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Wanderung Hennigsdorf – Tegel

Jetzt endlich: der Bericht von der Wanderung letzten Sonntag.

Daß ich am Wochenende wieder wandern wollte, wußte ich schon die ganze Woche. Nur wo, wußte ich noch nix. Unter den organisierten Touren war auch nichts, was mich ansprach. Dann wollte ich am Donnerstag auf der Webseite der S-Bahn nur was nachsehen und entdeckte dort einen Vorschlag für eine Rundwanderung ab Hennigsdorf. Das klang gut. Also zur Hälfte. Die zweite Hälfte fast nur durch Siedlungsgebiet in Heiligensee wollte ich mir ersparen. Aber ab Tegelort kann man ja auch nach Tegel wandern. Anders als der Vorschlag der S-Bahn bin ich in Hennigsdorf auch nicht die Straße lang, sondern direkt runter zur Havel gelaufen und der dann gefolgt. Auf der anderen Seite des Flußes liegen die Schwimmhafenwiesen in denen Frösche gerade mächtig Radau machten. Sehen konnte man außer grün nicht viel.

Für Bahnfans ist der Teil auch spannend, läuft man doch direkt an Bombardier vorbei und kann Züge in idyllischem Grün stehen sehen.

Das Werksgelände zieht sich weit hin und man läuft lange zwischen Havel (die hier eher einem Kanal gleicht) auf der einen Seite und Zaun auf der anderen. Aber eben mit viel grün. Dann kommt man zum Niederneuendorfer See und der Kanalcharakter verschwindet.

Ungefähr dort zweigt dann auch der Havelkanal ab, der erst Anfang der 50er Jahre von der DDR gebaut wurde, da die Havel im weiteren Verlauf ja durch West-Berlin floß. Direkt nach der Brücke, an der Naturbadestelle, gab es das erste Eis für mich. Die Preise erschienen mir verdammt hoch, aber ich hatte mich nunmal auf Eis eingestellt – außerdem half es gut gegen das erste Hungergefühl.

In Niederneuendorf hat man dann weiterhin links die Havel, rechts aber Ein- und Mehrfamilienhäuser, teilweise ganz frisch. Das zieht sich mindestens noch mal so lang wie das Firmengelände von Bombardier. Hier machte es sich auch massiv bemerkbar, daß man auf dem Berliner Mauerweg unterwegs ist, der hauptsächlich als Radweg genutzt wird. Wobei Einzelradler relativ problemlos sind, aber die in Gruppen waren rücksichtslos. Darum bin ich dann auch, als es endlich durch Wald ging, auf die Trampelpfade links vom Weg ausgewichen. Schöner waren sie allemal. Bei der Bürgerablage treffen aber wieder alle aufeinander. „Bürgerablage“ hatte ich irgendwie schon mehrfach gehört, wenn ich auch nicht mehr weiß, in welchem Zusammenhang. Jetzt habe ich ein Bild dazu: es ist eine Badestelle mit Gaststätte mit großem Biergarten. Nix spannendes.

Das gab es erst ein paar (hundert) Meter weiter

Dann geht es weiter eher unspannend auf eher parkähnlichem Weg. Eine große Brückenanlage bot einen Blick von oben den die Havel runter.

Und dann hatte ich das Aalemannufer erreicht und mußte mich entscheiden: mit der Fähre hinüber nach Tegelort, oder einfach immer weiter der Havel entlang nach Süden, bis ich keine Lust mehr habe (oder am Strandbad Wannsee angekommen bin). Die Strecke von Tegelort nach Tegel bin ich inzwischen schon mehrere Male gelaufen. Andererseits wäre der Weg weiter die Havel entlang für die nächsten vielen Kilometer durch Siedlungsgebiet verlaufen. Und darauf hatte ich nicht sonderlich viel Lust. Also doch Fähre und auf der anderen Seite dann immer weiter am Ufer entlang Richtung Tegel. Am Südufer von Tegelort, mit Blick Richtung Spandau (und auf die in Tegel landenden Flugzeuge) gab es endlich eine freie Bank, auf der ich erstmal Mittagspause gemacht habe.

Die Bank war so hoch, daß ich mit den Beinen baumeln konnte, was ich ausgiebig getan hab, bis ich mich doch zum Weitergehen entschloß. Man ist dann ziemlich schnell raus aus dem Siedlungsgebiet, und dann geht es wirklich durch Wald. Es war ordentlich warm und die Badestellen waren gut besucht.

Bevor man Tegel erreicht, kommt man an diversen Wassersportclubs vorbei. Einige davon haben richtig schöne Häuser.

Da die Strecke insgesamt noch nicht so lang gewesen ist (schätzungsweise keine 15 km), wollte ich ab dort ungefähr noch einer „Wanderroute im Bezirk Reinickendorf“ folgen, die in meiner Karte eingezeichnet war. Leider war sie nicht ausgeschildert und es gab in der Realität mehr Wege als auf meiner Karte. Da ich im weiteren Verlauf noch auf eine andere – vermutlich auch wieder nicht ausgeschilderte – Wanderroute hätte wechseln müssen um zur S-Bahn zu kommen, war mir das alles zu heikel und ich bin doch direkt nach Alt-Tegel gelaufen, habe mir dort noch ein Eis gekauft und mich dann in die U-Bahn nach Hause gesetzt. Ich hatte ja noch das Angebot, am Abend skaten zu gehen…

 

 

10. Dezember (Havelhöhenweg)

Wetter: Kalt und windig, bis Mittags sonnig, danach dann grau. Abends Schnee.

In den Adventskalendern: ein Hase, der mit dem Schneemann Händchen hält und ein zweiter mit einem Leuchter mit zwei Kerzen; eine Oboe und „Freier Geist“

 

Weil ich letzten Sonntag gemerkt hatte, daß mir das Wandern gut tat, heute gleich noch mal. Leider sollte es erst um 1 losgehen. Ich bin ja nun alles andere als ein Frühaufsteher, aber 1 ist im Winter schon verdammt spät. Außerdem klappt lange schlafen im Moment auch nicht. Ich war also schon relativ zeitig wach (relativ… um 9 bin ich aufgestanden) und irgendwann auch fertig mit dem Frühstück und habe dann beschlossen, auf dem Weg zur Wanderung noch über einen Weihnachtsmarkt zu schlendern. Erst habe ich am Alex mein Proviant für die Wanderung geholt (Kräuterseele – ist immer noch was von da), dann war ich auf dem Weihnachtsmarkt am Neptunbrunnen.

Das Wetter war ja super. Als ich um 1 am Bahnhof Nikolassee stand, hatte es sich schon fast komplett zugezogen. Nicht so toll.

Der Havelhöhenweg war das heutige Ziel. Dazu läuft man erstmal zum Strandbad Wannsee (bin ich da also auch mal gewesen) und biegt dann rechts ab.

Immer an der Havel entlang geht es, man muß nur aufpassen, daß man den Weg nach oben nimmt, nicht den unten am Wasser lang. Wenn die Bäume keine Blätter haben, kann man dann von dort oben die Havel sehen. Und an einer Stelle sogar die Stast,

Ohne Zoom sieht das allerdings so aus:

Noch mal ohne Gestrüpp davor, und mit Grunewaldturm.

Mir war mehrfach vorgeschwärmt worden von diesem Weg. Aber entweder es lag am Wetter, oder daran, daß wir dort streckenweise sehr zügig unterwegs waren, oder…. so beeindruckend fand ich ihn nicht. Ja, man kann gelegentlich die Havel sehen durch das Gestrüpp, aber ansonsten… hm. Vielleicht war es wirklich einfach zu grau.

Der Grunewaldturm war unser erstes Ziel. Den werd ich bei schönerem Wetter definitiv noch mal besuchen.

Weil keiner Lust auf Busfahren hatte, sind wir von dort dann noch zum Bahnhof Grunewald gelaufen. Im Schweinsgalopp (fast), da unsere Organisatorin mächtig Angst vor Wildschweinen hatte und es ja schon langsam dunkel wurde. Das war anstrengend. Ich hab zwischendurch über das Tempo geflucht, aber da ich meine Stirnlampe nicht dabei hatte, war es doch ganz gut: am S-Bahnhof angekommen war es schon mächtig dunkel.

Unschön nach so schweißtreibender Aktivität: die erste S-Bahn war unbeheizt. Zum Glück mußte ich nach einer Station sowieso umsteigen, die zweite war dann annehmbar. Und zu Hause wartete die heiße Dusche.

 

Wanderung Wannsee – Babelsberg

Am Sonntag hätte man shoppen gehen können. Oder zur grünen Woche. Ich war wandern. Der Südwesten war diesmal das Ziel. Am S-Bahnhof Wannsee ging es los, kurz zur Ronnebypromenade runter, dann über die Brücke, das Südufer des Großen Wannsees umrundet und durch das Siedlungsgebiet dort nach Norden bis hinter das Haus der Wannseekonferenz. Dort steht diese stolze Löwe.

Löwenplastik

Von dort ging es dann in den Wald, immer am Wasser entlang, das hier Havel heißt.

Havel

Havel

Der Weg war über weite Strecken ziemlich vereist, aber das reichte manch einem nicht – es gab noch Schlittschuhläufer auf dem Eis (ich hätte das nach einer Woche Tauwetter ja nicht mehr gemacht).

Schlittschuhläufer

Schnee gab es fast gar keinen mehr, nur an geschützten Stellen war es noch mehrheitlich weiß.

Schnee im Wald

Aber es war so klar, daß man sogar den Grunewaldturm und die Abhöranlagen auf dem Teufelsberg ausmachen konnte*.

Türme am Horizont

Dieser markante Baum steht Am Fähranleger zur Pfaueninsel.

Baum am Fähranleger Pfaueninsel

Dort haben wir eine längere Pause eingelegt, die wir dann auch zur Mittagspause machten (während der wir dem anwesenden Briten deutsche Schimpfwörter beibrachten, da hatte er noch Lücken). Schließlich entschieden wir uns wegen Zeitdruck einiger Teilnehmer gegen eine Überfahrt.

Bei Nikolskoe hörten wir es über uns am Hang im Wald knacken und sahen dann zwei Wildschweine den hang runter preschen. Sie rannten quer durch unsere Gruppe durch über’n Weg** (da stand zum Glück grad keiner) und dann aufs Eis. Es schien ihnen dort zu gefallen, denn als wir diverse Meter weiter wieder einen Blick auf das Eis hatten, war zumindest eins der Schweine immer noch Eisläufer (Fotoqualität miserabel weil stark vergrößert, weil geringer Zoom der Kompaktkamera – aber man kann es erkennen).

Schwein auf Eis

Und noch mal ein paar Meter weiter gab es einen schönen Blick auf die Pfaueninsel.

Pfaueninsel

Als nächstes folgte der Blick auf die Heilandskirche in der Sonne.

Heilandskirche

Wunderbar zu erkennen: nix mehr mit blauem Himmel. Es hatte sich inzwischen ziemlich zugezogen. Und auf der Glienicker Brücke (die wir fälschlich überquerten), wehte ein fieser Wind. Es war auch längst nicht mehr so klar – das Schloß Babelsberg lag ziemlich im Dunst.

Schloß Babelsberg

Aber man konnte von der Brücke aus wunderbar zu Eis gefrorenen Wellen erkennen.

von der Glienicker Brücke

Durch den Schloßpark Glienicke ging es dann schließlich zu der Brücke, die uns hinüber brachte zum Schloßpark Babelsberg.

Babelsberg von Glienicke

Im Babelsberger Schloßpark hab ich dann keine Fotos mehr gemacht. Es war einfach ungemütlich und nicht mehr schön und so haben wir ihn ziemlich schnell durchquert und zum S-Bahnhof Babelsberg gestiefelt.

Und wer wissen will, wie es im Schloßpark Babelsberg aussieht, kann im meinem alten Blogeintrag nachsehen.

 

* Ich geb’s zu: Den Grundewaldturm sieht man bei der Auflösung des Fotos nur noch, wenn man weiß wo man suchen muß.

** Durch das permanente Wegrutschen auf dem eisigen Weg war der Adrenalinspiegel eh schon relativ hoch – das hätte es eigentlich nicht gebraucht.