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WMDEDGT – Januar ’18

Es ist mal wieder der 5. des Monats, Zeit für Tagebuchbloggen unter dem Motto „WMDEDGT“ (Was machst du eigentlich den ganzen Tag?)

Ich kann nicht einschlafen und liege gefühlt seit ewig wach (vermutlich hab ich zwischendurch schon geschlafen, es nur nicht mitbekommen). Irgendwann kommen die fiesen Gedanken, die mich garantiert am Einschlafen hindern und ich entscheide, lieber etwas zu lesen (Blick auf die Uhr: halb 2). Seit vorletztem Jahr schon liegt neben dem Bett „Mein altes West-Berlin“ von Tanja Dückers. (Ich lese wirklich selten im Bett.) West-Berlin ist ja genauso verschwunden wie die DDR, und als Ost-Kind finde ich es spannend zu lesen, wie es auf der anderen Seite der Mauer so war (als Kind). Das Buch hat zudem den Vorteil, daß die einzelnen Texte eher kurz sind, ganz selten nur mehr als zwei Seiten, manchmal nicht mal eine. Man kann also problemlos fast jederzeit wieder aufhören mit dem Lesen. Das mache ich dann irgendwann auch und schlafe dann bis viertel 7. Super. Das war ja eine lange Nacht. Ich entscheide, bis zum Weckerklingeln um 7 wach zu bleiben und schlafe vermutlich noch mal ein. Aufstehen, Bad, Gymnastik für die Schultern (den Nacken vergesse ich wie immer, dabei braucht der das auch), Frühstück, Schuhe anziehen. Ich habe schon beide Schuhe an, da fällt mir ein, daß ich in den, der am Mittwoch so naß geworden war, ja so Silica-Gel-Säckchen getan hatte, damit er trocken wird. Darum hatte ich so Probleme mit der Einlegesohle. Es drückt nichts, aber ich ziehe den Schuh trotzdem noch mal aus und hole die Säckchen raus.

Rosa Wolken am Himmel, als ich das Haus verlasse. Am DAISy der Straßenbahn werden seit diesem Jahr nicht mehr nur die nächsten 3, sondern die nächsten 6 Bahnen angezeigt. Wenn die Zeiten stimmen, gibt es heute einen recht stabilen 3- bis 4-Minuten-Takt. Das hatten wir ja auch schon mal anders.

S-Bahn-Anschluß klappt. In der Bahn lese ich heute nicht, sondern hänge, mit etwas Musik auf den Ohren, meinen Gedanken nach, sortiere, erkenne, stelle fest. Zum Beispiel, daß es wirklich einfach Murks ist, Verantwortung, aber keine Befugnisse zu haben, daß sich diese Situation inzwischen aber etwas zu bessern scheint. Ich werde nicht mehr (komplett) ignoriert. Und es gibt wieder jemanden, den ich zur Unterstützung dazu holen kann. Nur hat sich durch die Situation in den letzten Monaten bei mir eine riesige Anspannung aufgebaut, die ich wieder lösen muß. Das wird noch dauern aber auf dem Weg von der S-Bahn zum Büro sind die dunklen Geister der Nacht erstmal verschwunden.

9:01 Uhr einstempeln. Noch bevor ich mir einen Tee geholt habe, werde ich mit einem fachlichen Problem „belästigt“. Da kann ich aber tatsächlich schnell helfen – nachdem ich mir einen Tee geholt habe. Mein Unterbewußtsein hat sich mit den Gedanken der Fahrt noch weiter beschäftigt und irgendwann sitze ich am Schreibtisch und habe das Gefühl: „Du machst das alles ziemlich gut“. Danke, Unterbewußtsein. Die meiste Zeit des Tages bin ich damit beschäftigt ein Dokument zu erstellen. Infos raussuchen dafür, noch mehr Infos, Sätze formulieren, zwischendurch eine andere Mail… Und zwischendurch schaffe ich es auch endlich mal, mir einen Termin beim Friseur zu besorgen.

11:35 Mittagspause mit den Kollegen. Danach eine Runde über das Gelände, obwohl es nieselt. Heute wollen sogar die Kollegen die größere Runde drehen als ich, sonst ist es oft umgekehrt. Danach weiter im Text, unterbrochen von zwei Teepausen. Dafür, daß ich so wenig geschlafen habe, bin ich erstaunlich fit. Zum Feierabend eine Arbeits-Erinnerungsmail an die Kollegen für Montag früh (die fangen alle früher an als ich). Um 17:53 ausstempeln.

Auf der Heimfahrt steige ich wieder zwei Stationen früher aus der S-Bahn und gehe den Rest zu Fuß. Zu Hause dann eine Sporteinheit zum Streßabbau. Außerdem steht da ja demnächst ein Winterurlaub an, für den etwas Kondition nicht schlecht wäre. Also geht es für 20 Minuten auf den Stepper, dann noch etwas Kraft und Dehnen. Schnell Wäsche abnehmen (wenn ich schon mal da stehe), dann Dusche, Waschmaschine starten, danach Abendessen. Dazu gibt es die aktuelle Folge „Elefant, Tiger und Co“ bis das Schwesterherz anruft. Nach dem Telefonat die ganze Folge dann die ganze Folge (ich hatte auch später erst eingeschaltet) aus der Mediathek. Wäsche aufhängen. Blogartikel schreiben. Bett.

 

 

Die anderen Tagebuchblogger gibt es wie immer bei Frau Brüllen.

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5. Dezember (WMDEDGT*)

Wetter: fast mild, grau, nieselig

In den Adventskalendern: ein Piepmatz, der eine rote Beere verspeist, ein Korb Äpfel und „Hol dir Schwung!-Tee“ (schmeckte nicht)

Um 4 wach und festgestellt, daß eingetreten ist, was ich gestern Abend schon vermutete: ich habe die nächste Erkältung, fühle mich wie durch den Wolf gedreht. Was soll’s**. Schlafe immerhin recht schnell wieder ein. Aufstehen geht so. Straßenbahn fährt ab bevor ich überhaupt die Haltestelle erreiche. Die S-Bahn mit dem sicheren Anschluß fällt aus. Aber der Anschluß klappt trotzdem. Immerhin. Dafür bummelt die Bahn wieder, Ankunft wieder erst 10 Minuten nach Plan. Immerhin nette Unterhaltung zwischen Bahn und Büro.

Arbeit. Kurz vor Jahresende, hat man das Gefühl, drehen alle völlig durch. Es ist sehr seltsam und nicht mehr lustig. Mich betrifft es derzeit erstaunlicher Weise nicht, oder kaum, aber einige Kollegen sehr. Unschön.

Es nieselt nach dem Mittagessen, wir gehen trotzdem eine Runde. Aber deutlich kürzer als sonst.

An einem Meeting, das in Nachbargebäude stattfindet, trotzdem nur per Telefon teilgenommen – ich muß ja nicht alle anstecken mit meiner Erkältung.

Nachmittags über einen Kollegen geärgert, der immer einfach macht statt zu fragen, wenn er nicht weiß wie es geht und uns damit einen Haufen Mehrarbeit beschert hat. Auch auf meine Aufforderung, nachzufragen und sich das erklären zu lassen, gab es nur Rausreden und Verweis darauf, was bei uns (angeblich) alles falsch läuft. Erst Abends fiel mir auf, daß er sich das Fragen vielleicht einfach nicht traut. Trotzdem extrem anstrengend. Und eigentlich nicht meine Aufgabe. (Ich muß nur kontrollieren, daß alles korrekt gemacht wurde. Und wenn ich wieder und wieder feststelle, daß es eben nicht korrekt ist und zu Teil auch exakt die gleichen Fehler wieder gemacht wurden, dann ist das schon sehr nervig.)

Feierabend, auf dem Heimweg in der Drogerie gesucht, ob ich irgendwas für meine inzwischen rote Nase finde. Zu Hause dann Abendbrot vorbereitet. Dazu u.a. eine Pomelo geschlachtet. Ich esse die ganz gern, aber sie verzehrfertig zu bekommen ist schon ein Aufwand… Danach im Internet rumlesen, Blogartikel schreiben. Noch ein bißchen lesen und dann ins Bett. Seit Mittwoch letzter Woche schaffe ich es tatsächlich vor Arbeitstagen schon kurz nach 10 im Bett zu sein, nicht erst nach 11. Daß ich das diese Woche mit dem zeitigeren Aufstehen wieder zunichte mache… nunja.

 

*  Was das bedeutet und alle anderen Teilnehmer wie immer bei Frau Brüllen.

** Ich habe dann morgens nach dem Aufstehen Fieber gemessen. Hätte ich Fieber gehabt, wäre ich zu Hause geblieben. Da kein Fieber, bin ich zur Arbeit – ich war ja grad erst krank gewesen und kann nicht schon wieder fehlen.

WMDEDGT – November

Kurz nach Mitternacht im Bett. Erstes Mal um kurz nach 7, noch mal umgedreht, weiter geschlafen, viertel 10 bin ich dann aber richtig wach. Aufstehen, gemütliches Frühstück bis ca. 11. Dann fällt mir aber ein, daß ich heute ja mal ganz fleißig sein und viel erledigen wollte. Ich fange an mit Füllen und Starten der Waschmaschine. Dann saugen der Wohnung. Weil das gekoppelt ist mit (auf)räumen, dauert es eine gute Stunde, obwohl die Wohnung gar nicht soo groß ist. Dann weiter rumräumen bis die Waschmaschine fertig ist. Wäsche aufhängen. Wegen hunderttausend Socken (gefühlt) brauche ich da auch eine halbe Ewigkeit. Am Ende hab ich ordentlich Hunger, das Kochen geht zum Glück schnell. Es gibt heute ein 2-Gang-Menü: den Rest des Möhreneintopfs von gestern und Apfelreis. Danach wasche ich gleich ab (das schaffe ich ja nur selten). Dann bin ich müde und lege mich eine Runde hin.

Nach dem Schläfchen überlege ich. Eigentlich wollte ich ja noch raus – wegen frische Luft und so – und könnte dabei gleich das Buch zur Bibliothek bringen. Aber so richtig verlockend ist das Wetter nicht (sehr grau und Regen ist auch angesagt). Schließlich ringe ich mich aber doch durch und stiefele los – um dann an der Bibliothek zu lesen „System außer Betrieb“. Hmpf. Und dann fängt es auch noch an zu nieseln und ich habe das Buch pur dabei (ohne Beutel/Tasche/Tüte), also geht es direkt zurück nach Hause. Einen kleinen Schlenker zum Ärztehaus mache ich noch. Mein „Hausarzt“ hat doch immer noch Nachmittagssprechstunden, aber meine Orthopädin hat offenbar aufgehört, dort steht jetzt ein neuer Name (aber wieder Orthopädie, immerhin). Zu Hause gibt es Tee und Kuchen und ich lese ein bißchen (beim Aufräumen hab ich festgestellt, daß ich wesentlich mehr ungelesene Zeitungen habe als angenommen…).

Dann noch mal Aktionismus: die Wohnzimmervorhänge wandern in die Waschmaschine, ich räume den Fußboden weitgehend frei und wische ein mal durch. Anschließend auch noch Bad (was ich nach dem Saugen eh noch nicht wieder eingeräumt hatte) und Küche. Während das alles trocknet, fällt mir ein, daß auf meiner To-Do-Liste auch noch „Kammer aufräumen“ stand. Das geht sehr schnell, bei der Gelegenheit fällt mir aber auf, daß man da auch mal saugen und wischen könnte. Danach sind Küche, Wohnzimmer und Bad auch wieder trocken und werden eingeräumt. Die Vorhänge sind auch fertig und können direkt an der Stange trocknen. Ich gehe duschen, mach mir was zu essen und lese mich danach durchs Internet. Jetzt noch ein bißchen Fotos aussortieren, dann ins Bett. Schwedisch-Hausaufgaben habe ich immer noch nicht gemacht. Hab ja noch zwei Tage…

 

Weitere Teilnehmer am Tagebuchbloggen „WMDEDGT“ (Was machst du eigentlich den ganzen Tag) gibt es wie immer bei Frau Brüllen.

 

Beim zweiten Lesen festgestellt, daß ja schon November ist. Oh. Artikelüberschrift geändert.

WMDEDGT – Oktober

„Was machst du eigentlich den ganzen Tag?“ (WMDEDGT) fragt Frau Brüllen jeden 5. im Monat.

 

7 vor Weckerklingeln bin ich das erste Mal so wach, daß ich auf den Wecker gucke, stelle fest, daß ich noch 7 Minuten habe und bin fast sofort wieder weg. Das erste Weckerklingeln beende ich im Halbschlaf durch Druck auf die Snoozetaste wie ich 5 Minuten später feststelle als der Wecker wieder klingelt. Das Radio ist nämlich noch nicht an, und als es endlich an ist, sind schon die Verkehrsnachrichten an der Reihe. Wetter verpaßt. Immerhin: ich habe gute Laune. Das war die letzten Tage eher nicht so. Das Bett ist aber soooo gemütlich, daß ich noch 2 oder 3 mal snooze bevor ich endlich aufstehe. Den Wetterbericht der Halb-Nachrichten verpasse ich auch wieder, aber im groben weiß ich ja schon, was da auf uns zu kommen wird. Da abends noch Schwedisch auf dem Plan steht und ich vorher nicht nach Hause komme, mache ich mir neben dem üblichen Obst für den Nachmittag noch eine Stulle für den Abend fertig und packe sie ein. Frühstücken und dann los. Es regnet unangenehm. Die Fahrt zur Arbeit erfolgt ohne besondere Vorkommnisse.

Als ich im Büro ankomme, läuft in der Teeküche eine angeregte Diskussion. Politik. Die simple Weltsicht von manch einem erstaunt mich immer wieder. Ich mache mir meinen Tee und dann, daß ich da so schnell wie möglich wegkomme.

Arbeit. Bei mir unspektakulär. Die Kollegin jammert immer mal wieder verzweifelt: „Machen! Einfach machen!“. Ihre Projektmitarbeiter tun ihr nicht den gefallen und irgendwann leihe ich ihr meinen Knautschpinguin aus, damit sie den stellvertretend an die Wand klatschen kann.

Auf dem Weg zur Mittagspause gibt es nur leichten Sprühregen, nach dem Essen regnet es wieder kräftig, so daß der Spaziergang weiter ausfällt.

Weiterarbeiten. Zwischen 4 und halb 5 nimmt der Wind (wie angekündigt) kräftig zu, kurz nach halb 5 lese ich im Twitteraccount der S-Bahn, daß der S-Bahnverkehr wegen des Sturms komplett eingestellt ist. Doof, denn so verpasse ich Schwedisch, bei dem Sturm mag ich aber eh grad nicht raus. Während die Kollegen überlegen, wie sie auf anderen Wegen zurück in die Stadt kommen, kann ich weitere Hiobsmeldungen verbreiten: die BVG twittert, daß auch Busse und die oberirdischen U-Bahnen nicht mehr fahren. Die Kollegen versuchen es trotzdem, ich bleib lieber. Im Büro ist es warm, trocken, es gibt Toilette und Internetzugang (mangels Smartphone hab ich den unterwegs nicht). Außerdem bekomme ich einen Anruf, daß der Schwedischkurs wegen des Sturms ausfällt. Damit habe ich nun wirklich keinen Grund mehr, schnell los zu wollen und hoffnungslos optimistisch, wie ich manchmal bin, denke ich mir: „Ab 7 wird schon wieder was fahren“. Im firmeninternen Chat kann ich sehen, daß nicht viele so denken wie ich – fast niemand ist um 5 mehr online. Aber der Kollege, der in der gleichen Ecke wohnt wie ich, ist noch da. Er hat auch noch Zeit bis 7. Also weiterarbeiten. Zwischendurch immer mal Twitter und den Liveblog der Berliner Zeitung verfolgen zu Updates der Verkehrslage. Irgendwann bekomme ich Hunger und esse die Stulle. Im Nahverkehr ändert sich fast nichts, außer, daß auch die Straßenbahnen nicht mehr fahren.

Dann, kurz nach halb 8 endlich die Meldung, daß die erste Teilstrecke der S-Bahn wieder befahren wird. Leider am ganz falschen Ende der Stadt. Um dreiviertel 8 dann die Meldung, daß die nächstgelegende U-Bahn wieder fährt und wir entscheiden, da mit dem Taxi hinzufahren (den nächstgelegen ist auch sehr relativ) – und dann mal sehen. Kaum das Werksgelände verlassen, schließt sich uns noch ein anderer Kollege an, der die Hoffnung hatten, wir hätten ein Auto. Nunja, wir suchen gemeinsam ein Taxi und das gestaltet sich doch schwieriger als erwartet. Für den direkten Kollegen und mich jedenfalls, denn das erste, was uns begegnet, fährt leider in die falsche Ecke der Stadt (es sitzt schon ein Fahrgast drin, der bereit ist, noch mehr mitzunehmen). Der dritte aber kommt damit gut weg. Das nächste, was kommt, ist leider bestellt. Der Fahrer verspricht zurück zu kommen, wenn er den Besteller nicht findet. Er kommt nicht wieder vorbei. Und dann passiert längere Zeit gar nix. Irgendwann kommt wieder ein Taxi, ohne Fackel, egal, wir signalisieren trotzdem mal, daß wir gern mit wollen. Es fährt an uns vorbei, hält aber kurz danach. Hm? Mal hingehen und nachsehen. Glück gehabt: Da brachte sich gerade ein Taxifahrer nach Hause und seinen Kollegen für die Ablöse mit. Der nimmt uns dann als erste Tour. Und hat, kaum daß wir ausgestiegen sind, schon die nächste..

Dank des Smartphones des Kollegen wissen wir inzwischen, das auch die Straßenbahnen wieder fahren. Das gibt mehr Optionen für den Heimweg. Wir knobeln ein bißchen und finden recht schnell die vermutlich beste Möglichkeit. Der Rest des Weges ist dann unspektakulär. Wir haben ne ganze Menge zu erzählen, und werden nicht mal ganz fertig, als ich aussteigen muß. Kurz nach 9 bin ich dann zu Hause, habe für den Heimweg mehr als doppelt so lang gebraucht wie normal und bin auch ne Stunde später, als wenn ich den Kurs gehabt hätte.

Tee machen, Balkon auf Sturmfolgen kontrollieren (2 Blumentöpfe sind umgekippt, ein paar Blüten abgerissen), Blogartikel schreiben, zwischendurch mit dem Schwesterherz chatten, die nach zwei Wochen in der Wildnis wieder Empfang hat. Jetzt Bad, dann Bett. Und hoffen, daß die Bahnen morgen wieder fahren.

 

Weitere Teilnehmer am Tagebuchbloggen gibt es bei Frau Brüllen.

WMDEDGT – September

5. des Monats – Tag des Tagebuchbloggens.

Um halb bin ich das erste Mal wach. Viel zu früh zum Aufstehen. Um 7 klingelt der Wecker und ich schaffe es, gleich beim ersten Mal das Radio anzumachen (nicht erst nach dem ersten Mal snoozen) und auch, den Wetterbericht zu verfolgen (der der Hauptgrund ist, das Radio anzumachen). Wetter wird schön werden und ich mache noch mal die Augen zu und verfolge das weitere Radioprogramm halb aufmerksam. Auf der A2 gab es einen schweren Unfall und dem Einsatzleiter zittert die Stimme als er erzählt, daß und wie zwei Feuerwehrleute ums Leben gekommen sind. Uff. Zur Wirtschaftsrubrik stehe ich endlich auf. Bad und Küche – das übliche. Diesmal als Bonus: Wäsche für heute Abend einweichen.

Kurz nach 8 verlasse ich die Wohnung. Die erste Straßenbahn lasse ich noch wegfahren, die ist eh übervoll. Man merkt, daß die Ferien vorbei sind – aber sollten die Schüler um 8 nicht schon alle in der Schule sein? Die nächste kommt aber schon kurz danach (2 min stand an der Anzeige). Leider verpasse ich damit die erste S-Bahn – die klingelt ab als ich unten an der Treppe stehe. Die nächste S-Bahn in meine Richtung ist für diese Linie richtig voll (Ringbahnnutzer würden darüber lachen). Ditt wa vor den Ferjen nich so! Immerhin klappt der Anschluß an die nächste Bahn. Ich lese bis ich wieder aussteigen muß. 3 nach 9 stemple ich ein. Im Büro empfängt mich die Kollegin mit der Info, daß ein Kollege mich gesucht hat, weil er Fragen hat. Ganz gegen meine Gewohnheit besuch ich erst den Kollegen und beantworte seine Fragen und mache mir erst danach meinen Tee. Die meiste Zeit des Tages kämpfe ich mich dann weiter lesend durch die Norm. Lustig, daß sie verlangt, daß die Dokumente lesbar sind, sie selbst es aber so gar nicht ist. Zum Auflockern rufe ich zwischendurch bei meinem Optiker an, um mal wieder Kontaktlinsen zu bestellen. Irgendwann ist Mittagspause. Ich entscheide mich für den Nudelauflauf, der eher eigenartig schmeckt. Immerhin funktioniert die Eistruhe wieder, so daß es wieder Eis zum Rundgang nach dem Essen gibt (seit Mitte letzter Woche funktionierte sie nicht und es ist ziemlich blöd, wenn man bei der Essensauswahl und Menge das Eis hinterher mit einkalkuliert, es das dann aber gar nicht gibt).

Nach der Mittagspause verfalle ich in alte Zeiten und mache das, was bis Anfang des Jahres meine Aufgabe war (ich bin derzeit die Einzige, die davon Ahnung hat…). Macht wesentlich mehr Spaß als der Quality-Quark und ich überlege, ob ich nicht doch wieder dorthin zurück will. Kurz nach 5 fällt mir auf, daß die Kollegin, die lang vor mir anfängt immer noch da ist und rüge sie etwas deswegen. Sie hat so viel zu tun, sagt sie. Immerhin macht sie dann halb 6 mit mir gemeinsam Feierabend, aber ich befürchte, da hat sie dann auch die 10 Stunden plus Pause voll. Kurz vorher rufe ich noch beim Friseur an – hab Glück, bekomme noch einen Termin vor dem nächsten Urlaub (der auch nicht mehr so lang hin ist). Kollegin und ich gehen gemeinsam zur S-Bahn und fahren auch ein Stück zusammen – sie steigt nur viel früher aus. Ich les dann noch ein bißchen.

Wie fast immer bei schönem Wetter steige ich zwei Stationen vor Zielhaltestelle aus und gehe ab da zu Fuß (und hole mir noch ein Eis unterwegs). Kurz vor zu Hause noch kurz einkaufen. Zu Hause angekommen will ich dann doch erstmal Pause und les ein bißchhen durchs Internet. Dann Waschmaschine starten, duschen, trockene Wäsche abnehmen, Abendessen vorbereiten. Gegessen wird dann auf dem Sofa vor einer schwedischen Spielshow (jaja, essen vor dem Fernseher ist ungesund. Aber immerhin trainiere ich mein Schwedisch). Die Waschmaschine ist noch vor der Show fertig, also mache ich erstmal Pause und hänge die Wäsche auf. Danach sehe ich mir den Rest an, jetzt schreibe ich den Blogartikel und dann werde ich wohl ins Bett gehen. Spät genug isses jedenfalls.

 

Weitere Teilnehmer des WMDEDGT und Erläuterung gibt es wie immer bei Frau Brüllen.

WMDEDGT – August

Da ich derzeit im Urlaub bin, gibt es diesmal einen Auszug aus meinem Urlaubstagebuch. Und da es nicht permanent Internetzugang gibt, auch noch einen Tag später. Was habe ich also am 5. August gemacht?

Standortbestimmung: Ich befinde mich in Kirgisistan, in einem kleinen Jurtencamp einer einheimischen Familie am Son-Kul-See.

Und jetzt das Tagebuch:

Ich habe wahnsinnig schlecht geschlafen. Die Unterlage ist hart und läßt Kälte durch (ich konnte nicht mehr aud der Seite liegen), die Höhe führt zu Kurzatmigkeit, die Öfen in den Jurten sind an und sorgen für permanenten Qualmgeruch und der Fastvollmond macht die Jurte ziemlich hell. Außerdrm geht ja auch wieder zeitig die Sonne auf… Am Morgen bin ich ziemlich durch den Wind. 

Nach dem Frühstück (dünner Kascha) fahren wir ein Stück und besteigen dann eine Reihe 3000er – 5 werden es am Ende sein. Das Wetter ist schwierig. Die Sonne scheint und es wirkt, als würde es warm werden, der Wind ist aber kräftig und eisig. Es ist also ein permanenter Wechsel aus schwitzen und frieren. Aber die Wanderung ist schön. Da wir ja schon sehr hoch starten, sind die Berge eher Hügel. Sie bringen aber schöne Ausblicke und wir sehen ein paar Pteroglyphen. Und fast auf jedem Berg machen wir Pause. Leider habe ich die Gipfelschokolade vergessen. 

Zurück an den Bussen fahren wir ein Stück zum Strand des Son-Kul-Sees. Ich gehe sogar mit den Füßen ins Wasser – es ist eiskalt. (Beim Ausziehen der Schuhe bemerke ich, daß mit einem toten Grashüpfer im linken Schuh unterwegs war. Gedrückt hat er nicht.) 

Nach dem See geht es zurück ins Camp zum Mittagessen. Weil mir kalt und doof ist, lege ich mich eine Runde hin (ich habe schon am Morgen aus einer der Reservedecken als zusätzliche Matratze eingebaut) und schlafe sogar ein bißchen. Kurz bevor die Reitwilligen zum Ausritt aufbrechen, stehe ich wieder auf – das will ich mir js nicht entgehen lassen. Danach esse ich etwas Schokolade und dann gehe ich auf eigene Faust noch mal los. Ziel ist eigentlich nur die Straße für ein Foto von oben aufs Camp, dann gehe ich aber noch ein ganzes Stück den Hügel hoch, setze mich schließlich auf die Wiese und warte daß die Wolken so weiterziehen, daß die Landschaft vernünftig ausgeleuchtet ist. Und dann bleibe ich einfach sitzen und genieße die Ruhe – so lange bis die Sonne mal wieder für längere Zeit verschwindet und es einfach zu kalt wird. 

Auf dem Rückweg fotografiere ich noch wunderschönes Edelweiß (das wächst hier wie Unkraut) und setze mich dabei in eine Diestel. Aua. Zurück im Camp hole ich dann – in der Sonne sitzend – die fehlenden Tagebuchaufzeichnungen nach.

Nach dem Abendessen gibt es wieder eine Runde Sonnenuntergangsfotos. Als wir danach wieder zum Quatschen in der großen Jurte sitzen, stellen wir fest, daß am Nachbartisch Geburtstag gefeiert wird. Die Zweitjüngste der Gastgeberfamilie wird drei und bekommt natürlich ein Ständchen von uns. Wir bekommen dafür Saft  und Kuchen. Danach mache ich noch ein paar Vollmondfotos, putze mir die Zähne, unser Jurtenofen wird angeheizt und wir verschwinden im Bett.

Weitere Teilnehmer am Tagebuchbloggen gibt es bei Frau Brüllen.

WMDEDGT – Juli

Ich hab noch gefragt, ob der Baum nicht zu morsch ist. Aber nein, der ist stabil, heißt es. Also ziehe ich am Seil, daß am Baum befestigt ist um Schwung zu holen zum Schaukeln und der riesige Baum ist natürlich doch morsch und kippt in meine Richtung und ich bin schlagartig wach. Manche Träume sind schon speziell. Nunja, immerhin bin ich mit einem „siehste, ich hatte Recht2“-Gefühl wach geworden. Der Blick auf den Wecker sagt 6:21. In 40 Minuten soll er klingeln. Noch mal einzuschlafen zu versuchen macht keinen Sinn, das würde wenn überhaupt erst kurz vorm Klingeln klappen und so stehe ich eben auf. Bad, Frühstück, gegen sieme (sieben Uhr) verlasse ich das Haus. In der S-Bahn treffe ich einen fast schlafenden Kollegen. Außerdem ist sie deutlich voller als eine Stunde später.

Um 8 (und damit eine Stunde früher als normal) bin ich auf Arbeit und verwirre bzw. erschrecke die Kollegen. Nachteil wenn man so früh kommt: der nervige Kollege ist noch in der Teeküche. Er verschwindet zwar kurzzeitig, taucht aber wieder auf, als ich auf mein Teewasser warte. Und auch wenn ich halbwegs freiwillig so zeitig aufgestanden bin, meine Laune ist eher im negativen Bereich so früh, dann kann ich ihn noch weniger ab.

Große Freude beim checken der Mails. In einem Projekt hat sich schon wieder der Umfang geändert. Wie soll man da strukturiert arbeiten, wenn nix fest ist? Vorteil, wenn man früher da ist: man hat mehr Zeit bis zum ersten Meeting und schafft ne Kleinigkeit. Dann das erste Meeting, kurze Pause, danach das zweite Meeting. Jemand mit Ahnung hat sich angesehen, was ich bisher geschrieben habe. Die „Lektorin“ entschuldigt sich, daß so viel rot ist, aber ich finde das gut. Ich hatte ja nur ein altes Dokument als Vorlage – und daß das nicht gut war, hab ich mir schon gedacht. Jetzt also viel Input für Änderungen, aber trotzdem das Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein.

Dann endlich Mittagspause. Und nach der Mittagspause so ein richtiges Müdigkeitsloch. So schlimm, daß ich überlege, ob ich irgendwie im Büro ein Schläfchen halten könnte ohne daß man es von außen sieht (Erdgeschoss und Kollegen, die immer wieder mal vorbei laufen). Irgendwie schaffe ich es aber auch so.

Schwesterherz ruft an um tolle Neuigkeit mitzuteilen: sie hat endlich eine neue Wohnung. Sie sucht schon seit Jahren. Nicht wahnsinnig dringend, denn sie hat ja und muß nicht dringend raus, aber inzwischen dürfte die Wohnung gern etwas größer sein als zu Studentenzeiten. Nun hat es also endlich geklappt. In Zukunft brauche ich etwas länger, wenn ich mal wieder kein Backpulver habe.

Dann Schulung per Telefon und Webex durch den Bereichsleiter. Ein schönes Beispiel, wie man Mitarbeiter NICHT motiviert. Immerhin: ich ärgere mich so, daß ich nicht mehr müde bin. (Ernsthaft: „than you can utilize people in other projects“? Und wenn der Plan nicht eingehalten wird, ist die erste Idee Wochenendarbeit?)

Kurzer Austausch mit den Kollegen über diese „Schulung“, dann mach ich Feierabend, denn ich habe einen Friseurtermin. Der Ärger verschwindet schon auf dem Weg zur S-Bahn: 10 Minuten zu Fuß gehen zu müssen hat Vorteile. Weil ich ein bißchen Hunger habe, kaufe ich mir unterwegs ein Schoko-Puddinghörnchen, was ich auf der Bank vor dem Friseur esse. Dann erneuerte Frisur und quatschen über Urlaubspläne und seltsame Träume.

Nach dem Friseur komme ich an zwei Buchhandlungen vorbei und ich kann selten widerstehen hineinzugehen. Man könnte ja schon mal nach Urlaubslektüre gucken… Da werde ich aber diesmal nicht fündig. Ich lese ja gern Romane passend zum Reiseziel, das diesjährige ist aber etwas spezieller. Hinterher ärgere ich mich, daß ich nicht einfach den Buchhändler gefragt habe. Dazu ist der schließlich da!

Aber ich kaufe trotzdem was:

Nur wird das eben nicht Urlaubs- sondern Sofa-Lektüre. Da fällt mir ein, daß es Asterix ja jetzt auch mit hiesigem Dialekt gibt – da hätten sie aber mal jemanden fragen sollen, der sich damit auskennt. Der hätte ihnen dann sicherlich verraten, daß Berlin (und abgeleitete Wörter) immer Berlin bleibt, Asterix also berlinat. Nix mit a nachm B.

Zu Fuß nach Hause, dort erstmal alle Fenster auf, denn heute ist es schön und relativ warm (im Vergleich zu den letzten Tagen). Dann auf dem Sofa ein bißchen lesen und der Versuch herauszufinden, welche Temperaturen mich auf der Reise so erwarten werden. Es ist nicht leicht.

Gegen 7 mach ich mir Abendbrot (Salat, Käsestulle, Gurke, Möhren, Radieschen), das ich auf dem Balkon esse. Yeah! Endlich mal wieder. Da bleib ich dann auch noch  und lese bis der Wind zu kalt wird. Dann überweise ich die zweite Rate für die Reise, chatte mit der Freundin und schreibe diesen Artikel. Eigentlich müßte ich jetzt noch abwaschen. Aber ich glaub, ich les einfach noch ein bißchen und gehe dann ins Bett.

… und während ich hier noch mit dem Foto oben hantiere, geht draußen gerade hoch dramatisch die Sonne unter…

 

Weitere Tagebuchblogger gibt es wie immer bei Frau Brüllen.

 

 

WMDEDGT – Juni (Wanderung Fangschleuse – Rüdersdorf)

Fünf vor halb 8 bin ich das erste Mal wach. Wie praktisch, um halb 8 soll der Wecker klingeln. Als er das dann tut, bin ich schon wieder fast eingeschlafen. Ich brauche noch eine ganze Weile, bis ich wirklich wach bin und aufstehe. Und warum das ganze an einem Feiertag (Pfingstmontag)? Ich will wieder wandern gehen und muß dafür ca. um 9 das Haus verlassen. Da ich gestern keine Lust hatte, den Rucksack vorzubereiten und Sachen rauszusuchen und so und weil ich liebend gern in Ruhe frühstücke, gönne ich mir dafür mehr Zeit. Naja, letztlich wird das mit dem pünktlichen Losgehen dann doch wieder nicht ganz so wie geplant, aber ich habe am Alex noch genug Zeit um mir mein Mittagessen zu kaufen, bevor der Zug kommt. Die anderen sitzen ganz vorn im ersten Wagen. Fangschleuse steigen wir aus und diskutieren nach ein paar Metern an der großen Tafel ersteinmal ausgiebig über Eiskrem und deutsche und brittische Eßgewohnheiten und Mahlzeiten. Irgendwann machen wir uns aber doch auf dem Weg, der uns fast die ganze Zeit am Wasser entlang führen wird. Im ersten Teil gibt es verdammt viele Mücken. Da helfen auch die großen Frösche nichts. Und das Autan habe ich natürlich zu Hause vergessen.

Aber die Gegend ist echt schön. Die Löcknitz ist eher kanalartig und es herrscht recht reger Schiffsverkehr. Wir kommen aber auch an diesem hübschen See vorbei.

Den eigentlich anviesierten Mittagspausenplatz verlassen wir wegen zu vieler Mücken recht schnell wieder. An der großen Badestelle am Flakensee ist es aber sonnig genug, daß sich da keine Mücken rumtreiben. Mittagspausegesprächsthema: Essen, Fastenbrechen und gute arabische Restaurants in Berlin (wir haben einen dabei, der wegen des Ramadans nichts ißt und trinkt). Und das Einbürgerungsprozedre für Briten in Deutschland. Der eine mitwandernde Brite steckt gerade mittendrin und gibt seiner Landsfrau, die das auch vor hat, Tipps. Das ist ein wichtiges Thema unter Briten derzeit.

Nach der Mittagspause dauert es nicht mehr lang und wir sind in Woltersdorf, wo es erstmal das versprochene Eis gibt (in meinem Fall hausgemachtes Softeis Joghurt/Johannisbeere) und dann den Aufstieg zum Aussichtsturm. Vor dort kann am Horizont sogar Berlin sehen. Naja, erahnen.

Beim Abstieg kommen wir noch mal an der Eisdiele vorbei, verzichten aber auf einen weiteren Besuch. Am Kalksee entlang geht es bis nach Rüdersdorf. Hier gibt es dann aber doch noch mal ein Eis – um die Wartezeit auf die Straßenbahn zu verkürzen.

Der Oldtimer bringt und bis nach Friedrichshagen (Unterwegsthema: britische Politik und der Brexit), wo wir in die S3 umsteigen. Die fährt bis Ostkreuz und eigentlich könnte ich hier in die Ringbahn umsteigen und ganz bequem nach Hause fahren. Uneigentlich fährt sie gerade nicht und so hab ich mich entschieden, zum Alex zu fahren und von dort mit der M4 (Umweg, aber besser als übervolle Ersatzverkehrbusse). Warschauerstraße fiel mir dann auf, daß ich von dort ja auch mit der M10 und dann mit der M4 – oder laufen. Und als ich so an der Haltestelle der M10 stand, kam mir eine M13 entgegen und mir fiel wieder ein, daß ich ja schon immer mal mit der M13 vom Antonplatz zur Warschauer Straße fahren wollte, einfach aus Neugier. Hab ich jetzt also in umgekehrter Richtung gemacht. Ist eine interessante Stadtrundfahrt bei der man sehr deutlich sieht, daß Berlin sehr verschieden ist – mit wirklich scharfen Grenzen teilweise (das Publikum ab Frankfurter Allee war ein ganz anderes als das davor). Und war natürlich ein riesen Umweg, aber auch so war ich noch deutlich vor 6 zu Hause. Nach dem Duschen, während ich mich um das Abendessen kümmerte (Spargel mit Kartoffeln), fing es plötzlich an heftig zu schütten. Aber so richtig heftig. Das war so gar nicht vorher gesagt worden. Es regnete dann noch eine ganze Weile (wenn auch weniger heftig) und war noch länger grau. Erst jetzt zum Sonnenuntergang reißt die Wolkendecke an strategisch günstigen Stellen auf, so daß doch noch ein bißchen Sonne zu sehen ist.

 

technische Daten zur Wanderung: 15 Kilometer von Fangschleuse bis Rüdersdorf. Das ist ein Teilstück des 66-Seen-Wanderwegs. 3 Mückenstiche

Wetter: Sonnig, warm bis sehr warm, leicht schwül. Wasserverbrauch: ca. 2 Liter

 

Weitere Teilnehmer des Tagebuchbloggens WMDEDGT gibt es bei Frau Brüllen.

WMDEDGT – Mai

Ich schlafe unruhig, bin eigentlich nur noch im Halbschlaf und warte nur darauf, daß der Wecker klingelt. Irgendwann nervt es mich und ich sehe mal nach, wie lange das denn noch braucht. Der Wecker sagt, es sei gerade 3:30 Uhr. Na super. Umdrehen, weiterschlafen. Diesmal richtig. Bis 6:30 oder so. Oder war es 5:30? Jedenfalls fällt das Aufstehen heute echt schwer. Und das Munterwerden auch. Und schließlich gehe ich heute viel zu spät los eigentlich, die S-Bahn ist aber gnädig mit mir und alle Anschlüsse klappen. So bin ich etwa 20 vor 9 im Büro. Mache mir einen Tee, kontrolliere die Mails und stelle fest, daß der Kollege die eine Besprechung eine halbe Stunde nach vorn verschoben hat – da sitze ich aber noch in einem anderen Meeting. Ich sag’s ihm, aber eine andere Lösung außer hoffen, daß ich aus dem ersten Meeting zeitig raus komme, finden wir nicht, denn dann muß ich schon zu dem ersten Meeting. Das geht heute sehr schnell und ich bin tatsächlich pünktlich zur nächsten Besprechung wieder in meinem Büro. Die überziehen wir dann dafür aber kräftig. Danach Mails lesen und Kram organisieren bis zur Mittagspause. Da entscheide ich mich heute für Fischstäbchen mit Pommes. Das kleinere Übel. Gestern fiel die Mittagspausenwerksrunde ins Wasser, heute ist es zwar nicht schön, aber trocken. Lasse mir vom Kollegen erzählen, wie eine indische Hochzeit abläuft. Danach noch einen Tee mit Urlaubszieldiskussion und dann erledige ich eine für mich unangenehme Aufgabe. Davon habe ich derzeit viel zu viele. Den Rest des Tages weiter Kram und so. Zwischendurch Kindergeschichten von der gerade aus Elternzeit zurückgekehrten Kollegin. Um halb 5 Feierabend und auf dem Heimweg im Baumarkt vorbei, Blümchen für die Balkonkästen kaufen. Die will ich morgen bepflanzen. Danach aufs Sofa, Tablet aufräumen. Das jammert seit Tagen über zu wenig Speicher. Gegen 7 endlich Abendbrot und weil mir das, was mir radioEins um die Zeit anbietet, nicht gefällt, höre ich die Sendung mit Bela B. vom Dienstag nach (viel Musik). Danach geht’s noch mal los, zum Yoga. Schwesterherz hat sich heute viel Zeit gelassen und wir kommen ein bißchen zu spät. Naja, sonst sind’s immer andere. Nach dem Yoga hab ich Hunger und so gibts zu Hause auf dem Sofa noch ein Eis. Und ein Schokoladenosterei hinterher. Ich lese noch ein bißchen das Internet leer und werde dann jetzt schlafen gehen.

 

Wetter: Morgens Nebel, den Rest des Tages grau, aber auf dem Heimweg habe ich sogar mal die Sonne gesehen.

 

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WMDEDGT – April

Wecker klingelt um 6:40 – 20 Minuten früher als sonst, weil ich um 9 schon ein Meeting habe und deswegen früher im Büro sein will. Eigentlich. Ich werde nur schwer wach, das hat die letzten Tage schon mal besser geklappt. Schließlich aber stehe ich dann doch, geh ins Bad und dann in die Küche. Zum Frühstück wieder schwarzer Tee und Müsli, während der Tee zieht und die Milch warm wird bereite ich die Äpfel für den Nachmittag vor. Frühstücken, ca. 20 vor 8 aus dem Haus. Ich muß nicht lang auf die Straßenbahn warten und auch die S-Bahn spielt heute mit. Es reicht aber nur zum Musikhören, zum Lesen bin ich noch nicht wach genug.

Mein Morgenritual im Büro: Ins Büro kommen, alles ablegen, Rechner anmachen, in die Teeküche gehen und Tee holen. Heute treffe ich dort dann den ersten Kollegen und quatsche mich ein bißchen fest, so daß ich zurück im Büro gerade noch einen kurzen Blick ins Postfach werfen kann bevor ich wieder los muß.

Meeting.

Beim nächsten Besuch in der Teeküche treffe ich den nächsten Kollegen, der mir ein wenig von Schweden und der Situation dort erzählt (er darf da immer hin zum Arbeiten).

Der Kollege, von dem ich meine neuen Aufgaben übernehme, ist den ganzen Tag im Meeting und so beschäftige ich mich allein mit dem Kram. Zuerst widme ich mich meinem Postfach. Da sind immer noch viele ungelesene Mails, die ich mir ansehe und wegsortiere.

Mittagspause. Die Kantine war auch schon mal besser. Wenn mir nicht die soziale Komponente des Essens mit den anderen wichtig wäre, würde ich so langsam überlegen, mir was mitzubringen. (Hm, und ich müßte mehr Zeit dafür zu Hause aufwenden…). Es ist Eiswetter (zur Mittagspause scheint die Sonne, davor war es grau, danach wird es wieder grau werden). Nach dem Firmen-Rundgang-Ohne-Grund (Frog) stelle ich fest, daß ich die letzte Nacht offenbar deutlich schlechter geschlafen habe als angenommen: ich bin hundemüde. Der richtige Zustand, um sich in neue Themen einzuarbeiten…

Halb 5 mache ich Feierabend, Heimfahrt halb schlafend, zu Hause lege ich mich erstmal eine halbe Stunde aufs Sofa. Kein Schlaf, aber fast. Dann bleibt nicht mehr viel Zeit für’s Abendbrot, bevor ich los muß zum Schwedischkurs. Als ich ankomme, sind die anderen schon fleißig damit beschäftigt, die Stadt zu erraten, an die einer aus der Gruppe gerade denkt. Im Rest der Stunde beschäftigen wir uns mit den schwedischen Landschaften und schwedischer Hausmannskost. Am besten gefällt mir der Satz „Das ist kein Essen für jemanden der Angst hat vor Fett oder kalorienreicher Nahrung“. Die halbe Stunde auf dem Sofa hatte ein bißchen geholfen, aber gegen Ende des Kurses habe ich schon wieder Mühe, die Augen offen zu halten.

Um 9 bin ich wieder zu Hause, fahre den Rechner hoch und mach mir noch einen Tee. Mein guter alter Rechner benötigt tatsächlich die ganzen 10 Minuten, die der Tee zieht, bis ich endlich den Blogartikel schreiben kann.

Und jetzt: ab ins Bad und dann ins Bett.

 

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