WMDEDGT – Juli

Ich hab noch gefragt, ob der Baum nicht zu morsch ist. Aber nein, der ist stabil, heißt es. Also ziehe ich am Seil, daß am Baum befestigt ist um Schwung zu holen zum Schaukeln und der riesige Baum ist natürlich doch morsch und kippt in meine Richtung und ich bin schlagartig wach. Manche Träume sind schon speziell. Nunja, immerhin bin ich mit einem „siehste, ich hatte Recht2“-Gefühl wach geworden. Der Blick auf den Wecker sagt 6:21. In 40 Minuten soll er klingeln. Noch mal einzuschlafen zu versuchen macht keinen Sinn, das würde wenn überhaupt erst kurz vorm Klingeln klappen und so stehe ich eben auf. Bad, Frühstück, gegen sieme (sieben Uhr) verlasse ich das Haus. In der S-Bahn treffe ich einen fast schlafenden Kollegen. Außerdem ist sie deutlich voller als eine Stunde später.

Um 8 (und damit eine Stunde früher als normal) bin ich auf Arbeit und verwirre bzw. erschrecke die Kollegen. Nachteil wenn man so früh kommt: der nervige Kollege ist noch in der Teeküche. Er verschwindet zwar kurzzeitig, taucht aber wieder auf, als ich auf mein Teewasser warte. Und auch wenn ich halbwegs freiwillig so zeitig aufgestanden bin, meine Laune ist eher im negativen Bereich so früh, dann kann ich ihn noch weniger ab.

Große Freude beim checken der Mails. In einem Projekt hat sich schon wieder der Umfang geändert. Wie soll man da strukturiert arbeiten, wenn nix fest ist? Vorteil, wenn man früher da ist: man hat mehr Zeit bis zum ersten Meeting und schafft ne Kleinigkeit. Dann das erste Meeting, kurze Pause, danach das zweite Meeting. Jemand mit Ahnung hat sich angesehen, was ich bisher geschrieben habe. Die „Lektorin“ entschuldigt sich, daß so viel rot ist, aber ich finde das gut. Ich hatte ja nur ein altes Dokument als Vorlage – und daß das nicht gut war, hab ich mir schon gedacht. Jetzt also viel Input für Änderungen, aber trotzdem das Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein.

Dann endlich Mittagspause. Und nach der Mittagspause so ein richtiges Müdigkeitsloch. So schlimm, daß ich überlege, ob ich irgendwie im Büro ein Schläfchen halten könnte ohne daß man es von außen sieht (Erdgeschoss und Kollegen, die immer wieder mal vorbei laufen). Irgendwie schaffe ich es aber auch so.

Schwesterherz ruft an um tolle Neuigkeit mitzuteilen: sie hat endlich eine neue Wohnung. Sie sucht schon seit Jahren. Nicht wahnsinnig dringend, denn sie hat ja und muß nicht dringend raus, aber inzwischen dürfte die Wohnung gern etwas größer sein als zu Studentenzeiten. Nun hat es also endlich geklappt. In Zukunft brauche ich etwas länger, wenn ich mal wieder kein Backpulver habe.

Dann Schulung per Telefon und Webex durch den Bereichsleiter. Ein schönes Beispiel, wie man Mitarbeiter NICHT motiviert. Immerhin: ich ärgere mich so, daß ich nicht mehr müde bin. (Ernsthaft: „than you can utilize people in other projects“? Und wenn der Plan nicht eingehalten wird, ist die erste Idee Wochenendarbeit?)

Kurzer Austausch mit den Kollegen über diese „Schulung“, dann mach ich Feierabend, denn ich habe einen Friseurtermin. Der Ärger verschwindet schon auf dem Weg zur S-Bahn: 10 Minuten zu Fuß gehen zu müssen hat Vorteile. Weil ich ein bißchen Hunger habe, kaufe ich mir unterwegs ein Schoko-Puddinghörnchen, was ich auf der Bank vor dem Friseur esse. Dann erneuerte Frisur und quatschen über Urlaubspläne und seltsame Träume.

Nach dem Friseur komme ich an zwei Buchhandlungen vorbei und ich kann selten widerstehen hineinzugehen. Man könnte ja schon mal nach Urlaubslektüre gucken… Da werde ich aber diesmal nicht fündig. Ich lese ja gern Romane passend zum Reiseziel, das diesjährige ist aber etwas spezieller. Hinterher ärgere ich mich, daß ich nicht einfach den Buchhändler gefragt habe. Dazu ist der schließlich da!

Aber ich kaufe trotzdem was:

Nur wird das eben nicht Urlaubs- sondern Sofa-Lektüre. Da fällt mir ein, daß es Asterix ja jetzt auch mit hiesigem Dialekt gibt – da hätten sie aber mal jemanden fragen sollen, der sich damit auskennt. Der hätte ihnen dann sicherlich verraten, daß Berlin (und abgeleitete Wörter) immer Berlin bleibt, Asterix also berlinat. Nix mit a nachm B.

Zu Fuß nach Hause, dort erstmal alle Fenster auf, denn heute ist es schön und relativ warm (im Vergleich zu den letzten Tagen). Dann auf dem Sofa ein bißchen lesen und der Versuch herauszufinden, welche Temperaturen mich auf der Reise so erwarten werden. Es ist nicht leicht.

Gegen 7 mach ich mir Abendbrot (Salat, Käsestulle, Gurke, Möhren, Radieschen), das ich auf dem Balkon esse. Yeah! Endlich mal wieder. Da bleib ich dann auch noch  und lese bis der Wind zu kalt wird. Dann überweise ich die zweite Rate für die Reise, chatte mit der Freundin und schreibe diesen Artikel. Eigentlich müßte ich jetzt noch abwaschen. Aber ich glaub, ich les einfach noch ein bißchen und gehe dann ins Bett.

… und während ich hier noch mit dem Foto oben hantiere, geht draußen gerade hoch dramatisch die Sonne unter…

 

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WMDEDGT – Juni (Wanderung Fangschleuse – Rüdersdorf)

Fünf vor halb 8 bin ich das erste Mal wach. Wie praktisch, um halb 8 soll der Wecker klingeln. Als er das dann tut, bin ich schon wieder fast eingeschlafen. Ich brauche noch eine ganze Weile, bis ich wirklich wach bin und aufstehe. Und warum das ganze an einem Feiertag (Pfingstmontag)? Ich will wieder wandern gehen und muß dafür ca. um 9 das Haus verlassen. Da ich gestern keine Lust hatte, den Rucksack vorzubereiten und Sachen rauszusuchen und so und weil ich liebend gern in Ruhe frühstücke, gönne ich mir dafür mehr Zeit. Naja, letztlich wird das mit dem pünktlichen Losgehen dann doch wieder nicht ganz so wie geplant, aber ich habe am Alex noch genug Zeit um mir mein Mittagessen zu kaufen, bevor der Zug kommt. Die anderen sitzen ganz vorn im ersten Wagen. Fangschleuse steigen wir aus und diskutieren nach ein paar Metern an der großen Tafel ersteinmal ausgiebig über Eiskrem und deutsche und brittische Eßgewohnheiten und Mahlzeiten. Irgendwann machen wir uns aber doch auf dem Weg, der uns fast die ganze Zeit am Wasser entlang führen wird. Im ersten Teil gibt es verdammt viele Mücken. Da helfen auch die großen Frösche nichts. Und das Autan habe ich natürlich zu Hause vergessen.

Aber die Gegend ist echt schön. Die Löcknitz ist eher kanalartig und es herrscht recht reger Schiffsverkehr. Wir kommen aber auch an diesem hübschen See vorbei.

Den eigentlich anviesierten Mittagspausenplatz verlassen wir wegen zu vieler Mücken recht schnell wieder. An der großen Badestelle am Flakensee ist es aber sonnig genug, daß sich da keine Mücken rumtreiben. Mittagspausegesprächsthema: Essen, Fastenbrechen und gute arabische Restaurants in Berlin (wir haben einen dabei, der wegen des Ramadans nichts ißt und trinkt). Und das Einbürgerungsprozedre für Briten in Deutschland. Der eine mitwandernde Brite steckt gerade mittendrin und gibt seiner Landsfrau, die das auch vor hat, Tipps. Das ist ein wichtiges Thema unter Briten derzeit.

Nach der Mittagspause dauert es nicht mehr lang und wir sind in Woltersdorf, wo es erstmal das versprochene Eis gibt (in meinem Fall hausgemachtes Softeis Joghurt/Johannisbeere) und dann den Aufstieg zum Aussichtsturm. Vor dort kann am Horizont sogar Berlin sehen. Naja, erahnen.

Beim Abstieg kommen wir noch mal an der Eisdiele vorbei, verzichten aber auf einen weiteren Besuch. Am Kalksee entlang geht es bis nach Rüdersdorf. Hier gibt es dann aber doch noch mal ein Eis – um die Wartezeit auf die Straßenbahn zu verkürzen.

Der Oldtimer bringt und bis nach Friedrichshagen (Unterwegsthema: britische Politik und der Brexit), wo wir in die S3 umsteigen. Die fährt bis Ostkreuz und eigentlich könnte ich hier in die Ringbahn umsteigen und ganz bequem nach Hause fahren. Uneigentlich fährt sie gerade nicht und so hab ich mich entschieden, zum Alex zu fahren und von dort mit der M4 (Umweg, aber besser als übervolle Ersatzverkehrbusse). Warschauerstraße fiel mir dann auf, daß ich von dort ja auch mit der M10 und dann mit der M4 – oder laufen. Und als ich so an der Haltestelle der M10 stand, kam mir eine M13 entgegen und mir fiel wieder ein, daß ich ja schon immer mal mit der M13 vom Antonplatz zur Warschauer Straße fahren wollte, einfach aus Neugier. Hab ich jetzt also in umgekehrter Richtung gemacht. Ist eine interessante Stadtrundfahrt bei der man sehr deutlich sieht, daß Berlin sehr verschieden ist – mit wirklich scharfen Grenzen teilweise (das Publikum ab Frankfurter Allee war ein ganz anderes als das davor). Und war natürlich ein riesen Umweg, aber auch so war ich noch deutlich vor 6 zu Hause. Nach dem Duschen, während ich mich um das Abendessen kümmerte (Spargel mit Kartoffeln), fing es plötzlich an heftig zu schütten. Aber so richtig heftig. Das war so gar nicht vorher gesagt worden. Es regnete dann noch eine ganze Weile (wenn auch weniger heftig) und war noch länger grau. Erst jetzt zum Sonnenuntergang reißt die Wolkendecke an strategisch günstigen Stellen auf, so daß doch noch ein bißchen Sonne zu sehen ist.

 

technische Daten zur Wanderung: 15 Kilometer von Fangschleuse bis Rüdersdorf. Das ist ein Teilstück des 66-Seen-Wanderwegs. 3 Mückenstiche

Wetter: Sonnig, warm bis sehr warm, leicht schwül. Wasserverbrauch: ca. 2 Liter

 

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WMDEDGT – Mai

Ich schlafe unruhig, bin eigentlich nur noch im Halbschlaf und warte nur darauf, daß der Wecker klingelt. Irgendwann nervt es mich und ich sehe mal nach, wie lange das denn noch braucht. Der Wecker sagt, es sei gerade 3:30 Uhr. Na super. Umdrehen, weiterschlafen. Diesmal richtig. Bis 6:30 oder so. Oder war es 5:30? Jedenfalls fällt das Aufstehen heute echt schwer. Und das Munterwerden auch. Und schließlich gehe ich heute viel zu spät los eigentlich, die S-Bahn ist aber gnädig mit mir und alle Anschlüsse klappen. So bin ich etwa 20 vor 9 im Büro. Mache mir einen Tee, kontrolliere die Mails und stelle fest, daß der Kollege die eine Besprechung eine halbe Stunde nach vorn verschoben hat – da sitze ich aber noch in einem anderen Meeting. Ich sag’s ihm, aber eine andere Lösung außer hoffen, daß ich aus dem ersten Meeting zeitig raus komme, finden wir nicht, denn dann muß ich schon zu dem ersten Meeting. Das geht heute sehr schnell und ich bin tatsächlich pünktlich zur nächsten Besprechung wieder in meinem Büro. Die überziehen wir dann dafür aber kräftig. Danach Mails lesen und Kram organisieren bis zur Mittagspause. Da entscheide ich mich heute für Fischstäbchen mit Pommes. Das kleinere Übel. Gestern fiel die Mittagspausenwerksrunde ins Wasser, heute ist es zwar nicht schön, aber trocken. Lasse mir vom Kollegen erzählen, wie eine indische Hochzeit abläuft. Danach noch einen Tee mit Urlaubszieldiskussion und dann erledige ich eine für mich unangenehme Aufgabe. Davon habe ich derzeit viel zu viele. Den Rest des Tages weiter Kram und so. Zwischendurch Kindergeschichten von der gerade aus Elternzeit zurückgekehrten Kollegin. Um halb 5 Feierabend und auf dem Heimweg im Baumarkt vorbei, Blümchen für die Balkonkästen kaufen. Die will ich morgen bepflanzen. Danach aufs Sofa, Tablet aufräumen. Das jammert seit Tagen über zu wenig Speicher. Gegen 7 endlich Abendbrot und weil mir das, was mir radioEins um die Zeit anbietet, nicht gefällt, höre ich die Sendung mit Bela B. vom Dienstag nach (viel Musik). Danach geht’s noch mal los, zum Yoga. Schwesterherz hat sich heute viel Zeit gelassen und wir kommen ein bißchen zu spät. Naja, sonst sind’s immer andere. Nach dem Yoga hab ich Hunger und so gibts zu Hause auf dem Sofa noch ein Eis. Und ein Schokoladenosterei hinterher. Ich lese noch ein bißchen das Internet leer und werde dann jetzt schlafen gehen.

 

Wetter: Morgens Nebel, den Rest des Tages grau, aber auf dem Heimweg habe ich sogar mal die Sonne gesehen.

 

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WMDEDGT – April

Wecker klingelt um 6:40 – 20 Minuten früher als sonst, weil ich um 9 schon ein Meeting habe und deswegen früher im Büro sein will. Eigentlich. Ich werde nur schwer wach, das hat die letzten Tage schon mal besser geklappt. Schließlich aber stehe ich dann doch, geh ins Bad und dann in die Küche. Zum Frühstück wieder schwarzer Tee und Müsli, während der Tee zieht und die Milch warm wird bereite ich die Äpfel für den Nachmittag vor. Frühstücken, ca. 20 vor 8 aus dem Haus. Ich muß nicht lang auf die Straßenbahn warten und auch die S-Bahn spielt heute mit. Es reicht aber nur zum Musikhören, zum Lesen bin ich noch nicht wach genug.

Mein Morgenritual im Büro: Ins Büro kommen, alles ablegen, Rechner anmachen, in die Teeküche gehen und Tee holen. Heute treffe ich dort dann den ersten Kollegen und quatsche mich ein bißchen fest, so daß ich zurück im Büro gerade noch einen kurzen Blick ins Postfach werfen kann bevor ich wieder los muß.

Meeting.

Beim nächsten Besuch in der Teeküche treffe ich den nächsten Kollegen, der mir ein wenig von Schweden und der Situation dort erzählt (er darf da immer hin zum Arbeiten).

Der Kollege, von dem ich meine neuen Aufgaben übernehme, ist den ganzen Tag im Meeting und so beschäftige ich mich allein mit dem Kram. Zuerst widme ich mich meinem Postfach. Da sind immer noch viele ungelesene Mails, die ich mir ansehe und wegsortiere.

Mittagspause. Die Kantine war auch schon mal besser. Wenn mir nicht die soziale Komponente des Essens mit den anderen wichtig wäre, würde ich so langsam überlegen, mir was mitzubringen. (Hm, und ich müßte mehr Zeit dafür zu Hause aufwenden…). Es ist Eiswetter (zur Mittagspause scheint die Sonne, davor war es grau, danach wird es wieder grau werden). Nach dem Firmen-Rundgang-Ohne-Grund (Frog) stelle ich fest, daß ich die letzte Nacht offenbar deutlich schlechter geschlafen habe als angenommen: ich bin hundemüde. Der richtige Zustand, um sich in neue Themen einzuarbeiten…

Halb 5 mache ich Feierabend, Heimfahrt halb schlafend, zu Hause lege ich mich erstmal eine halbe Stunde aufs Sofa. Kein Schlaf, aber fast. Dann bleibt nicht mehr viel Zeit für’s Abendbrot, bevor ich los muß zum Schwedischkurs. Als ich ankomme, sind die anderen schon fleißig damit beschäftigt, die Stadt zu erraten, an die einer aus der Gruppe gerade denkt. Im Rest der Stunde beschäftigen wir uns mit den schwedischen Landschaften und schwedischer Hausmannskost. Am besten gefällt mir der Satz „Das ist kein Essen für jemanden der Angst hat vor Fett oder kalorienreicher Nahrung“. Die halbe Stunde auf dem Sofa hatte ein bißchen geholfen, aber gegen Ende des Kurses habe ich schon wieder Mühe, die Augen offen zu halten.

Um 9 bin ich wieder zu Hause, fahre den Rechner hoch und mach mir noch einen Tee. Mein guter alter Rechner benötigt tatsächlich die ganzen 10 Minuten, die der Tee zieht, bis ich endlich den Blogartikel schreiben kann.

Und jetzt: ab ins Bad und dann ins Bett.

 

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WMDEDGT – März

Wegen schmerzender Schultern um halb 8 wach geworden. Auf Toilette gegangen (nee, das hilft nicht gegen schmerzende Schultern, aber gegen volle Blase), entschieden daß es noch zu früh ist um aufzustehen, anderes Kopfkissen genommen und weitergeschlafen. Ganze zwei Stunden noch mal. Halb 10 also aufgestanden, gefrühstückt, gelesen.

Das schöne Wetter gestern hatte bei mir für einen akuten Anfall von Putzlust geführt, ich war aber nicht fertig geworden und wollte das heute fortsetzen. Also nach dem Frühstück wieder den Staubsauger rausgeholt und das Wohnzimmer gesaugt (wenn ich am Sonntag schon sauge dann wenigstens nicht in der Mittagsruhe) und den Flur noch mal, weil ich nach dem gestrigen saugen schon wieder Split mit reingeschleppt habe.

Dann habe ich erstmal das Bücherregal etwas umsortiert und im Flur auch noch geräumt, bevor ich im Wohnzimmer Staub gewischt habe. Dann war es Zeit zum Mittagessen und danach habe ich eine ganze  Weile nichts sinnvolles gemacht, weil ich eigentlich raus wollte wegen Bewegung und so, daß Wetter aber nicht so wirklich motivierend war. Schließlich habe ich mich aber doch aufgerafft. Zuerst bin ich zur Bibliothek gegangen, Bücher und DVDs zurückgeben. Bei der Bibliothek kann man zwar leider nicht am Wochenende ausleihen, dafür aber rund um die Uhr an einem von außen erreichbaren Automaten Medien zurückgeben, was ich höchst praktisch finde. Danach bin ich einfach weiter gelaufen, ins Blaue hinein, quasi. Nicht ganz, denn ich hatte mir auf dem Stadtplan schon eine Route durch mir noch unbekannte Straßen ausgesucht, als grobe Orientierung. Vor Ort (und ohne Karte) entscheide ich mich dann schon mal um. Oder lasse mich von meinem Orientierungssinn der auf 90°-Kreuzungen in die Irre leiten. Denn nicht überall gibt es 90°-Kreuzungen und parallele Straßen. Und wenn man dann noch die eine Straße für eine ganz andere hält.. Irgendwann kam ich dann wieder an eine Straße, die ich zweifelsfrei zuordnen konnte – allerdings deutlich weiter von zu Hause entfernt als gedacht. Zu Hause auf der Karte habe ich dann festgestellt, daß ich einen schönen Bogen gelaufen bin. Summe: 5,7 km in etwas über einer Stunde.

Schön Tee auf dem Sofa und den letzten Lebkuchen der Saison, lesen. Weiterräumen, Waschmaschine füllen (und vergessen anzustellen), Dusche, Abendessen, Blogartikel. Der Abwasch wartet noch. Und das Regalfach, wo alle Zeitungen und Zeitschriften drin landen (und sonst so Kram) sieht verdammt unordentlich aus. Vielleicht mach ich das noch. Vorher noch Russisch-Vokabeln lernen. Und dann Bett.

 

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WMDEDGT – Februar

Ein fauler Sonntag, so faul, daß ich beinahe den Blogartikel nicht geschrieben hätte.

Um halb 6 wurde ich das erste Mal wach – von fiesen Schmerzen. Ich hatte mir wohl einen Nerv im Rücken eingeklemmt. Aufstehen, rumlaufen, strecken, dehnen und etwas Massage helfen und ich kann schließlich wieder schlafen. Das nächste Mal wurde ich dann halb 10 wach. Gedanken nachhängen, träumen… um 10 bin ich dann aufgestanden. Bad, Küche, Frühstück, im Internet rumlesen, ein bißchen Russisch wiederholen, Radio hören bis kurz vor 12. Dann hab ich doch erst mal Haushalt gemacht – aufgeräumt und Staub gesaugt. Der Splitt, den der Hausmeister dieses Jahr zum streuen verwendet ist fies. Er zerkrümelt und klammert sich an den Sohlen fest (auch an fast glatten) um irgendwann später wieder loszulassen und so hat man ihn in der ganzen Wohnung. Saugen hilft auch nur bedingt – ich sollte wohl durch die Wohnung fliegen dabei. Noch ein bißchen weiter räumen, dann wieder lesen, bis es Zeit ist, mir was zum Mittag zu machen. Grandios! Ich habe es geschafft, Rotkohl so zu kochen, daß er stellenweise wie Rosenkohl schmeckt. Ich mag keinen Rosenkohl. Danach abwaschen und lüften, um den Geruch wieder aus der Wohnung zu bekommen. Erfolglos. Und dann ist mir eigentlich nach einem Nickerchen, stattdessen gehe ich eine Runde raus. Das Wetter ist unfreundlich. Grau, feucht, leicht nebelig und ziemlich kalt. Es ist kaum jemand unterwegs, vor allem Menschen mit Hunden oder Menschen mit Kindern. Und icke. Und wie so oft, wenn ich eigentlich nur eine kleine Runde drehen will, wird sie doch deutlich größer. Heute aber nicht ganz groß, denn die Wege sind in unschönem Zustand, oft genug eher Seenlandschaften als Wege. Ich habe eine Pfütze gesehen – wenn es nächste Woche wieder friert, könnte man da drauf fast Schlittschuhlaufen. Sie war bestimmt 10m lang und bis zu 5m breit.

Zu Hause gab es dann Tee und den Rest vom Stollen, den das Schwesterherz zu Weihnachten gebacken hatte. Dann wieder lesen, Ruschisch lernen, Sortieren.lesen. Schließlich duschen (ja, ich mache das abends, jede Minute mehr morgens im Bett ist kostbar). Noch was gefunden, was ordentlich weggeräumt werden mußte. Eine Waschmaschine gestartet. Abendbrot. Dabei die letzte Folge „Elefant, Tiger und Co“ in der Mediathek gesehen. Danach wieder gelesen. Wäsche aufgehängt. Blogartikel geschrieben.

Es folgen jetzt noch: Fotos von letzter Woche ansehen, lesen, Zähneputzen, Bett.

 

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WMDEDGT – Januar

Es ist der 5. des Monats und Frau Brüllen fragt wieder: Was machst du eigentlich den ganzen Tag?

Um 6:20 klingelt der Wecker, weil um 7 wieder ein Physiotherapietermin ansteht. 10 Minuten später stehe ich schon auf (am Dienstag waren die Zeiten die gleichen, da habe ich habe im Halbschlaf immer wieder die Schlummertaste gedrückt bis ich dann 9 vor 7 mal auf die Uhr gesehen habe. Ich kann tatsächlich innerhalb von 4 Minuten aufstehen und mich komplett fertig anziehen um die Wohnung zu verlassen. Wohlweislich hatte ich am Vorabend alles schon vorbereitet). Bad, dann Küche, feststellen, daß es geschneit hat und Tee für unterwegs und die Äpfel für den Nachmittag fertig machen. Ich ziehe gerade die Schuhe an, da ruft die Physiotherapeutin an, daß ich auch später kommen könnte, weil die Folgetermine abgesagt haben. Das ist nett, brauch ich aber nu nich. Durch den zeitigen Termin bin ich hinterher deutlich früher als sonst an der Straßenbahnhaltestelle. Um die Zeit ist die Straßenbahn noch richtig voll und ich entscheide mich, die Strecke bis zu S-Bahn zu laufen. Ich hab noch Zeit und somit gleich ein bißchen Bewegung. Daß mich dann innerhalb kurzer Zeit noch zwei Straßenbahnen überholen – geschenkt. Beim Bäcker an der S-Bahn ein Franzbrötchen für das Frühstück gekauft und in der S-Bahn dann gefrühstückt.

Auf dem Weg von der S-Bahn zum Büro treffe ich einen Kollegen, der sein mürrisches Gesicht damit erklärt, daß er sich wohl den Magen verdorben hat und gerade überlegt, ob er jetzt kotzt oder nicht. Versuche, ihn durch ein Gespräch abzulenken. Er kotzt nicht, ob es jetzt am Gespräch lag, weiß ich aber nicht.

Im Laufe des Vormittags dann zwei Dokumente fertig gestellt mit denen ich mich schwer tue (neues Thema, schlecht dokumentiert), aber kurz vor der Mittagspause bin ich fertig. In der Kantine entscheide ich mich für das „chinesische“ Essen, zu dem es (natürlich) einen Glückskeks gibt. „Jetzt ist die richtige Zeit, um neue Freunde zu finden.“ – okeeee. Große Runde nach dem Essen, leider ist es inzwischen ziemlich wolkig, so daß wir nicht die ganze Zeit Sonne haben. Und ohne Sonne ist es verdammt kalt.

Danach warte ich eigentlich auf das OK, daß ich endlich mit einer Aufgabe anfangen kann, stattdessen bekomme ich von anderer Seite die Frage, ob ich denn das Dokument XY schon erstellt habe (so ähnlich, wie die anderen beiden, aber anders). Habe ich nicht, und mir fällt auch auf, daß auch Dokument EF und Dokument KL noch fehlen. Also mache ich die auch noch fertig. Vor allem das letzte hat es verdammt in sich: zig Zeichenketten vergleichen und Zeilennummern rausschreiben aus zwei Dokumenten. Sooo anstrengend. Danach bin ich richtig durch, mag nicht mal mehr Musik hören, die sonst oft hilft. Schokolade hätte wahrscheinlich geholfen, aber Schokolade habe ich nicht mehr da und das Büro, in dem es welche gibt ist schon zu. Also beschließe ich Feierabend zu machen. Da ist es dann kurz vor 5.

In der S-Bahn auf dem Heimweg bewundere ich den Steppke mir gegenüber, der kaum daß er irgendwie auf dem Sitz hängt sofort schläft. Auch das Mädchen neben mir schnarcht recht bald. Ich bin zwar auch hundemüde, schlafe aber nicht ein. Ich hab allerdings auch keinen Papa dabei, der Spuckefäden wegwischt und mich weckt, wenn ich aussteigen muß. So mache ich nur die Augen zu, hilft auch ein wenig.

Und weil die zweite S-Bahn kaum beheizt ist und ja auch schön Schnee liegt, steige ich mal wieder zwei Stationen früher aus und gehe den Rest zu Fuß. Und zu Hause angekommen gehe ich gleich noch mal los, um endlich die Altkleider zum Container zu bringen (und mache noch schöne Drecktapsen im Flur). Danach bin ich müde, durchgefroren, hungrig. Also gibt es erstmal was zu essen, dann gehe ich unter die heiße Dusche (und bedaure mal wieder sehr, daß ich keine Badewanne habe) und nun sitze ich in Decke gewickelt auf dem Sofa. Aber vermutlich nicht mehr lange, ich bin so müde, daß Lesen wohl nichts mehr bringt.

Zusatzmaterial (weil ich zu müde bin um das schlüssig im Text oben unter zu bringen): Nachmittags, während einer Teepause, gibt es einen ordentlichen Schneesturm. Also für Berliner Verhältnisse. Es fällt Schnee und ist ordentlich windig. Allerdings nicht lang, so daß der Schnee immer noch nicht zum Skilaufen reicht.