• Kategorien

  • Archiv

Wanderung Märkische Schweiz

Letzte Woche war der Mittwoch quasi ein Sonntag (1. Mai, Feiertag) und Sonntags gehe ich ja gern warndern. Die Märkische Schweiz war im Angebot, 22 Kilometer, also eine schöne Trainingseinheit. Statt des schweren Rucksacks habe ich diesmal die schweren Wanderschuhe genommen. Mit denen wandere ich inzwischen eher selten, aber da sie mich im Urlaub begleiten sollen, wollte ich sie noch mal testen.

Gegen 6 war ich schon mal wach (wie so oft in letzter Zeit), da hörte ich es regnen. Und als um 7 der Wecker klingelte, fragte ich mich, wer eigentlich auf die dämlich Idee gekommen war, wandern gehen zu wollen. Aber ich war ja nun mal angemeldet. Immerhin regnete es gerade nicht, es war aber noch sehr sehr grau.

Ostkreuz haben wir uns getroffen, da gab es gerade mal wieder Sprühregen, in Müncheberg konnten wir dann aber schon in der Sonne auf den Bus nach Buckow warten.

Ausgeschrieben war die Wanderung als „Höhenweg“, offiziell heitßt er „Naturparkroute“ und is mit einem roten Punkt markiert. Die Wanderbeschreibung, die die Organisatorin hatte, begann in Buckow am Bahnhof. Wegen fehlender Ansagen und regen Gesprächen sind wir aber erstmal bis zum Markt gefahren. So konnten wir uns auch ein bißchen war von Buckow ansehen. Und diejenigen, die zum ersten Mal in der Märkischen Schweiz waren, bekamen eine Ahnung, warum sie so heißt. Da kann es schon recht steil bergauf gehen.

Straßenansicht von Buckow

Den ersten Teil der Wanderung kannte ich schon, das bin ich vor ein paar Jahren im Winter schon mal gelaufen. An viel Landschaft konnte ich mich allerdings nicht erinnern, damals mußten wir ja vor allem auf die Wege achten. Dieses Mal konnte ich bequem nach links und rechts sehen. Nur war das Wetter am Anfang noch eher grau.

Wiese mit Koppelzaun

Unten am Schermützelsee angekommen, kam sogar gerade ein Fahrgastschiff vorbei.

Blick auf den Schermützelsee

Und irgendwann kam dann doch die Sonne raus. Es wurde sogar fast warm.

Löwenzahnwiese

Die Bäume waren alle schon belaubt, das war ja über Ostern sehr plötzlich passiert. Das Buchenlaub aber war noch wunderschön hellgrün. Das dort ist übrigens der Stobber, dessen Wasser bis in die Ostsee fließt (wenn ich das richtig in Erinnerung habe).

Wanderweg entlang des Stobbers (Bach)

Brücke über den Stobber (Bach)

alter verrottender Baumstumpf mit neuer Pflanze drauf

Nach einer ziemlich langen Mittagspause an der Güntherquelle haben wir „Drei Eichen“ schon wieder eine lange Pause gemacht. Das war einerseits ok, denn der Kuchen war lecker. Andererseits gab es dort unheimlich viele unheimlich große unheimlich hungrige Mücken. Ich hab am Abend über 10 Mückenstiche gezählt, allein 8 auf dem linken Oberarm.

Während der Pause stellte die Organisatorin fest, daß wir grad erst die Hälfte der Strecke hinter uns hätten und daß es reichlich spät wird, wenn wir in diesem Tempo weiterwandern. Darum wurde durch eine knappe Mehrheit beschlossen, abzukürzen. Ein paar Highlights haben wir dadurch verpaßt, dafür waren wir ziemlich zeitig wieder in Buckow. Das könnte aber auch daran gelegen haben, daß ich deutlich das Tempo angezogen habe – mir war danach, wer weiß, was im Kuchen war…

In Buckow angekommen machte die Organisatorin den Vorschlag, die so gewonnene Zeit für einen Stadtbummel durch Buckow zu nutzen. Das fand ich nun sehr albern, da wäre ich lieber noch länger durch den Wald gelaufen, erst Recht mit meinen Bergschuhen. Die Hälfte der Gruppe sah es ähnlich wie ich und wollte lieber eine Stunde früher zu Hause sein. Das paßte super mit den Brandenburg-Berlin-Tickets (wir hatten 2 für 10 Leute). Leider kam der Bus, der uns nach Müncheberg zur Bahn bringen sollte, ewig nicht. Er hing hinter einem Unfall fest, wie wir von vorbeikommenden Autofahrern erfuhren. Kurz danach kam der Bus dann auch schon – war aber leider erst 5 Minuten nach Abfahrt des Zuges am Bahnhof. Also haben wir 55 Minuten auf die nächste Bahn gewartet. Der andere Teil der Gruppe staunte nicht schlecht, als sie uns da am Bahnhof wieder sahen.

Winterwandern in der Märkischen Schweiz (12 von 12 mit Bonusfotos)

Oder: Der Tag, an dem mir 15km vorkamen wie 40

Oder: Eigentlich war Sonne angesagt

Oder: Achtsam Wandern

 

Mein Tag heute startete sehr früh für einen Sonntag (beim dem Foto war ich schon in der Küche angekommen, der Wecker hatte 13 Minuten früher geklingelt).

Küchenradio

Sonntag ist (ziemlich oft) Wandertag. Und diesmal ging es in die Märkische Schweiz. Da fährt man was länger, also muß man zeitig aufstehen. 9:15 haben wir uns am Bahnhof Lichtenberg getroffen, dann sind wir mit der Regionalbahn bis Müncheberg gefahren und von dort dann mit dem Bus nach Buckow. Fotos gibt es davon nicht, denn ich habe noch halb geschlafen. Das Gespräch mit dem Busfahrer beim Umsteigen habe ich aber mitbekommen. Man weiß ja nie, wie die drauf sind, also hat unser Häuptling erklärt: Wir sind eine Gruppe von 14 Leuten mit 3 Brandenburg-Berlin-Tickets und fing dabei an, sein Ticket rauszuholen. Reaktion des Buchfahrers: „Wollnse mir dir jetzt wirklich alle zeigen?“ Hammwa dann nich, sondern sind auf seinen Wink hin einfach alle eingestiegen.

In Buckow sind wir an der Jugendherberge ausgestiegen und dann dem Panoramaweg gefolgt. Da dauert es nicht lang, und man hat einen Blick auf den Schermützelsee.

Schermützelsee

Der Weg hat es in sich, es geht beständig hoch und runter.

Panoramaweg

Zusätzliche Herausforderung auf der Strecke: eisige Wege. In der Stadt ist der Schnee ja fast komplett verschwunden, hier lag er noch im Wald rum und in Form von Eis auch auf den Wegen. Folge: Wir haben uns kaum unterhalten, sondern sind sehr aufmerksam gelaufen. Achtsames Wandern eben. Wer da nicht ganz im Hier-und-Jetzt war, lief Gefahr, sich ordentlich hinzulegen. Meine Sturzbilanz der gesamten Wanderung: ein mal hingesetzt, zwei mal hingekniet (vorher mit den Händen abgefangen), immer dann, wenn ich der Meinung war, ich könnte auch problemlos über total vereiste Flächen gehen. Und nicht daran gedacht habe, den Pinguin zu machen (sehr kleine Schritte, funktioniert übrigens tatsächlich noch besser, wenn man die Arme an den Körper anlegt und die Hände abgewinkelt hält, wie Pinguin eben).

Zurück zur Wanderung.

Weg aus Eis

In der Märkischen Schweiz gibt es nicht nur viele Berge, sondern auch nicht wenig Wasser (hier in Kombination).

Märkische Schweiz

Da, wo das Wasser fließt oder fällt, entstehen manchmal besondere Kunstwerke, die mich sehr fasziniert haben.

Eiskunst

Nach gerade mal etwas mehr als 6 Kilometern haben wir Mittagspause gemacht. Ich war froh drum, denn ich hatte schon mächtig Hunger. Ausgewählt haben wir dazu spontan einen Platz mit sehr viel Moos – wobei wir uns natürlich in das schneefreie Moos gesetzt haben.

Moos im Schnee

Frisch gestärkt (und ein wenig durchgefrohren, den es waren nur -3°C), ging es weiter und wir kamen an regelrechten Schneefeldern vorbei.

Schneefelder

Und an einem angefangenen Schneemann.

Schneemann?

Danach sind wir an der Wolfsschlucht vorbei gewandert.

Blick in die Wolfsschlucht

Der Weg auch hier vereist.

Eisweg

Und schließlich standen wir auf dem Dachsberg, von dem man bei guten Wetter bestimmt einen fantastischen Blick hat. Naja, wir haben auch was gesehen.

Blick vom Dachsberg

Wer oben ist darf auch wieder runter und zum Beweis, das wir auch zwischendurch tatsächlich ganz unten waren: der große Tornowsee.

Großer Tornowsee

Diesmal bin ich auch aufs Eis gegangen, das war nämlich definitiv dick genug.

auf dem Eis

Danach haben wir frische Biberspuren bewundert.

Baumeister Biber

Und ein Weilchen später gab es noch mal Eiskunst zu bewundern.

img_3968

Es gab auch Eis in filigran.

Eiskristalle

Und dann waren wir ziemlich bald am Ende der Wanderung angelangt. In Buckow im Strandcafe haben wir uns wieder aufgewärmt. Dort gibt es gute dunkle heiße Schokolade und fantastische Torten. Dann brachte uns der Bus zurück nach Müncheberg und von dort der Zug nach Lichtenberg und um 6 war ich wieder zu Hause.

Damit ich die Anzahl der Bilder um exakt 50% überziehe noch ein letztes Bild aus Buckow.

img_3974

 

Und nächstes Mal bleibt es bei 12 Fotos. Obwohl, das ist wieder ein Sonntag…

Die anderen Teilnehmer vom 12 von 12 gibt es wie immer bei „Draußen nur Kännchen„.

 

(Und ehrlich mal: Sommer kann ja jeder.)