• Kategorien

  • Archiv

Kleine Flucht

Eigentlich, dachte ich Anfang des Jahres, ist mir nach mehreren Jahren Urlaub weit weg mal wieder nach Urlaub in Norwegen. Zu Hause, quasi, denn ich war inzwischen so oft in Norwegen, daß es sich tatsächlich vertraut anfühlt. Andererseits ist Norwegen aber auch so vielgestaltig, daß man da wirklich oft Urlaub machen und immer noch neues entdecken kann. Dann kam Kirgistan dazwischen, das einfach viel interessanter und spannender klang.

Die Urlaubserholung und -entspannung nach Kirgistan hielt dank eines reizenden Kollegen gerade mal eine halbe Woche oder so und da ich noch genügend Urlaubstage über hatte, habe ich mich ganz schnell nach einer weiteren Reise umgesehen. Der Urlaub wurde erstaunlicher Weise problemlos genehmigt und so war ich Mitte September dann doch noch in Norwegen. Eine Woche im Dovrefjell um genau zu sein.

Während das Wetter in Berlin noch relativ (spät-)sommerlich war, trug das Dovrefjell schon komplett Herbstfärbung, da störte es fast gar nicht, daß der Himmel bei der ersten Wanderung meist grau war.

Im Dovrefjell gibt es eine Population von Moschusochsen. Das Gebiet in dem man sie sich meist aufhalten war das Ziel unserer Wanderung am Dienstag.

Der erste Vierbeiner den wir sahen war aber kein Moschusochse (das gelbe ist eine Glocke).

Es dauerte eine ganze Weile, bis wir den ersten Ochsen entdeckt haben – und der war sehr weit weg. Der dunkle Fleck da mittig im Bild halblinks unterhalb des Felsens – das ist er.

Kurz darauf wurde er naß. Der Regen kam netterweise aber nicht bis auf unsere Seite des Tals.

Und dann kam die Sonne raus. Und in der Sonne wurde es sogar richtig warm. Mittagspause gab es dann also mitten im bunten (grün war da wirklich nichts mehr) in der Sonne.

Nach der Mittagspause ging es noch ein Stück das Tal entlang – und dann haben wir sie entdeckt. Sie hatten auch gerade Pause gemacht und begannen nach und nach damit, sich wieder zu erheben.

Die Gegend bieten übrigens nicht nur Moschusochsen, sondern auch ziemlich viel … Gegend.

 

Mittwoch früh lag Schnee.

Es fiel auch noch Schnee von oben runter – leider mit einem großen Anteil Regen vermischt, was nun wirklich unangenehm ist. So verbrachten wir den Vormittag in den Hütten. Gegen Mittag ließ der Regen nach und wir machten eine kurze Wanderung.

Es gab sogar einen Regenbogen!

Was es auch gab: Massiven Wind von der Seite, von den Bergen runter. So stark, daß wir schließlich umkehrten ohne auf dem Aussichtshügel gewesen zu sein. Man hätte dort oben sowieso nicht stehen können.

Am Nachmittag sind wir nach Dombås gefahren. Einkaufen, Ansichtskarten… Und unterwegs haben wir Elche fotografiert.

 

Donnerstag lag immer noch Schnee. Aber wir waren ja nun mal zum Wandern da, also sind wir ein ziemlich langes Stück des Olavsweges gewandert. Am Anfang ging es zum Teil durch sumpfiges Gebiet über Holzbohlen die fies rutschig waren und auch noch so nachgaben, daß man doch im Wasser stand. Danach war es ein normaler Wanderweg durch Wald und über Felsen.

Ganz schön eigentlich, aber immer noch sehr sehr windig. Und so permanenter Wind kühlt nicht nur aus, sondern zerrt auch an den Nerven irgendwann. Außerdem gab es dort oben ja nichts, was Windschatten gab, so daß man mal hätte eine Mittagspause machen können. Hungrig wandern ist sehr unschön. Aber unten im Moor, da war es dann wieder schön.

Und hinterher gab es Waffeln.

Freitag hatte sich die Wettersituation nicht gravierend verbessert, so daß es statt einer großen Wanderung nur einen Ausflug ins Moor gab. Da kann man – wenn man Glück hat – Elche beobachten und im Sommer ganz viele Vögel. Sommer war nicht mehr und die Elche auch sehr scheu. Einen haben wir ganz von weitem gesehen. Aber Landschaft gibt es immer.

Danach dann noch mal Dombås, Souvenirs kaufen. Ich habe auch dem Bahnhof noch mal einen Besuch abgestattet – der sieht ziemlich niedlich aus.

Ach, und schöne Schachtdeckel haben sie auch.

Noch mal Elchkuh mit Kalb zum Abschied…

Viel mehr Elche, teilweise viel näher dran (sehr viel näher dran), haben wir dann Sonnabend früh auf der Fahrt nach Oslo gesehen. Da war es aber noch dunkel. Und außerdem mußten wir ja die Fähre bekommen und hatten somit keine Zeit für Fotopausen.

Die Fährüberfahrt verlief weitestgehend ereignislos, und das Wetter in Deutschland war auch nicht besser als in Norwegen.

Werbung