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Wanderung Falkenberg – Blankenburg

Und dann war ich ja Sonntag noch wandern. Wegen ESC am Sonnabend, bin ich eher spät aufgestanden, hatte mir dann irgendwann überlegt, daß man über den Wannsee schippern und dann zur Sacrower Heilandskirche wandern könnte, da müßte man aber so langsam los. Den Vorschlag hatte ich auch dem Schwesterherz unterbreitet, die am Vortag signalisiert hatte, mich eventuell begleiten wollen, die Wanderung auch gern machen wollte, aber leider strategisch unglücklich die Waschmaschine gestartet hatte. Die mußte jetzt erstmal fertig werden, das wäre dann aber zu spät für Wannsee und so geworden. War vielleicht auch ganz gut so, denn es waren ja Windböen bis 45km/h vorhergesagt. Blieb also die anderen Idee, die Eltern im Garten zu besuchen, was ich ja nicht mit dem Fahrrad machen konnte, weil das beim Schrauber stand, also hab ich meine Berlinwanderkarte studiert, von wo man denn da starten könnte, um irgendwie doch noch zu wandern. Letztlich kam dann – auch mit Hilfe der Anfahrtsplanung mit dem BVG-Routenplaner – Tierheim Falkenberg heraus. Ich hab extra zeitig Mittag gegessen, dann aber sinnloser Weise noch eine Weile im Internet verdaddelt, was ziemlich gut zeigt, daß ich insgesamt von der ganzen Idee nicht so überzeugt war und bin schließlich gegen halb 2 dann doch los. Straßenbahn, Bus (in Hohenschönhausen wartet man tatsächlich an der roten Fußgängerampel, 14 von 15 zumindest), bißchen laufen, schon stand ich am Tierheim. Das sieht jetzt im Eingangsbereich irgendwie nicht so einladend aus (Kamera testen), aber ich wollte ja auch nicht zum Tierheim, sondern zum Weg, der davor lang geht. An dem standen blühende Bäume. Diesem Weg bin ich dann fast die ganze Zeit gefolgt und er führte fast die ganze Zeit mehr oder weniger geradeaus. Grobe Richtung: west-west-nord. Langweilig war es es aber nicht, denn rechts und links gab es immer wieder etwas anderes zu sehen. Zum Beispiel einen Wald, bei dem ich spontan an Neuseeland denken mußte, weil er genauso dicht war wie die Wälder dort, nur eben nicht so vielfältig. Dann gab es eine typische Brandenburger Allee (mit Sommerfahrstreifen), wenn auch halbseitig (also die Allee). War ja aber auch in Berlin. Rechts wuchs Kohl. Als nächstes kam ich an einem Acker vorbei der mit Bauzäunen eingezäunt war, an denen ein großes Plakat hin, daß man sich hier seinen Gemüsegarten pachten kann. Sah gut genutzt aus. Kleingärten bekommt man in Berlin ja auch kaum noch. Ein ganze Stück weiter kam ich dann an einer echten Gärtnerei vorbei mit vielen vielen Gewächshäusern und auch Anbaufläche draußen. Sah nach Salat aus. Links mehrere Fußballplätze, auf einem wurde wohl gerade ein Spiel ausgetragen. Zuschauer waren aber nicht viele da. Dann gab es blühende Uferböschung am Hechtgraben. Und überhaupt viel Gegend. Dit is Berlin, ernsthaft. Die Wartenberger Feldmark nämlich. Danach wurde der Weg dann etwas unschön, führte direkt an einer nicht wenig befahren Straße entlang, rechts und links grün, aber eben laute Autos. Und auch noch ein Radfahrer, der ohne Vorwarnung von hinten kommend haarscharf an mir vorbei fuhr. Irgendwann ging es zum Glück dann links weg, wieder ins Grüne. Links war stabil eingezäunt mit Warnung vor Elektrozaun. Wunderte mich, denn außer Bäumen und Büschen und Gras war nichts zu sehen. Dann aber doch: Zottelvieh vor den Plattenbauten Hohenschönhausens. Irgendwie Ausgleichsfläche, wird extensiv bewirtschaftet von der Argarbörse, die auf der Fläche Hochlandrinder hält im kompletten Familienverband, also inkl. Bulle. Darum der stabile Zaun. Dann geht es wieder nach rechts und man stellt fest, daß an diesem langen Wochenende Prenzlauer Berg vielleicht leerer gewesen sein mag als normal, für Berlin im allgemeinen gilt das nicht. Hier am Malchower See sind viele Menschen unterwegs. Oder liegen auf der Wiese rum. Oder spielen am oder im See. Aber wenn man die nicht mit auf’s Bild nimmt, ist der fast idyllisch*. Nicht nur viele Menschen gibt es hier, sondern auch viele Pusteblumen. Viele sogar noch ungepustet. Jenseits von Malchow wird es dann wieder ruhiger. Nach Berlin sieht es aber immer noch nicht aus. Aber Malchow hat beeindruckende Hochspannungsmasten, die mir vorher nie aufgefallen sind. Und ich bin nicht zum ersten Mal dort.   Die Gegend hier soll – wenn ich das richtig einordne – in den nächsten Jahren massiv bebaut werden. Berlin hat nicht genügend Wohnungen, hier sollen viele neue entstehen. Dann sieht es hier auch nach Stadt aus. Jetzt noch nicht. Man kann dem Wanderweg 16 dann weiter bis Blankenburg folgen und dort in den Bus steigen. Oder die Bahnhofstraße runterlaufen und in die S-Bahn steigen. Man kann auch noch dem Weg durch die Kleingartenanlage folgen und erst später Richtung Bahnhof abbiegen. Das hab ich letztes Jahr schon mal versucht, die Wegeführung in der Anlage ist aber nicht ganz einfach. Man könnte auch dem Wanderweg 16 immer weiter folgen, dann käme man irgendwann in Tegel raus. Das ist aber ein ganz schönes Stück. Ein andernmal vielleicht.   * Ich habe überhaupt nichts gegen Menschen auf Fotos, aber aus Persönlichkeitsschutzrechtsgründen würde ich solche Fotos eh nicht hier zeigen. Oder nur, wenn sie nicht erkennbar sind, die Menschen. Also von hinten und weit weg. Das war am See nicht möglich.