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Herbstwanderung

Am Wochenende ist der Sommer noch mal zurückgekehrt. Und mir war klar, daß ich wandern will. Sonnabend klappte es zeitlich nicht, also Sonntag. Da hab ich dann aber wieder überlegt, als ich noch beim Frühstück saß und es sich ziemlich zu zog. Und überlegt und überlegt. Letztlich hab ich mich dann aber doch entschieden, wandern zu gehen, einfach weil ich wußte, daß es mir gut tun würde. Wegen der ganzen Überlegerei war es dann aber schon dreiviertel 12, als ich endlich das Haus verließ. Nicht so dramatisch, denn ich wollte wieder den Havelhöhenweg wandern. Der ist ja nicht sooo lang. Und ich kenn ihn auch schon, muß also nicht ewig den Weg suchen. Er schien mir auch besser ausgeschildert zu sein als beim letzten Mal. Und ich war entspannter, weil ich ja schon ungefähr wußte, wo es lang geht. Sogar den Abzweig, den ich beim letzten Mal verpaßt hatte weswegen ich dann ewig an der Straße laufen mußte, habe ich diesmal gefunden – weil ich ja wußte, wo ich suchen muß.

Weil ich ja erst ziemlich spät losgelaufen bin, hatte ich quasi von Beginn an Hunger und hab bei der nächsten halbwegs schönen Gelegenheit Mittagspause gemacht. Das hier wäre eine viel schönere Stelle gewesen.

Bank mit Blick auf die Havel und Segelboote

Diverse Pilze habe ich gesehen.

weißer Schirmpilz

Baumpilz

kleiner Fliegenpilz

mittlerer Fliegenpilz

großer Fliegenpilz ohne Punkte

Lindwerder war schon ziemlich bunt im Gegensatz zum restlichen Wald.

Blick auf Lindwerden

Und mit Blick auf den Fernmeldeturm Schäferberg hab ich Kuchenpause gemacht und den Rest Bananenkuchen vom Schwesterherz gegessen. Nicht lange allerdings, denn es fing an zu tröpfeln. Es hörte auch noch mal auf, aber ab Strandbad Wannsee bis zur S-Bahn tröpfelte es dann ziemlich intensiv. Störte aber nur wenig, es war ja warm.

Blick auf Havel und Fernsehsendemast

Zu Hause angekommen hat der Himmel dann noch ziemlich komische Sachen gemacht. Erst so ein bißchen Hallloweenvorbereitung (wer sich Mühe gibt, sieht eine Fratze).

Wolkenfratze

Und dann recht seltsame Beulen.

Wolkenbeulen

Aber ich war glücklich. Und müde. Das sind zwar nur ca. 13 Kilometer, aber man macht ja ordentlich Höhenmeter und es war nicht nur warm (sehr deutlich über 20°C), sondern durch den Regen der letzten Woche im Wald auch noch ziemlich feucht).

Wanderung Märkische Schweiz

Letzte Woche war der Mittwoch quasi ein Sonntag (1. Mai, Feiertag) und Sonntags gehe ich ja gern warndern. Die Märkische Schweiz war im Angebot, 22 Kilometer, also eine schöne Trainingseinheit. Statt des schweren Rucksacks habe ich diesmal die schweren Wanderschuhe genommen. Mit denen wandere ich inzwischen eher selten, aber da sie mich im Urlaub begleiten sollen, wollte ich sie noch mal testen.

Gegen 6 war ich schon mal wach (wie so oft in letzter Zeit), da hörte ich es regnen. Und als um 7 der Wecker klingelte, fragte ich mich, wer eigentlich auf die dämlich Idee gekommen war, wandern gehen zu wollen. Aber ich war ja nun mal angemeldet. Immerhin regnete es gerade nicht, es war aber noch sehr sehr grau.

Ostkreuz haben wir uns getroffen, da gab es gerade mal wieder Sprühregen, in Müncheberg konnten wir dann aber schon in der Sonne auf den Bus nach Buckow warten.

Ausgeschrieben war die Wanderung als „Höhenweg“, offiziell heitßt er „Naturparkroute“ und is mit einem roten Punkt markiert. Die Wanderbeschreibung, die die Organisatorin hatte, begann in Buckow am Bahnhof. Wegen fehlender Ansagen und regen Gesprächen sind wir aber erstmal bis zum Markt gefahren. So konnten wir uns auch ein bißchen war von Buckow ansehen. Und diejenigen, die zum ersten Mal in der Märkischen Schweiz waren, bekamen eine Ahnung, warum sie so heißt. Da kann es schon recht steil bergauf gehen.

Straßenansicht von Buckow

Den ersten Teil der Wanderung kannte ich schon, das bin ich vor ein paar Jahren im Winter schon mal gelaufen. An viel Landschaft konnte ich mich allerdings nicht erinnern, damals mußten wir ja vor allem auf die Wege achten. Dieses Mal konnte ich bequem nach links und rechts sehen. Nur war das Wetter am Anfang noch eher grau.

Wiese mit Koppelzaun

Unten am Schermützelsee angekommen, kam sogar gerade ein Fahrgastschiff vorbei.

Blick auf den Schermützelsee

Und irgendwann kam dann doch die Sonne raus. Es wurde sogar fast warm.

Löwenzahnwiese

Die Bäume waren alle schon belaubt, das war ja über Ostern sehr plötzlich passiert. Das Buchenlaub aber war noch wunderschön hellgrün. Das dort ist übrigens der Stobber, dessen Wasser bis in die Ostsee fließt (wenn ich das richtig in Erinnerung habe).

Wanderweg entlang des Stobbers (Bach)

Brücke über den Stobber (Bach)

alter verrottender Baumstumpf mit neuer Pflanze drauf

Nach einer ziemlich langen Mittagspause an der Güntherquelle haben wir „Drei Eichen“ schon wieder eine lange Pause gemacht. Das war einerseits ok, denn der Kuchen war lecker. Andererseits gab es dort unheimlich viele unheimlich große unheimlich hungrige Mücken. Ich hab am Abend über 10 Mückenstiche gezählt, allein 8 auf dem linken Oberarm.

Während der Pause stellte die Organisatorin fest, daß wir grad erst die Hälfte der Strecke hinter uns hätten und daß es reichlich spät wird, wenn wir in diesem Tempo weiterwandern. Darum wurde durch eine knappe Mehrheit beschlossen, abzukürzen. Ein paar Highlights haben wir dadurch verpaßt, dafür waren wir ziemlich zeitig wieder in Buckow. Das könnte aber auch daran gelegen haben, daß ich deutlich das Tempo angezogen habe – mir war danach, wer weiß, was im Kuchen war…

In Buckow angekommen machte die Organisatorin den Vorschlag, die so gewonnene Zeit für einen Stadtbummel durch Buckow zu nutzen. Das fand ich nun sehr albern, da wäre ich lieber noch länger durch den Wald gelaufen, erst Recht mit meinen Bergschuhen. Die Hälfte der Gruppe sah es ähnlich wie ich und wollte lieber eine Stunde früher zu Hause sein. Das paßte super mit den Brandenburg-Berlin-Tickets (wir hatten 2 für 10 Leute). Leider kam der Bus, der uns nach Müncheberg zur Bahn bringen sollte, ewig nicht. Er hing hinter einem Unfall fest, wie wir von vorbeikommenden Autofahrern erfuhren. Kurz danach kam der Bus dann auch schon – war aber leider erst 5 Minuten nach Abfahrt des Zuges am Bahnhof. Also haben wir 55 Minuten auf die nächste Bahn gewartet. Der andere Teil der Gruppe staunte nicht schlecht, als sie uns da am Bahnhof wieder sahen.

Wanderung bei Rüdnitz (WMDEDGT – Mai 19)

Es ist nicht nur der Monatsfünfte und damit Zeit für das Tagebuchbloggen (bekannt alls „Was machst du eigentlich den ganzen Tag? (WMDEDGT)), sondern auch noch Sonntag, und damit Zeit zum Wandern.

Mein 5. Mai beginnt aber noch mit dem Rest des 4. . Ich bin einerseits noch mit der Datensicherung meines Rechners beschäftigt, den ich seit einer Woche nicht davon überzeugt bekomme, sich wieder mit dem Internet zu verbinden, weswegen ich wohl zuhärteren Mitteln greifen muß. Davor will ich aber alles Wichtige sichern. Und andererseits versuche ich einen Blogbeitrag über meine Feiertagswanderung zu schreiben. Die gerät mir aber viel zu negativ, weswegen ich beschließe, das erstmal sein zu lassen und doch ins Bett zu gehen. Das ist dann so gegen 1.

Ich brauche ne Weile bis ich einschlafen, wache dafür relativ zeitig am Morgen das erste Mal wieder auf. Und dann noch mal. Und um halb 9 klingelt der Wecker. Ich brauch ein bißchen, bis ich in die Gänge komme, das ist aber nicht weiter schlimm, denn die Weckzeit war sehr großzügig geplant. Schwierig ist dann auch die Frage, was ich anziehen soll. In der Sonne ist es in den letzten Tagen immer relativ warm gewesen, aber beim Frühstück sind es erst 6°C. So entscheide ich mich dann doch für die wärmere Variante (die wärmere Hose, das lange Merino, und über die Softshelljacke zumindest für die „Anreise“ noch die Primaloftjacke), packe aber auch noch Alternativen ein, falls mir doch zu warm ist. Da ich heute keine großen Trainingsambitionen habe außer „Bewegung draußen“, geht das Rucksackpacken ziemlich schnell.

7 vor halb 10 verlasse ich die Wohnung. Am S-Bahnhof hole ich mir noch Proviant (es hätte eine zeitlich kürzere Anfahrsvariante gegeben, die ich aber verwarf, weil ich nicht an einem Bäcker vorbei gekommen wäre). In der S-Bahn hole ich einen der offenen Punkte meiner gestrigen To-Do-Liste nach: Japanisch-Vokabeln lernen. Meine Konzentration läßt aber zu wünschen übrig.

Ostkreuz muß ich umsteigen und bekomme plötzlich mächtig Appetit auf die Vanillestange, die ich bei einer der letzten Wanderungen dort gegessen habe. Ich habe zwar eigentlich Proviant im Rucksack und ja auch gefrühstückt, aber damit ich nicht gleich nach Beginn der Wanderung Hunger habe, will ich mir die doch noch kaufen. Auf der Suche nach dem entsprechenden Stand fällt mir ein, daß das damals am Südkreuz gewesen ist. Die beiden Bahnhöfe sehen sich inzwischen zu ähnlich (haben aber nicht das gleiche Verpflegungsangebot). Vanillestange gibt es also nicht, deswegen kaufe ich mir eine Apfeltasche. Und habe – am Zielbahnsteig angekommen – prompt nicht nur keinen Hunger, sondern auch keinen Appetit mehr. Nunja.

Beim Einsteigen in die Regionalbahn treffe ich dann jemanden, den ich von vorherigen Wanderungen kenne. Damit hat sich das Vokabelnlernen erledigt, das wäre doch zu unhöflich gewesen. Wir unterhalten uns und ich essen meine Apfeltasche und gegen halb 12 sind wir in Rüdnitz. Kurz vor dem Aussteigen gesellte sich noch eine Mitwanderin zu uns, die anderen Treffen wir dann auf dem Bahnsteig.

Es folgt eine Rundwanderung durch das Briesenthaler Naturschutzgebiet. Wunderbar Abwechslungsreich. Komplett ohne Kiefernforst. Stattdessen viel Buchenwald, oft Freiflächen, oder sumpfiges Gebiet. Wir sehen sogar einen Biberdamm. Mücken gibt es natürlich auch, aber die finden diesmal andere deutlich interessanter als mich, zum Glück. Ich fange mir nur einen Mückenstich oben am Scheitel ein. Feld bei Rüdnitz

Feldweg bei Rüdnitz

Biberdamm

Mittagspause machen wir dann in einem Schachtelhalmwald, wunderbar in der Sonne sitzend. Meine Bekleidungswahl war genau richtig, wie ich feststelle. In der Sonne ist es zwar gelegentlich fast zu warm, aber zum einen gibt es eh immer wieder große Wolken, außerdem sind die Bäume ja schon ziemlich belaubt, weswegen es auf dem Weg auch schon recht schattig ist.

Schachtelhalmwald

Wasserlauf

Seeufer

Wieviel die Sonne ausmacht, merken wir dann am See. Anfangs ist es wunderbar warm, dann schiebt sich aber eine dicke Wolke vor die Sonne, dazu ist es ziemlich windig – da wird es schnell kalt.

Ca. 14km sind insgesamt unterwegs, dann sind wir wieder am Bahnhof von Rüdnitz, 20 Minuten bevor der Zug kommt. Beim Heimweg will ich die zeitlich kürzere Variante ausprobieren. Leider spielt die Straßenbahn nicht mit, ich warte fast 20 Minuten. Da wäre der Weg über Ostkreuz wohl schneller gewesen.

Gegen 6 bin ich wieder zu Hause und gehe gleich erstmal in den Keller, einen Blumentopf zu holen. Ich habe seit 2 Monaten eine Rose in der Vase zu stehen, die neue Blätter getrieben hat und auch sowas wie Wurzeln. Die möchte ich endlich in Erde setzen – mal sehen, ob das was wird. Weil es ja immer noch nicht wärmer geworden ist, gehe ich in Wandermontur auf den Balkon für die Pflanzaktion. Außerdem verteile ich gleich noch ein bißchen Blumenerde in den Balkonkästen. Als ich die bepflanzt hatte, reichte die Erde nicht und irgendwie war ich seither nicht dazu gekommen, das nachzuholen. Danach geht es unter die Dusche, dann nehme ich die trockene Wäsche von gestern ab und räume sie weg, anschließend gibt es Abendbrot. Dazwischen immer Pausen denn ich bin unerklärlich Müde und meine Stimmung ist eher „ich will einfach nur hier sitzen“. Nach dem Abendessen räume ich den Rucksack aus und starte die Waschmaschine. Danach geht es an den Rechner. Mir waren noch Sack

hen eingefallen, die ich noch sichern wollte. Außerdem will ich die Fotos von der Kamera runterladen. Ich bin so müde, daß ich mich wirklich sehr konzentrieren muß um das alles hinzubekommen. Ich habe gerade den Rechner vom Schesterherz (den sie mir dankenswerterweise zur Verfügung gestellt hat) gestartet und nur gaaaanz wenig im Internet gelesen, da rufen die Eltern an. Es wird ein etwas längeres Telefonat, inzwischen ist dann auch die Waschmaschine fertig. Nach dem Telefonieren hänge ich also die Wäsche auf und dann beginne ich endlich mit dem Blogbeitrag.

Eigentlich wollte ich ja heute noch die Packliste für den Urlaub schreiben. Und planen, was noch erledigt werden muß und wann. Aber das wird nichts mehr. Es ist jetzt 10 und ich gehe ins Bett.

 

Die anderen Teilnehmer des Tagebuchbloggens gibt es wie immer bei Frau Brüllen.

Wanderung Wannsee – Potsdam

Der Urlaub rückt näher, das Wetter wurde pünktlich zum Osterwochenende wieder wunderschön und so stand Karfreitag (gestern) die nächste Trainingswanderung auf dem Plan. Da sie nur ca. 14 Kilometer lang sein sollte, habe ich den Rucksack richtig voll gepackt, um wenigstens ein bißchen Trainingseffekt zu haben.

Von aus Wannsee bin ich ja schon öfter nach Potsdam gelaufen, aber immer westlich der S-Bahn, an der Havel entlang. Diesmal ging es östlich der S-Bahn nach Süden. Da gibt es auch Wald.

frühlingshafter Buchenwald

frühlingshafter Kiefernmischwald

Sogar mit rosa Blüten am alten Streckenwärterhäuschen.

Rosa Blüten am Wegesrand

Insgesamt gefällt mir der Weg an der Havel lang aber besser. Immerhin konnten wir hier dann irgendwann durch die Bäume durch den Griebnitzsee sehen.

Teltowkanal

Das wird im Sommer sicherlich schwieriger, wenn die Bäume voll belaubt sind. Hier dämmerte mir aber so langsam, daß ich den Weg schon mal gelaufen bin.

Teltowkanal

Immerhin konnten wir den Kormoran sehen, der ein Sonnenbad nahm.

Kormoran auf Buhnen

In Klein-Glienicke angekommen wußte ich dann: klar, ich bin den Weg vor Jahren schon mal in die andere Richtung gelaufen.

Am Glienicker Jagdschloß vorbei ging es dann zur berühmtesten Berliner Brücke.

Jagdschloß Glienicke

Die Glienicker Brücke, hier vom Schloßpark des Jadtschlosses aus fotografiert.

Glienicker Brücke

Ab dort war der Weg dann für mich aber wirklich neu. Auf der anderen Seite der Brücke ging es am Havelufer weiter. Dieses hier ist die kaiserliche Matrosenstation Kongsnaes. (Ich bin sehr stolz drauf, daß man auf diesem Foto weder den häßlichen neuen Anbau links, noch den Bauzaun sieht, der das Gebäude umgibt.)

Kongsnaes

Dann ging es durch den neuen Garten, dessen letzter Besuch schon so lange her ist, daß ich mich nicht mehr dran erinnern kann. Wenn ich überhaupt je da gewesen bin. Dort habe ich zwar auch fotografiert, aber die Bilder zeige ich hier nicht, um keinen Ärger zu bekommen.

Am Südzipfel des Heiligen Sees haben wir den Park wieder verlassen und dann ging es via Holländisches Viertel Richtung Bahnhof. Vorher kamen wir noch an einer alten Turnhalle vorbei.

Sporthallenrelieftafeln

Die 14 Kilometer waren nicht wirklich anstrengend. Den Rucksack habe ich kaum gemerkt, nur an den Hüftknochen hab ich blaue Flecke vom Hüftgurt. Die Strecke ab der Glienicker Brücke durch den Neuen Garten ist eine schöne Alternative zum Irrweg zum Bahnhof Babelsberg. Aber zwischen Wannsee und Glienicker Brücke ist die Strecke an der Havel entlang definitiv die schönere.

Wanderung Buch – Gorinsee – Zepernick

Trainingswanderung Nummer 2. Ich hatte morgens noch überlegt, ob ich wirklich gehe, denn wegen Allergie (vielleicht auch nicht nur), war die Nacht sehr anstrengend gewesen. Dann fiel mir aber ein, daß ich die Allergie letzten Sonntag unterwegs gar nicht gemerkt hatte, sondern erst, als wir wieder in der großen Stadt waren. Also war die Entscheidung gefallen. Und sie war richtig.

Buch war diesmal der Ausgangspunkt. Da oben war ich schon ein paar mal, aber so eine richtige  Wanderung habe ich dort noch nicht gemacht – und heute gleich noch neues gelernt.

Zuerst ging es über die ehemaligen Rieselfelder. Die kenne ich schon.

Es ging links und rechts und wieder links – oder so. Das Tempo war ziemlich hoch, wir sind diverse Male abgebogen, ich bin einfach nur hinterher gelaufen. Irgendwann kamen wir an einem Bauernhof vorbei. Strubbelkühe.

Und  noch ein Weilchen später waren wir am Gorinsee.

In der Sonne war es schon richtig warm, ich war in T-Shirt und kurzen Hosen unterwegs, aber Badewetter war dann doch noch nicht. Die Zweibeiner waren alle nur mit den Füßen im Wasser, nur die Hunde sind geschwommen.

Nach einer ausgiebigen Mittagspause am See ging es weiter und schließlich hatten wir einen Blick auf die Schönower Heide. Auch ein ehemaliger Truppenübungsplatz.

Dieser Ausschnitt hier ist jetzt Naturschutzgebiet, aber im weiteren Verlauf der Wanderung ging es noch durch weiter Gräserfelder und breite Sandwege entlang. Schon schön.

Insgesamt waren wir – je nachdem, wem man glaub – 21 oder 29 Kilometer unterwegs. Ich vermute, die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Ich habe mich in der kompletten zweiten Hälfte der Wanderung ausgiebig mit jemandem über Kasachstan / Georgien bzw. Kirgisistian/Usbekistan unterhalten.

Und angesichts der Tatsache, daß ich nach der Wanderung zu Hause noch die ganze Wohnung gesaugt und gewischt habe, glaube ich, daß ich doch schon ziemlich gut in Form bin. Es könnte aber auch an den drei Kugeln Eis gelegen haben, die ich mir am Endpunkt der Tour gegönnt habe. Die waren jeweils riesig, aber es sprachen mich eben drei Sorten an (Buttermilch-Holunder war ok, Blaubeer und Bitterschokolade richtig lecker).

Volles Programm

Montag war ich in der Bibliothek, Reiseführer für den nächsten Urlaub ausleihen. Wie immer habe ich meinen Rucksack in den Schließfächern eingeschlossen – es steht dran, man solle es tun (macht außer mir kaum jemand, wie ich feststellte). Als ich gerade noch etwas bei den Graphic Novels stöberte hörte ich ein Geräusch, daß wie ein Klingelton klang, so ein bißchen und ich überlegte, daß das eventuell meiner Handy sein könnte. Im Rucksack, im Schließfach. War es wohl tatsächlich, aber als ich ran war, hatte es dann doch schon aufgehört. Mich ruft ja quasi nie jemand an, aber wenn ich mal in der Bibliothek bin…

Dienstag früh war der Maler da um den Wasserfleck an der Decke des Schlafzimmers zu beseitigen. Der Maler war fast so früh da wie der Hausmeister und ich mußte wieder sehr zeitig aufstehen. Abends war ich dann (relativ) spontan bei einer Lesung von Marion Brasch. Ich hatte schon am Wochenende davon gelesen, mich aber erst Dienstag Nachmittag dafür entschieden. Als Ort war die Bibliothek am Wasserturm angegeben, dort hingen aber Zettel, daß die Lesung in der Aula des Kulturzentrums stattfinden wird. Das verwunderte mich schon, die letzte Lesung von Marion Brasch, die ich besucht hatte (anläßlich „Wunderlich fährt nach Norden“) war eher überschaubar gewesen. Und als wir in die Aula kamen, war die schon sehr gut gefüllt. Sämtliche Sitzplätze waren belegt und an den Seiten standen schon diverse Menschen. „Was hast du denn erwartet?“, fragte das Schwesterherz. Nunja, nicht ganz so viel Andrang. Marion Brasch aber auch nicht, wie sie gleich am Beginn der Lesung erzählte. Die Lesung war gut. Gleich ziemlich zu Anfang war mir, als hätte ich die beschriebene Szene schon mal irgendwie gelesen. Sie löste es dann auf: Die Hauptfigur in „Lieber Woanders“ war in „Wunderlich fährt nach Norden“ eine Nebenfigur, die jetzt eben eine komplette eigene Geschichte bekommen hat. Marion Brasch klaut auch gern mal Sätze bei sich selber, wie sie erzählte, und wie explizit auf solch einen geklauten Satz hin. Wenn ich mal wieder etwas mehr Zeit habe, kann ich das ja noch mal überprüfen, ich habe jetzt beide Bücher.

Mittwoch hörte ich morgens im Radio die Werbung für den „schönen Mittwoch“ – Kinopreview veranstaltet von RadioEins und fand den Film durchaus verlockend. Im Laufe des Tages habe ich immer mal wieder überlegt und mich dann entschieden, den sehen zu wollen. Leider war die Veranstaltung schon ausverkauft, als ich am Kino ankam. Dafür habe ich dann einen langen Spaziergang gemacht und die Wäsche nicht erst mitten in der Nacht aufhängen müssen.

Donnerstag war Stammtisch mit den Kollegen. Er war wieder relativ gut besucht (das zweite Mal in Folge!) und hat Spaß gemacht. Stimmung war gut und wir haben uns nicht nur über Arbeit unterhalten.

Freitag war wieder Japanisch. Mir war beim letzten Mal schon bewußt geworden, wie viel Arbeit unsere Lehrerin in der Kurs steckt. Da hatte sie im Klassenraum 3x eine „Wohnung“ aufgebaut in der wir den Lehrbuchdialog üben konnten. Außerdem hat sie immer viel Arbeitsmaterial dabei, daß sie zum Teil selbst erstellt. Diesmal gab es ein Arbeitsblatt, daß sie nicht nur selbst erstellt und dann kopiert hat – hinterher hat sie per Hand auf jedem Blatt Wortgruppen farblich markiert. Soviel Einsatz beeindruckt mich ja sehr. (Der Schwedisch-Lehrer hat ja immer erst während der Stunde ins Buch geguckt, was wir denn als nächstes machen könnten…) Ich war Freitag Mittag schon müde gewesen. Während des Kurses hab ich mich noch mal aufgerappelt, aber danach war ich dann völlig fertig. Da ging wirklich gar nichts mehr.

Sonnabend war allerschönstes Frühlingswetter angesagt. Und das kam dann auch, so daß ich Vormittags hin und her überlegte, ob ich jetzt bei dem Skate-Ausflug mitmache oder nicht. Weil aber so schönes Wetter war, hab ich nur die nötigsten Haushaltsdinge erledigt und bin dann hin gefahren. Und ich hab es nicht bereut. Die Strecke war schön, die meiste Zeit links Kanal, rechts Kleingärten. Der Untergrund war die meiste Zeit schön glatter Asphalt. Es roch nach Frühling. Ich habe den ersten Zitronenfalter gesehen. Das Tempo war genau richtig und es rollte sich einfach wunderbar. Da störten die kleinen Techniktraining-Einlagen (Kleinsteinpflaster, Bordsteinkanten) gar nicht. Auch, daß die Herren des Eiscafes ziemlich überfordert waren mit dem Ansturm und das Schoko-Eis auch nach Minze schmeckte, störte da nicht. Auf gute 20 Kilometer sind wir am Ende gekommen und ich war erst zu Hause k.o.. Dann aber so richtig.

Sonntag war dann eine Wanderung, für die ich mich schon am Mittwoch angemeldet hatte. Die war auch der Grund, weswegen ich beim Skate-Ausflug so lange überlegt hatte, denn wandern wollte ich unbedingt. Ich war noch gar nicht dieses Jahr, will aber demnächst wieder eine Wanderreise machen. Da sollte man schon etwas trainieren. Also klingelte mein Wecker Sonntag für um halb 9 (das war auch noch der Zeitumstellungssonntag). Immerhin schien die Sonne und der Himmel war strahlend blau. Auch als ich eine Stunde später los ging, war schien noch die Sonne. Als ich Südkreuz (Treffpunkt) ankam, war es grau-in-grau und ich überlegte, wann das passiert war. Beim Weg zum Treffpunkt fiel mir dann auf, daß ich nicht nur noch sehr müde bin (und offenbar noch halb schlafe), sondern eigentlich gar keine Lust habe auf Gespräche mit unbekannten Menschen. Beste Voraussetzungen für eine Wanderung in großer Gruppe. Ging dann aber. Ich hatte immer wieder Zeiten, wo ich nur für mich gelaufen bin. Wir sind nach Trebbin gefahren um von dort nach Glau und wieder zurück zu wandern. Direkt bei Trebbin gibt es einen höhreren Hügel auf dem ein Turm steht, von dem man runter gucken kann. Vielleicht kann man von da aus sogar Berlin sehen. Wir sahen eher nur grau.

In Glau (oder zu Glau gehörend) gibt es das Naturparkzentrum des Naturparks Nuthe-Nieplitz. Da war am Sonntag Markt und Unterhaltungsprogramm, weil „Tag der offenen Höfe“ war. Wir haben dort Mittagspause gemacht, uns die Marktstände angesehen, und waren anschließend noch im Wildgehege. Früher war das Übungsgelände der Roten Armee. Der Komandoturm, von dem das Manöver beobachtet wurde, steht noch. Jetzt kann man von dort runter sehen auf das inzwischen schon ziemlich zugewachsene Gelände und Hirsche beobachtet. Danach ging es über andere Wege zurück nach Trebbin und von den anderen völlig unbemerkt flogen ein paar Kraniche über uns hinweg.

Am Ende waren es ungefähr 23 Kilometer und ich war wieder sehr müde. Und außerdem ganz schön verfroren als ich zu Hause ankam, denn nachdem Sonnabend beim Skaten ja das T-Shirt ausreichte, war es Sonntag die meiste Zeit so kalt, daß ich Handschuhe hätte gebrauchen können. Die hatte ich leider nicht dabei.

 

Nicht beabsichtigte positive Nebenwirkung des Wochenendprogramms: ich war ja immer so müde, daß ich ziemlich zeitig schon ins Bett verschwunden bin. Als dann heute morgen (Montag) der Wecker klingelte war ich so munter, daß ich überlegte, ob ich ihn wirklich umgestellt hatte, oder er nicht doch noch nach Winterzeit ging. Ich hab die Zeitumstellung also gar nicht gemerkt.

Beabsichtigte, eingetretene Wirkung des Wochenendes: Viel Bewegung gehabt. Glücklich. (Und nur ganz leichten Muskelkater bekommen.)

 

Schön und gut – KW 28-30/18

Editiert am 13.8.: Im Nachhinein war mir aufgefallen, daß ich mich mit den Wochenenden vertan hatte. Die Wanderung, die zur Woche davor gehörte, habe ich rausgenommen und (für mehr Fotos) ein Foto vom Stammtisch hinzugefügt.

Der Sommer, der letztes Jahr ausgefallen war, wird dieses ja aber sowas von nachgeholt. Seit Wochen regnet es nur höchst selten und die Tageshöchsttemperaturen liegen immer über 25°C, diese Woche sogar über 30. Das ist super zum Fahrradfahren. Ich bin in den letzten Wochen immer mindestens ein Mal pro Woche von der Arbeit mit dem Rad nach Hause gefahren und dabei nur einmal naß geworden. Das dafür dann aber richtig. Da das aber im mittleren Abschnitt des Weges passierte, war ich schon wieder trocken, bevor ich zu Hause ankam.

Stammtisch war auch wieder und da bin ich diesmal mit zwei Kollegen hingeradelt. Das hat sehr viel Spaß gemacht. Leider mußte ich zurück fast die gesamte Strecke allein fahren, weil die beiden ganz woanders wohnen.

Außerdem war ich jedes Wochenende ein mal mit dem Fahrrad bei den Eltern im Garten. Die Renovierung der Laube geht inzwischen rasant vorwärts und man kann jede Woche neues bewundern. Außerdem ist Garten eh toll.

Außerdem war ich zwei mal wandern.

Am ersten Wochenende war ich mit Gruppe in der Umgebung von Königs Wusterhausen unterwegs. Erst am Kanal entlang, dann um einen See drumrum und an einer Dorfkirche sind wir auch noch vorbei gekommen.

Die Tour bot vom Wandern auf dem asphaltierten Wegen bis zu Trampelpfad am See alles was man sich an Wegen vorstellen kann und endete am Schloß in KW, wo wir noch auf ein Getränk und Kuchen und Eis einkehrten.

Am zweiten Wochenende war mal wieder der Südwesten das Ziel. Ich bin schon am S-Bahnhof Wannsee losgelaufen, die Gruppe hat sich dann am Flensburger Löwen getroffen.

Von dort ging es über den sogenannten Märchenwanderweg (überhaupt nicht ausgeschildert, es gibt nur eine Wegbeschreibung im Internet) kreuz und quer durch den Wald. Unspektakulär. Immerhin größtenteils Mischwald. Ziemlich warm, zum Teil sehr sandige Wege. Im Park  Glienicke gab es immerhin eine fast märchenhafte Hütte.

Lange Pause im Wirtshaus Moorlake (mit sehr freundlichem Kellner), dann ging es über Nikolskoe (mit Genuss des Glockenspiels von… direkt zu Füßen der Kirche) zur Fähre zur Pfaueninsel. Die anderen sind noch weiter zurück zum Flensburger Löwen gelaufen, ich habe auf den Bus gewartet und bin direkt zur S-Bahn gefahren, denn ich wollte noch zur Skate-Night und so langsam wurde die Zeit knapp (die Strecke war nicht lang gewesen, wir sind aber erst nachmittags gestartet).

Zum Glück hatte ich den Rucksack zum Skaten schon fertig gepackt, denn ich kam später nach Hause als gedacht. So blieb mir trotzdem noch genug Zeit, schnell etwas zu essen. Dann umziehen (das T-Shirt war schon sehr verschwitzt), Rucksack schnappen und los. Die Straßenbahnfahrt war lang genug, also hab ich schon mal während der Fahrt Skates und Schützer angezogen und war dann sehr bequem rechtzeitig da. Das Skaten war sehr entspannt, da Familiennacht war und das Tempo und die Streckenlänge auf Kinder abgestimmt war. Da liefen 5-Jährige (u.a. der Nachwuchs der Eisbären) mit! Gut, die ganz kleinen wurden wohl hauptsächlich gezogen… Weil es so entspann gewesen war, hatte ich noch viel Energie und hab überlegt ob ich nicht doch auch die zweite Runde mitfahre – wohl wissend, dass die deutlich länger und schneller sein wird. Und weil ich so vernünftig bin, bin ich dann nur ein ganz kleines Stückchen mitgelaufen. Schön war es trotzdem.

Sonst noch? Ich habe endlich ein Hotel für die Übernachtung vor dem Flug in den nächsten Urlaub gebucht. Und während ich noch mit einem bekannten (der dort öfter dienstlich hin fliegt) die beste Option für Frühstück besprach, hat mir ein anderer vorgeschlagen, daß wir uns an dem Abend ja zum Essen treffen können. Freut mich.

Ansonsten. Sommer. Ich verbringe die Abende hauptsächlich auf dem Balkon.

Und Mondfinsternis war ja auch noch. Weil ich die letzte schon fotografiert hatte, war ich diesmal nicht so scharf drauf. Und dann zog sich der Himmel zum Abend hin ja auch zu. Als ich dann vom Schwesterherz aber das erste deutlich erkennbare Bild des roten Monds bekommen habe (beim ersten hat sie extra einen Kringel um den Pixelhaufen gemacht, der angeblich der Mond sein sollte…), bin ich doch noch los.

Wanderung Falkenberg – Blankenburg

Und dann war ich ja Sonntag noch wandern. Wegen ESC am Sonnabend, bin ich eher spät aufgestanden, hatte mir dann irgendwann überlegt, daß man über den Wannsee schippern und dann zur Sacrower Heilandskirche wandern könnte, da müßte man aber so langsam los. Den Vorschlag hatte ich auch dem Schwesterherz unterbreitet, die am Vortag signalisiert hatte, mich eventuell begleiten wollen, die Wanderung auch gern machen wollte, aber leider strategisch unglücklich die Waschmaschine gestartet hatte. Die mußte jetzt erstmal fertig werden, das wäre dann aber zu spät für Wannsee und so geworden. War vielleicht auch ganz gut so, denn es waren ja Windböen bis 45km/h vorhergesagt. Blieb also die anderen Idee, die Eltern im Garten zu besuchen, was ich ja nicht mit dem Fahrrad machen konnte, weil das beim Schrauber stand, also hab ich meine Berlinwanderkarte studiert, von wo man denn da starten könnte, um irgendwie doch noch zu wandern. Letztlich kam dann – auch mit Hilfe der Anfahrtsplanung mit dem BVG-Routenplaner – Tierheim Falkenberg heraus. Ich hab extra zeitig Mittag gegessen, dann aber sinnloser Weise noch eine Weile im Internet verdaddelt, was ziemlich gut zeigt, daß ich insgesamt von der ganzen Idee nicht so überzeugt war und bin schließlich gegen halb 2 dann doch los. Straßenbahn, Bus (in Hohenschönhausen wartet man tatsächlich an der roten Fußgängerampel, 14 von 15 zumindest), bißchen laufen, schon stand ich am Tierheim. Das sieht jetzt im Eingangsbereich irgendwie nicht so einladend aus (Kamera testen), aber ich wollte ja auch nicht zum Tierheim, sondern zum Weg, der davor lang geht. An dem standen blühende Bäume. Diesem Weg bin ich dann fast die ganze Zeit gefolgt und er führte fast die ganze Zeit mehr oder weniger geradeaus. Grobe Richtung: west-west-nord. Langweilig war es es aber nicht, denn rechts und links gab es immer wieder etwas anderes zu sehen. Zum Beispiel einen Wald, bei dem ich spontan an Neuseeland denken mußte, weil er genauso dicht war wie die Wälder dort, nur eben nicht so vielfältig. Dann gab es eine typische Brandenburger Allee (mit Sommerfahrstreifen), wenn auch halbseitig (also die Allee). War ja aber auch in Berlin. Rechts wuchs Kohl. Als nächstes kam ich an einem Acker vorbei der mit Bauzäunen eingezäunt war, an denen ein großes Plakat hin, daß man sich hier seinen Gemüsegarten pachten kann. Sah gut genutzt aus. Kleingärten bekommt man in Berlin ja auch kaum noch. Ein ganze Stück weiter kam ich dann an einer echten Gärtnerei vorbei mit vielen vielen Gewächshäusern und auch Anbaufläche draußen. Sah nach Salat aus. Links mehrere Fußballplätze, auf einem wurde wohl gerade ein Spiel ausgetragen. Zuschauer waren aber nicht viele da. Dann gab es blühende Uferböschung am Hechtgraben. Und überhaupt viel Gegend. Dit is Berlin, ernsthaft. Die Wartenberger Feldmark nämlich. Danach wurde der Weg dann etwas unschön, führte direkt an einer nicht wenig befahren Straße entlang, rechts und links grün, aber eben laute Autos. Und auch noch ein Radfahrer, der ohne Vorwarnung von hinten kommend haarscharf an mir vorbei fuhr. Irgendwann ging es zum Glück dann links weg, wieder ins Grüne. Links war stabil eingezäunt mit Warnung vor Elektrozaun. Wunderte mich, denn außer Bäumen und Büschen und Gras war nichts zu sehen. Dann aber doch: Zottelvieh vor den Plattenbauten Hohenschönhausens. Irgendwie Ausgleichsfläche, wird extensiv bewirtschaftet von der Argarbörse, die auf der Fläche Hochlandrinder hält im kompletten Familienverband, also inkl. Bulle. Darum der stabile Zaun. Dann geht es wieder nach rechts und man stellt fest, daß an diesem langen Wochenende Prenzlauer Berg vielleicht leerer gewesen sein mag als normal, für Berlin im allgemeinen gilt das nicht. Hier am Malchower See sind viele Menschen unterwegs. Oder liegen auf der Wiese rum. Oder spielen am oder im See. Aber wenn man die nicht mit auf’s Bild nimmt, ist der fast idyllisch*. Nicht nur viele Menschen gibt es hier, sondern auch viele Pusteblumen. Viele sogar noch ungepustet. Jenseits von Malchow wird es dann wieder ruhiger. Nach Berlin sieht es aber immer noch nicht aus. Aber Malchow hat beeindruckende Hochspannungsmasten, die mir vorher nie aufgefallen sind. Und ich bin nicht zum ersten Mal dort.   Die Gegend hier soll – wenn ich das richtig einordne – in den nächsten Jahren massiv bebaut werden. Berlin hat nicht genügend Wohnungen, hier sollen viele neue entstehen. Dann sieht es hier auch nach Stadt aus. Jetzt noch nicht. Man kann dem Wanderweg 16 dann weiter bis Blankenburg folgen und dort in den Bus steigen. Oder die Bahnhofstraße runterlaufen und in die S-Bahn steigen. Man kann auch noch dem Weg durch die Kleingartenanlage folgen und erst später Richtung Bahnhof abbiegen. Das hab ich letztes Jahr schon mal versucht, die Wegeführung in der Anlage ist aber nicht ganz einfach. Man könnte auch dem Wanderweg 16 immer weiter folgen, dann käme man irgendwann in Tegel raus. Das ist aber ein ganz schönes Stück. Ein andernmal vielleicht.   * Ich habe überhaupt nichts gegen Menschen auf Fotos, aber aus Persönlichkeitsschutzrechtsgründen würde ich solche Fotos eh nicht hier zeigen. Oder nur, wenn sie nicht erkennbar sind, die Menschen. Also von hinten und weit weg. Das war am See nicht möglich.

Wanderung Grünau – Eichwalde

Heute bin ich mal wieder in Gruppe gewandert, und zur Abwechslung mal wieder im Südosten. Treffpunkt war an der Straßenbahnhaltestelle am S-Bahnhof Grünau. Als ich dort ankam, nieselte es gerade etwas, das hörte aber schnell auf und dann hatten wir für den Rest des Tages Sonne.

Von der Straßenbahnhaltestelle ging es auf ziemlich direktem Weg zur Dahme, zur Anlegestelle der Fähre F12 um genau zu sein. Die brachte uns hinüber nach Wendenschloß, von wo aus wir am Ufer der Dahme entlanglaufen wollten. Zuerst geht es etwas durch Siedlungsgebiet. Dort gibt es einen Punkt, von dem aus man zur Regattatribüne hinübersehen kann. Ich kann mich erinnern, mit dem Schwesterherz schon mal hier gestanden und eine Kastanie auf den Kopf bekommen zu haben. Im Frühling fallen noch keine Kastanien, dafür gibt es dank Flugshow der ILA Kondensstreifenschleifen am Himmel.

Kurz danach ist man im Wald, immer recht nah am Ufer, fast immer mit Blick aufs Wasser.

Man läuft von Wendenschloß nicht sonderlich lang, bis man Schmetterlingshorst erreicht. Früher ein großes Ausflugslokal mit großem Biergarten, gibt es heute immerhin noch einen Kiosk und die historische Schmetterlingsausstellung.

Hier haben wir ziemlich lange Pause gemacht. Dann ging es weiter. Immer am Wasser entlang.

Bis wir die Reste des Ausflugslokals Marienlust erreicht hatten – nicht viel mehr als Stufen am Ufer. Hier sind wir nach links abgebogen um die Müggelberge zu erklimmen. Nunja. Wir haben halt die Treppe genommen, die es dort gibt und die zum Müggelturm hinauf führt. Auf den Müggelturm selbst konnten wir nicht hoch, der wird erst am 1. Mai wiedereröffnet. Vom Müggelturm aus sind wir dem Kammweg bis nach Müggelheim gefolgt, und von dort aus ging es durch den Wald wieder zum Wasser.

Am Wasser entlang ging es dann bis zur Fähranlegestelle Krampenburg. Auch die Krampenburg war früher ein Ausflugslokal, inzwischen ist sie aber nur noch eine Ruine – inmitten einer Bungalowsiedlung aus DDR-Zeiten.

Dann kam die Fähre (F21), die uns nach Berlin-Schmöckwitz brachte.

Schmöckwitz ist schon so weit draußen, daß man überlegt, ob man überhaupt noch in Berlin ist. Es gibt ein Eis-Café, daß bei gutem Wetter sehr gut besucht ist. Wir mußten lange anstehen für unser Eis.

Von Schmöckwitz aus hätte man dann mit der Straßenbahn zurück nach Grünau fahren können, wir sind aber noch nach Eichwalde gewandert. Das geht fast ineinander über, aber wenn man sich Mühe gibt, kann man auch ein Stück durch den Wald wandern. Gerade als wir dort im Wald waren und unser Tourorganisator uns die Reste eines Schützengrabens vom Ende des zweiten Weltkrieges zeigte, donnerten Düsenjäger der ILA-Luftshow über uns hinweg. Wie passend. Wie unschön.

In Eichwalde hätte man dann noch mal Eis essen können, wir sind aber direkt zum Bahnhof gelaufen. Insgesamt sind wir maximal 15 Kilometer gelaufen. Da wir uns aber viel Zeit gelassen haben, waren wir trotzdem ziemlich lange unterwegs. Aber es war ja auch schönes Wetter.

 

Wanderung Hennigsdorf – Tegel

Jetzt endlich: der Bericht von der Wanderung letzten Sonntag.

Daß ich am Wochenende wieder wandern wollte, wußte ich schon die ganze Woche. Nur wo, wußte ich noch nix. Unter den organisierten Touren war auch nichts, was mich ansprach. Dann wollte ich am Donnerstag auf der Webseite der S-Bahn nur was nachsehen und entdeckte dort einen Vorschlag für eine Rundwanderung ab Hennigsdorf. Das klang gut. Also zur Hälfte. Die zweite Hälfte fast nur durch Siedlungsgebiet in Heiligensee wollte ich mir ersparen. Aber ab Tegelort kann man ja auch nach Tegel wandern. Anders als der Vorschlag der S-Bahn bin ich in Hennigsdorf auch nicht die Straße lang, sondern direkt runter zur Havel gelaufen und der dann gefolgt. Auf der anderen Seite des Flußes liegen die Schwimmhafenwiesen in denen Frösche gerade mächtig Radau machten. Sehen konnte man außer grün nicht viel.

Für Bahnfans ist der Teil auch spannend, läuft man doch direkt an Bombardier vorbei und kann Züge in idyllischem Grün stehen sehen.

Das Werksgelände zieht sich weit hin und man läuft lange zwischen Havel (die hier eher einem Kanal gleicht) auf der einen Seite und Zaun auf der anderen. Aber eben mit viel grün. Dann kommt man zum Niederneuendorfer See und der Kanalcharakter verschwindet.

Ungefähr dort zweigt dann auch der Havelkanal ab, der erst Anfang der 50er Jahre von der DDR gebaut wurde, da die Havel im weiteren Verlauf ja durch West-Berlin floß. Direkt nach der Brücke, an der Naturbadestelle, gab es das erste Eis für mich. Die Preise erschienen mir verdammt hoch, aber ich hatte mich nunmal auf Eis eingestellt – außerdem half es gut gegen das erste Hungergefühl.

In Niederneuendorf hat man dann weiterhin links die Havel, rechts aber Ein- und Mehrfamilienhäuser, teilweise ganz frisch. Das zieht sich mindestens noch mal so lang wie das Firmengelände von Bombardier. Hier machte es sich auch massiv bemerkbar, daß man auf dem Berliner Mauerweg unterwegs ist, der hauptsächlich als Radweg genutzt wird. Wobei Einzelradler relativ problemlos sind, aber die in Gruppen waren rücksichtslos. Darum bin ich dann auch, als es endlich durch Wald ging, auf die Trampelpfade links vom Weg ausgewichen. Schöner waren sie allemal. Bei der Bürgerablage treffen aber wieder alle aufeinander. „Bürgerablage“ hatte ich irgendwie schon mehrfach gehört, wenn ich auch nicht mehr weiß, in welchem Zusammenhang. Jetzt habe ich ein Bild dazu: es ist eine Badestelle mit Gaststätte mit großem Biergarten. Nix spannendes.

Das gab es erst ein paar (hundert) Meter weiter

Dann geht es weiter eher unspannend auf eher parkähnlichem Weg. Eine große Brückenanlage bot einen Blick von oben den die Havel runter.

Und dann hatte ich das Aalemannufer erreicht und mußte mich entscheiden: mit der Fähre hinüber nach Tegelort, oder einfach immer weiter der Havel entlang nach Süden, bis ich keine Lust mehr habe (oder am Strandbad Wannsee angekommen bin). Die Strecke von Tegelort nach Tegel bin ich inzwischen schon mehrere Male gelaufen. Andererseits wäre der Weg weiter die Havel entlang für die nächsten vielen Kilometer durch Siedlungsgebiet verlaufen. Und darauf hatte ich nicht sonderlich viel Lust. Also doch Fähre und auf der anderen Seite dann immer weiter am Ufer entlang Richtung Tegel. Am Südufer von Tegelort, mit Blick Richtung Spandau (und auf die in Tegel landenden Flugzeuge) gab es endlich eine freie Bank, auf der ich erstmal Mittagspause gemacht habe.

Die Bank war so hoch, daß ich mit den Beinen baumeln konnte, was ich ausgiebig getan hab, bis ich mich doch zum Weitergehen entschloß. Man ist dann ziemlich schnell raus aus dem Siedlungsgebiet, und dann geht es wirklich durch Wald. Es war ordentlich warm und die Badestellen waren gut besucht.

Bevor man Tegel erreicht, kommt man an diversen Wassersportclubs vorbei. Einige davon haben richtig schöne Häuser.

Da die Strecke insgesamt noch nicht so lang gewesen ist (schätzungsweise keine 15 km), wollte ich ab dort ungefähr noch einer „Wanderroute im Bezirk Reinickendorf“ folgen, die in meiner Karte eingezeichnet war. Leider war sie nicht ausgeschildert und es gab in der Realität mehr Wege als auf meiner Karte. Da ich im weiteren Verlauf noch auf eine andere – vermutlich auch wieder nicht ausgeschilderte – Wanderroute hätte wechseln müssen um zur S-Bahn zu kommen, war mir das alles zu heikel und ich bin doch direkt nach Alt-Tegel gelaufen, habe mir dort noch ein Eis gekauft und mich dann in die U-Bahn nach Hause gesetzt. Ich hatte ja noch das Angebot, am Abend skaten zu gehen…