WMDEDGT – Juni 18

5. des Monats – Tag des Tagebuchbloggens („Was machst du eigentlich den ganzen Tag?“)

 

5 nach 6 gucke ich auf den Wecker und stelle fest, daß man durchaus aufstehen kann. Draußen ist es grau. Bad, Küche für Frühstück.  Ich verzichte auf den Tee – mir ist so schon zu warm, da will ich nicht auch noch heißen Tee trinken. Da der Wetterbericht dabei bleibt, daß es 26°C werden sollen und die bei der aktuellen Luftfeuchtigkeit echt unangenehm sind, entscheide ich mich für „kurz“ bei der Oberbekleidung. Kaum hab ich die Wohnung verlassen, drehe ich aber noch mal um und hole eine Jacke. Es ist doch noch ziemlich frisch, das merkt man sogar schon im Hausflur (Kunststück, diverse Fenster sind offen).

Am Bahnhof hole ich mir meine Erdbeeren – die haben mir im Urlaub echt gefehlt, die Erdbeersaison war in Usbekistan schon vorbei.

Der erste Arbeitstag nach dem Urlaub ist ja immer spannend. Diesmal war die Überraschung, daß mein Schreibtisch einen Monitor verloren hatte (der auf dem Schreibtisch gegenüber stand). Außerdem stellte sich heraus, daß in meiner Abwesenheit bis zu 3 Leute meine beiden Büropflanzen gegossen haben (ohne voneinander zu wissen). Die große hat nur einen Untersetzer, der offenbar deutlich übergelaufen war. Das war weggewischt worden, der Knäuel Papierhandtücher lag aber noch da (???). Die kleine Grünlilie stand bis fast zum Rand des Übertopfs im Wasser, das schon vor sich hinmoderte. Erste Amtshandlung des Tages war also, die Grünlilie trocken zulegen. Dann Tee holen und danach mit Tee zur Kollegin und mir erzählen lassen, was in den letzten 2 Wochen so passiert ist (erstaunlicher Weise fast nix, das ist sehr ungewöhnlich). Dann die Mails der letzten zwei Wochen gelesen.

Meine Motivation ist noch nicht wieder aufgetaucht und der Tag zieht sich. Dazu ist es immer noch grau und auch nicht warm geworden draußen. Im Büro ist mir echt kalt, den Heizlüfter will ich aber auch nicht anmachen. Irgendwann ist immerhin endlich Mittagspause und in der Kantine ist es warm. Auf das Eis nach dem Mittag verzichte ich aber.

Beim Tee stellen der Kollege und ich fest, daß wir beide keine Lust auf Arbeit haben, aber es hilft ja nichts. Absprache mit der Kollegin, was sie während meiner Abwesenheit erledigt hat und wie ein Problem zu lösen ist. Dann mache ich da weiter, wo ich vor dem Urlaub aufgehört habe. Zwischendurch futtere ich immer Erdbeeren. Eigentlich wollte ich heute nur die Hälfte essen und morgen dann den Rest. Wenn ich so weiter mache, wird das nix.

10 nach 5 Feierabend und Heimfahrt. In der zweiten S-Bahn spricht mich plötzlich ein Kollege an. Den hatte ich gar nicht gesehen. Leider will ich nach einer Station schon wieder raus. Ich überlege inzwischen ernsthaft, zumindest den Heimweg zumindest gelegentlich auch mit dem Fahrrad zurückzulegen. Da ich ja aber immer noch kein Smartphone besitze, will ich mich mir mal die altmodischen Navigationsmittel (also Fahrradkarten) im Buchladen ansehen. Und von da geht es dann (wie sowieso eigentlich fast immer) zu Fuß nach Hause. Und: mir war den ganzen Tag im Büro kalt, aber für den Heimweg war ich perfekt angezogen. (Morgen aber lieber Jeans und auf dem Heimweg schwitzen, dafür im Büro nicht frieren.)

Vor den Briefkästen treffe ich einen Nachbar von weiter oben, der meine Balkonbepflanzung sehr sehr lobt (kann er von oben sehen). Die Kästen sind aber auch schön dieses Jahr, da hatte ich Glück bei der Auswahl.

[Das gelbe ist Goldzweizahn, auch Bidens genannt, gibt es inzwischen in diversen Varianten. Es soll bienenfreundlich sein, weswegen ich auswählte. Und wenn man das Verblühte immer fleißig entfernt (und ggf. im späteren Sommer mal kräftig zurückschneidet), dann blüht das bist zum Frost wie blöde. Die Minipetunien dazu sehen toll aus, blühen aber im anderen Kasten gerade wieder fast gar nicht. Die habe ich noch nicht verstanden.]

Gießen auf dem Balkon. Abendessen vorbereiten. Viel Grünzeug und ein Käsebrot. Die Usbeken essen sehr fleischlastig und eher wenig Gemüse, da fehlte mir das Grünzeug schon sehr. Abendessen auf dem Balkon. Leider hängt gerade eine dicke graue Wolke vor der Sonne. Als diese dann wieder rauskommt, ist mir schon zu kalt (der Wind!) und ich verschwinde nach drinnen. Dort verschicke ich gleich erstmal endlich das Gruppenfoto aus dem Urlaub an die anderen Reiseteilnehmer. Im dritten Anlauf habe ich auch endlich alle Adressen richtig.

Und gerade eben fällt mir ein, daß ich ja noch die verbliebenden Erdbeeren für morgen fertig machen wollte (ausschneiden, das Grüne ab). Das mache ich jetzt noch schnell, dann geh ich endlich ins Bett. Is eh schon wieder zu spät.

 

Die anderen Tagebuchblogger gibt es wie immer bei Frau Brüllen.

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WMDEDGT – Mai 18

Gestern war wieder der 5. der Monats, also wieder Zeit für’s Tagebuchbloggen mit Frau Brüllen.

Gestern hatte ich das vergessen, aber so gut ist mein Gedächtnis noch, daß ich das heute nachholen kann.

Der gestrige Tag begann eigentlich schon vorgestern – nämlich mit der Überlegung, wie zwei sich überschneidende Termine am besten zu koordinieren wären. Einerseits war mit Termin 10:30 bis 13:30 die Lieferung meiner neuen Matratze angekündigt worden – wobei ich aber weiß, daß der liefernde Paketdienst normalerweise schon kurz nach 10 bei uns in der Gegend ist. Andererseits gehe ich ja Sonnabends immer auf den Markt. Normalerweise irgendwann nach dem Aufstehen und Frühstücken (also deutlich nach 10). Ab 1 spätestens sind sind sind sie kräftig mit Abbau beschäftigt, wenn nicht gar schon weg. Schlußfolgerung: gleich früh auf den Markt und zwar so zeitig, daß ich spätestens um 10 wieder zu Hause bin.

Ich hätte mir einfach einen Wecker stellen sollen, dann hätte ich morgens sicherlich besser geschlafen. So war das eher Halbschlaf und kurz nach 8 bin ich aufgestanden. Frühstück hab ich auf später verschoben (so unausgeschlafen brauch ich für alles viel länger), und bin gleich aufgebrochen zum Markt. Wobei gleich… da war es dann auch schon 9. Vorher noch kurzer Blick auf die Öffnungszeiten der Bibliothek, aber die beginnen erst um 10, also brauch ich die CDs gar nicht mitnehmen, weil ich sie eh nicht abgeben kann.

Auf dem Markt dann Verwunderung, daß ich allein bin und schon so zeitig – nunja, Schwesterherz wollte gern länger schlafen. Ich kaufe Äpfel, Tomaten, Kartoffeln, Rhabarber, Gurke, Spargel, schlage den angepriesenen wunderschönen Spinat aus, entscheide mich aber noch für ein Bund Möhren.

Halb 10 bin ich wieder zu Hause und frühstücke erst mal, kurz nach 10 klingelt der Paketdienst mit meiner Matratze (wußt ichs doch!). Die ist nicht in einem Karton verpackt (wie man das bei den Matratzentests durch Blogger vor ein paar Jahren lesen konnte, allerdings auch von einem anderen Hersteller), sondern nur in Folie. Und diese Folie ist auch nur auf einer Seite zugeklebt, wie ich beim Auspacken bemerke. Die Seite, die auf der Sackkarre des Paketboten stand, ist offen. Super. Außerdem ist die Folie zwar schon von der stabileren Sorte, hat aber trotzdem ein paar Löcher und meine Matratze schon beim Auspacken mitten drauf zwei Flecken. Das ärgert mich schon sehr. Immerhin läßt sich der Bezug recht leicht abnehmen (der Reißverschluß ist durchgehend und an der oberen Kante der Matratze platziert, so daß man die Liegefläche einfach abnehmen kann), so daß ich ihn waschen kann, aber eigentlich hatte ich das nicht vor gehabt.

Immerhin zwingt mich das dazu, endlich den Abwasch zu erledigen, denn der stapelt sich auf der Waschmaschine und wenn die schleudert ist mir das zu gefährlich. Danach tüdel ich so vor mich hin. Ich habe schlecht geschlafen und bin echt müde, da ist nicht viel mit mir anzufangen. Die Waschmaschine ist fertig und beim Aufhängen des Bezugs stelle ich fest, daß die Flecken immer noch drin sind. Mist.

Da die Matratze ja nun da ist, kann ich auch wieder die Wohnung verlassen und begeben mich auf Teil zwei meiner Einkaufsrunde. Vorher bringe ich die CDs zur Bibliothek und nehme neue mit.

Es ist Zeit für Mittagessen. Gebackenen Camembert mit Salat soll es geben. Beim Vorheizen der Mirkowelle (Heißluftfunktion) ist deutlich zu riechen, daß sie nach dem Unfall gestern zwar wieder sauber aussah, es aber noch nicht unbedingt war. Irks. Ich laß sie noch etwas weiter heizen und lüfte sie, bevor ich mit der Zubereitung des Camemberts beginne.

Nach dem Essen leg ich mich erstmal eine Runde hin. Ich schlafe nicht so richtig und brauche danach eine Weile, um wieder in die Gänge zu kommen. Das Schwesterherz ruft an, ob ich ihr den Briefkastenschlüssel von ihr, der bei mir deponiert ist, vorbei bringen kann, denn ihrer ist abgebrochen. Kein Problem, könnte ich sogar im Laufe des Nachmittags noch machen, denn ich hab bei der Einkaufsrunde nicht alles bekommen. Vorerst gehe ich aber auf den Balkon. Da scheint nämlich inzwischen die Sonne. Ich lese, esse Muffins, trinke Tee… und entscheide irgendwann, nur noch den Joghurt zu kaufen und den Besuch beim Schwesterherz auf den nächsten Tag zu verschieben (hatte sie ja eh angeboten).

Nach dem Einkaufen will ich noch was sinnvolles machen und kontrolliere endlich mal die Kontoauszüge. Wenn ich eh schon so Papierkram mache, fällt mir dann auf, könnte ich mich auch endlich mal um die Reiserücktrittsversicherung kümmern. Bisher hatte ich eine Mehrjahresversicherung, die aber nach 5 Jahren automatisch endet. Da im Herbst wieder eine teure Reise ansteht, wäre es eventuell sinnvoll, da wieder eine Versicherung zu haben. Inwzischen habe ich aber Hunger, also mache ich mir erstmal etwas zu essen.

Und danach passiert nicht mehr viel. Ich lese das Internet leer, schaue ein Konzertvideo (bzw. Teile davon) und gehe wieder viel zu spät ins Bett.

WMDEDGT – April 18 / Wie es Frühling wird

5. des Monats – es ist wieder Zeit für „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“

7 Uhr, der Wecker hat es ein wenig schwer, mich wach zu bekommen und ich treffe mehrmals zielsicher die Snooze-Taste, aber schließlich schaffe ich es doch in die Senkrechte, ins Bad und in die Küche. Zum Frühstück gibt es Osterhäschen.

(Für ein gutes Foto war es offensichtlich noch zu früh, wiederholen läßt es sich aus naheliegenden Gründen aber nicht mehr, also bleibt es jetzt so, das Foto.)

Für den Hasen brauche ich länger als für mein übliches Müsli, vielleicht trödele ich aber auch einfach zu sehr, ich verlasse auf alle Fälle später als sonst das Haus. Die S-Bahn ist mir aber gnädig: der Anschluß klappt. Auf dem Weg von der S-Bahn zum Büro merke ich, wie müde ich bin. Vorletzte Nacht war sehr kurz weil ewig nicht eingeschlafen und dann aber viel zu früh wach geworden. Jetzt die letzte war immerhin ein wenig länger, aber offenbar auch nicht ausreichend erholsam (ich habe geträumt, daß ich einen Platz zum Schlafen suche, war also wohl auch im Traum sehr müde). Auf jeden Fall würde ich mich gern hinlegen und noch eine Runde schlafen. Geht aber nicht. Stattdessen lese ich erstmal, daß die Anreise zu meinem Herbsturlaub nicht so einfach klappt wie gedacht (kein echter Zubringer-Flug nach FRA, nur seperater Flug buchbar, was bedeutet, erneutes einchecken in FRA und keine Anschlußgarantie) (und ja, wir dürfen private Mails lesen). Und wenig später quittiert ein (ziemlich neuer) Kollege meine freiwillige Zuarbeit und Entscheidungshilfe (und Arbeitsübernahmeangebot), die mich gestern mindestens einen halben Tag gekostet hat mit: „Ist m.E. nach nicht sinnvoll“ und ich ärgere mich, daß ich diese Zeit investiert und meine Unterstützung angeboten habe. Auch wenn es mir schwer fällt, Mitdenken werde ich in diesem Projekt wohl einstellen. (Und ich wette, wenn der Chef nächste Woche aus dem Urlaub zurück ist, soll ich das doch machen.)

Den Vormittag über kontrolliere ich Dokumente (yeah, toll, dochdoch….) und kann nebenbei per Chat mit einem Bekannten die Anreiseproblematik des Herbsturlaubes klären.

Zum Mittag gibt es für mich in der Kantine Käsesätzle mit einem kleinen Salat und beim Spaziergang danach stellen wir fest, daß deutlich kühler ist als gestern. Vor allem ist es sehr windig, und der Wind ist kalt.

Nachmittags weiter Dokumentenarbeit. Irgendwann stelle ich fest, daß ich einem Kollegen, der nie Fehler macht (und vor allem sehr angepisst reagiert, wenn man auch nur erwähnt, daß er etwas nicht richtig gemacht hat) sagen muß, daß er an einer Stelle ganz massiv daneben liegt und das noch mal machen muß. Überlege hin und her, wie ich das formuliere, schreibe die Mail -zig mal neu. Überlege dann, daß es vielleicht doch besser wäre, ihn anzurufen, weiß aber immer noch nicht, wie ich das formulieren soll. Dann bekomme ich einen Anruf vom Technischen Verantwortlichen, bei dem ich mich noch mal rückversichert hatte, daß ich wirklich nicht falsch liege mit meiner Einschätzung – und übergebe das Problem an ihn. Puh. (Der Kollege ist ihm gegenüber erfahrungsgemäß wesentlich kooperativer.)

Halb 6 Feierabend. Um 7 haben ich einen Friseurtermin. Ich plane da immer sehr viel Puffer ein, falls die S-Bahn mal wieder Probleme hat. Aber wenn man viel Zeit hat ist sie natürlich pünktlich. Die so gewonnene Zeit nutze ich um eine längere Strecke zu Fuß zu gehen (auch wenn der Wind immer noch echt kalt, dafür aber deutlich stärker geworden ist). Schlenker zum Frühlingsbaum. Und dann stehe ich ein Weilchen unter dem Baum und suche den Bildausschnitt von gestern. Fast gefunden:

Es ist noch nicht viel passiert, nur die Wolken sind strukturierter.

Ich laufe noch eine Extrarunde und bin dann pünktlich 5 Minuten vor Termin beim Friseur. Meine Friseurin freut sich, mich wieder zu sehen. Und ich erst! Sie hatte sich letzten Spätsommer das Handgelenk gebrochen, konnte folglich nicht arbeiten und ich mußte zu ihren Kolleginnen. Die sind auch nett und kompetent, aber entspannt ist es dann doch nur bei „meiner“ Friseurin. Weswegen ich jeden Besuch auch echt lang hinausgezögert hatte in letzter Zeit. Jetzt sehe ich aber wieder aus wie ich.

Danach entscheide ich mich, zu Fuß nach Hause zu laufen. Das ist zwar ein gutes Stück (über 2km), aber es ist ja noch hell draußen. Zu Hause gibt es ein schnelles Abendbrot und danach stelle ich fest, daß mein Rechner heute so reaktionsschnell ist wie ich. Er braucht für alles noch länger als bisher schon und ich weiß nicht warum. Irgendwann läßt er mich dann aber doch den Blogartikel schreiben. Und sogar Fotos einfügen!

Und jetzt geht es ins Bett. Ich bin soooo müde.

 

Die anderen Teilnehmer des Tagebuchbloggens gibt es wie immer bei Frau Brüllen.

 

 

WMDEDGT – März ’18

Irgendwann 4 Uhr nochwas bin ich das erste Mal wach, schlafe aber schnell wieder ein. Das mache ich noch ein paar Mal bis um 7 der Wecker klingelt. Es folgt das übliche Morgenprogramm (Bad, kurze Gymnastik für die Schultern, Frühstück) und fast genau Punkt 8 verlasse ich die Wohnung.

Als ich auf die zweite S-Bahn warte, spricht man von hinten jemand an – dem Kollegen, der sonst immer mit dem Motorrad kommt, war es heute zu glatt. Unterwegs steigt noch ein zweiter Kollege ein, der heute morgen keinen Bock hatte aufzustehen. Als ich mit dem dann von der S-Bahn zum Büro gehe (der andere ist zu langsam und nimmt dann auch den Bus), stelle ich fest, daß es tatsächlich ziemlich glatt ist – bei mir zu Hause war nix.

Arbeit. Ein Projekt nimmt jetzt eventuell wieder Fahrt auf, und ich sehe mir den Tag über mal an, was da in den letzten Wochen (als es eher im Bummeltempo unterwegs war) so passiert ist, aktualisiere meine Übersichten und so. Beim Mittagessen gibt es statt der laut Speiseplan versprochenen Miniröstis Reis zum Hähnchengeschnetzelten. Ist aber auch ok, nur die Pilze drin sind etwas eklig, da gummiartig. Nach dem Mittag wieder Runde übers Gelände. Es ist tatsächlich deutlich wärmer als letzte Woche.

Auf dem zeitigen Nachmittag ein Meeting, bei dem jemand sehr deutlich versucht, Entscheidungen, die er treffen müsste, an andere zu delegieren – oder wenigstens die Verantwortung dafür. Klappt nur so mittel.

Genau in dem Moment, als ich den Rechner runterfahren und Feierabend machen will, kommt noch ein Kollege in mein Büro. Ich kann ihn aber auf morgen vertrösten. Als ich rauskomme, stelle ich fest, daß es in der Sonne schon fast frühlingshaft warm ist. Dann Heimfahrt ganz ohne Begleitung, so komme ich zum Lesen.

Weil so wunderbares Wetter ist, gehe ich die letzten zwei Stationen der S-Bahn wieder zu Fuß. Die Sonne ist zwar dann doch schon untergegangen, aber warm ist es trotzdem noch, zumindest deutlich wärmer als letzte Woche. Und dunkel ist es auch noch lange nicht.

Zu Hause dann Abendessen, nebenbei chatten mit der I. Außerdem hadere ich etwas mit mir, ob ich wirklich zum Sport gehen soll. So richtig überzeugt hatte es mich vor drei Wochen ja nicht. Die letzten zwei Wochen war ich wegen der Erkältung nicht, das fiel als Ausrede aber inzwischen aus. Und Sport ist ja auch gut und ich hab nicht wenig Geld dafür bezahlt. Ich habe erstmal die Waschmaschine gefüllt und gestartet, so daß sie fertig ist, wenn ich zurück bin, und bin dann letztlich einfach gegangen.

Erster Ärger beim Versuch die Halle zu betreten. Ich kam nicht mehr auf dem kürzesten Weg zur Umkleide rein, sondern mußte um die Halle drumrum und innen durch die Halle durch. Mit Straßenschuhen an den Füßen. Ist eigentlich in den meisten Hallen verboten und finde ich auch sinnvoll, wenn man dann einen Großteil der Zeit auf dem Fußboden der Halle verbringt. Nunja.

Nach der Erwärmung der nächste Unmut. Wir spielten quasi Schach mit nur Bauern (allerdings ohne Felder). Wichtigste Regel allerdings: ohne zu sprechen. Und, naja, im Endeffekt standen die meisten einfach nur sehr lange rum ohne was zu tun zu haben. Danach wurde es lustiger: alle sitzen im Kreis und werfen sich einen Ball zu. In der ersten Runde wurde die Reihenfolge (wer wem den Ball zu wirft) festgelegt und dann nicht mehr geändert. Dafür kamen mehr und mehr Bälle ins Spiel. Kurzzeitig hatten wir 5 Bälle in der Runde. Danach dann wieder ein paar Kraftübungen. Wieder fast ohne Dehnungsübungen, dafür wieder mit Pause zwischendrin (gar nicht so weit vom Ende des Kurses entfernt), die ich dann für eigene Dehnungsübungen nutze.

Wieder zu Hause war die Waschmaschine wie geplant fertig. Vorher mußte aber noch die andere Wäsche abgenommen werden und zu allererst bin ich duschen gegangen. Dann hab ich mir noch einen Tee gemacht, währenddessen die Waschmaschine geleert, während der Tee zog die Wäsche abgenommen und die neue dann aufgehängt.

Dann den Rechner gestartet um den Blogartikel zu schreiben und mich geärgert, daß ich das nicht schon viel früher gemacht habe, denn mein Rechner ist nicht mehr der neueste und braucht eine Weile, bis er aufnahmefähig ist. Nach fast 10 Minuten läßt er mich dann aber doch. Während ich schreibe heizt das Heizkissen meinem Rücken ein, in der Hoffnung, daß er mir den heutigen Sport dann nicht ganz so übel nimmt. Jetzt werde ich aber ins Bett verschwinden. Es ist nicht nur spät genug, ich bin auch schon länger ziemlich müde.

 

Die weiteren Tagebuchblogger gibt es wie immer bei Frau Brüllen.

WMDEDGT – Januar ’18

Es ist mal wieder der 5. des Monats, Zeit für Tagebuchbloggen unter dem Motto „WMDEDGT“ (Was machst du eigentlich den ganzen Tag?)

Ich kann nicht einschlafen und liege gefühlt seit ewig wach (vermutlich hab ich zwischendurch schon geschlafen, es nur nicht mitbekommen). Irgendwann kommen die fiesen Gedanken, die mich garantiert am Einschlafen hindern und ich entscheide, lieber etwas zu lesen (Blick auf die Uhr: halb 2). Seit vorletztem Jahr schon liegt neben dem Bett „Mein altes West-Berlin“ von Tanja Dückers. (Ich lese wirklich selten im Bett.) West-Berlin ist ja genauso verschwunden wie die DDR, und als Ost-Kind finde ich es spannend zu lesen, wie es auf der anderen Seite der Mauer so war (als Kind). Das Buch hat zudem den Vorteil, daß die einzelnen Texte eher kurz sind, ganz selten nur mehr als zwei Seiten, manchmal nicht mal eine. Man kann also problemlos fast jederzeit wieder aufhören mit dem Lesen. Das mache ich dann irgendwann auch und schlafe dann bis viertel 7. Super. Das war ja eine lange Nacht. Ich entscheide, bis zum Weckerklingeln um 7 wach zu bleiben und schlafe vermutlich noch mal ein. Aufstehen, Bad, Gymnastik für die Schultern (den Nacken vergesse ich wie immer, dabei braucht der das auch), Frühstück, Schuhe anziehen. Ich habe schon beide Schuhe an, da fällt mir ein, daß ich in den, der am Mittwoch so naß geworden war, ja so Silica-Gel-Säckchen getan hatte, damit er trocken wird. Darum hatte ich so Probleme mit der Einlegesohle. Es drückt nichts, aber ich ziehe den Schuh trotzdem noch mal aus und hole die Säckchen raus.

Rosa Wolken am Himmel, als ich das Haus verlasse. Am DAISy der Straßenbahn werden seit diesem Jahr nicht mehr nur die nächsten 3, sondern die nächsten 6 Bahnen angezeigt. Wenn die Zeiten stimmen, gibt es heute einen recht stabilen 3- bis 4-Minuten-Takt. Das hatten wir ja auch schon mal anders.

S-Bahn-Anschluß klappt. In der Bahn lese ich heute nicht, sondern hänge, mit etwas Musik auf den Ohren, meinen Gedanken nach, sortiere, erkenne, stelle fest. Zum Beispiel, daß es wirklich einfach Murks ist, Verantwortung, aber keine Befugnisse zu haben, daß sich diese Situation inzwischen aber etwas zu bessern scheint. Ich werde nicht mehr (komplett) ignoriert. Und es gibt wieder jemanden, den ich zur Unterstützung dazu holen kann. Nur hat sich durch die Situation in den letzten Monaten bei mir eine riesige Anspannung aufgebaut, die ich wieder lösen muß. Das wird noch dauern aber auf dem Weg von der S-Bahn zum Büro sind die dunklen Geister der Nacht erstmal verschwunden.

9:01 Uhr einstempeln. Noch bevor ich mir einen Tee geholt habe, werde ich mit einem fachlichen Problem „belästigt“. Da kann ich aber tatsächlich schnell helfen – nachdem ich mir einen Tee geholt habe. Mein Unterbewußtsein hat sich mit den Gedanken der Fahrt noch weiter beschäftigt und irgendwann sitze ich am Schreibtisch und habe das Gefühl: „Du machst das alles ziemlich gut“. Danke, Unterbewußtsein. Die meiste Zeit des Tages bin ich damit beschäftigt ein Dokument zu erstellen. Infos raussuchen dafür, noch mehr Infos, Sätze formulieren, zwischendurch eine andere Mail… Und zwischendurch schaffe ich es auch endlich mal, mir einen Termin beim Friseur zu besorgen.

11:35 Mittagspause mit den Kollegen. Danach eine Runde über das Gelände, obwohl es nieselt. Heute wollen sogar die Kollegen die größere Runde drehen als ich, sonst ist es oft umgekehrt. Danach weiter im Text, unterbrochen von zwei Teepausen. Dafür, daß ich so wenig geschlafen habe, bin ich erstaunlich fit. Zum Feierabend eine Arbeits-Erinnerungsmail an die Kollegen für Montag früh (die fangen alle früher an als ich). Um 17:53 ausstempeln.

Auf der Heimfahrt steige ich wieder zwei Stationen früher aus der S-Bahn und gehe den Rest zu Fuß. Zu Hause dann eine Sporteinheit zum Streßabbau. Außerdem steht da ja demnächst ein Winterurlaub an, für den etwas Kondition nicht schlecht wäre. Also geht es für 20 Minuten auf den Stepper, dann noch etwas Kraft und Dehnen. Schnell Wäsche abnehmen (wenn ich schon mal da stehe), dann Dusche, Waschmaschine starten, danach Abendessen. Dazu gibt es die aktuelle Folge „Elefant, Tiger und Co“ bis das Schwesterherz anruft. Nach dem Telefonat die ganze Folge dann die ganze Folge (ich hatte auch später erst eingeschaltet) aus der Mediathek. Wäsche aufhängen. Blogartikel schreiben. Bett.

 

 

Die anderen Tagebuchblogger gibt es wie immer bei Frau Brüllen.

5. Dezember (WMDEDGT*)

Wetter: fast mild, grau, nieselig

In den Adventskalendern: ein Piepmatz, der eine rote Beere verspeist, ein Korb Äpfel und „Hol dir Schwung!-Tee“ (schmeckte nicht)

Um 4 wach und festgestellt, daß eingetreten ist, was ich gestern Abend schon vermutete: ich habe die nächste Erkältung, fühle mich wie durch den Wolf gedreht. Was soll’s**. Schlafe immerhin recht schnell wieder ein. Aufstehen geht so. Straßenbahn fährt ab bevor ich überhaupt die Haltestelle erreiche. Die S-Bahn mit dem sicheren Anschluß fällt aus. Aber der Anschluß klappt trotzdem. Immerhin. Dafür bummelt die Bahn wieder, Ankunft wieder erst 10 Minuten nach Plan. Immerhin nette Unterhaltung zwischen Bahn und Büro.

Arbeit. Kurz vor Jahresende, hat man das Gefühl, drehen alle völlig durch. Es ist sehr seltsam und nicht mehr lustig. Mich betrifft es derzeit erstaunlicher Weise nicht, oder kaum, aber einige Kollegen sehr. Unschön.

Es nieselt nach dem Mittagessen, wir gehen trotzdem eine Runde. Aber deutlich kürzer als sonst.

An einem Meeting, das in Nachbargebäude stattfindet, trotzdem nur per Telefon teilgenommen – ich muß ja nicht alle anstecken mit meiner Erkältung.

Nachmittags über einen Kollegen geärgert, der immer einfach macht statt zu fragen, wenn er nicht weiß wie es geht und uns damit einen Haufen Mehrarbeit beschert hat. Auch auf meine Aufforderung, nachzufragen und sich das erklären zu lassen, gab es nur Rausreden und Verweis darauf, was bei uns (angeblich) alles falsch läuft. Erst Abends fiel mir auf, daß er sich das Fragen vielleicht einfach nicht traut. Trotzdem extrem anstrengend. Und eigentlich nicht meine Aufgabe. (Ich muß nur kontrollieren, daß alles korrekt gemacht wurde. Und wenn ich wieder und wieder feststelle, daß es eben nicht korrekt ist und zu Teil auch exakt die gleichen Fehler wieder gemacht wurden, dann ist das schon sehr nervig.)

Feierabend, auf dem Heimweg in der Drogerie gesucht, ob ich irgendwas für meine inzwischen rote Nase finde. Zu Hause dann Abendbrot vorbereitet. Dazu u.a. eine Pomelo geschlachtet. Ich esse die ganz gern, aber sie verzehrfertig zu bekommen ist schon ein Aufwand… Danach im Internet rumlesen, Blogartikel schreiben. Noch ein bißchen lesen und dann ins Bett. Seit Mittwoch letzter Woche schaffe ich es tatsächlich vor Arbeitstagen schon kurz nach 10 im Bett zu sein, nicht erst nach 11. Daß ich das diese Woche mit dem zeitigeren Aufstehen wieder zunichte mache… nunja.

 

*  Was das bedeutet und alle anderen Teilnehmer wie immer bei Frau Brüllen.

** Ich habe dann morgens nach dem Aufstehen Fieber gemessen. Hätte ich Fieber gehabt, wäre ich zu Hause geblieben. Da kein Fieber, bin ich zur Arbeit – ich war ja grad erst krank gewesen und kann nicht schon wieder fehlen.

WMDEDGT – November

Kurz nach Mitternacht im Bett. Erstes Mal um kurz nach 7, noch mal umgedreht, weiter geschlafen, viertel 10 bin ich dann aber richtig wach. Aufstehen, gemütliches Frühstück bis ca. 11. Dann fällt mir aber ein, daß ich heute ja mal ganz fleißig sein und viel erledigen wollte. Ich fange an mit Füllen und Starten der Waschmaschine. Dann saugen der Wohnung. Weil das gekoppelt ist mit (auf)räumen, dauert es eine gute Stunde, obwohl die Wohnung gar nicht soo groß ist. Dann weiter rumräumen bis die Waschmaschine fertig ist. Wäsche aufhängen. Wegen hunderttausend Socken (gefühlt) brauche ich da auch eine halbe Ewigkeit. Am Ende hab ich ordentlich Hunger, das Kochen geht zum Glück schnell. Es gibt heute ein 2-Gang-Menü: den Rest des Möhreneintopfs von gestern und Apfelreis. Danach wasche ich gleich ab (das schaffe ich ja nur selten). Dann bin ich müde und lege mich eine Runde hin.

Nach dem Schläfchen überlege ich. Eigentlich wollte ich ja noch raus – wegen frische Luft und so – und könnte dabei gleich das Buch zur Bibliothek bringen. Aber so richtig verlockend ist das Wetter nicht (sehr grau und Regen ist auch angesagt). Schließlich ringe ich mich aber doch durch und stiefele los – um dann an der Bibliothek zu lesen „System außer Betrieb“. Hmpf. Und dann fängt es auch noch an zu nieseln und ich habe das Buch pur dabei (ohne Beutel/Tasche/Tüte), also geht es direkt zurück nach Hause. Einen kleinen Schlenker zum Ärztehaus mache ich noch. Mein „Hausarzt“ hat doch immer noch Nachmittagssprechstunden, aber meine Orthopädin hat offenbar aufgehört, dort steht jetzt ein neuer Name (aber wieder Orthopädie, immerhin). Zu Hause gibt es Tee und Kuchen und ich lese ein bißchen (beim Aufräumen hab ich festgestellt, daß ich wesentlich mehr ungelesene Zeitungen habe als angenommen…).

Dann noch mal Aktionismus: die Wohnzimmervorhänge wandern in die Waschmaschine, ich räume den Fußboden weitgehend frei und wische ein mal durch. Anschließend auch noch Bad (was ich nach dem Saugen eh noch nicht wieder eingeräumt hatte) und Küche. Während das alles trocknet, fällt mir ein, daß auf meiner To-Do-Liste auch noch „Kammer aufräumen“ stand. Das geht sehr schnell, bei der Gelegenheit fällt mir aber auf, daß man da auch mal saugen und wischen könnte. Danach sind Küche, Wohnzimmer und Bad auch wieder trocken und werden eingeräumt. Die Vorhänge sind auch fertig und können direkt an der Stange trocknen. Ich gehe duschen, mach mir was zu essen und lese mich danach durchs Internet. Jetzt noch ein bißchen Fotos aussortieren, dann ins Bett. Schwedisch-Hausaufgaben habe ich immer noch nicht gemacht. Hab ja noch zwei Tage…

 

Weitere Teilnehmer am Tagebuchbloggen „WMDEDGT“ (Was machst du eigentlich den ganzen Tag) gibt es wie immer bei Frau Brüllen.

 

Beim zweiten Lesen festgestellt, daß ja schon November ist. Oh. Artikelüberschrift geändert.

WMDEDGT – Oktober

„Was machst du eigentlich den ganzen Tag?“ (WMDEDGT) fragt Frau Brüllen jeden 5. im Monat.

 

7 vor Weckerklingeln bin ich das erste Mal so wach, daß ich auf den Wecker gucke, stelle fest, daß ich noch 7 Minuten habe und bin fast sofort wieder weg. Das erste Weckerklingeln beende ich im Halbschlaf durch Druck auf die Snoozetaste wie ich 5 Minuten später feststelle als der Wecker wieder klingelt. Das Radio ist nämlich noch nicht an, und als es endlich an ist, sind schon die Verkehrsnachrichten an der Reihe. Wetter verpaßt. Immerhin: ich habe gute Laune. Das war die letzten Tage eher nicht so. Das Bett ist aber soooo gemütlich, daß ich noch 2 oder 3 mal snooze bevor ich endlich aufstehe. Den Wetterbericht der Halb-Nachrichten verpasse ich auch wieder, aber im groben weiß ich ja schon, was da auf uns zu kommen wird. Da abends noch Schwedisch auf dem Plan steht und ich vorher nicht nach Hause komme, mache ich mir neben dem üblichen Obst für den Nachmittag noch eine Stulle für den Abend fertig und packe sie ein. Frühstücken und dann los. Es regnet unangenehm. Die Fahrt zur Arbeit erfolgt ohne besondere Vorkommnisse.

Als ich im Büro ankomme, läuft in der Teeküche eine angeregte Diskussion. Politik. Die simple Weltsicht von manch einem erstaunt mich immer wieder. Ich mache mir meinen Tee und dann, daß ich da so schnell wie möglich wegkomme.

Arbeit. Bei mir unspektakulär. Die Kollegin jammert immer mal wieder verzweifelt: „Machen! Einfach machen!“. Ihre Projektmitarbeiter tun ihr nicht den gefallen und irgendwann leihe ich ihr meinen Knautschpinguin aus, damit sie den stellvertretend an die Wand klatschen kann.

Auf dem Weg zur Mittagspause gibt es nur leichten Sprühregen, nach dem Essen regnet es wieder kräftig, so daß der Spaziergang weiter ausfällt.

Weiterarbeiten. Zwischen 4 und halb 5 nimmt der Wind (wie angekündigt) kräftig zu, kurz nach halb 5 lese ich im Twitteraccount der S-Bahn, daß der S-Bahnverkehr wegen des Sturms komplett eingestellt ist. Doof, denn so verpasse ich Schwedisch, bei dem Sturm mag ich aber eh grad nicht raus. Während die Kollegen überlegen, wie sie auf anderen Wegen zurück in die Stadt kommen, kann ich weitere Hiobsmeldungen verbreiten: die BVG twittert, daß auch Busse und die oberirdischen U-Bahnen nicht mehr fahren. Die Kollegen versuchen es trotzdem, ich bleib lieber. Im Büro ist es warm, trocken, es gibt Toilette und Internetzugang (mangels Smartphone hab ich den unterwegs nicht). Außerdem bekomme ich einen Anruf, daß der Schwedischkurs wegen des Sturms ausfällt. Damit habe ich nun wirklich keinen Grund mehr, schnell los zu wollen und hoffnungslos optimistisch, wie ich manchmal bin, denke ich mir: „Ab 7 wird schon wieder was fahren“. Im firmeninternen Chat kann ich sehen, daß nicht viele so denken wie ich – fast niemand ist um 5 mehr online. Aber der Kollege, der in der gleichen Ecke wohnt wie ich, ist noch da. Er hat auch noch Zeit bis 7. Also weiterarbeiten. Zwischendurch immer mal Twitter und den Liveblog der Berliner Zeitung verfolgen zu Updates der Verkehrslage. Irgendwann bekomme ich Hunger und esse die Stulle. Im Nahverkehr ändert sich fast nichts, außer, daß auch die Straßenbahnen nicht mehr fahren.

Dann, kurz nach halb 8 endlich die Meldung, daß die erste Teilstrecke der S-Bahn wieder befahren wird. Leider am ganz falschen Ende der Stadt. Um dreiviertel 8 dann die Meldung, daß die nächstgelegende U-Bahn wieder fährt und wir entscheiden, da mit dem Taxi hinzufahren (den nächstgelegen ist auch sehr relativ) – und dann mal sehen. Kaum das Werksgelände verlassen, schließt sich uns noch ein anderer Kollege an, der die Hoffnung hatten, wir hätten ein Auto. Nunja, wir suchen gemeinsam ein Taxi und das gestaltet sich doch schwieriger als erwartet. Für den direkten Kollegen und mich jedenfalls, denn das erste, was uns begegnet, fährt leider in die falsche Ecke der Stadt (es sitzt schon ein Fahrgast drin, der bereit ist, noch mehr mitzunehmen). Der dritte aber kommt damit gut weg. Das nächste, was kommt, ist leider bestellt. Der Fahrer verspricht zurück zu kommen, wenn er den Besteller nicht findet. Er kommt nicht wieder vorbei. Und dann passiert längere Zeit gar nix. Irgendwann kommt wieder ein Taxi, ohne Fackel, egal, wir signalisieren trotzdem mal, daß wir gern mit wollen. Es fährt an uns vorbei, hält aber kurz danach. Hm? Mal hingehen und nachsehen. Glück gehabt: Da brachte sich gerade ein Taxifahrer nach Hause und seinen Kollegen für die Ablöse mit. Der nimmt uns dann als erste Tour. Und hat, kaum daß wir ausgestiegen sind, schon die nächste..

Dank des Smartphones des Kollegen wissen wir inzwischen, das auch die Straßenbahnen wieder fahren. Das gibt mehr Optionen für den Heimweg. Wir knobeln ein bißchen und finden recht schnell die vermutlich beste Möglichkeit. Der Rest des Weges ist dann unspektakulär. Wir haben ne ganze Menge zu erzählen, und werden nicht mal ganz fertig, als ich aussteigen muß. Kurz nach 9 bin ich dann zu Hause, habe für den Heimweg mehr als doppelt so lang gebraucht wie normal und bin auch ne Stunde später, als wenn ich den Kurs gehabt hätte.

Tee machen, Balkon auf Sturmfolgen kontrollieren (2 Blumentöpfe sind umgekippt, ein paar Blüten abgerissen), Blogartikel schreiben, zwischendurch mit dem Schwesterherz chatten, die nach zwei Wochen in der Wildnis wieder Empfang hat. Jetzt Bad, dann Bett. Und hoffen, daß die Bahnen morgen wieder fahren.

 

Weitere Teilnehmer am Tagebuchbloggen gibt es bei Frau Brüllen.

WMDEDGT – September

5. des Monats – Tag des Tagebuchbloggens.

Um halb bin ich das erste Mal wach. Viel zu früh zum Aufstehen. Um 7 klingelt der Wecker und ich schaffe es, gleich beim ersten Mal das Radio anzumachen (nicht erst nach dem ersten Mal snoozen) und auch, den Wetterbericht zu verfolgen (der der Hauptgrund ist, das Radio anzumachen). Wetter wird schön werden und ich mache noch mal die Augen zu und verfolge das weitere Radioprogramm halb aufmerksam. Auf der A2 gab es einen schweren Unfall und dem Einsatzleiter zittert die Stimme als er erzählt, daß und wie zwei Feuerwehrleute ums Leben gekommen sind. Uff. Zur Wirtschaftsrubrik stehe ich endlich auf. Bad und Küche – das übliche. Diesmal als Bonus: Wäsche für heute Abend einweichen.

Kurz nach 8 verlasse ich die Wohnung. Die erste Straßenbahn lasse ich noch wegfahren, die ist eh übervoll. Man merkt, daß die Ferien vorbei sind – aber sollten die Schüler um 8 nicht schon alle in der Schule sein? Die nächste kommt aber schon kurz danach (2 min stand an der Anzeige). Leider verpasse ich damit die erste S-Bahn – die klingelt ab als ich unten an der Treppe stehe. Die nächste S-Bahn in meine Richtung ist für diese Linie richtig voll (Ringbahnnutzer würden darüber lachen). Ditt wa vor den Ferjen nich so! Immerhin klappt der Anschluß an die nächste Bahn. Ich lese bis ich wieder aussteigen muß. 3 nach 9 stemple ich ein. Im Büro empfängt mich die Kollegin mit der Info, daß ein Kollege mich gesucht hat, weil er Fragen hat. Ganz gegen meine Gewohnheit besuch ich erst den Kollegen und beantworte seine Fragen und mache mir erst danach meinen Tee. Die meiste Zeit des Tages kämpfe ich mich dann weiter lesend durch die Norm. Lustig, daß sie verlangt, daß die Dokumente lesbar sind, sie selbst es aber so gar nicht ist. Zum Auflockern rufe ich zwischendurch bei meinem Optiker an, um mal wieder Kontaktlinsen zu bestellen. Irgendwann ist Mittagspause. Ich entscheide mich für den Nudelauflauf, der eher eigenartig schmeckt. Immerhin funktioniert die Eistruhe wieder, so daß es wieder Eis zum Rundgang nach dem Essen gibt (seit Mitte letzter Woche funktionierte sie nicht und es ist ziemlich blöd, wenn man bei der Essensauswahl und Menge das Eis hinterher mit einkalkuliert, es das dann aber gar nicht gibt).

Nach der Mittagspause verfalle ich in alte Zeiten und mache das, was bis Anfang des Jahres meine Aufgabe war (ich bin derzeit die Einzige, die davon Ahnung hat…). Macht wesentlich mehr Spaß als der Quality-Quark und ich überlege, ob ich nicht doch wieder dorthin zurück will. Kurz nach 5 fällt mir auf, daß die Kollegin, die lang vor mir anfängt immer noch da ist und rüge sie etwas deswegen. Sie hat so viel zu tun, sagt sie. Immerhin macht sie dann halb 6 mit mir gemeinsam Feierabend, aber ich befürchte, da hat sie dann auch die 10 Stunden plus Pause voll. Kurz vorher rufe ich noch beim Friseur an – hab Glück, bekomme noch einen Termin vor dem nächsten Urlaub (der auch nicht mehr so lang hin ist). Kollegin und ich gehen gemeinsam zur S-Bahn und fahren auch ein Stück zusammen – sie steigt nur viel früher aus. Ich les dann noch ein bißchen.

Wie fast immer bei schönem Wetter steige ich zwei Stationen vor Zielhaltestelle aus und gehe ab da zu Fuß (und hole mir noch ein Eis unterwegs). Kurz vor zu Hause noch kurz einkaufen. Zu Hause angekommen will ich dann doch erstmal Pause und les ein bißchhen durchs Internet. Dann Waschmaschine starten, duschen, trockene Wäsche abnehmen, Abendessen vorbereiten. Gegessen wird dann auf dem Sofa vor einer schwedischen Spielshow (jaja, essen vor dem Fernseher ist ungesund. Aber immerhin trainiere ich mein Schwedisch). Die Waschmaschine ist noch vor der Show fertig, also mache ich erstmal Pause und hänge die Wäsche auf. Danach sehe ich mir den Rest an, jetzt schreibe ich den Blogartikel und dann werde ich wohl ins Bett gehen. Spät genug isses jedenfalls.

 

Weitere Teilnehmer des WMDEDGT und Erläuterung gibt es wie immer bei Frau Brüllen.

WMDEDGT – August

Da ich derzeit im Urlaub bin, gibt es diesmal einen Auszug aus meinem Urlaubstagebuch. Und da es nicht permanent Internetzugang gibt, auch noch einen Tag später. Was habe ich also am 5. August gemacht?

Standortbestimmung: Ich befinde mich in Kirgisistan, in einem kleinen Jurtencamp einer einheimischen Familie am Son-Kul-See.

Und jetzt das Tagebuch:

Ich habe wahnsinnig schlecht geschlafen. Die Unterlage ist hart und läßt Kälte durch (ich konnte nicht mehr aud der Seite liegen), die Höhe führt zu Kurzatmigkeit, die Öfen in den Jurten sind an und sorgen für permanenten Qualmgeruch und der Fastvollmond macht die Jurte ziemlich hell. Außerdrm geht ja auch wieder zeitig die Sonne auf… Am Morgen bin ich ziemlich durch den Wind. 

Nach dem Frühstück (dünner Kascha) fahren wir ein Stück und besteigen dann eine Reihe 3000er – 5 werden es am Ende sein. Das Wetter ist schwierig. Die Sonne scheint und es wirkt, als würde es warm werden, der Wind ist aber kräftig und eisig. Es ist also ein permanenter Wechsel aus schwitzen und frieren. Aber die Wanderung ist schön. Da wir ja schon sehr hoch starten, sind die Berge eher Hügel. Sie bringen aber schöne Ausblicke und wir sehen ein paar Pteroglyphen. Und fast auf jedem Berg machen wir Pause. Leider habe ich die Gipfelschokolade vergessen. 

Zurück an den Bussen fahren wir ein Stück zum Strand des Son-Kul-Sees. Ich gehe sogar mit den Füßen ins Wasser – es ist eiskalt. (Beim Ausziehen der Schuhe bemerke ich, daß mit einem toten Grashüpfer im linken Schuh unterwegs war. Gedrückt hat er nicht.) 

Nach dem See geht es zurück ins Camp zum Mittagessen. Weil mir kalt und doof ist, lege ich mich eine Runde hin (ich habe schon am Morgen aus einer der Reservedecken als zusätzliche Matratze eingebaut) und schlafe sogar ein bißchen. Kurz bevor die Reitwilligen zum Ausritt aufbrechen, stehe ich wieder auf – das will ich mir js nicht entgehen lassen. Danach esse ich etwas Schokolade und dann gehe ich auf eigene Faust noch mal los. Ziel ist eigentlich nur die Straße für ein Foto von oben aufs Camp, dann gehe ich aber noch ein ganzes Stück den Hügel hoch, setze mich schließlich auf die Wiese und warte daß die Wolken so weiterziehen, daß die Landschaft vernünftig ausgeleuchtet ist. Und dann bleibe ich einfach sitzen und genieße die Ruhe – so lange bis die Sonne mal wieder für längere Zeit verschwindet und es einfach zu kalt wird. 

Auf dem Rückweg fotografiere ich noch wunderschönes Edelweiß (das wächst hier wie Unkraut) und setze mich dabei in eine Diestel. Aua. Zurück im Camp hole ich dann – in der Sonne sitzend – die fehlenden Tagebuchaufzeichnungen nach.

Nach dem Abendessen gibt es wieder eine Runde Sonnenuntergangsfotos. Als wir danach wieder zum Quatschen in der großen Jurte sitzen, stellen wir fest, daß am Nachbartisch Geburtstag gefeiert wird. Die Zweitjüngste der Gastgeberfamilie wird drei und bekommt natürlich ein Ständchen von uns. Wir bekommen dafür Saft  und Kuchen. Danach mache ich noch ein paar Vollmondfotos, putze mir die Zähne, unser Jurtenofen wird angeheizt und wir verschwinden im Bett.

Weitere Teilnehmer am Tagebuchbloggen gibt es bei Frau Brüllen.