Sonnige Sommer-Sonntagswanderung

Irgendwie war letzte Nacht komisch. Erst ewig nicht eingeschlafen, dann sehr blöd geträumt und das Wachwerden war auch eigenartig. Dementsprechend war meine Stimmung heute etwas seltsam und ich habe entschieden: Ich brauch Auslauf. Also Wandern. Für eine Route hatte ich mich recht schnell entschieden: Vom Wannsee nach Babelsberg, die ich im Februar schon mal gewandert bin (soviel vorweg: die Wege waren diesmal eisfrei). Frühstück und zusammenpacken und kramen – das braucht etwas, wenn man nicht ganz rund läuft. Und bei der S-Bahn wird auch gerade wie wild gebaut (is klar, is Sommer, und irgendwann müssen sie ja mal), das alles sorgte dafür, daß ich dann erst halb 1 am Bahnhof Wannsee losgelaufen bin. Erstmal direkt zum Wasser runter. Da verließ ein Fahrgastschiff gerade den Anleger, während Schute 22 offensichtlich Wochenende hatte.

Auf dem Weg zum Haus der Wannseekonferenz ist mir aufgefallen, wie sehr das Wandern in Begleitung von der Umgebung ablenken kann. Heute bin ich gefühlt ewig an Häusern entlang gelaufen und dachte ständig, so langsam müßte ich doch da sein. Beim letzten Mal (in angeregtes Gespräch vertieft), war mir die Strecke viel küürzer erschienen. Aber schließlich stand ich unterhalb des Löwen (siehe Blogeintrag vom Februar) und stellte fest, daß gegenüber ja das Strandbad Wannsee liegt.

Ich weiß nicht so recht, was die da unten am Boot machten – ich war ja aber sowieso schon recht spät dran, deswegen wollte ich nicht lange zusehen. Eigenartig sah es aus.

Danach ging es dann in den Wald. Immer wieder mit Blick aufs Wasser, auf dem heute recht viel los war (zumindest im Vergleich zum Februar). Am Ufer, auf dem Weg, ging es noch. Da war es streckenweise sogar leer. Aber an jeder dazu passenden Stelle wurde gebadet.

Und irgendwann merkte ich: das läuft. Ich hatte meinen Rhythmus gefunden und lief einfach, während die Gedanken ganz woanders waren. Kurz danach hatte ich die Fähre zur Pfaueninsel erreicht. Die wollte ich diesmal mitnehmen (also die Insel) und ich hatte Glück: die Fähre wurde gerade beladen, ich durfte noch rauf, kurz hinter mir war Schluß. Auf der Insel angekommen bin ich gleich rechts rum, immer am Wasser lang und nach kurzer Strecke im Ergänzungsrosengarten gelandet.

Kurz danach war schon die Fontäne durch die Bäume hindurch zu sehen. Nur ein kleiner Schlenker, und ich stand davor. (die Besucher standen und saßen zum Glück alle auf meiner Seite.)

Zurück zum Ufer kommt man am Winterhaus vorbei. Dort saß ein Pfau auf einem Baum. Aber wozu den Kopf nach oben verrenken, wenn doch nur ein paar Meter weiter gleich zwei Pfauen im Gehege warten?

Danach hatte ich endlich eine leere Bank im Schatten mit Seeblick gefunden und machte erstmal Mittag. Weiter ging es dann am östlichen Ufer der Insel mit Blick Richtung Schwanenwerder – verdammt viel los auf dem See (es ist auch überhaupt nicht ruhig, weil die Motorbote ja alle Krach machen).

Wenn man dort am Ufer weiterläuft, kommt man zur alten Meierei.

Dahinter der Pferdestall sieht überhaupt nicht aus wie ein Pferdestall (riecht aber so).

 

Die Wasserbüffel beweiden die recht feuchten Wiesen. Sie sorgen so dafür, daß die Flächen so offen bleiben, wie sie mal geplant wurden.

Den Luisentempel muß man jetzt nicht unbedingt von nahem sehen. Da ich aber extra einen Umweg gemacht habe um das festzustellen, habe ich ihn wenigstens fotografiert.

Beim Kavalierhaus war ich ursprünglich direkt davor vorbei gegangen. Da kann man es aber kaum erfassen (weil zu nah dran) – nur erkennen, daß es offenbar bewohnt ist. Also bin ich hier auch noch mal einen Umweg gegangen.

Naja, und irgendwann stand ich dann vor dem Schloß (geschickter Bildausschnitt mit nur wenigen Menschen).

Da war mir aber zu viel los und außerdem wollte ich dann doch so langsam weiter, also bin ich zurück zur Fähre. Aber in den Souveniershop mußte ich dann doch noch einen Blick werfen – und konnte große Not lindern. Im Shop weinte nämlich ein kleines Mädchen herzzerreißend, weil es sich einen Splitter im Finger zugezogen hatte. Ich hatte mein Erste-Hilfe-Set dabei und in dem Set eine spitze Pinzette – damit konnte die Mutter den Splitter dann entfernen. Wäre ich sie gewesen, hätte ich mir ja auch noch ein Waldgeist-Gummitier angeboten zum Dank – aber sie war von der Situation (und der Lautstärke ihrer Tochter) vermutlich insgesamt doch ziemlich überfordert. Mir war in der Zwischenzeit aufgefallen, daß ich den Rosengarten noch gar nicht gesehen hatte, also holte ich das nach. Dort lief mir dann auch noch malerisch ein Pfau über den Weg. Naja, genaugenommen lief er der kleinen Mädchen hinterher, die etwas zu essen in der Hand hatte. Dann entdeckte er eine Tüte in der Hand der Mutter. Und lief auf sie zu. Als sie das mitbekam, verschloss sie die Tüte, rollte sie zusammen und warf sie über den Vogel hinweg ihrem Begleiter zu. Das überforderte den Pfau offenbar, er schaute etwas dümmlich aus der Wäsche (und alle Umstehenden lachten).

Dann aber Fähre, sie kam auch gerade. Am anderen Ufer überlegte ich kurz, ob ich hoch gehe nach Nikolskoe – da aber alle anderen genau den Weg nahmen, entschied ich mich für den Uferweg.

Die folgenden Wasserausblicke wurden immer von der Sacrower Heilandskirche bestimmt.

Dann war ich an der Glienicker Brücke angelangt und wechselte in den Schloßpark Glienicke. Da kann man schön auf die „Skyline“ Potsdams sehen.

Durch Klein-Glienicke ging es dann zum Schloßpark Babelsberg.

Unterwegs hatte ich die Idee bekommen, vom Schloßpark Babelsberg mit dem Wassertaxi zum Potsdamer Hauptbahnhof zu fahren. Blöd nur, daß ich nicht wußte, wo es abfährt. Irgendwann sah ich zwar einen Steg – der wurde aber als Sprungplattform benutzt. Inzwischen war ich auch reichlich K.O. und hatte nicht mehr sonderlich viel Lust auf Experimente, weswegen ich mich entschied, den (vermeintlich) bekannten Weg zum Bahnhof Babelsberg zu nehmen. Nunja. Die Wege im Schloßpark Babelsberg zeichnen sie durch häufige Richtungsänderungen aus, was schön ist, wenn man durch den Park spaziert, aber nicht so schön, wenn man den richtigen Weg zu einem bestimmten Ziel sucht. Ich hatte keine Karte von der Gegend mit, habe aber schließlich doch aus dem Park gefunden, nur an ganz anderer Stelle als im Februar. Das heißt, ich bin auch etwas planlos durch Babelsberg gelaufen, habe den Bahnhof aber ohne Umwege gefunden. Kurz nach 6 bin ich in die S-Bahn nach Hause eingestiegen. Beim Umsteigen Westkreuz gab es noch etwas Verwirrung, weil die S-Bahn viel früher einfuhr, als angezeigt worden war und der Anzeiger zur gleichen Zeit auf „Zugdurchfahrt“ umsprang. Die Bahn hielt aber an und so bin ich einfach eingestiegen – und schließlich auch zu Hause angekommen.

 

 

Entdeckung und Enttäuschung

Den E11 (Europäischen Fernwanderweg 11) von Potsdam nach Nikolassee hatte ich mir letzten Sonnabend vorgenommen. Der Einstieg war einfach: vom Potsdamer Hauptbahnhof aus runter Richtung Wasser und dann immer möglichst nahe am Wasser entlang. Bis man zum Schloßpark Babelsberg kommt. Hier lohne es sich, vom E11 abzuweichen, stand in der Wegbeschreibung. Und das habe ich getan. Denn der Park ist einfach schön. Wie ich ziemlich schnell vermutete (und auch hätte nachlesen können wie ich später feststellte), wurde der Park nach Vorbild der englischen Landschaftsgärten angelegt. Und so gibt es unheimlich viel zu entdecken, immer neue tolle Blickwinkel, und ich bin Kringel und Kreise gelaufen.

Flatow-Turm (mehr …)