Festival of Lights / Berlin leuchtet 2017

Jetzt kommen viele Fotos…

Vom diesjährigen Festival of Lights hab ich erst spät etwas mitbekommen. In der vorletzten Woche erst, als die Kollegin vorschlug, daß wir am Sonnabend ja, wenn das Wetter paßt, fotografieren gehen könnten. Vorletzten Sonnabend regnete es. Und auch wenn nasse Straße die Fotos ja noch interessanter machen kann: bei Regen fotografieren macht jetzt nicht sooo Spaß und so hatte ich Sonnabend keine Lust, Abends noch mal los zu gehen (die Kollegin hatte das Donnerstag schon abgesagt, als das Wetter absehbar war).

Letzten Sonnabend war es warm und trocken, wenn auch tagsüber ziemlich bewölkt. Aber sogar das ließ zum Abend hin nach, und so war ich nicht die einzige, die auf die Idee kam, sich das Festival of Lights / Berlin leuchtet anzusehen. Gefühlt waren tausende unterwegs.

Da es für mich ja nicht die erste Beleuchtungsaktion war, wollte ich mich diesmal auf die neuen Bauwerke konzentrieren. Angefangen habe ich bei der Marienkirche (die mir tatsächlich wesentlich besser gefiel als der Fernsehturm).

Dann ging es weiter zum Alten Stadthaus.

Die Fahnen der Wasserbetriebe passen ja in meinen Augen nicht zu den Farben der Beleuchtung (gesponsert von einem Dessous-Hersteller…). Aber wenn man die Fahnen nicht mehr im Bild hatte, störte der Aufbau mit dem Beleuchtungsgerät. Immerhin: keine Menschen im Bild (Weil die Tochter hinter mir stehen geblieben war und ihren Papa zurückpfiff).

Vom Stadthaus ist es nicht weit zur Nikolai-Kirche. Hier wurde zum einen mit der Architektur der Kirche gespielt. „Blöcke“ aus der Wand drehten sich oder kippten nach hinten weg, zum Beispiel. Oder es wurde ein „Treppenhaus“ eingeblendet:

Außerdem wurden die Partnerstädte Berlins mit Zeichnungen von markanten Bauwerken vorgestellt. (Welche Stadt ist das wohl?)

An der Seite des Neuen Marstalls lief ein Naturfilm. Da ich dank I. diesmal mit Fernauslöser unterwegs war, hab ich den Elefanten fotografiert. Aber ein Gebäude als Leinwand für irgendeinen Film zu nehmen ist nicht so das, was ich unter Festival of Lights verstehe.

Von da ging es weiter zum Gendarmenmarkt.

Da die Beleuchtung dort von den Berliner Wasserbetrieben gesponsert wurde, gab es dort auch wieder einen Stand mit kostenlosem Wasser. Sehr praktisch, denn ich hatte nichts mit. Noch schnell zum Schokoladen-Haus, das nur an diesem Sonnabend beleuchtet war.

Und dann zurück zu den Linden Richtung Alex. Am Bebelplatz vorbei, der so voll war wie ich ihn noch nie bei einem Festival of Lights gesehen hab. Allerdings waren diesmal auch erstmalig alle Gebäude rundrum beleuchtet. Hat mir sehr gefallen (die Bilder wechselten wohl auch, aber sehr langsam).

Danach war es dann richtig voll, so voll, daß man teilweise kaum voran kam. Und auf die Straße ausweichen ging auch nicht, weil die auch voll war. Ich war froh, als ich in der Straßenbahn saß.

 

Sonntag war ich ja zum Sonnenuntergang auf der Siegessäule und bin dann noch bis zum Dunkelwerden geblieben, denn die Siegessäule ist auch neu im Portfolio. Zumindest hatte ich sie noch nicht (steht ja auch etwas abgelegen).

Die Lasershow war etwas seltsam. Vor allem, daß sie so geräuschlos war, obwohl rundrum so viel Lärm. Irgendwie wirkte das ganz eigenartig.

(Auch wenn das anders wirkt: die Säule steht auf allen drei Fotos exakt gleich.)

Danach wollte ich noch zum Potsdamer Platz. Da standen nämlich riesige weiße Karnickel rum. (Gar nicht so einfach, die ohne Werbung zu fotografieren.)

Und nebenan gab es beleuchtete Papierboote.

Auf dem Potsdamer Platz selbst wurden Blüten auf den Boden projiziert, aber das fand ich reichlich absurd: Wir betonieren erst alles zu, um dann da Blüten drauf zu projizieren? Dann lieber echte Blumen. Und überhaupt: es reichte mir, ich hatte genug, und vor allem Hunger.

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sonniger Spätsommersonntag

Wenn es an einem Sonntag im Oktober nach wochenlangem grau-und-Regen-Wetter allerschönstes Spätsommerwetter (sonnig und Temperaturen über 20°C) gibt, dann muß man das ausnutzen. Die Frage war nur: wie und wo. Da der Vormittag schon verplant war, blieben nur Ziele in Berlin, aber bei allem, was mir so einfiel, befürchtete ich Massen an Menschen (ich war Sonnabend unterwegs um das Festival of Lights zu fotografieren und etwas traumatisiert). Das Schwesterherz hat dann vorgeschlagen, am Britzer Zweigkanal entlangzulaufen. Das klang gut. Wasser ist immer gut, den Kanal kannte ich noch nicht – und da war wirklich fast gar nichts los am Anfang der Strecke.

Gut, er ist jetzt auch nicht sooo spannend, aber wir hatten Bewegung in der Sonne (ca. ne Stunde waren wir unterwegs) und haben uns gut unterhalten. Am Ziel hatte das Schwesterherz was vor, ich bin mit U-Bahn und Bus zum Großen Stern gefahren. Sonnenuntergang auf der Siegessäule war mein Ziel. Kann man machen.

Da oben war es allerdings wirklich voll, weswegen ich kurz nach dem letzten Foto erstmal nach unten in die Säulenhalle geflüchtet bin. Dann habe ich überlegt. Bis zum Beginn der Beleuchtung des Festival of Lights waren es noch über 40 Minuten. So viel spannendes gibt es da aber in der Gegend nicht und Berlin von oben ist ja auch spannend, wenn es dunkel ist. Also bin ich, nachdem ich festgestellt hatte, daß etliche wieder runter gekommen waren, wieder nach oben gestiefelt (habe heute Muskelkater in den Waden…) und noch ein bißchen fotografiert. Es war toll da oben, inzwischen nur noch angenehm gefüllt, warm, ein leichter Wind ging und es gab eine wunderbare Aussicht.

Dann war es dunkel genug und als ich wieder unten war, wurde der Turm auch schon beleuchtet. Gutes Timing. Die dann entstandenen Fotos gibt es in einem extra-Beitrag.

Botanische Nacht

Es wird gedrängelt, wann denn endlich der Blogbeitrag zur Botanischen Nacht kommen würde, also wollen wir mal.

Die I. hatte mich vor einigen Wochen gefragt, ob ich mit ihr dort hin gehen würde. Eigentlich paßte es ja so gar nicht in den Zeitplan, aber eine Kollegin hatte vor 2 Jahren davon geschwärmt, also sagte ich zu.

Wir waren so überhaupt gar nicht vorbereitet. Wir hatten zum Beispiel keinen Mückenschutz mit, obwohl der eine sehr gute Idee gewesen wäre (wir haben hinterher gezählt, ich hab gewonnen mit 28 Mückenstichen).

Das Programm (inklusive Lageplan) haben wir zum Glück am Eingang in die Hand gedrückt bekommen, den Plan zu lesen und zu ermitteln, wo wir gerade sind, bereitete uns aber die ganze Zeit Schwierigkeiten (und normalerweise kann ich mit Landkarten umgehen!). So entschieden wir uns meist dafür, an Kreuzungen spontan zu entscheiden, wo es langgehen soll. Zum Beispiel dorthin, wo es interessant aussieht, wie in den „Bergen“ der Gebirgspflanzen. Hier sorgte eine Nebelmaschine im Verbund mit der untergehenden Sonne für schöne Effekte.

Man hatte von dort auch Blick auf das große Tropenhaus in der Abendsonne.

Danach haben wir dann versucht, nicht zu sehr am Rand des Geländes entlang zu gehen und sind unter anderem am sprechenden Baum vorbei gekommen.

Danach war häufigstes Auswahlkriterium: da lang, wo nicht so viele Menschen sind. Ja, da kommt man dann nicht an so vielen Attraktionen vorbei, aber in so einer Hammelherde unterwegs zu sein mögen wir beide nicht. Immerhin sind wir auch mit dieser Wegeauswahl am See mit der Lichtinstallation gelandet. Und weil es nur etwa eine halbe Stunde bis zum nächsten Programmpunkt dort war, haben wir uns einen Platz gesucht und uns hingesetzt. Die Mücken freute es.

Erster Programmpunkt: Die Feuerfee.

Sphärischer Gesang mit Lichteffekten.

Direkt anschließend gab es dann „Feuer und Wasser“ – Licht- und Pyroeffekte und Artistik am Ring.

Danach ging es dann im großen Pulk weg vom See – und wir sind so bald wie möglich wieder ausgeschert auf weniger frequentierte Wege. Inzwischen war es so dunkel geworden, daß die beleuchteten Bäume richtig wirkten.

Kreuz und quer durch den Wald, vorbei an „Trommeln im Schamanenwald“, die eine sehr spezielle Klangkulisse erzeugten, vorbei an spiegelndem Wasser…

Und dann standen wir plötzlich da und hatten perfekten Blick auf das große Gewäschshaus. Wir haben uns noch gewundert, warum all die Leute da sitzen, sind aber einfach weiter gegangen, näher ran.

Und da wußten wir es dann, es begann nämlich die große Lichtshow mit dem „Dark Tenor“. Joa.

Von unserem Platz aus sah man auch, daß das kleinere Gewächshaus auch beleuchtet ist, da wollten wir auch noch hin. Auf dem Weg dorthin kamen wir an der Harfenspielerin vorbei und sind hängen geblieben. Ein faszinierendes Instrument, diese Harfe.

Und dann standen wir schließlich vor dem kleineren Gewächshaus.

Danach ging es dann auf fast direktem Weg zum Ausgang. Wir hörten noch, wie der schwarze Tenor seine letzte Vorstellung begann (also 0:30), dann waren wir draußen. Und stellten fest, daß der Bus nicht mehr fährt. Zum Glück hat die I. ein Smartphone mit Fahrplanauskunftsapp. Das hat ihr Verbindungen ab den umliegenden U-Bahnhöfen vergeschlagen. Also haben wir einen Blick auf den Stadtplan geworfen und entschieden, daß U Podbielskiallee wohl der nächstgelegende U-Bahnhof, also das Ziel unserer Wahl ist. Wobei nächstgelegen… aber man kommt auf dem Weg an der Iranischen Botschaft vorbei (von Polizei bewacht) und an der Botschaft Jordaniens (unbewacht). Und allzuweit muß man tatsächlich nicht laufen, die U-Bahn kam dann auch bald. Danach wurde es holpriger. Die U9, die die I. nehmen wollte, fuhr nicht wegen Notarzteinsatz, was sie überall sonst im U-Bahnnetz ansagten, nur nicht an den Bahnsteigen der U9. Sie wartete ein Weilchen bis sie sich entschied, mit der U2 zu fahren. Ich saß da schon lange in der U2, die hatte dann aber Märkische Museum eine Türstörung, dadurch Verspätung und somit war meine Straßenbahn weg. Die nächste kam eine halbe Stunde später… Kurz vor 3 waren wir dann aber beide zu Hause (ich schon etwas früher).

Fazit: Beim nächsten Mal Mückenschutz mitnehmen und sich vorher überlegen, wie man wieder nach Hause kommt. Aber ansonsten kann man durchaus noch mal machen.

 

Mini-Urlaub

Donnerstag 2 Stunden früher als sonst Feierabend gemacht (direkt nach dem Regen), Freitag frei und dann Wochenende. Reichte tatsächlich, um heute auf Arbeit das Gefühl zu haben, ich muß erstmal wieder reinkommen.

Der Grund:

Das Konzert von Depeche Mode am Donnerstag und der Wunsch, am nächsten Tag auszuschlafen. Vor dem Konzert hatte ich vom Ticketverkäufer zwei Mal Mails mit Hinweisen auf die verschärften Sicherheitsmaßnahmen bekommen. Vor Ort war das dann zum Teil… Ja, eigentlich war Kontrolle durch Abtasten, und natürlich sollten Frauen nur durch Frauen kontrolliert werden. Zwei Probleme dabei: Beim Anstellen am Ende der Schlange war das nicht zu erkennen, es gab also bunt gemischte Schlangen. Und generell kamen auf 5 kontrollierende Herren nur eine kontrollierende Frau, das Publikum war aber 50:50. Folge: Während eine Frau kontrolliert wurde, wurden ca. 5 Frauen nur nach Blick in die Tasche durchgewunken. Beim Schwesterherz wurde nicht mal die Tasche kontrolliert. Nunja.

Konzert selbst war super (Schwesterherz kann meine Begeisterung für die Band nicht ganz nachvollziehen, fand es aber auch  nicht völlig doof). Wir hatten Glück, denn wir hatten Plätze unterm Dach – und das Dach war über uns auch dicht. Das ist nicht überall im Stadion so. Schon ein paar Plätze weiter sind sie ab ca. Hälfte des Konzerts naß geworden, denn da fing es heftig an zu regnen (und die auf dem Feld unten sowieso). Es gab aber nicht nur Regen, sondern auch Gewitter mit diversen Blitzen, die die Lichtshow perfekt ergänzten. (Den Donner hat man nicht gehört, dazu war es zu laut.) Einziger Wermutstropfen: Es waren nur zwei Stunden. Das Konzert hätte durchaus noch länger dauern dürfen.

Rückfahrt war problemlos, die S-Bahn wartete schon und ab Westkreuz hatten wir beide einen Sitzplatz.

Freitag dann habe ich tatsächlich lange geschlafen und damit den Kartenverkauf für das Hallenkonzert verpaßt. Nunja. Nach ewiglangem Rumtrödeln habe ich mich Nachmittags noch mit einer Freundin getroffen, wir haben Eis getestet, sind durch den Friedrichshain geschlendert und haben gequatscht.

Ergebnis meines Eistests: „Earl Grey“ war lecker, „Schoko“ auch, „Macha“ war mir zu süß und „Vanille mit Kürbiskernöl“ sah spannend aus, war geschmacklich aber eher egal.

Beim Schlendern durch den Friedrichshain haben wir auch den Großen Bunkerberg bestiegen und das übrigens ist die Aussicht nach Prenzlauer Berg.

Wie Sie sehen, sehen Sie nichts. Also zumindest nichts von Prenzlauer Berg. Auch die Sichtachse zum ehemaligen Leninplatz gibt es nicht mehr (an die ich mich noch sehr gut erinnere). Da oben sieht man nur noch grün.

Sonnabend dann habe ich Reisevorbereitungen getroffen und mich drei Stunden in einem großen Ausrüstungsladen in Steglitz rumgetrieben. Das Ergebnis:

Die drei Stunden waren die Wartezeit bis ich endlich bei der Reisepraxis drangekommen bin. Zwei Impfungen habe ich direkt mitgenommen. Ein paar muß mein Hausarzt noch auffrischen* und bei Tollwut überlege ich noch. Dieses Bepflastern von Einstichen finde ich ja höchst albern aber nach 3 Stunden warten war ich zu erledigt um noch dagegen zu protestieren.**

Sonntag war dann höchst langweilig mit Haushaltskram gefüllt. Hätte ich mein Telefon gehört, hätte mich das Schwesterherz zur Schloßbaustelle mitgenommen. Hab ich aber nicht. Und ich hatte auch vergessen, daß da am Wochenende Tag der offenen Tür war. Naja, dafür ist die Wohnung sauber. Und ich hab sogar gebügelt. Für den Abend hatte ich eigentlich überlegt, bei der Skate-Night mitzulaufen. Die fiel aber buchstäblich ins Wasser.

Nachteil dieses Miniurlaubs: Er reichte aus, um meinen Schlafrhythmus massiv nach hinten zu verschieben. Als ich Sonntag zur üblichen Zeit ins Bett ging, war ich noch überhaupt nicht müde. Dementsprechend müde war ich heute.

 

 

* Die Praxis wird nicht mehr von der Charité betrieben, sondern privatwirtschaftlich, man muß jetzt alles direkt bezahlen

** Heute, am Montag, tut der Arm auch nur noch wenig weh…

Sonnige Sommer-Sonntagswanderung

Irgendwie war letzte Nacht komisch. Erst ewig nicht eingeschlafen, dann sehr blöd geträumt und das Wachwerden war auch eigenartig. Dementsprechend war meine Stimmung heute etwas seltsam und ich habe entschieden: Ich brauch Auslauf. Also Wandern. Für eine Route hatte ich mich recht schnell entschieden: Vom Wannsee nach Babelsberg, die ich im Februar schon mal gewandert bin (soviel vorweg: die Wege waren diesmal eisfrei). Frühstück und zusammenpacken und kramen – das braucht etwas, wenn man nicht ganz rund läuft. Und bei der S-Bahn wird auch gerade wie wild gebaut (is klar, is Sommer, und irgendwann müssen sie ja mal), das alles sorgte dafür, daß ich dann erst halb 1 am Bahnhof Wannsee losgelaufen bin. Erstmal direkt zum Wasser runter. Da verließ ein Fahrgastschiff gerade den Anleger, während Schute 22 offensichtlich Wochenende hatte.

Auf dem Weg zum Haus der Wannseekonferenz ist mir aufgefallen, wie sehr das Wandern in Begleitung von der Umgebung ablenken kann. Heute bin ich gefühlt ewig an Häusern entlang gelaufen und dachte ständig, so langsam müßte ich doch da sein. Beim letzten Mal (in angeregtes Gespräch vertieft), war mir die Strecke viel küürzer erschienen. Aber schließlich stand ich unterhalb des Löwen (siehe Blogeintrag vom Februar) und stellte fest, daß gegenüber ja das Strandbad Wannsee liegt.

Ich weiß nicht so recht, was die da unten am Boot machten – ich war ja aber sowieso schon recht spät dran, deswegen wollte ich nicht lange zusehen. Eigenartig sah es aus.

Danach ging es dann in den Wald. Immer wieder mit Blick aufs Wasser, auf dem heute recht viel los war (zumindest im Vergleich zum Februar). Am Ufer, auf dem Weg, ging es noch. Da war es streckenweise sogar leer. Aber an jeder dazu passenden Stelle wurde gebadet.

Und irgendwann merkte ich: das läuft. Ich hatte meinen Rhythmus gefunden und lief einfach, während die Gedanken ganz woanders waren. Kurz danach hatte ich die Fähre zur Pfaueninsel erreicht. Die wollte ich diesmal mitnehmen (also die Insel) und ich hatte Glück: die Fähre wurde gerade beladen, ich durfte noch rauf, kurz hinter mir war Schluß. Auf der Insel angekommen bin ich gleich rechts rum, immer am Wasser lang und nach kurzer Strecke im Ergänzungsrosengarten gelandet.

Kurz danach war schon die Fontäne durch die Bäume hindurch zu sehen. Nur ein kleiner Schlenker, und ich stand davor. (die Besucher standen und saßen zum Glück alle auf meiner Seite.)

Zurück zum Ufer kommt man am Winterhaus vorbei. Dort saß ein Pfau auf einem Baum. Aber wozu den Kopf nach oben verrenken, wenn doch nur ein paar Meter weiter gleich zwei Pfauen im Gehege warten?

Danach hatte ich endlich eine leere Bank im Schatten mit Seeblick gefunden und machte erstmal Mittag. Weiter ging es dann am östlichen Ufer der Insel mit Blick Richtung Schwanenwerder – verdammt viel los auf dem See (es ist auch überhaupt nicht ruhig, weil die Motorbote ja alle Krach machen).

Wenn man dort am Ufer weiterläuft, kommt man zur alten Meierei.

Dahinter der Pferdestall sieht überhaupt nicht aus wie ein Pferdestall (riecht aber so).

 

Die Wasserbüffel beweiden die recht feuchten Wiesen. Sie sorgen so dafür, daß die Flächen so offen bleiben, wie sie mal geplant wurden.

Den Luisentempel muß man jetzt nicht unbedingt von nahem sehen. Da ich aber extra einen Umweg gemacht habe um das festzustellen, habe ich ihn wenigstens fotografiert.

Beim Kavalierhaus war ich ursprünglich direkt davor vorbei gegangen. Da kann man es aber kaum erfassen (weil zu nah dran) – nur erkennen, daß es offenbar bewohnt ist. Also bin ich hier auch noch mal einen Umweg gegangen.

Naja, und irgendwann stand ich dann vor dem Schloß (geschickter Bildausschnitt mit nur wenigen Menschen).

Da war mir aber zu viel los und außerdem wollte ich dann doch so langsam weiter, also bin ich zurück zur Fähre. Aber in den Souveniershop mußte ich dann doch noch einen Blick werfen – und konnte große Not lindern. Im Shop weinte nämlich ein kleines Mädchen herzzerreißend, weil es sich einen Splitter im Finger zugezogen hatte. Ich hatte mein Erste-Hilfe-Set dabei und in dem Set eine spitze Pinzette – damit konnte die Mutter den Splitter dann entfernen. Wäre ich sie gewesen, hätte ich mir ja auch noch ein Waldgeist-Gummitier angeboten zum Dank – aber sie war von der Situation (und der Lautstärke ihrer Tochter) vermutlich insgesamt doch ziemlich überfordert. Mir war in der Zwischenzeit aufgefallen, daß ich den Rosengarten noch gar nicht gesehen hatte, also holte ich das nach. Dort lief mir dann auch noch malerisch ein Pfau über den Weg. Naja, genaugenommen lief er der kleinen Mädchen hinterher, die etwas zu essen in der Hand hatte. Dann entdeckte er eine Tüte in der Hand der Mutter. Und lief auf sie zu. Als sie das mitbekam, verschloss sie die Tüte, rollte sie zusammen und warf sie über den Vogel hinweg ihrem Begleiter zu. Das überforderte den Pfau offenbar, er schaute etwas dümmlich aus der Wäsche (und alle Umstehenden lachten).

Dann aber Fähre, sie kam auch gerade. Am anderen Ufer überlegte ich kurz, ob ich hoch gehe nach Nikolskoe – da aber alle anderen genau den Weg nahmen, entschied ich mich für den Uferweg.

Die folgenden Wasserausblicke wurden immer von der Sacrower Heilandskirche bestimmt.

Dann war ich an der Glienicker Brücke angelangt und wechselte in den Schloßpark Glienicke. Da kann man schön auf die „Skyline“ Potsdams sehen.

Durch Klein-Glienicke ging es dann zum Schloßpark Babelsberg.

Unterwegs hatte ich die Idee bekommen, vom Schloßpark Babelsberg mit dem Wassertaxi zum Potsdamer Hauptbahnhof zu fahren. Blöd nur, daß ich nicht wußte, wo es abfährt. Irgendwann sah ich zwar einen Steg – der wurde aber als Sprungplattform benutzt. Inzwischen war ich auch reichlich K.O. und hatte nicht mehr sonderlich viel Lust auf Experimente, weswegen ich mich entschied, den (vermeintlich) bekannten Weg zum Bahnhof Babelsberg zu nehmen. Nunja. Die Wege im Schloßpark Babelsberg zeichnen sie durch häufige Richtungsänderungen aus, was schön ist, wenn man durch den Park spaziert, aber nicht so schön, wenn man den richtigen Weg zu einem bestimmten Ziel sucht. Ich hatte keine Karte von der Gegend mit, habe aber schließlich doch aus dem Park gefunden, nur an ganz anderer Stelle als im Februar. Das heißt, ich bin auch etwas planlos durch Babelsberg gelaufen, habe den Bahnhof aber ohne Umwege gefunden. Kurz nach 6 bin ich in die S-Bahn nach Hause eingestiegen. Beim Umsteigen Westkreuz gab es noch etwas Verwirrung, weil die S-Bahn viel früher einfuhr, als angezeigt worden war und der Anzeiger zur gleichen Zeit auf „Zugdurchfahrt“ umsprang. Die Bahn hielt aber an und so bin ich einfach eingestiegen – und schließlich auch zu Hause angekommen.

 

 

Mit dem Fahrrad auf der AVUS

Heute war wieder Fahrradsternfahrt in Berlin und Schwesterherz und ich haben nach ein paar Jahren Pause mal wieder mitgemacht. Weil wir diesmal über die AVUS fahren wollten, haben wir uns die Route ausgesucht, die am S-Bahnhof Tegel vorbei kam. Die Strecke war schön. Viel durchs Grüne, wie hier kurz hinter Tegel.

Wir sind aber auch am Olympiastadion vorbei gekommen. Das könnte man hier sehen, wenn die Frau mit dem weißen Top nicht im Weg wäre – die Kamera war am Lenker montiert und ich habe kaum sehen, was ich fotografiere. Und Lenker ist eben ein ganzes Stücken tiefer als Augenhöhe.

Danach ging es dann mehr oder weniger an der Havel entlang. Hier hatte es noch vor der Sternfahrt einen Unfall mit Straßensperrung gegeben und die wartenden Autos waren noch nicht weg, als wir kamen. War ein wenig eng.

Aber danach dann… Die Strecke dort ist recht hügelig, einige Anstiege wirklich nicht ohne, aber dafür gibt es auch wunderbare Abfahrten.

Und dann standen wir wieder – vor der Auffahrt zur AVUS nämlich. Das zog sich ganz schön. Inzwischen war es auch ordentlich warm geworden (30°C), dazu die Sonne..

War am Anfang der Fahrt fast nur das Rollgeräusch der Reifen und das Sirren der Schaltungen zu hören, waren hier mehr und mehr Radfahrer mit Beschallungsanlage unterwegs. Das gab hier, im Stau, recht „interessante“ Soundmischungen…

Aber dann hatten wir es geschafft: wir rollten die Auffahrt zur Avus runter.

Und dann waren wir auf der AVUS.

Sooo viel Platz, sooo glatter Asphalt! (Und außerdem sieht man schon den Funkturm.)

„Achtung! Staugefahr!“ (Das Zeichen leuchtete an jeder dieser Brücken, was mich schon amüsierte.

Hier der Beweis, daß wir wirklich auf der AVUS waren: Links die alte Tribüne der Nordkurve, halblinks der Funkturm.

Danach ging es dann über Bismarckstraße und Straße des 17.Juni zum Umweltfestival. Der Asphalt war aber so holprig, daß ich nicht mehr fotografiert habe.

Ich bin irgendwann letzten Sommer das letzte Mal Rad gefahren, weil meine Schultern das nicht mochten. Die haben erstaunlich lange durchgehalten, dies mal. Die Pausen, die wir zwangsweise zwischendrin hatten waren da sicherlich hilfreich. Danach konnte ich auch immer erstmal wieder sitzen ohne daß es sehr schmerzhaft war. Bei Ankunft am Umweltfestival tat mir dann aber doch alles weh und ich wußte kaum, wie ich noch fahren sollte.

Wir haben die Räder dann am Reichstagsgebäude abgestellt (man durfte sie nicht aufs Festival nehmen, klar, wäre gar nicht genug Platz) und sind eine Runde rum. Das gab genug Erholung für die letzten Kilometer bis nach Hause (die es aber auch noch mal ordentlich in sich hatten).

 

WMDEDGT – Juni (Wanderung Fangschleuse – Rüdersdorf)

Fünf vor halb 8 bin ich das erste Mal wach. Wie praktisch, um halb 8 soll der Wecker klingeln. Als er das dann tut, bin ich schon wieder fast eingeschlafen. Ich brauche noch eine ganze Weile, bis ich wirklich wach bin und aufstehe. Und warum das ganze an einem Feiertag (Pfingstmontag)? Ich will wieder wandern gehen und muß dafür ca. um 9 das Haus verlassen. Da ich gestern keine Lust hatte, den Rucksack vorzubereiten und Sachen rauszusuchen und so und weil ich liebend gern in Ruhe frühstücke, gönne ich mir dafür mehr Zeit. Naja, letztlich wird das mit dem pünktlichen Losgehen dann doch wieder nicht ganz so wie geplant, aber ich habe am Alex noch genug Zeit um mir mein Mittagessen zu kaufen, bevor der Zug kommt. Die anderen sitzen ganz vorn im ersten Wagen. Fangschleuse steigen wir aus und diskutieren nach ein paar Metern an der großen Tafel ersteinmal ausgiebig über Eiskrem und deutsche und brittische Eßgewohnheiten und Mahlzeiten. Irgendwann machen wir uns aber doch auf dem Weg, der uns fast die ganze Zeit am Wasser entlang führen wird. Im ersten Teil gibt es verdammt viele Mücken. Da helfen auch die großen Frösche nichts. Und das Autan habe ich natürlich zu Hause vergessen.

Aber die Gegend ist echt schön. Die Löcknitz ist eher kanalartig und es herrscht recht reger Schiffsverkehr. Wir kommen aber auch an diesem hübschen See vorbei.

Den eigentlich anviesierten Mittagspausenplatz verlassen wir wegen zu vieler Mücken recht schnell wieder. An der großen Badestelle am Flakensee ist es aber sonnig genug, daß sich da keine Mücken rumtreiben. Mittagspausegesprächsthema: Essen, Fastenbrechen und gute arabische Restaurants in Berlin (wir haben einen dabei, der wegen des Ramadans nichts ißt und trinkt). Und das Einbürgerungsprozedre für Briten in Deutschland. Der eine mitwandernde Brite steckt gerade mittendrin und gibt seiner Landsfrau, die das auch vor hat, Tipps. Das ist ein wichtiges Thema unter Briten derzeit.

Nach der Mittagspause dauert es nicht mehr lang und wir sind in Woltersdorf, wo es erstmal das versprochene Eis gibt (in meinem Fall hausgemachtes Softeis Joghurt/Johannisbeere) und dann den Aufstieg zum Aussichtsturm. Vor dort kann am Horizont sogar Berlin sehen. Naja, erahnen.

Beim Abstieg kommen wir noch mal an der Eisdiele vorbei, verzichten aber auf einen weiteren Besuch. Am Kalksee entlang geht es bis nach Rüdersdorf. Hier gibt es dann aber doch noch mal ein Eis – um die Wartezeit auf die Straßenbahn zu verkürzen.

Der Oldtimer bringt und bis nach Friedrichshagen (Unterwegsthema: britische Politik und der Brexit), wo wir in die S3 umsteigen. Die fährt bis Ostkreuz und eigentlich könnte ich hier in die Ringbahn umsteigen und ganz bequem nach Hause fahren. Uneigentlich fährt sie gerade nicht und so hab ich mich entschieden, zum Alex zu fahren und von dort mit der M4 (Umweg, aber besser als übervolle Ersatzverkehrbusse). Warschauerstraße fiel mir dann auf, daß ich von dort ja auch mit der M10 und dann mit der M4 – oder laufen. Und als ich so an der Haltestelle der M10 stand, kam mir eine M13 entgegen und mir fiel wieder ein, daß ich ja schon immer mal mit der M13 vom Antonplatz zur Warschauer Straße fahren wollte, einfach aus Neugier. Hab ich jetzt also in umgekehrter Richtung gemacht. Ist eine interessante Stadtrundfahrt bei der man sehr deutlich sieht, daß Berlin sehr verschieden ist – mit wirklich scharfen Grenzen teilweise (das Publikum ab Frankfurter Allee war ein ganz anderes als das davor). Und war natürlich ein riesen Umweg, aber auch so war ich noch deutlich vor 6 zu Hause. Nach dem Duschen, während ich mich um das Abendessen kümmerte (Spargel mit Kartoffeln), fing es plötzlich an heftig zu schütten. Aber so richtig heftig. Das war so gar nicht vorher gesagt worden. Es regnete dann noch eine ganze Weile (wenn auch weniger heftig) und war noch länger grau. Erst jetzt zum Sonnenuntergang reißt die Wolkendecke an strategisch günstigen Stellen auf, so daß doch noch ein bißchen Sonne zu sehen ist.

 

technische Daten zur Wanderung: 15 Kilometer von Fangschleuse bis Rüdersdorf. Das ist ein Teilstück des 66-Seen-Wanderwegs. 3 Mückenstiche

Wetter: Sonnig, warm bis sehr warm, leicht schwül. Wasserverbrauch: ca. 2 Liter

 

Weitere Teilnehmer des Tagebuchbloggens WMDEDGT gibt es bei Frau Brüllen.

Rundwanderung Tegel – Havel

Naja, Wanderung ist vielleicht etwas übertrieben, für die gut 15 Kilometer haben wir gute 4 Stunden gebraucht, es war also eher ein ausgiebiger Spaziergang. Gestartet sind wir vom U-Bahnhof Alt-Tegel, erst mal zur Greenwich-Promenade. Dort blühen derzeit viele viele Tulpen.

Über die Sechser-Brücke und dann zur Großen Malche, an deren Ufer entlang bis zum Ende und dort dann schräg links in den Wald. Grobe Richtung: West.

Und wenn man da so lang läuft, kommt man irgendwann zum höchsten Baum Berlins, einer Lärche.

Er ist nur bedingt eindrucksvoll, denn von unten sehen die anderen Bäume nicht wesentlich kleiner aus. Danach ging es immer weiter gerade aus (zwischendurch kam der erste Graupelschauer) bis wir vor dem nächsten Siedlungsgebiet nach links abgebogen sind. Und bald darauf standen wir an der Havel.

Und ab hier ist der Weg noch viel einfacher: wann immer es geht an der Havel entlang. Und wenn man mal weg muß vom Ufer, so schnell wie möglich wieder zurück. Und damit es nicht zu langweilig wird, schickte Petrus immer mal wieder Hagelschauer (oder Graupel? was ist da eigentlich der Unterschied?).

An dem Weg (und damit am Ufer der Havel) liegen diverseste Wassersportklubs. Ein Ruderklub hatte Tag der offenen Tür (und die Besucher sind auch bei Hagel gerudert) und in einem Segelclub war auch ordentlich was los (inklusive Feuerwehr und lauter Musik). Auf der Havel selbst war nicht sooo viel los. Ein paar Motorboote und ein Segelboot.

Dafür am Himmel um so mehr: gelegentlich Sonne, aber auch viele viele Wolken unterschiedlichster Art und Färbung.

Und irgendwann waren wir wieder an der Großen Malche, haben sie umrundet und diesmal habe ich den Abzweig zur „Dicken Marie“ nicht übersehen: der älteste Baum Berlin, vermutlich über 800 Jahre alt.

Und von da ist es dann wirklich nicht mehr weit, und man ist wieder an der Greenwich-Promenade.

 

sinnlos durch die Stadt laufen*

Eigentlich bin ich total gern unterwegs, aber manchmal brauche ich ein Weilchen, bis ich in die Gänge komme. Heute zum Beispiel: Es war allerschönstes Wetter, aber ich konnte mich nicht aufraffen, raus zu gehen. Es wurde Mittag, es wurde Nachmittag… um 3 hab ich entschieden erstmal das Stück Kuchen zu essen, was ich noch da hatte, kurz nach 4 bin ich dann aber tatsächlich los. Und dann war es wie immer: bin ich erstmal unterwegs, dann kann ich auch noch viel länger laufen*.

Einer der Gründe, warum ich mich nicht aufraffen konnte war, daß ich nicht wußte, wohin. Ich gehe gern direkt vor der Haustür los, aber irgendwie erschien mir alles in der Umgebung lanweilig, schon x mal gelaufen und schlecht verlängerbar. Schließlich hatte ich mich entschieden, erst mal zum Friedrichshain zu laufen und dann noch irgendwie weiter.

Der Friedrichshain war voll, richtig voll. Und ich habe mich gefragt, ob die alle kein zu Hause haben und ob das früher auch schon so voll war und ich das einfach nur nicht mitbekommen habe, weil meine Eltern ja einen Garten haben und wir bei solchem Wetter natürlich immer im Garten waren. Faszinierend fand ich diese Treppe, da war nämlich fast gar nichts los:

Ich kam aus dem Neuen Hain, in dem es laut und trubelig war, ging diese Treppe hoch, wo es fast ruhig war und man den Lärm nur noch von weitem hörte und kam auf dem Plateau des Kleinen Bunkerbergs an, auf dem es wieder voll und trubelig war.

Da man von da oben aber wegen der Bäume auch nicht mehr in die Ferne sehen kann, bin ich gleich weiter, runter zum Teich, dann am Spielplatz vorbei (völlig überfüllt) und Richtung Spanienkämpferdenkmal. Da ich inzwischen die Idee hatte, irgendwie bis zur Spree zu laufen, habe ich dort die Straße überquert und bin ins gegenüberliegende Wohngebiet. Und da war nix los. Ich bin an einem Spielplatz vorbei gekommen, der absolut leer war. Und der sah nicht schlechter aus als der im Friedrichshain. Nunja, egal. Nachdem ich die Bartholomäus-Kirche mal von hinten sah, …

… entschloß ich spontan, sie zu umrunden, weil davor auf der Wiese nämlich immer viele Osterglocken blühen.

In einer Ecke blühen auch Tulpen (die sieht man aber von der Straßenbahn aus nicht).

Wieder zurück an der Straße von der ich kam stellte ich fest, daß das die Büschingstraße ist. Die kannte ich bisher nur als Straßenbahnhaltestelle. Von hier aus ging es immer geradeaus mit Versatz nach links am Platz der vereinten Nationen und schließlich war ich an der Karl-Marx-Allee angekommen.

Ok, hier erkennt man es:

Praktischer Weise gab es hier endlich eine Eisdiele. Mit zwei Kugeln in der Waffel (Schoko und Joghurt-Holunder), ging es weiter. Ich habe ja kein Smartphone, aber einen zumindest groben inneren Stadtplan und war mir sicher, daß ich die Spree finden würde. Wäre ich den großen Straßen gefolgt, wäre es ganz einfach gewesen: da oben auf dem Foto nach links und dann immer gerade aus. Aber große Straßen sind ja unschön, ich bevorzuge die Nebenstraßen und die großen Innenhöfe der DDR-Baugebiete. Hier kam ich dann auch an durchaus belebten Spielplätzen vorbei Und dann an den dunkelbunten Plattenbauten, die ich von der S-Bahn aus kenne. Danach ging es unter der Bahn durch und dann stand ich an einer großen Straße und gegenüber ging es nicht weiter, aber ich war mir ziemlich sicher, zur Spree ist es nicht weit. Also erstmal nach links, der Straße folgend, am Radialsystem vorbei (das kenne ich vom Namen her, konnte es aber geografisch so gar nicht einordnen) und bei nächster Gelegenheit wieder rechts. Und siehe da:

Die Spree! Also unter der Brücke. Da mit Blick zur Oberbaumbrücke.

Weil ich grad so schön dabei war, bin ich einfach weiter gelaufen um mir die Kirche noch vom Nahen anzusehen, bin dann aber über den Luisenstädtischen Kanal gestolpert und lieber diesem gefolgt (zur Aktion 25 Jahre Mauerfall waren wir schon mal in der Ecke, aber da war es dunkel).

Im Kanal (der inzwischen eine Gartenanlage ist), wachsen die weißen Birken, wie wir sie im Ural gesehen haben. Also wer mir nicht glaubt, daß Birken weißer sein können als unsere Birken, kann da mal nachsehen. Dem Kanal bin ich bis zum Engelbecken gefolgt und dann wußte ich auch wieder, wo auf meinem Stadtplan ich bin (im Cafe am Engelbecken hatte ich ein paar mal Chorprobe). Diesmal habe ich mir die Kirche dahinter etwas näher angesehen…

… und bin dann weiter Richtung Annenstraße gelaufen (wo ich mir mal eine Wohnung angesehen hatte).

Das mag ich so am Frühling: diese kleinen filigranen grünen Blättchen, wo wenig später ein dichtes Blätterdach ohne Durchblick sein wird.

Hinter der Heinrich-Heine-Straße wurde mir meine Vorliebe für das durchqueren großer Wohnhöfe etwas zum Verhängnis, denn das ging dann doch nicht so wie gedacht und ich mußte einen ziemlichen Umweg laufen. Nunja. Schließlich bin ich doch an der Fischerinsel angekommen und am historischen Hafen.

Ich weiß nicht, warum, aber die Mühlendammschleuse mag ich, weswegen ich fast immer vorbei gehe und einen Blick drauf werfe, wenn ich in der Nähe bin.

Und ab hier wurde der Weg dann unspektakulär. Es war schon spät genug, ich war etliche Kilometer gelaufen und wollte dann jetzt doch nur noch nach Hause. Wegen des sportlichen Aspekts zu Fuß, aber einfach direkt, keine Umwege über Nebenstraßen und Wohnhöfe.

Für die Eltern noch ein Foto vom neuen Turm der Parochialkirche ohne Gerüst (der ist so schief, ehrlich!)

Was bei diesen ausgedehnten Spaziergängen oder Stadtwanderungen immer dazu gehört: Hinterher mit GoogleMaps und dem Routenplaner für Fußgänger rausfinden wo ich eigentlich überall war und welche Strecke ich zurück gelegt habe. In diesem Fall: in den guten drei Stunden die ich unterwegs war, habe ich etwa 15 Kilometer zurück gelegt. Den Sonntag gut genutzt, würde ich sagen.

 

* Es führt gelegentlich zu Irritationen bei Menschen, die nicht aus der Berliner Gegend sind: laufen heißt woanders gehen. Das schnellere ist bei uns rennen. Wobei mit rennen manchmal auch sehr schnelles gehen gemeint ist…

Winterwandern in der Märkischen Schweiz (12 von 12 mit Bonusfotos)

Oder: Der Tag, an dem mir 15km vorkamen wie 40

Oder: Eigentlich war Sonne angesagt

Oder: Achtsam Wandern

 

Mein Tag heute startete sehr früh für einen Sonntag (beim dem Foto war ich schon in der Küche angekommen, der Wecker hatte 13 Minuten früher geklingelt).

Küchenradio

Sonntag ist (ziemlich oft) Wandertag. Und diesmal ging es in die Märkische Schweiz. Da fährt man was länger, also muß man zeitig aufstehen. 9:15 haben wir uns am Bahnhof Lichtenberg getroffen, dann sind wir mit der Regionalbahn bis Müncheberg gefahren und von dort dann mit dem Bus nach Buckow. Fotos gibt es davon nicht, denn ich habe noch halb geschlafen. Das Gespräch mit dem Busfahrer beim Umsteigen habe ich aber mitbekommen. Man weiß ja nie, wie die drauf sind, also hat unser Häuptling erklärt: Wir sind eine Gruppe von 14 Leuten mit 3 Brandenburg-Berlin-Tickets und fing dabei an, sein Ticket rauszuholen. Reaktion des Buchfahrers: „Wollnse mir dir jetzt wirklich alle zeigen?“ Hammwa dann nich, sondern sind auf seinen Wink hin einfach alle eingestiegen.

In Buckow sind wir an der Jugendherberge ausgestiegen und dann dem Panoramaweg gefolgt. Da dauert es nicht lang, und man hat einen Blick auf den Schermützelsee.

Schermützelsee

Der Weg hat es in sich, es geht beständig hoch und runter.

Panoramaweg

Zusätzliche Herausforderung auf der Strecke: eisige Wege. In der Stadt ist der Schnee ja fast komplett verschwunden, hier lag er noch im Wald rum und in Form von Eis auch auf den Wegen. Folge: Wir haben uns kaum unterhalten, sondern sind sehr aufmerksam gelaufen. Achtsames Wandern eben. Wer da nicht ganz im Hier-und-Jetzt war, lief Gefahr, sich ordentlich hinzulegen. Meine Sturzbilanz der gesamten Wanderung: ein mal hingesetzt, zwei mal hingekniet (vorher mit den Händen abgefangen), immer dann, wenn ich der Meinung war, ich könnte auch problemlos über total vereiste Flächen gehen. Und nicht daran gedacht habe, den Pinguin zu machen (sehr kleine Schritte, funktioniert übrigens tatsächlich noch besser, wenn man die Arme an den Körper anlegt und die Hände abgewinkelt hält, wie Pinguin eben).

Zurück zur Wanderung.

Weg aus Eis

In der Märkischen Schweiz gibt es nicht nur viele Berge, sondern auch nicht wenig Wasser (hier in Kombination).

Märkische Schweiz

Da, wo das Wasser fließt oder fällt, entstehen manchmal besondere Kunstwerke, die mich sehr fasziniert haben.

Eiskunst

Nach gerade mal etwas mehr als 6 Kilometern haben wir Mittagspause gemacht. Ich war froh drum, denn ich hatte schon mächtig Hunger. Ausgewählt haben wir dazu spontan einen Platz mit sehr viel Moos – wobei wir uns natürlich in das schneefreie Moos gesetzt haben.

Moos im Schnee

Frisch gestärkt (und ein wenig durchgefrohren, den es waren nur -3°C), ging es weiter und wir kamen an regelrechten Schneefeldern vorbei.

Schneefelder

Und an einem angefangenen Schneemann.

Schneemann?

Danach sind wir an der Wolfsschlucht vorbei gewandert.

Blick in die Wolfsschlucht

Der Weg auch hier vereist.

Eisweg

Und schließlich standen wir auf dem Dachsberg, von dem man bei guten Wetter bestimmt einen fantastischen Blick hat. Naja, wir haben auch was gesehen.

Blick vom Dachsberg

Wer oben ist darf auch wieder runter und zum Beweis, das wir auch zwischendurch tatsächlich ganz unten waren: der große Tornowsee.

Großer Tornowsee

Diesmal bin ich auch aufs Eis gegangen, das war nämlich definitiv dick genug.

auf dem Eis

Danach haben wir frische Biberspuren bewundert.

Baumeister Biber

Und ein Weilchen später gab es noch mal Eiskunst zu bewundern.

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Es gab auch Eis in filigran.

Eiskristalle

Und dann waren wir ziemlich bald am Ende der Wanderung angelangt. In Buckow im Strandcafe haben wir uns wieder aufgewärmt. Dort gibt es gute dunkle heiße Schokolade und fantastische Torten. Dann brachte uns der Bus zurück nach Müncheberg und von dort der Zug nach Lichtenberg und um 6 war ich wieder zu Hause.

Damit ich die Anzahl der Bilder um exakt 50% überziehe noch ein letztes Bild aus Buckow.

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Und nächstes Mal bleibt es bei 12 Fotos. Obwohl, das ist wieder ein Sonntag…

Die anderen Teilnehmer vom 12 von 12 gibt es wie immer bei „Draußen nur Kännchen„.

 

(Und ehrlich mal: Sommer kann ja jeder.)