Sonnige Sommer-Sonntagswanderung

Irgendwie war letzte Nacht komisch. Erst ewig nicht eingeschlafen, dann sehr blöd geträumt und das Wachwerden war auch eigenartig. Dementsprechend war meine Stimmung heute etwas seltsam und ich habe entschieden: Ich brauch Auslauf. Also Wandern. Für eine Route hatte ich mich recht schnell entschieden: Vom Wannsee nach Babelsberg, die ich im Februar schon mal gewandert bin (soviel vorweg: die Wege waren diesmal eisfrei). Frühstück und zusammenpacken und kramen – das braucht etwas, wenn man nicht ganz rund läuft. Und bei der S-Bahn wird auch gerade wie wild gebaut (is klar, is Sommer, und irgendwann müssen sie ja mal), das alles sorgte dafür, daß ich dann erst halb 1 am Bahnhof Wannsee losgelaufen bin. Erstmal direkt zum Wasser runter. Da verließ ein Fahrgastschiff gerade den Anleger, während Schute 22 offensichtlich Wochenende hatte.

Auf dem Weg zum Haus der Wannseekonferenz ist mir aufgefallen, wie sehr das Wandern in Begleitung von der Umgebung ablenken kann. Heute bin ich gefühlt ewig an Häusern entlang gelaufen und dachte ständig, so langsam müßte ich doch da sein. Beim letzten Mal (in angeregtes Gespräch vertieft), war mir die Strecke viel küürzer erschienen. Aber schließlich stand ich unterhalb des Löwen (siehe Blogeintrag vom Februar) und stellte fest, daß gegenüber ja das Strandbad Wannsee liegt.

Ich weiß nicht so recht, was die da unten am Boot machten – ich war ja aber sowieso schon recht spät dran, deswegen wollte ich nicht lange zusehen. Eigenartig sah es aus.

Danach ging es dann in den Wald. Immer wieder mit Blick aufs Wasser, auf dem heute recht viel los war (zumindest im Vergleich zum Februar). Am Ufer, auf dem Weg, ging es noch. Da war es streckenweise sogar leer. Aber an jeder dazu passenden Stelle wurde gebadet.

Und irgendwann merkte ich: das läuft. Ich hatte meinen Rhythmus gefunden und lief einfach, während die Gedanken ganz woanders waren. Kurz danach hatte ich die Fähre zur Pfaueninsel erreicht. Die wollte ich diesmal mitnehmen (also die Insel) und ich hatte Glück: die Fähre wurde gerade beladen, ich durfte noch rauf, kurz hinter mir war Schluß. Auf der Insel angekommen bin ich gleich rechts rum, immer am Wasser lang und nach kurzer Strecke im Ergänzungsrosengarten gelandet.

Kurz danach war schon die Fontäne durch die Bäume hindurch zu sehen. Nur ein kleiner Schlenker, und ich stand davor. (die Besucher standen und saßen zum Glück alle auf meiner Seite.)

Zurück zum Ufer kommt man am Winterhaus vorbei. Dort saß ein Pfau auf einem Baum. Aber wozu den Kopf nach oben verrenken, wenn doch nur ein paar Meter weiter gleich zwei Pfauen im Gehege warten?

Danach hatte ich endlich eine leere Bank im Schatten mit Seeblick gefunden und machte erstmal Mittag. Weiter ging es dann am östlichen Ufer der Insel mit Blick Richtung Schwanenwerder – verdammt viel los auf dem See (es ist auch überhaupt nicht ruhig, weil die Motorbote ja alle Krach machen).

Wenn man dort am Ufer weiterläuft, kommt man zur alten Meierei.

Dahinter der Pferdestall sieht überhaupt nicht aus wie ein Pferdestall (riecht aber so).

 

Die Wasserbüffel beweiden die recht feuchten Wiesen. Sie sorgen so dafür, daß die Flächen so offen bleiben, wie sie mal geplant wurden.

Den Luisentempel muß man jetzt nicht unbedingt von nahem sehen. Da ich aber extra einen Umweg gemacht habe um das festzustellen, habe ich ihn wenigstens fotografiert.

Beim Kavalierhaus war ich ursprünglich direkt davor vorbei gegangen. Da kann man es aber kaum erfassen (weil zu nah dran) – nur erkennen, daß es offenbar bewohnt ist. Also bin ich hier auch noch mal einen Umweg gegangen.

Naja, und irgendwann stand ich dann vor dem Schloß (geschickter Bildausschnitt mit nur wenigen Menschen).

Da war mir aber zu viel los und außerdem wollte ich dann doch so langsam weiter, also bin ich zurück zur Fähre. Aber in den Souveniershop mußte ich dann doch noch einen Blick werfen – und konnte große Not lindern. Im Shop weinte nämlich ein kleines Mädchen herzzerreißend, weil es sich einen Splitter im Finger zugezogen hatte. Ich hatte mein Erste-Hilfe-Set dabei und in dem Set eine spitze Pinzette – damit konnte die Mutter den Splitter dann entfernen. Wäre ich sie gewesen, hätte ich mir ja auch noch ein Waldgeist-Gummitier angeboten zum Dank – aber sie war von der Situation (und der Lautstärke ihrer Tochter) vermutlich insgesamt doch ziemlich überfordert. Mir war in der Zwischenzeit aufgefallen, daß ich den Rosengarten noch gar nicht gesehen hatte, also holte ich das nach. Dort lief mir dann auch noch malerisch ein Pfau über den Weg. Naja, genaugenommen lief er der kleinen Mädchen hinterher, die etwas zu essen in der Hand hatte. Dann entdeckte er eine Tüte in der Hand der Mutter. Und lief auf sie zu. Als sie das mitbekam, verschloss sie die Tüte, rollte sie zusammen und warf sie über den Vogel hinweg ihrem Begleiter zu. Das überforderte den Pfau offenbar, er schaute etwas dümmlich aus der Wäsche (und alle Umstehenden lachten).

Dann aber Fähre, sie kam auch gerade. Am anderen Ufer überlegte ich kurz, ob ich hoch gehe nach Nikolskoe – da aber alle anderen genau den Weg nahmen, entschied ich mich für den Uferweg.

Die folgenden Wasserausblicke wurden immer von der Sacrower Heilandskirche bestimmt.

Dann war ich an der Glienicker Brücke angelangt und wechselte in den Schloßpark Glienicke. Da kann man schön auf die „Skyline“ Potsdams sehen.

Durch Klein-Glienicke ging es dann zum Schloßpark Babelsberg.

Unterwegs hatte ich die Idee bekommen, vom Schloßpark Babelsberg mit dem Wassertaxi zum Potsdamer Hauptbahnhof zu fahren. Blöd nur, daß ich nicht wußte, wo es abfährt. Irgendwann sah ich zwar einen Steg – der wurde aber als Sprungplattform benutzt. Inzwischen war ich auch reichlich K.O. und hatte nicht mehr sonderlich viel Lust auf Experimente, weswegen ich mich entschied, den (vermeintlich) bekannten Weg zum Bahnhof Babelsberg zu nehmen. Nunja. Die Wege im Schloßpark Babelsberg zeichnen sie durch häufige Richtungsänderungen aus, was schön ist, wenn man durch den Park spaziert, aber nicht so schön, wenn man den richtigen Weg zu einem bestimmten Ziel sucht. Ich hatte keine Karte von der Gegend mit, habe aber schließlich doch aus dem Park gefunden, nur an ganz anderer Stelle als im Februar. Das heißt, ich bin auch etwas planlos durch Babelsberg gelaufen, habe den Bahnhof aber ohne Umwege gefunden. Kurz nach 6 bin ich in die S-Bahn nach Hause eingestiegen. Beim Umsteigen Westkreuz gab es noch etwas Verwirrung, weil die S-Bahn viel früher einfuhr, als angezeigt worden war und der Anzeiger zur gleichen Zeit auf „Zugdurchfahrt“ umsprang. Die Bahn hielt aber an und so bin ich einfach eingestiegen – und schließlich auch zu Hause angekommen.

 

 

sinnlos durch die Stadt laufen*

Eigentlich bin ich total gern unterwegs, aber manchmal brauche ich ein Weilchen, bis ich in die Gänge komme. Heute zum Beispiel: Es war allerschönstes Wetter, aber ich konnte mich nicht aufraffen, raus zu gehen. Es wurde Mittag, es wurde Nachmittag… um 3 hab ich entschieden erstmal das Stück Kuchen zu essen, was ich noch da hatte, kurz nach 4 bin ich dann aber tatsächlich los. Und dann war es wie immer: bin ich erstmal unterwegs, dann kann ich auch noch viel länger laufen*.

Einer der Gründe, warum ich mich nicht aufraffen konnte war, daß ich nicht wußte, wohin. Ich gehe gern direkt vor der Haustür los, aber irgendwie erschien mir alles in der Umgebung lanweilig, schon x mal gelaufen und schlecht verlängerbar. Schließlich hatte ich mich entschieden, erst mal zum Friedrichshain zu laufen und dann noch irgendwie weiter.

Der Friedrichshain war voll, richtig voll. Und ich habe mich gefragt, ob die alle kein zu Hause haben und ob das früher auch schon so voll war und ich das einfach nur nicht mitbekommen habe, weil meine Eltern ja einen Garten haben und wir bei solchem Wetter natürlich immer im Garten waren. Faszinierend fand ich diese Treppe, da war nämlich fast gar nichts los:

Ich kam aus dem Neuen Hain, in dem es laut und trubelig war, ging diese Treppe hoch, wo es fast ruhig war und man den Lärm nur noch von weitem hörte und kam auf dem Plateau des Kleinen Bunkerbergs an, auf dem es wieder voll und trubelig war.

Da man von da oben aber wegen der Bäume auch nicht mehr in die Ferne sehen kann, bin ich gleich weiter, runter zum Teich, dann am Spielplatz vorbei (völlig überfüllt) und Richtung Spanienkämpferdenkmal. Da ich inzwischen die Idee hatte, irgendwie bis zur Spree zu laufen, habe ich dort die Straße überquert und bin ins gegenüberliegende Wohngebiet. Und da war nix los. Ich bin an einem Spielplatz vorbei gekommen, der absolut leer war. Und der sah nicht schlechter aus als der im Friedrichshain. Nunja, egal. Nachdem ich die Bartholomäus-Kirche mal von hinten sah, …

… entschloß ich spontan, sie zu umrunden, weil davor auf der Wiese nämlich immer viele Osterglocken blühen.

In einer Ecke blühen auch Tulpen (die sieht man aber von der Straßenbahn aus nicht).

Wieder zurück an der Straße von der ich kam stellte ich fest, daß das die Büschingstraße ist. Die kannte ich bisher nur als Straßenbahnhaltestelle. Von hier aus ging es immer geradeaus mit Versatz nach links am Platz der vereinten Nationen und schließlich war ich an der Karl-Marx-Allee angekommen.

Ok, hier erkennt man es:

Praktischer Weise gab es hier endlich eine Eisdiele. Mit zwei Kugeln in der Waffel (Schoko und Joghurt-Holunder), ging es weiter. Ich habe ja kein Smartphone, aber einen zumindest groben inneren Stadtplan und war mir sicher, daß ich die Spree finden würde. Wäre ich den großen Straßen gefolgt, wäre es ganz einfach gewesen: da oben auf dem Foto nach links und dann immer gerade aus. Aber große Straßen sind ja unschön, ich bevorzuge die Nebenstraßen und die großen Innenhöfe der DDR-Baugebiete. Hier kam ich dann auch an durchaus belebten Spielplätzen vorbei Und dann an den dunkelbunten Plattenbauten, die ich von der S-Bahn aus kenne. Danach ging es unter der Bahn durch und dann stand ich an einer großen Straße und gegenüber ging es nicht weiter, aber ich war mir ziemlich sicher, zur Spree ist es nicht weit. Also erstmal nach links, der Straße folgend, am Radialsystem vorbei (das kenne ich vom Namen her, konnte es aber geografisch so gar nicht einordnen) und bei nächster Gelegenheit wieder rechts. Und siehe da:

Die Spree! Also unter der Brücke. Da mit Blick zur Oberbaumbrücke.

Weil ich grad so schön dabei war, bin ich einfach weiter gelaufen um mir die Kirche noch vom Nahen anzusehen, bin dann aber über den Luisenstädtischen Kanal gestolpert und lieber diesem gefolgt (zur Aktion 25 Jahre Mauerfall waren wir schon mal in der Ecke, aber da war es dunkel).

Im Kanal (der inzwischen eine Gartenanlage ist), wachsen die weißen Birken, wie wir sie im Ural gesehen haben. Also wer mir nicht glaubt, daß Birken weißer sein können als unsere Birken, kann da mal nachsehen. Dem Kanal bin ich bis zum Engelbecken gefolgt und dann wußte ich auch wieder, wo auf meinem Stadtplan ich bin (im Cafe am Engelbecken hatte ich ein paar mal Chorprobe). Diesmal habe ich mir die Kirche dahinter etwas näher angesehen…

… und bin dann weiter Richtung Annenstraße gelaufen (wo ich mir mal eine Wohnung angesehen hatte).

Das mag ich so am Frühling: diese kleinen filigranen grünen Blättchen, wo wenig später ein dichtes Blätterdach ohne Durchblick sein wird.

Hinter der Heinrich-Heine-Straße wurde mir meine Vorliebe für das durchqueren großer Wohnhöfe etwas zum Verhängnis, denn das ging dann doch nicht so wie gedacht und ich mußte einen ziemlichen Umweg laufen. Nunja. Schließlich bin ich doch an der Fischerinsel angekommen und am historischen Hafen.

Ich weiß nicht, warum, aber die Mühlendammschleuse mag ich, weswegen ich fast immer vorbei gehe und einen Blick drauf werfe, wenn ich in der Nähe bin.

Und ab hier wurde der Weg dann unspektakulär. Es war schon spät genug, ich war etliche Kilometer gelaufen und wollte dann jetzt doch nur noch nach Hause. Wegen des sportlichen Aspekts zu Fuß, aber einfach direkt, keine Umwege über Nebenstraßen und Wohnhöfe.

Für die Eltern noch ein Foto vom neuen Turm der Parochialkirche ohne Gerüst (der ist so schief, ehrlich!)

Was bei diesen ausgedehnten Spaziergängen oder Stadtwanderungen immer dazu gehört: Hinterher mit GoogleMaps und dem Routenplaner für Fußgänger rausfinden wo ich eigentlich überall war und welche Strecke ich zurück gelegt habe. In diesem Fall: in den guten drei Stunden die ich unterwegs war, habe ich etwa 15 Kilometer zurück gelegt. Den Sonntag gut genutzt, würde ich sagen.

 

* Es führt gelegentlich zu Irritationen bei Menschen, die nicht aus der Berliner Gegend sind: laufen heißt woanders gehen. Das schnellere ist bei uns rennen. Wobei mit rennen manchmal auch sehr schnelles gehen gemeint ist…

Wanderung Karolinenhof – Grünau – Friedrichshagen

Vom S-Bahnhof Grünau kann man mit der  Straßenbahn 68 wunderbar durchs Grüne nach Schmöckwitz fahren und hat dabei immer wieder schöne Blicke auf den Langen See. Ich habe keine Ahnung, was man dann in Schmöckwitz machen kann, denn wir sind letzten Sonntag schon an der Haltestelle Lübbenauer Weg ausgestiegen. Von dort die Straße Richtung Westen und zwei Ecken weiter steht man schon im Wald. Der Wald sieht anfangs aus, wie Berliner Wald nun mal aussieht (mit noch erstaunlich viel Schnee, im Rest der Stadt war er schon fast komplett verschwunden).

WaldKarolinenhof

In diesem Wald liegt aber auch das Naturschutzgebiet Krumme Lake – und so gibt es auch viel Wasser, bzw. Eis.NSG Krumme Laake

Und auf eine großen Wiese stand ein toller Schneemann.

Schneemann Karolinenhof

Dieser Schneemann sorgte leider dafür, daß ich den Anschluß an die Gruppe verloren habe. Ich hatte mich schon für das vorherige Foto zurückfallen lassen. Den Schneemann hatte ich dann vom Weg aus gesehen, um ihn zu fotografieren mußte ich dann aber auch noch gradeaus gehen, wo die anderen nach links abbogen. Nach dem Foto sah ich die Gruppe dann an der nächsten Kreuzung und dachte schon, ich hätte Weg abgekürzt. Als ich näher kam, mußte ich leider feststellen, daß das gar nicht meine Gruppe war. Also zurück zum ursprünglichen Weg und den anderen hinterher. Die Berliner Wälder haben aber nicht nur viele Kiefern, sondern auch viele Wege und so stand ich ziemlich schnell an der nächsten Kreuzung und von der Gruppe weit und breit nichts zu hören und zu sehen. Leider hatte ich mir auch die Karte vorher nicht genau angesehen und auch keine dabei – ich wollte ja nur mitlaufen. Noch mal lauschen – aber außer einem Piepmatz und der Straßenbahn war nichts zu hören. Spurenlesen (welcher der Wege sieht so aus als wären hier viele Menschen lang) brachte auch nichts – dazu lag der Schnee schon zu lang und war zu verharrscht. Also hab ich mich entschieden, Richtung Dahme / Lange See zu laufen, denn ich wußte ja, daß wir mit der Fähre zu den Müggelbergen rüber wollten. Und die Fähre findet man nunmal am sichersten, wenn man immer am Ufer entlang läuft.

Langer See

Schön war es schon, da am Langen See. Der Weg war vereister als im Wald, aber noch gut zu gehen. Schließlich konnte ich auch den Müggelturm ausmachen.

Langer See und Müggelberge

Schließlich kam ich zu den ersten Gebäuden der Sportpromenade und damit auch an einer Straßenbahnhaltestelle vorbei. Das gute an Haltestellen in Berlin: dort hängt ein Stadtplan. Und somit hatte ich endlich eine Ahnung, wie weit es noch ist bis zur Fähre (ziemlich) und mußte auch feststellen, daß ich vermutlich einen längeren Weg hatte bis zur Fähre, mich also beeilen sollte, wenn ich die anderen dort erwischen will. Und das hab ich dann auch gemacht. Die Fußwege an Sportpromenade und Regattastraße waren zum Glück weitestgehend eisfrei, so daß ich ordentlich Tempo machen konnte. Ich mußte zwischendurch nur noch mal anhalten, um mich etwas auszuziehen. Mir war doch etwas warm geworden.

Die anderen warteten tatsächlich schon auf die Fähre (ich hatte am Anfang am Ufer der Dahme auch ziemlich gebummelt) und hatten mich noch nicht mal vermißt. Nunja (bei mehr als 20 Leuten fällt es nicht mehr so auf, wenn einer fehlt).

Auf der anderen Seite der Dahme angekommen geht es ersteinmal die Straße (und dann den Waldweg) immer gerade aus und schließlich gefühlt quer durch den Wald den Berg hoch. Und dann steht man auf dem Aussichtsplateau der Kanonenberge und kann zu den Müggelbergen mit dem Müggelturm hinübersehen.

 

Kanonenberge-Müggelturm

Von wegen, Berlin hätte keine Berge… Ca. 70 m hoch sind die Kanonenberge, die Müggelberge bringen es sogar auf fast 115m. Ja, das ist nix im Vergleich zu den Alpen, klar. Aber es ist eben auch nicht flach. Und einige Wege sind sogar mit Geländer gesichert (was gar nicht so schlecht war, da pures Eis).

Bergweg

Zu den Müggelbergen wollten wir dann wegen der eisigen Wege nicht hoch, wir sind stattdessen direkt zum Teufelsee gegangen.

Teufelssee

Der Teufelssee ist ein Moorsee, fast kreisrund, was man vom Müggelturm aus gut sehen kann. Da waren wir aber ja diesmal nicht oben, sondern haben nur von unten hochgesehen.

Teufelssee

Man muß da übrigens nicht direkt über den See gehen, es gibt auch Bohlenwege drumrum, die bei Frost auch schön glatt sind.

Vom Teufelssee ist es nicht weit bis zu Rübezahl, einer großen Ausflugsgaststätte mit Biergarten und Eisbahn. Und an einem Sonntag mit strahlendem Sonnenschein und Temperaturen um die 0°C war da natürlich die Hölle los. So haben wir auf Eisbein und Kaiserschmarrn verzichtet und sind direkt weiter gegangen. Bzw. geschlittert, denn der Uferweg des Müggelsees war auch fast komplett von Eis bedeckt. Das gab schönen Muskelkater am nächsten Tag.

Da die Fahrgastschifffart auf dem Müggelsee im Winter eingestellt wird, kann er bei langen Frostperioden tatsächlich komplett zufrieren. So hatte er auch eine schöne Eisschicht, angesichts der Tatsache, daß es schon seit ein paar Tagen Tauwetter gegeben hatte, hätte ich dem Eis allerdings nicht mehr vertraut. Andere waren da nicht so ängstlich.

Müggelsee

Aber das war ja schon knapp vorm Spreetunnel, also kurz vor Friedrichshagen – wenn man da einbricht, hat man es vielleicht nicht so weit bis nach Hause.

Vom Spreetunnel bis zur S-Bahn sind es dann tatsächlich noch mal 1,5 km und damit fast 1/10 der Strecke. Es zieht sich etwas, aber es gibt einige interessante Geschäfte unterwegs (die am Sonntag natürlich alle geschlossen waren). Und wer Schaufensterbummel nicht mag, kann auch die Straßenbahn nehmen.

Festival of Lights

Es war mal wieder Festival of Lights und weil eine Kollegin sich das noch nie angesehen hatte obwohl sie nun schon ein paar Jahre in Berlin ist, waren wir letzten Donnerstag auf Fototour. Am Donnerstag war es immerhin trocken (im Gegensatz zu den anderen Tagen), dafür war es die kälteste Nacht überhaupt derzeit. Mein Thermometer zeigte am nächsten Morgen einen Tiefstwert von -0,5°C (sonst liegen wir derzeit ja bei mindestens 6°C).

Wir haben die in meinen Augen klassische Runde mit einer kleinen Ergänzung gemacht: angefangen haben wir am Potsdamer Platz.

Potsdamer Platz

Dort ist es aber immer besonders kalt weil besonders zugig, so daß wir nicht allzulang blieben und dann die (leider nicht sehr warme) S-Bahn zum Brandenburger Tor nahmen.

Brandenburger Tor

Brandenburger Tor

Am Brandenburger Tor zahlte es sich aus, daß sich mein Stativ sehr groß machen kann – so konnte ich über alle hinweg fotografieren. Es gab zwei oder drei Animationen/Film-Projektionen und dazwischen eine russische Sandmalerin (von der ich nicht weiß, ob sie live oder aufgezeichnet war).

Brandenburger Tor - Sandmalerei

Brandenburger Tor - Sandmalerei

Als wir alles gesehen hatten, sind wir zum Gendarmenmarkt gelaufen, der mich aber dieses Jahr nicht sonderlich überzeugte. Er war auch recht leer.

Gendarmenmarkt

Gendarmenmarkt

Immerhin kommt man von dort inzwischen wieder sehr einfach zum Bebelplatz, und da war es toll. Am Hotel de Rome gab es einen Film, den man kaum fotografieren konnte (erst Recht nicht mit 2-sec.-Selbstauslöser), aber schön.

Hotel de Rome

Hotel de Rome

Hotel de Rome

Hotel de Rome

Und die Kommode (Alte Bibliothek, jetzt genutzt von der Humboldt-Uni) war knall bunt gemustert.

Kommode

An der Humboldt-Uni gab es wieder eine Animation mit Musik. Viel gemustert.

Humboldt-Uni

Humboldt-Uni

Humboldt-Uni

Aber auch Herbstlaub. Das hat uns sehr gut gefallen, war jedoch so kurz, daß wir uns alles noch mal angesehen haben um eine Chance auf ein zweites Foto zu haben. Das dauerte verdammt lang.

Humboldt-Uni

Danach dann noch zum Berliner Dom. Da war eigentlich das zweite Bild schon das schönste.

Berliner Dom

Naja, und der Panda war auch ganz nett. Die anderen… naja. Trotzdem sind wir natürlich geblieben, bis wir sicher waren alles gesehen zu haben. Uns war ja sowieso schon kalt.

Berliner Dom

Auf den Fernsehturm hatten wir dann aber keine Lust mehr. Das, was wir da von weitem sahen überzeugte nicht so recht (was auch daran gelegen haben könnte, das Turm und Himmel fast die gleiche Farbe hatten) und außerdem waren wir inzwischen seit 3 Stunden unterwegs und zumindest 2 von uns (inkl. mir) waren ziemlich durchgefroren.

Nächstes Jahr vielleicht wieder. Vielleicht sollte ich mir bis dahin einen Fernauslöser zulegen. Dann könnte man mit den Händen in der Tasche fotografieren….

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Ergänzung: der von Otti erwähnte Konturen-Dom:

Berliner Dom

Wochenende

Am Sonnabend mal etwas anderes: eine Nachtwanderung (die man zu dieser Zeit des Jahres ja schon um 6 abends beginnen kann) .

Vom S-Bahnhof Jungfernheide ging es immer an der Spree entlang nach Süden – in meinem Fall bis zum Hackeschen Markt. Dabei sind auch ein paar Fotos entstanden. Und? Wer erkennt, was ich da fotografiert habe?

Nachtwanderung

Nachtwanderung

 

Am Sonntag dann endlich den Balkon winterfest gemacht. Vor dem Urlaub erschien mir zu früh, nach dem Urlaub ist eben erst jetzt. Ich habe ja einen Schreck bekommen, als ich morgens aufs Außentermometer gesehen habe: mehr als die 2°C wären schon angenehm gewesen. Aber so war ich eben schnell fertig. Und Nachmittags fing es dann an zu schneien. Timing.

Zeig uns deine Stadt – Dezember

Das Thema diesen Monat beim Fotoprojekt „Zeig uns deine Stadt“ ist relativ frei: entweder was weihnachtliches oder ein Foto, was man schon immer mal zeigen wollte.

Da ich ziemlich großer Fan von Weihnachtsmärkten bin (vor allem denen, wo es auch was anderes gibt als Bratwurst und Glühwein), gibt es bei mir also Fotos von Weihnachtsmärkten. In Berlin gibt es ja unheimlich viele Weihnachtsmärkte. Viele nur für ein Wochenende, manche nur an den Wochenenden und ein paar große den ganzen Monat über.

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Lichtgrenze

Eigentlich wollten wir ja nur mal gucken. Und ein paar Fotos machen. Im Endeffekt sind wir dann ca. zwei drittel der Strecke abgelaufen.

Anläßlich des 25. Jahrestages des Falls der Mauer wurden im Berliner Zentrum auf einer Länge von 15 Kilometern entlang der ehemaligen Grenze beleuchtete Ballons aufgestellt. Drei Tage (Freitag bis Sonntag) standen sie, am Sonntag Abend wurden sie (unbeleuchtet) fliegen gelassen.

Was mich beim Entlanglaufen am meisten beeindruckt hat: die Ruhe. Wo die Grenze entlang einer Straße verlief war diese fast immer für den Autoverkehr gesperrt, in den Parks waren sowieso keine Autos zu hören. Es waren wirklich viele Menschen unterwegs – und (fast) alle unterhielten sich nur leise. Ausnahmen waren natürlich die Orte, wo die Leinwände standen, am Brandenburger Tor, und am Potsdamer Platz ist schon Weihnachtsrummel (Wintermarkt genannt, oder so). Ansonsten aber war trotz der Menge an Menschen nur Gemurmel zu hören. Faszinierend.

Jetzt aber zu den Fotos. Angefangen haben wir mit dem Mauerpark, an der Bernauer Straße beginnend.

Lichtgrenze Mauerpark

Blick von der Behmstraßenbrücke Richtung Bösebrücke/Bornholmer Straße.

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Licht im Dunkeln

Gestern Abend streikten die Lokführer, was dafür sorgte, daß ich anders nach Hause fahren mußte als gewohnt. Um dem ganzen etwas Gutes abzugewinnen und weil die erste Alternativverbindung, die mir einfiel mich direkt ins Stadtzentrum brachte, habe ich die Fotoausrüstung eingepackt und bin auf Fototour gegangen, schließlich werden gerade mal wieder diverse Gebäude bunt angestrahlt im Rahmen von „Festival of Lights“ und „Berlin leuchtet“.

Am Brandenburger Tor ging es los für mich. Hier gibt es eine Diashow(?) mit Musik, von der ich leider nur noch das Ende mitbekommen hatte.

Brandenburger Tor beleuchtet

Und dann das Pausenbild:

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„Berlin lacht“

Weil wir ja Sonntag bei Straßentheaterfestival auf dem Alex irgendwie fast immer erst zur Hälfte der Show dazugekommen sind, oder noch später, ich aber gern ein paar der Sachen in Gänze sehen wollte, war ich gestern abend nach der Arbeit noch mal da. Die Künstler sind ja auch nicht über den gesamten Zeitraum dabei, bei einigen war es die letzte Gelegenheit, sie noch mal zu sehen.

Hier also jetzt noch ein paar Impressionen von meinem gestrigen Besuch.

Mr. Quirk - Trockenschwimmen

Mr. Quirk – Trockenschwimmen

Mr. Quirk war allerdings die einzige Nummer, die wir Sonntag schon komplett gesehen hatten. Gestern kam nur grad nichts anderes – und sie war ja gut.

The lost Wheels of Time

The lost Wheels of Time

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Sommersonntage

War der Sommer letztes Jahr wirklich nicht so doll oder war ich nur zu sehr mit anderem beschäftigt und abgelenkt? Der Sommer dieses Jahr zumindest ist fantastisch und ich genieße ihn in vollen Zügen.

Letzten Sonntag zum Beispiel waren wir in Köpenick paddeln. Gut, das war eher so aufgezogen wie ein Tretbootverleih. Die Kajaks waren so breit und schnittig wie sonst Kanadier (und auch ebenso offen) , die Sitzposition darin eher wie im Fernsehsessel, es gab keine Paddeleinweisung, Schwimmwesten nur auf Nachfrage wie wir später sahen und keine Karte. Den Weg um die Altstadt Köpenick haben wir trotzdem gefunden. Und den Müggelsee auch. Beim Eisverkaufsboot / Floß haben wir auf dem Hinweg angelegt – es kam uns auf dem Rückweg tatsächlich entgegen (kann sich also aus eigener Kraft fortbewegen). Und nach dem Paddeln sind wir dann nochmal zum Müggelsee gefahren zum Baden. Wegen Gewitter im Hintergrund hab ich es allerdings nur kurz ausgehalten. Gewitter und Gewässer ist eine ungute Kombination.

Schloss und Altstadt Köpenick vom Wasser aus

Schloss und Altstadt Köpenick vom Wasser aus

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