Privatvergnügen ist, mache ich das natürlich nicht während der Arbeitszeit. Polnisch, weil ich das eventuell im Urlaub im Herbst gebrauchen kann. Ich habe Vorteile, weil ich ja in der Schule schon russisch gelernt habe, manches ist ähnlich. Aber das polnische Alphabet ist eine Herausforderung. Da 24 Buchstaben nicht reichen, versehen sie einige auch noch mit Strichen und Häkchen. Und heute lerne ich neu, daß es das z sowohl mit Strich, als auch mit Punkt obendrüber gibt. Außerdem gibt es ja noch Digraphen und Trigraphen – Kombinationen aus 2 bzw. 3 Buchstaben, die einen gemeinsamen Laut ergeben, ch zum Beispiel. Und ganz diverse Kombinationen mit z (plus Strich, plus Punkt). Das kyrillische Alphabet hat dafür ja jeweils eigene Buchstaben. Ob das aber wirklich leichter zu lernen war oder ich mir das nur einbilde? Daß ich angefangen habe russisch zu lernen, ist schon eine halbe Ewigkeit her. Außerdem haben allen Sprachkurse mit Unterrichtssprache englisch ja das große Problem, nicht zwischen du und Sie zu unterscheiden. Ich habe die Befürchtung, dieser hier mischt das sehr fröhlich. Das ist nicht das einzige Manko dieses Sprachkurses, aber ein bißchen was Brauchbares lerne ich vielleicht doch.

Danach dann aber: große Runde draußen. Dabei fällt mir gleich zu Anfang ein, daß ich gar keine Eier mehr habe und somit der nächste geplante Programmpunkt – nämlich backen – auf morgen verschoben werden muß. Oder ich backe war anderes. Bißchen doof: im Laufe des Tages waren die kleinen weißen Wölkchen immer größer geworden sind nun so groß, daß die Sonne fast die ganze Zeit sich hinter einer solcher Wolke versteckt. Erst zum Ende hin habe ich noch mal richtig Sonne. Immerhin steht sie da noch hoch genug, daß sie mich auch erreicht.

Nach der Runde – ich war gut eine Stunde unterwegs – ist mir erstmal nach Tee und Gebäck (die letzten Plätzchen von Weihnachten). Und lesen. Anschließend ist es mir erstmal wichtiger, den riesigen Berg Abwasch zu erledigen, der sich die Woche über aufgestapelt hat. Eine dreiviertel Stunde bin ich damit beschäftigt. Das weiß ich so genau, weil ich mir angewöhnt habe, dabei die Podcasts zu hören, die in den offenen Tabs des Browsers rumliegen. Komme ich ja sonst nicht zu. Der heutige hat eine Länge von deutlich über einer Stunde – den Rest gibt es dann beim nächsten Abwasch.

Danach Sport (Backen wirklich erst morgen, das paßt heute zeitlich nicht mehr). Da Nacken und Schultern fürchterlich verspannt sind, ist die Auswahl etwas schwierig, denn eigentlich will ich die erstmal nicht weiter belästigen. Ich entscheide mich für ein Programm nur für die Beine – bei dem ich aus Balance-Gründen die Arme die ganze Zeit zur Seite strecken soll. Nunja. Ich finde eine Armhaltung, die die Balance verbessert, aber die Schultermuskulatur nicht ärgert. Anschließend ausgiebiges Dehnen.

Duschen, Abendbrot, Fernsehen. Danach noch mal Polnisch, diesmal mit Duolingo. Ich hatte mich die Woche mit einer Freundin übers Sprachenlernen unterhalten und sie erzählte, daß sie Duolingo zumindest zum Vokabelnpauken und Sätzebilden ganz gut findet. Also habe ich auch wieder damit angefangen. Duo geht zumindest strukturierter und in kleineren Schritten vor als der andere Kurs. Außerdem hat es eine deutlich größere Varianz in den Übungen. Danach noch ein bißchen Internet, bißchen lesen, dann Bett.

 

Heute war’s mal wieder ausführlicher, denn es war ja der 5. und damit Tag des Tagebuchbloggens, auch bekannt als WMDEDGT (Was machst du eigentlich den ganzen Tag?).
Die anderen Teilnehmer gibt es wie immer bei Frau Brüllen.

26.02.2021

Es ließ sich nicht ändern: ich mußt mal wieder ins Büro, bzw. in die große Halle. Manches kann ich wirklich nur vor Ort erledigen.

Natürlich war für heute nach einer Woche Sonnenschein grau und Regen angesagt. Immerhin regnete es nicht mehr, als ich mich auf den Weg machte. Trotzdem war mir klar: dieser Tag braucht ein Franzbrötchen, früher oder später, das ich mir am Bahnhof gleich noch kaufte. Zum Glück war ich wirklich zeitig losgegangen, es standen ein paar Leute vor mir an. Und weil ich zum Bezahlen ja eh das Portemonaie rausholen mußte, dachte ich auch an den Fahrschein, den ich heute ja stempeln mußte. Mein Jahresticket galt bis 1. Dezember, danach habe ich mir kein neues geholt – ich fahre ja eh fast nicht mehr. Bahnfahrt noch gestückelter als sonst: Ich habe die erste Bahn genommen, die kam und zwei Stationen weiter, wo am Anzeiger nicht nur die aktuelle Bahn sondern auch die beiden nächsten angezeigt werden, festgestellt, daß es doch günstiger wäre, die nächste Bahn zu nehmen um den Anschluß für den zweiten Abschnitt zu haben. Vorteil: in dieser nächsten Bahn saßen diverse Nasenpimmel, mit denen ich mir so nur 1 s_tation lang den Wagen teilen mußte, nicht 3.

In der nächsten Bahn dann ein Kind im Vorschulalter, daß jeglichen Unmut mit lautstarkem Aufheulen bekundete und ein Prä-Teenie, der irgendwelche Videos auf dem Handy sah – natürlich ohne Kopfhörer sondern mit Lautsprecher. Ja, ich war genervt (ja eh, weil ich ins Büro mußte, hatte zeitig aufstehen müssen und Wetter doof), fand es aber gleichzeitig durchaus auch spannend, wie sich in den letzten Monaten das Publikum in dieser Bahn geändert hat, denn es war ja die gleiche Bahn wie früher immer, von meinen früheren „Mitfahrern“ war aber keiner da, dafür eben Kinder, die es in der Alterklasse da früher nicht gab (von Schulausflügen abgesehen).

Den Weg ins Büro habe ich problemlos gefunden, da hat sich nichts geändert. Dafür war ich offenbar ganz allein auf meinem Abschnitt des Flurs, es war noch total dunkel. Gut, ist ja auch Freitag, wer fährt da schon freiwillig ins Büro, wenn er nicht muß? Im Büro angekommen festgestellt, daß nicht alle Pflanzen meine Abwesenheit gut vertragen haben. Den Rest gegossen.

sehr vertrocknet aussehende Grünpflanze

Dann wollte ich mal den Flur lüften, da ich weiß, daß viele Kollegen nur die Bürotür zum „Lüften“ nutzen, nicht jedoch ihre Fenster (und es roch selbst durch die Maske recht abgestanden). Das ist nicht so einfach, denn der Flur hat keine Fenster. Aber der Druckerraum. Und bei einem Büro am entgegengesetzten Ende paßt mein Schlüssel auch, also hab ich auch dort die Fenster aufgemacht. Dann erstmal Meeting (per Telco). Danach stellte ich fest, daß ich wohl doch nicht allein bin, denn die Fenster vom Druckerraum waren wieder zu. Nunja.

Anschließend große Halle. Zum Mittagessen wieder ins Büro. Gut, es hatte sich ergeben, daß ich noch was tun mußte, was an meinem Schreibtisch (mit den großen Bildschirmen) besser zu erledigen ist, aber zum Essen wäre ich dann eh rüber gegangen, denn unsere Kantine hat den Betrieb eingestellt, lohnt sich nicht derzeit. Fast zeitgleich mit mir kam auch noch ein Kollege aus dem Nachbarbüro an. Doch nicht allein. Und klar: er macht nicht die Fenster auf, sondern nur die Tür zum Flur. Aber gut, er hat auch nicht die Pflanzen seines Tischnachbarn gegossen, obwohl er sehr oft da ist.

Nach dem Essen wieder zurück zur großen Halle, ohne Mittagsrunde. Das war mit Essen in der Kantine irgendwie einfacher, da war man ja eh unterwegs, konnte man auch noch einen kleinen oder großen Umweg machen. Nun aber… und das Wetter war eh doof…. Beim Weiterarbeiten stellte ich aber fest, daß mir die Runde doch fehlt. Also hab ich mal die Kollegin angechattet, ob sie nicht zufällig da ist. Dann hätte ich sie ja abholen können und damit einen Auslöser gehabt. War sie aber nicht. Nunja, haben wir eben gechattet statt zu quatschen, denn sie hatte ein paar Neuigkeiten (im Nachhinein habe ich festgestellt, daß sich das für mein Gehirn durchaus wie ein persönliches Gespräch angefühlt hat. Nur mittendrin nicht, da fehlte mir ihr Gesichtsausdruck beim Verkünden der Neuigkeit, so daß ich nicht genau wußte, wie das jetzt zu bewerten ist und ich zwecks richtiger Reaktion vorsichtig nachfragen mußte). Und anschließend bin ich dann doch noch allein eine Runde übers Gelände, Kopf durchpusten lassen. Chatten und nebenbei arbeiten ist auch nicht so ohne. Daß hab ich auch später gemerkt, als ich die Rettung für mein eigentliches Projekt war, da vor Ort und mal eben was nachsehen bzw. organisieren konnte. Da hab ich dann zwischendurch ein paar Mal überlegt, was ich denn jetzt eigentlich hatte machen wollen, manches doppelt gemacht, anderes vergessen (und deswegen wieder anderes dann doppelt machen müssen). Multitasking is nix. Entsprechend erledigt war ich dann auch als ich Schluß machte in der Halle. Im Büro wartete noch das Franzbrötchen, dann Feierabend (vorher drei mal überlegt, ob ich wirklich alle Daten, die ich brauche, auf meinem Rechner habe, nicht, daß ich noch mal hin muß!).

Ereignislose Rückfahrt. ich hatte ja gehofft, in der S-Bahn jemanden zum quatschen zu treffen (wenn ich denn schon mal fahre! Die Gepräche bis dahin waren alle eher kurz gewesen), aber die Wahrscheinlichkeit war eh sehr gering gewesen. Das wäre schon wie Sechser im Lotto, oder so.

Obwohl ich ja nun meine eine Büropflanze dabei hatte (es gibt noch grüne Spitzen, vielleicht kann ich sie wieder aufpäppeln?!) hab ich mich entschieden, die letzten beiden Stationen wieder zu Fuß zu gehen (im Nachhinein betrachtet eine blöde Idee: Schultern und Nacken werden es mir lange übel nehmen, denn der Übertopf ist ziemlich schwer).

Unterwegs zwei Jugendliche ganz cool: mit lauter Musik bei rot über die Ampel. Als sie auf meiner Höhe waren hörte ich dann die Musik: Die Prinzen, „Küssen verboten“. Ich mußte lachen.

Zu Hause angekommen fühlte ich mich dann sehr erschlagen. Nach dem Motto „nicht lang überlegen, einfach machen“ habe ich dann aber trotzdem gleich eine Sporteinheit eingelegt. Angesichts meiner Lage habe ich mich für ein „Yogalates“ entschieden – und fühlte mich danach nicht mehr völlig kaputt, sondern einfach nur noch wohlig müde. Unbedingt merken!
Viel ging dann aber trotzdem nicht mehr. Abendbrot, bißchen Internet, zeitig ins Bett.

21.02.2021

Die Eltern im Garten besucht. Das Wetter verlangt ja quasi nach viel Bewegung draußen. Da ich die Öffentlichen möglichst vermeide ist das mit dem Wandern aber schwierig, dazu wohne ich zu weit in der Stadt. Bis in den Garten raus ist aber ok. Erst viel Stadt, ab ca. der Hälfte dann viel Grün (auch wenn das immer noch Stadt ist).

Eigentlich hatte ich das ja auch schon gestern geplant, aber da habe ich die Zeit vertrödelt – und lieber Fenster geputzt. Heute also. Ich wußte, daß die Eltern raus fahren wollten, Bäume beschneiden, wußte aber nicht, wie lang sie bleiben würden und wollte sie ja überraschen. Drum habe ich sicherheitshalber den Gartenschlüssel mitgenommen um im Zweifelsfall eben allein im Garten meine Kaffeepause machen zu können. Tee und Kuchen für die Pause hatte ich natürlich auch mit, da draußen ist ja noch nix (außer Strom). Da es durchaus noch Frost geben kann, ist das Wasser noch abgestellt.

Die Wege durch’s Grün waren zum Teil noch ganz schön matschig, ein paar Schneereste habe ich auch noch gesehen. Und blühende Hasel, wie schön. Mein Immunsystem hat die Pollen auch schon registriert. Es waren zum Teil viele viele Menschen unterwegs, sehr viele mit Fahrrad. Ich habe einen großen Gänse-Keil gesehen und gehört. Und zwei Habichte.

Und die Überraschung ist gelungen. Die Eltern arbeiteten noch fleißig und freuten sich, mich zu sehen. Ich hab auch noch meinen Kuchen mit ihnen geteilt. Schöner Sonntag.

20.02.2021

Naja, dann habe ich eben Fenster geputzt, zumindest die im Zimmer mit dem Schreibtisch. Und die bemalten Innenseiten natürlich auch nicht. Dabei fiel mir auf, daß das letzte Putzten noch gar nicht sooo lang her sein kann, denn da hatte ich den neuen Schreibtisch schon, und der ist ja noch relativ neu. Früher hab ich ja nur ein Mal im Jahr geputzt. Früher hab ich allerdings auch nicht jeden Tag mehrere Stunden vor diesen Fenstern gesessen.

Küchenfenstern hatte ich auch überlegt, aber erstmal war Mittagszeit (und ich hatte Hunger) und danach hatte ich keine Lust mehr dazu.

Nachmittags dann: das erste Mal Tee und Gebäck auf dem Balkon dieses Jahr. Ich hatte wegen der Sonne und dem Frühlingsgefühl kurz überlegt, Eis zu essen. Es wurden dann aber doch letzte Spekulatius und Plätzchen. Ich hatte auch die Jacke an, so richtig doll warm war es noch nicht.

19.02.2021

Da ich die letzten Tage mehrfach länger gearbeitet hatte, konnte/mußte ich heute schon um halb 4 Feierabend machen. So konnte ich dann gleich noch bei schönstem Sonnenschein (aber Temperatur noch einstellig) eine große Runde durch den Park drehen*, anschließend ein Buch lesen, schon mal etwas Haushalt erledigen und danach immernoch wunderbar Zeit vertrödeln wie an allen anderen Tagen, so daß es erst wieder kurz vor 9 Abendbrot gab.

 

* Endlich dran gedacht, beim Zurückkommen die Flunder (den aufblasbaren Schlitten) aus dem Keller zu holen und mit hoch zu nehmen. Will ich schon seit ein paar Tagen, denn ich denke, ich brauche sie diesen Winter nicht mehr. Nun liegt sie wieder verpackt in der Kammer und ich komme wieder in meinen Kellerverschlag.

18.02.2021

Schneeglöckchen noch ohne Glöckchen, im Hintergrund noch etwas schnee

ein Tuff Schneeglöckchen, blühend

Frühling. Zumindest fühlt es sich so an. 12°C waren es heute Mittag und die Sonne schien fast den ganzen Tag. Wenig verwunderlich, daß ich da Nachmittags den Drang verspürte, die Fenster zu putzen. Die sind aber auch dreckig! Und das sieht man so gut, wenn die Sonne so schräg rein scheint. Hab ich aber natürlich nicht gemacht, mußte ja arbeiten.

Zum Feierabend war ich so frustriert (da läuft was nicht, wie es soll, was mich deutlich mehr Zeit kostet als geplant), daß ich das dringende Bedürfnis hatte, noch mal raus zu gehen. So wie früher, also, als ich noch ins Büro fuhr, nach Feierabend ’ne ganze Weile durch die Gegend laufen und dabei den Kopf frei bekommen. Hab ich dann einfach gemacht und es hat wunderbar funkioniert. Zu Beginn war auch noch blaue Stunde, was ja sowieso schön ist und außerdem hatte ich zur Verstärkung des Effekts noch eine Strecke ausgewählt, die ich teilweise schon ewig nicht mehr, und teilweise noch nie gegangen bin. So viel neues! Gut, die Schwelle für „neu“ liegt derzeit extrem tief. Nachteil dieses Abendspaziergangs: als ich zurück war, hatte ich Hunger. Da paßte dann kein Sport mehr vor das Abendbrot. Aber wo ich eh schon mal dabei war, habe ich dann auch den Rest des Abends anders gestaltet als üblich und mir erst einen Bildband angesehen, den ich schon 2019 kaufte aber noch nicht ausgepackt hatte bisher und anschließend in der Zeitschrift gelesen, die gestern gekommen war. Sollte ich öfter machen, glaube ich.

17.02.2021

Die Morgenrunde war spannender als sonst: Ein Abschnitt ist nur ein Parkweg der nie geräumt wurde und jetzt eine reichlich buckelige Eisbahn war. Ein weiterer Abschnitt war eine riesengroße Pfütze, ganze Wegbreite, 5 Aufgänge lang. Da mußte ich dann auf die Wiese ausweichen.

Weiter Tauwetter.Im Laufe des Tages verschwand der Schnee von der Wiese vor dem Haus fast komplett und hinterließ große Pfützen. Wie dunkel es jetzt abends wieder ist ohne den Schnee!

Oben grauer Himmel unten tauender Schnee auf ziemlich grauer Wiese – die Aussicht heute war alles andere als motivierend. Da fiel mir wieder ein, daß das Schwesterherz in Meetings, bei denen sie hauptsächlich zuhören muß, gern die Fenster bemalt. Das hab ich dann heute auch mal getestet. Jetzt sehe ich da eine Reihe Grinsegesichter (inspiriert von einem alten Poster von Ted Sieger).

Eine reihe bunter grinsender Monster, mit Kreidemarkern aufs Fenster gemalt

Das Schwesterherz stickt auch während solcher Meetings. Das tue ich ja nun generell nicht, aber gestern habe ich einen Knopf angenäht. Man kann echt was von ihr lernen.

(Wenn ich mich nicht mit solchen Tätigkeiten beschäftige, die wenig bis gar kein Denken erfordern, sucht sich mein Gehirn ganz andere Sachen mit denen ich dann richtig abgelenkt bin. Dann lieber malen oder Knöpfe annähen.)

 

Frau Brüllen sehnt sich nach der Kantine und – mir geht es ganz genauso. Dabei ist unsere Kantine nicht mal gut und ich muß ja nur für mich alleine kochen und das nur 1x am Tag, weil es abends Brot gibt, aber nur zwischen 3 Alternativen auswählen zu müssen (oder Suppe, oder Salat, oder nur Beilagen) ist so viel einfacher als mir das jeweils komplett selbst ausdenken zu müssen. Ich habe mal versucht, einen Kochplan zu erstellen, aber das finde ich noch schlimmer. Hm, vielleicht sollte ich mir von jemandem einen Kochplan erstellen lassen – basierend natürlich auf den Gerichten, die ich tatsächlich kochen kann und will. Das sind immerhin im letzten Jahr deutlich mehr geworden. Achso, und die Sache mit dem Abwasch… nach dem Mittagessen habe ich keine sauberen Messer mehr und muß somit zwangsweise abwaschen – davor hatte ich mich seit Sonntag gedrückt. Nein, eine Spülmaschine ist keine Option, ich habe definitiv keinen Platz dafür. Und in die ganz kleinen passen keine Töpfe, die müßte ich also eh… und dann kann ich gleich die paar Teller mit abwaschen.

 

16.02.2021

Es hörte ja nicht auf zu schneien als wir aufhörten zu rodeln, sondern schneite noch fröhlich weiter mehrere Stunden. Als ich irgendwann mitten in der Nacht in der Küche stand und ein Knäckebrot aß um eine Schmerztablette gegen die Schulterschmerzen nehmen zu können (nicht auf nüchternen Magen), konnte ich die Winterwunderwelt da draußen bewundern. Und beobachten, wie ein Bus zum Abschleppen vorbereitet wurde (sehr grob nur, wegen des Geästs der Bäume konnte ich keine Details sehen außer der Abschleppstange und eines großen Schildes (unbekannten Inhalts), das irgendwie hinten am Bus angebracht wurde. Und eine Tatra-Bahn kam vorbei. Ich wußte gar nicht, daß auf dieser Strecke noch welche fahren. Als der Bus dann abgeschleppt wurde, war auch ich fertig und ging wieder ins Bett.

Aufstehen war dann aber natürlich noch schwerer als sonst schon. Das Klopfen auf dem Fensterbrett motivierte noch weniger, bedeutet das doch meist Regen. War aber wohl doch nur tauender Schnee. Genaue Beobachtung der paar Menschen da draußen brachte mich nämlich zu dem Schluß, daß sie nicht aussehen, als würde es regnen, also hab ich doch meine Morgenrunde gedreht. War super. Es war zwar reichlich grau und nebelig, die Luft aber milder als die letzen Tage. Außerdem war es windstill und durch den vielen Schnee (der wieder und noch) lag auch deutlich leiser als sonst. Zumindest so lange ich nicht in der Nähe eines Räumfahrzeugs oder der Straße unterwegs war.

Aber ja, Luft milder = Tauwetter. Schon als ich aufstand, lag die Temperatur im Plus-Bereich, sie stieg noch weiter (wenn auch nicht viel) und so taute es den ganzen Tag vor sich hin. Schade.

 

Abendbeschäftigung: Ich habe ja den Kalender von „Das Magazin“, also DEM Magazin aus der DDR, mit Inhalten aus der Langen Geschichte der Zeitschrift und da gibt es immer mal alte Kontaktanzeigen. So auch diese Woche. Bei einer dachte ich mir „Stand das da wirklich so drin?“, eine andere ist mittendrin abgeschnitten, was mich etwas ärgerte. Irgendwann abends fiel mir ein, daß ich ja ein ziemlich umfangreiches Archiv dieser Zeitschrift besitze und also einfach mal nachsehen könnte. Das konkrete Heft war leider nicht angegeben, aber immerhin „aus einem Heft von 1988“. Also habe ich mir die entsprechenden Hefte rausgesucht (alle 12) und den Rest des Abends Kontaktanzeigen gelesen. Ich war erstaunt über die Bandbreite der Anzeigen. Viele, die wirklich Partner für’s Leben suchen („Junger Mann (<Alter, Größe>) sucht Frau für’s Leben <Chiffre, Anzeigenbüro>“, aber auch deutlich ausführlicher, wenn mit Kind, dann das oft an erster Stelle vorgestellt), aber bestimmt ebenso viele (dann aber hauptsächlich Männer), die nur auf der Suche nach Sex waren, mehr oder weniger direkt formuliert. Und irgendwann hab ich mich gefragt, ob die, die Diskretion zusicherten, auch einfach nur Sex wollten, sich aber nicht trauten, das so direkt zu schreiben. Genauso wie die Fotografen. Andere suchten ganz unverbindlich „Bekanntschaft“ („spätere Heirat nicht ausgeschlossen“) und es gab mindestens 2 Männer die Männer suchten, einer davon offenbar mit seiner realen Adresse. Ganz spannend fand ich die Anzeige aus dem Februar-Heft, in der ein junger Mann eine Frau suchte zwecks Hochzeit am 8.8.88, Auto und Wohnung ist vorhanden*, sie möchte bei ihm einziehen. Ich bin mir nicht sicher, ob man das unter „Partner für’s Leben“ einordnen kann. Hab später gesehen, daß er im November 87 schon mal inseriert hatte, war wohl nicht erfolgreich. Wobei ich diverse Anzeigen mehrfach gesehen habe, also in verschiedenen Heften, allerdings auch sehr ähnlich klingende im gleichen Heft. In einem Heft gab es bestimmt 4 Anzeigen in denen Kater oder Katze das jeweils andere suchten. Die meisten Inserenten waren 20 bis Mitte 30, aber es gab auch deutlich ältere. Die älteste war 65 und suchte einen Haushalt und/oder Garten, wo sie wirken kann (der Mann wird halt mit genommen, hatte ich den Eindruck). Das paßte ganz gut zu der Anzeige aus dem Kalender, die mich zweifeln ließ, da suchte nämlich ein „viel beschäftigter Mann (24)“ eine fleißige Frau zum Abwaschen und Saubermachen. Die Anzeige habe ich übrigens nicht gefunden, immerhin zwei andere vom Kalenderblatt durchaus, aber auch die abgeschnittene Anzeige nicht. Auch in den letzten 2 Heften des Jahres 87 nicht. Dann mußte ich aber wirklich ins Bett und wirklich weiter suchen mag ich auch nicht, denn die Anzeigen zu lesen ist nicht immer das reinste Vergnügen (eine Frau bis 1,80 mit max. 50 kg, ernsthaft??), aber mir kam so der Gedanke, daß das eigentlich auch ein recht interessantes Forschungsthema wäre (Frauenbild, Selbstdarstellung, inwieweit die Anzeigen erfolgreich waren, wird man nicht mehr nachvollziehen können). Inzwischen habe ich mal kurz das Internet befragt und festgestellt, daß es da offenbar durchaus etwas gibt, zumindest hat die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften einen Kontaktanzeigenkorpus, allerdings ging es bei der zugrundeliegenden Forschung wohl eher um die Sprache.
Der Vorständigkeit halber der Vergleich zu heute, denn in meiner Familie wird Das Magazin weiterhin gelesen: Die Inserenten sind deutlich älter, es sind fast nur noch Frauen und die Texte sind länger und individueller.

 

Nachtrag: Spaßeshalber noch kurz in die Hefte 12/67 und 1/68 einen Blick geworfen. Dort fällt auf, daß die jungen Männer Anzeigen gern mindestens zu zweit aufgaben. So zwei Freunde die gemeinsam suchten gab es 88 auch noch mal, aber 68 waren über die Hälfte der Männer-Anzeigen von 2 bis 5 Freunden. Bei den Frauen kam das auch vor, aber nur vereinzelt.

 

* Klingt heute seltsam, war ja aber zu DDR-Zeiten nicht unbedingt selbstverständlich, zumindest bei ganz jungen, und tauchte mehrfach auf.

15.02.2021

Noch mal rodeln.

Da es spätestens Mitte der Woche Tauwetter geben soll, habe ich natürlich sofort zugesagt als das Schwesterherz fragte, ob wir heute noch mal rodeln wollen.

Mittags hatte ich dann Sorgen, daß das doch ins Wasser fällt, denn auf meinen Fensterbrettern taute es mächtig und das Außenthermometer zeigte bis zu 3°C. Bei der Mittagsrunde stellte ich dann aber erleichtert fest, daß nur unser Haus betraf, es allgemein am Boden noch ausreichend frostig war. Blieb die Frage nach dem Wann. Ich schlug wieder nach meinem Feierabend vor, um die Kinderscharen am Berg zu vermeiden. Schwesterherz wollte lieber früher, sagte das aber nicht, sondern äußerte nur Befürchtungen wegen des angekündigten Schnee oder Regens. Da im Wetterradar zu erkennen war, daß das auf alle Fälle Schnee sein würde, sind wir dann doch noch los, deutlich nach Feierabend. Am Berg war fast nichts mehr los, unsere Rodelstrecke von letzter Woche war inzwischen aber auch so richtig runtergerockt. Da war nicht nur kein Schnee mehr, es war auch Streckenweise kein Eis, sondern der blanke Boden. Das rodelt sich nicht gut. Zum Glück gibt es im Park ja noch deutlich mehr Möglichkeiten. Meine nächste Idee war für den Holzschlitten ok, für meine Flunder (ein relativ großer aufblasbarer Schlitten mit ziemlich viel Auflagefläche) aber nicht steil genug. Ich versuchte, im Knien zu rodeln um mich notfalls abstoßen zu können, konnte so aber nicht mehr lenken und landete irgendwie immer in der Botanik. An der nächsten Wegkreuzung aber gab es einen ziemlich steilen Weg in Form einer langen Kurve runter zur Straße der auf zwei dritteln der Breite auch noch genug Schnee hatte. Da ging es richtig gut. Ich weiß nicht, wie oft wir da hoch und runter sind. Irgendwann setzte Schneefall ein. Eher Eiskrümel, ziemlich fies, wenn die einem beim Rodeln massiv ins Gesicht gepustet sind. Aber die frische Schneeauflage machte das Rodeln mit dem Holzschlitten für das Schwesterherz besser, da recht bald die Stellen wo doch schon der Untergrund durch kam mit Schnee bedeckt waren (die Flunder ist in Sachen Untergrund etwas toleranter, dafür eben insgesamt langsamer). Irgendwann hatte ich dann aber Hunger und wir entschieden: ein letztes Mal runter, dann noch mal hoch und auf der anderen Seite noch mal runter und dann nach Hause. Da es aber inzwischen mindestens einen halben Zentimeter Neuschnee gegeben hatte, schlug das Schwesterherz vor, doch noch mal die Rodelbahn zu versuchen. Jetzt machte sie wieder Spaß! Und zwar richtig! Nur der Aufstieg war immer noch verdammt steil. Aber drei mal sind wir da auch noch mal runter. Das Schwesterherz 4 mal. Ich hatte es ihr angeboten, weil sie beim dritten Mal der Schlitten zwischendurch abgeworfen hatte. Und das ist ja nun kein schönes Ende für einen Rodeltag. Bzw. Abend. Dann hatte ich aber wirklich wirklich Hunger, und wir sind nach Hause.

Ich war dann diesen Winter also nicht langlaufen, aber zwei Mal rodeln. Ich glaub, das ist ok.

Daß es tatsächlich noch mal geschneit hat heute, wir somit richtig rodeln konnten, UND die Bahn für uns ganz allein hatten – das war schon ziemlich grandios.

13. und 14.02.2021

Nachdem ich den letzten Punkt der To-Do-Liste vom letzten Wochenende erst am Freitag abgehakt hatte, war es dieses Wochenende schon Sonntag Mittag so weit. Es stand auch deutlich weniger drauf, weil akut grad nicht viel anlag.

Wichtigste Aktion am Sonnabend: ich habe das Regal im Flur umgebaut. Das besteht aus zwei übereinander gestapelten Billy-Aufsatzregalen, die ich nicht mehr auf den Bücherregalen im Wohnzimmer haben wollte und eigentlich nur dort in den Flur gestapelt hatte, weil sie ja erstmal irgendwo hin mußten. Dann habe ich festgestellt, daß ein kleines Regal dort sehr praktisch ist. Nun stehen diese Regale aber bestimmungsgemäß in über 2m Höhe, weswegen man sich bei ikea wohl dachte, da muß man oben kein Echtholzfurnier machen, sieht ja eh keiner. Stehen sie unten, sieht man es schon, was mich in den letzten Monaten mehr und mehr ärgerte. Ich kam da in den letzten 11 Monaten ja deutlich öfter vorbei als in all den Jahren zuvor. Im Januar hatte ich dann irgendwann die Idee, daß man vermutlich diese Böden einfach andersrum einbauen kann, dann wäre es wieder schick. Da im Regal aber viele Zeitschriften stehen, erschien mir der Gesamtaufwand bisher immer zu hoch. Bis Sonnabend. Da hab ich die Zeitschriften dann doch erstmal woanders hingestapelt, und mit dem Umbau begonnen. Ging tatsächlich einfach und hinterm unteren Regal habe ich nicht nur eine dicke, lange Staubraupe gefunden, sondern auch die Wunderkerzen, die ich schon seit Jahren vermisse und inzwischen aufgegeben hatte. Anderthalb Monate zu spät. Nunja. Jetzt muß ich mir einen guten Platz überlegen wo ich sie hinräume, damit ich sie in Zukunft wieder finde. Das Regal stand auf keiner Liste (auf die Wochenendliste hab ich es dann noch draufgeschrieben zum abhaken), macht mich aber sehr glücklich, weil es jetzt nicht mehr nach Provisorium aussieht, sondern nach was richtigem.

Sonntag früh waren alle Bäume weiß vom Rauhreif. Da ich allerdings zum Nachmittag bei den Eltern eingeladen war und vorher noch ein bißchen was erledigen wollte, bin ich nicht gleich früh raus und Nachmittags waren die Bäume wieder weitestgehend enteist. Die Sonne hat schon ordentlich Kraft. Nach dem Mittag bin ich dann aber los und nicht auf direktem Weg zu den Eltern, sondern mit Kringeln und Kreisen durch den Park. Dort war mächtig was los, auf jeder abschüssigen halbwegs glatten Fläche wurde gerodelt, überall Lachen und Kinderschreien. Die Bahn, die wir Montag rodelten, ist inzwischen ein Eiskanal. Zwei Langläuferinnen sind mir auch begegnet. Und jemand, der Skischuhe und Kurzski durch die Gegend trug. Wo er die nutzen wollte, ist mir allerdings nicht ganz klar. Fast erstaunlich, wie friedlich alles war, obwohl man sich ja nun zwangsweise in die Quere kam, so viele Menschen wie da unterwegs waren. Und das nach Monaten der Pandemie. Vor nicht mal einem Jahr haben sich Menschen wegen Klopapier angegiftet.

So schön es war dort im Park, sorgte es doch auch wieder für mächtige Norwegen-Skiurlaub-Sehnsucht. Die wurde absurder Weise noch durch den Burgerladen befeuert, an dem ich vorbei komme. Aber wenn wir nach Norwegen fahren, halten wir immer an dieser einen Raststätte, an der es auch eine Filiale der anderen Kette gibt die richtig gute heiße Schokolade haben und auch echt guten Kuchen (zumindest im Vergleich zum anderen Raststättenrestaurant). Das gehört also irgendwie dazu.

Bei den Eltern dann lecker Kuchen und Torte, viel quatschen, bißchen technische Hilfe, und meine Haare wurden hinten etwas eingekürzt. Ich bin jetzt ein halbes Jahr nicht beim Friseur gewesen und die letzte Frisur war nicht sonderlich gut zum Rauswachsenlassen geeignet. Nun sieht es wieder etwas besser aus.

Auf dem Heimweg sternklare Nacht und richtige Winterluft.