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05.01.2021

Jeden Monatsfünften fragt Frau Brüllen: Was machst du eigentlich den ganzen Tag? (WMDEDGT). Dann wollen wir mal antworten.

Der Wecker klingelt irgendwann vor 8, ich mache ihn erstmal aus (snooze-Funktion) und das Radio an und nach diversem erneutem Klingeln des Weckers stehe ich kurz nach 8 auf. Bad, anziehen, Morgenrunde. Die Schneemänner stehen noch (so sie nicht zerstört wurden) auf inzwischen wieder grünen Wiesen. Das sieht schon etwas lustig aus. Schneemänner stimmt nicht ganz, mindestens ein Schneebär ist dabei.

Frühstück, um 9 sitze ich am Rechner. Spannende Frage: funktioniert die Kommunikation (also Outlook und Teams) heute wieder? Tut es. Das ist sehr praktisch, so kann ich mit dem Chef abstimmen, was meine nächsten Aufgaben sind. Es ist aber auch doof, weil so definitiv das lange Meeting am Vormittag stattfindet. In dem dann mein Lösungsvorschlag für ein Problem einfach mal ignoriert wird. Hach, schön. Stattdessen soll der Kollege eine Lösung finden, der erfahrungsgemäß alles immer komplizierter macht. Warum auch nicht? Mach ich halt anderes.

Ab Ende Meeting denke ich, daß ich jetzt eigentlich einkaufen gehen müßte (der Kühlschrank ist sehr sehr leer), aber irgendwie fehlt es an Motivation. Dafür wird der Hunger immer größer, was ja auch eher blöd ist bei ziemlich leerem Kühlschrank. Schließlich gibt es die restlichen Spätzle von gestern in Brühe. Kein kulinarisches Highlight, aber es macht satt. Nach dem Mittag Lüften, und dann! Naja, bald danach gehe ich tatsächlich endlich einkaufen. Und es ist angenehm leer, kaum Kunden. Es sind deutlich mehr Angestellte als Kunden unterwegs und einige von denen tragen die Masken sogar korrekt. Unangenehm am gesamten Einkauf: es riecht (unterschiedlich intensiv) nach äußerst unangenehmem Essensgeruch. Davon wird mir leicht übel (vermutlich in Kombination mit dem recht gut gefüllten Magen), das hält auch eine ganze Weile danach noch an.

Die Aufforderung zur Urlaubsplanung ist per Mail gekommen. Mein Plan war ja, den Urlaub vom letzten Jahr einfach dieses Jahr zu machen. Aber wann macht Norwegen seine Grenzen dieses Jahr auf (also Einreise ohne Quarantäne)? Und will ich dann schon wieder fliegen (Alternative wären 2 Tage in Zügen)? Menno!

Den Nachmittag verbringe ich mit der Überarbeitung von alten Sachen. Vorbereitende Tätigkeit, sollte mal gemacht werden, ist aber nicht ganz dringend. Ich versuche mich nicht zu sehr da reinzuknien weil es sich abzeichnet, daß ein anderes Projekt ganz dringlichen Bedarf an meiner Mitarbeit anmelden könnte. Bzw. angemeldet haben sie wohl schon, können aber derzeit nicht genau sagen, wofür und für wie lange. Es bleibt spannend. Zwischendrin esse ich mal eine Apfelsine und etwas Weihnachtssüßkram. Und eine politische Diskussion mit einem der Lieblingskollegen hatte ich auch noch, ausgelöst durch die Ankündigung der neuen Einschränkungen. Naja, jeder geht anders mit der Situation um (aber der heutigen Politik jetzt Fehler der Ära Schröder vorzuwerfen finde ich immer noch unlogisch. Und das mal eben rückgängig zu machen geht eben auch nicht).

Feierabend um 5. Ich shreddere erstmal noch ein paar alte Kontoauszüge die ich Silvester aussortiert hatte. Das hab ich den ganzen Tag über schon immer mal wieder gemacht. Mein Aktenvernichter ist nicht auf große Mengen ausgelegt, glaube ich, also mache ich das immer so nach und nach. Danach lesen. Und nach dem ich das Buch für mich für beendet erklärt habe (es war irgendwann nur noch Wiederholung von bereits beschriebenem ohne Mehrwert), gehe ich wieder ins Schlafzimmer für die Einheit Sport – und liege dann erstmal gut eine halbe Stunde auf der Yogamatte und surfe im Internet. Yoga, surfen – ist auch Sport, oder?

Danach dann aber wirklich. Heute eine Einheit mit irgendwas mit Flow im Titel. Alle Übungen sind direkt ineinander über gehend aneinander gereiht, was leider zur Folge hat, daß ich zwischendurch den Bildschirm im Rücken habe, was wiederum zur Folge hat, daß ich nicht genau weiß, was ich nun tun soll, weil es nicht ausreichend kommentiert wurde. Aber ich war tatsächlich entspannt hinterher. Ziemlich sogar. Zur Aktivierung am Morgen – wie vorgeschlagen – kann ich mir das aber eher nicht vorstellen.

Anschließend Abendbrot. Yeah! Es gibt wieder mehr als einen Brotbelag! Danach Internet und nebenbei chatten mit dem Schwesterherz. Dabei fällt mir noch ein Karton ein, in dem der Wichtel (den ich seit Beginn des Advents suche) stecken könnte. Da ist er aber auch nicht. Er ist wohl doch ausgewandert.

Nun folgt noch Bad und dann Bett. Bin müde.

 

Die anderen Teilnehmer des WMDEDGT gibt es wie immer bei Frau Brüllen.

05.12.2020

zwei weiße Pilze zwischen gelbbraunem Laub

Ich werde wach weil mir viel zu warm ist. Das ist ein bißchen schwierig derzeit: Da ich über den Tag ja nach und nach so auskühle, halte ich das Schlafzimmer eher warm. Ich könnte sonst ewig nicht einschlafen, weil mir zu kalt ist (stattdessen kann ich aus anderen mir nicht bekannten Gründen ewig nicht einschlafen). Nachts heize ich offenbar wieder auf und morgens ist mir dann viel zu warm. Nunja, stehe ich eben auf, auch wenn ich mich noch nicht ausgeschlafen fühle.

Frühstück, lesen. Das Schwesterherz ist heute später dran, also kann ich länger lesen, bis wir zum Markt gehen. Da muß ich dann heute auch länger auf die beiden warten, kann aber in der Sonne stehen. Ha! Sonne! Länger schon nicht mehr gesehen!

Zurück vom Markt stelle ich die Einkäufe nur ab und gehe gleich wieder los. Wer weiß, wie lange die Sonne bleibt. Und überhaupt: Sie kommt ja derzeit eh nicht mehr sonderlich hoch, und je später am Tag, desto tiefer steht sie, desto mehr Schatten. ich drehe wieder die große Runde durch den Park Auf dem Weg dorthin in der Kleingartenanlage hat jemand auf der Bank Geschirr ausgesetzt. Viele Gläser, diverse Tassen und einen sehr hübschen mittelgroßen Teller. Den nehme ich mit. So einen Teller kann man ja auch einfach so in der Hand tragen. Im Park ist es wunderschön. Ziemlich leer noch (zum Ende hin wird es voller), sehr sonnig bei strahlend blauem Himmel und man hört nur das Rauschen der Stadt (keine Sirenen oder aufdringlichen Einzel-Fahrgeräusche). Kurz vor zu Hause treffe ich die Nachbarin, die sich immer um die Vorgärten kümmert und mich amüsiert fragt, ob man jetzt einen Teller mitbringen muß. Wir reden ein wenig, sie ist gerade am Beginn ihres Spaziergangs, will das gute Wetter nutzen, hat aber nicht mehr so viel Sonne wie ich, denn die hat sich inzwischen – wie ich befürchtet hatte – hinter (ganz schön dicken) Schleierwolken verzogen.

Zurück zu Hause habe ich Hunger. Gut, ist auch schon halb 1. Wie gut, daß ich gestern nicht alles aufgegessen habe, also muß ich nur den Rest warm machen, dann kann ich essen. Danach lese ich ein wenig im Internet, unter anderem bei Thanatos-Bestattungen, was für eher gedrückte Stimmung sorgt.

Ich habe ja eigentlich ganz viel, was ich erledigen will, aber staubsaugen in der Mittagsruhe finde ich doof und alles andere erscheint mir viel zu groß und aufwändig. Blöd. Aber die Unterlagen zur Auterversicherung räume ich endlich mal weg und bei der Gelegenheit sortiere ich dann doch gleich mal den entsprechenden Hefter aus. Anschließend ist er nur noch halb so dick. Außerdem ist es dann dreie durch und ich kann das Wohnzimmer saugen und wischen. Das wollte ich unbedingt tun bevor ich den Sommerteppich gegen den Winterteppich tausche und das wiederum will ich schon seit mindestens einer Woche. Währenddessen wird mir bewußt, daß meine Stimmungslage wohl doch nicht der Bestattung zu verdanken war, sondern vielmehr das übliche hormonellbedingte Stimmungstief. Wie ich es hasse! „Stimmungstief“ ist oft noch viel zu harmlos dafür. Heute auch noch gekoppelt mit erhöhter Tolpatschigkeit und einer gewissen Aggressivität. Wie schön.

Dann rufen die Eltern an, sie waren im Garten und wollen mir den störrischen Rechner vorbei bringen. Vielleicht kann ich da ja doch noch was retten. Also ziehe ich Jeans (in Jogginghose gehe ich nur bis zum Müllschlucker) und Schuhe an und stiefele runter, um ihn entgegen zu nehmen. Anschließend ist das Wohnzimmer schon getrocknet, ich kann den Teppich ausrollen, alle mobilen Möbelstücke wieder verteilen und dann erstmal Teepause machen, mit der zweiten Hälfte des Stücks Mohnstolle, einem vergessenen (und ziemlich trockenem) Lussekatt mit Butter, Weihnachtsmusik und die Pyramide läuft auch. Das versetzt mich dann doch in Adventsstimmung, ich hole den Karton mit dem restlichen Weihnachtskram und dekoriere um. Anschließend lesen bis mir bewußt wird, daß es eine ziemlich gute Idee wäre, noch die restliche Arbeit zu erledigen, also saugen und wischen von Flur, Bad und Küche. Ich denke sogar daran, den Filter der Badentlüftung abzusaugen (will ich auch schon ein paar Wochen). Der war schon wieder komplett zugesetzt, dabei ist er erst vor zwei Monaten getauscht worden. (Woran ich jetzt zweifle, denn so schnell sollte das eigentlich nicht gehen.) Und dann klingeln zwischendrin auch noch Schwesterherz und Freund, die in der Nähe waren und sich meine Schneidemaschine ausleihen wollen. Wir quatschen über dies, das, jenes und ich überlege kurz, sie zum Abendbrot einzuladen. Aber nicht nur, daß der Flur vor der Küche noch vollsteht weil das Bad noch trocknet – da ich immer Montags einkaufen gehe, habe ich nicht mehr allzuviel da. Für mich reicht es noch, zum Einladen erscheint es mir aber doch etwas wenig. Ich äußere diesen Gedanken auch und bekomme glatt eine Gegeneinladung. Hmmm.

Nach dem sie weg sind, sauge ich noch mal schnell den Flur, den sie mir wieder verkrümelt haben (der war frisch gewischt, davon will ich ein bißchen länger was haben! Hab ich schließlich nicht so oft.) und dann mache ich mir Abendbrot. Heute schaffe ich es tatsächlich so lange zu brauchen, bis der heutige Tag an der Adventskalenderkerze fast runtergebrannt ist.

Danach sortiere ich noch Streichholzschachteln. Ich hatte in Teenie-Jahren das höchst praktische Hobby, (Werbe-)Streichholzschachteln zu sammeln. Ein Schuhhkarton voll ist es geworden und ich muß bis an mein Lebensende keine Steichhölzer oder Feuerzeuge mehr kaufen, glaube ich. Als ich jetzt eine neue Schachtel für die Küche holen wollte stellte ich aber fest, daß einige der Schachteln leer sind. Die muß ich ja nun wirklich nicht mehr aufheben (bis auf die ganz alten).

Danach Bloggen und jejtzt geht es noch mit Alexander Gerst in die Antarktis (Doku in der ARD-Mediathek).

Jeden 5. des Monats fragt Frau Brüllen „Was machst du eigentlich den ganzen Tag“ (WMDEDGT). Die anderen Teilnehmer der Aktion findet man wie immer bei ihr.

05.11.2020

Heute ist wieder 5. des Monats, also Tag des „WMDEDGT“ – mal sehen, ob ich noch ausführlicher werde als sonst.

Der Wecker klingelt um halb 8, ich drücke ihn und dreh mich noch mal um. Dieses Spiel machen wir noch ein paar mal (allerdings hohle ich ihn mir in bequeme Reichweite und drehe mich nicht jedes Mal um) bis ich endlich aufstehe. Man könnte diese halbe Stunde sicherlich effektiver nutzen, aber ich mag diesen langsamen Start in den Tag. Je nach Tagesform versuche ich auch recht bald nicht mehr zu schlafen, sondern liege einfach nur da und hänge Gedanken nach.

Auf der Morgenrunde scheint wieder die Sonne, aber es ist deutlich frisch geworden – 4°C sagt das Thermometer. Ich hätte Handschuhe mitnehmen können und brauche so langsam die wärmere Jacke. Anschließend Frühstücksvorbereitung und während der Tee zieht und die Milch warm wird lasse ich frischen Sauerstoff ins Schlaf-/Arbeitszimmer. Dann ziemlich gemütlich Frühstück, sogar mit anschließendem Lesen, denn ich liege heute gut in der Zeit, will aber trotzdem erst um 9 anfangen – gerade Stunde rechnet sich leichter. Kurz vor 9 klingelt es. Hm? „Ich habe eine Sendung für Sie, kommen Sie bitte runter!“ Mein Stuhl! Aber es hieß doch, sie würden vorher anrufen? Hätte er gern gemacht, teilte mir der freundliche Herr mit, aber er hat keine Telefonnummer. Die ist auf dem Weg vom Händler zum Hersteller zum Spediteur irgendwo verloren gegangen. Netterweise hat er mir das unhandliche Paket (ist das bei dieser Größe noch ein Paket?) schon die zwei Stufen hoch bis vor die Haustür gebracht, so daß ich es nur noch reinziehen muß. Ich schiebe es in eine Ecke und hole erstmal die Sackkarre aus dem Keller, denn da sind noch mal 6 Stufen bis zum Fahrstuhl zu überwinden und das Paket ist echt unhandlich. Beim Aufladen auf die Sackkarre stelle ich fest, daß auch Spanngurte recht hilfreich gewesen wären denn der Schwerpunkt liegt eher ungünstig. Zum Glück sind die Plastebänder ums Paket eher locker und ich kann es damit festhalten und trotzdem dabei die Sackkarre die Treppe hochziehen. Irgendwie.

Während dann der Rechner startet und sich mit dem Internet verbindet, packe ich mal aus. Das Fußkreuz ist sehr einfach, aber für den ganzen Rest muß ich das Paket hinlegen um dran zu kommen. Die Montageanleitung liegt sinnigerweise ganz unten. Montage ist im Prinzip aber auch einfach: Gasfeder richtig rum ins Fußkreuz, Stuhl oben drauf. Teil 1 total simpel, für Teil 2 brauch ich ein paar Anläufe. Nutzen kann ich ihn trotzdem nicht gleich, weil ich die Höhenverstellung nicht hinbekomme. Ich fange erstmal an zu arbeiten (und habe nun doch eine krumme Startzeit). Chef ist krank. Das ist insofern doof, als daß ich nun die Anfängerfragen des Kollegen beantworten muß, der schon lange dabei ist. Ansonsten sind die Aufgaben ja klar. In der ersten Teepause teste ich noch mal den neuen Stuhl (das geht doch nicht, daß das nicht geht!) und siehe da: ich kann ihn auf die richtige Höhe einstellen. Ab nun also auf dem neuen Stuhl. Nach einer Stunde oder so stelle ich aber fest, daß dem Steißbein der neue Stuhl nicht so zusagt. Also wieder Wechsel auf den anderen Stuhl, denn für Ursachenforschung habe ich jetzt keine Zeit.*

Für’s Mittagessen hole ich mir dann Heringshäckerle vom Markt und spontan auch noch einen Sesamkringel und Brotaufstrich „gebratene Champignons“ vom Mittelmeersalatestand. Zum Häckerle gibt es Salzkartoffeln und hinterher eine große Birne.

Nachmittags irgendwann stelle ich fest, daß es doch doof ist, daß der Chef krank ist, denn wir müßten was klären. Aber er war ja der Meinung, er wäre Montag wieder am Bord. Also schreibe ich eine ausführliche Mail mit Problemschilderung, Fragen, Lösungsansätzen, damit er sich damit Montag schon mal beschäftigen kann. Dann haben wir Dienstag vielleicht schnell eine Lösung. Meine Motivation und Konzentration sind heute nicht sonderlich gut ausgeprägt, weswegen ich überlegt hatte, zeitiger Feierabend zu machen. Aber dann brauchte ich für diese Mail bis um 4 rum und ab da hab ich dann Sonne am Schreibtisch. Und zwar nur am Schreibtisch, ins Wohnzimmer schafft sie es nicht mehr. Da sitzt man doch lieber am Schreibtisch. Und nutzt die Zeit natürlich sinnvoll und macht noch eine Revieweinladung fertig mit allem drum und dran. Das dauerte dann wieder bis nach 5, auch, weil ich zwischendurch den bombastischen Sonnenuntergang mit noch bombastischerer Nachröte bewundern mußte.

Eigentlich hatte ich überlegt, heute zur Bibliothek zu gehen nachdem ich in der Mittagspause gesehen hatte, daß sie zum Hamstern auffruft, weil sie demnächst für länger geschlossen wird wegen Umbau. Die hat aber nur bis 6 auf und wenn ich bis nach 5 arbeite und dann erstnoch drei Spekulatius esse und dann den Zettel mit den Büchern und ihren Signaturen suche, dann wird das alles viel zu knapp. Außerdem habe ich den Zettel nicht gefunden. Stattdessen habe ich mir den eReader vorgenommen, Paßwort für die AdobeID erneuert, damit ich die onleihe-Bücher drauf lesen kann und anschließend mal diverse der mitgelieferten Bücher gelöscht. Ich lese ja gern und viel und durchaus auch Sachen, auf die ich von allein vielleicht nicht unbedingt gekommen wäre, aber die Bücher sollten zumindest in einer Sprache sein, die ich beherrsche. Oder wenigstens mal gelernt habe – die russischen Bücher habe ich alle noch drauf gelassen. Schwedisch war nicht dabei, nur Dänisch, und Niederländisch, Polnisch, Slowakisch, Tschechisch, Ukrainisch, Belarussisch, Portugiesisch, Spanisch, Italienisch, Französisch. Gut, Spanisch ist auch drauf geblieben, das hab ich auch mal gelernt – und letztens erstaunt festgestellt, daß ich die Sprachkursbeschreibung im Programm der VHS komplett verstanden habe.

Danach dann Sport, heute mit Programm für den Rumpf. Das hab ich aber schon mal besser hinbekommen. Anschließend Abendbrot. Dann gelesen und dabei festgestellt, daß der eReader die Inhaltsverzeichnisse der onleihe-Bücher nicht erkennt. Überhaupt: ich hätte gern die Funktionalität des Readers in der onleihe-App (ohne den höchst merkwürdigen Umgang mit Seitenzahlen) kombiniert mit der deutlich besseren Lesbarkeit des Readers. Zwischendurch kurzes Telefonat mit den Eltern. Dann Bloggen. Noch mal ein kurzes Telefonat mit den Eltern um um Spanngurte zu bitten. Fertig bloggen. Es folgt: Bad und Bett.

 

Die anderen Teilnehmer des WMDEDGT (Was machst du eigentlich den ganzen Tag) gibt es wie immer bei Frau Brüllen.

 

* Irgendwann am Nachmittag stellte ich fest, daß ich beim alten Stuhl vor allem vorn auf der Sitzkante sitze, weil die Rückenlehne ja eh nicht mehr hält. Beim neuen Stuhl hatte ich ordentlich mit Rücken an der Lehne gesessen, die hält ja. Aber vorn auf der Kante kann ich da natürlich auch sitzen wenn das dem Steißbein besser gefällt.

05.09.2020

Jeden 5. im Monat fragt Frau Brüllen: „Was machst du eigentlich den ganzen Tag?“ (WMDEDGT) und wer will, antwortet.

Bei mir gibt es mal wieder die Urlaubsedition, oder viel mehr die Urlaubsende-Edition.

Ich befinde mich in Trutnov, einer Stadt in Tschechien am Fuße des Riesengebirges. Wegen zeitiger Abfahrt sollen wir um dreiviertel 8 mit Gepäck zum Früshstück erscheinen. Da ich am Vorabend schon angefangen hatte zu packen, reicht wecken um 7 aus, hatte ich beschlossen, bin dann aber schon vor 7 wach. Da auch die anderen beiden schon wach sind, stehe ich auf und gehe ins Bad sobald es frei ist. Das ist dann ganz kurz vor 7 der Fall, denn kurz danach geht mein Wecker los. Nunja. Ich packe zwar noch mal fast alles aus dem Rucksack aus, und mehrfach ein und aus, bin aber trotzdem kurz nach halb 8 schon fertig mit packen. Das ist heute ja aber auch relativ einfach: Die Fahrkarte sollte leicht erreichbar sein und die Mitbringsel nicht kaputt gehen, die restliche Ordnung ist egal. 20 vor 8 ist dann wirklich alle erledigt und wir gehen zum Frühstück. Außer uns sind noch zwei Mädchen-Sportmanschaften im Hotel, bei denen man sehr gut sieht, was das Alter ausmacht: die jüngeren sind schon wieder sehr munter und aktiv, obwohl sie gestern noch bis 11 auf den Gängen getobt haben, die Teenager sind noch nicht ganz wach. Viertel 9 dann Aufbruch bei uns. Ein letztes Foto vor dem Hotel, Verabschiedung von der Mitwanderin die mit einem späteren Zug nach Hause fahren wird, dann gehen wir zum Bahnhof. Die Sonne scheint und es ist relativ warm, aber das Licht sieht schon sehr nach Herbst aus.

Bahnhof Trutnov im Morgenlicht mit nebeligen Bergen im HIntergrund

Es folgen diverse Stunden Zugfahrt. Anfangs stehe ich noch am Fenster und sehe hinaus, irgendwann macht mich die Schuckelei aber müde und ich schlafe noch eine Runde. Umsteigen in Jaroměř, der andere Zug wartet schon an der anderen Bahnsteigseite. Inzwischen ist es richtig sonnig, und je später es wird, desto mehr Ausflügler sehe ich vom Zug aus. Auf der Jisera ist richtig was los, diverse Schlauch- und andere Boote sind unterwegs. Vor Liberec entdecke ich wieder den Jested im Bergpanorama, in dessen Hotel wir letztes Jahr übernachtet haben. In Liberec müssen wir beim Umsteigen den Bahnsteig wechseln, aber auch hier wartet der Zug schon und fährt kurz darauf ab.

Das Wetter wird schlechter, recht bald ist es ziemlich grau. Wir steigen in Zittau aus. Einige bleiben noch hier, andere fahren recht bald weiter. Mein nächster Zug fährt in 23 Minuten, die Zeit nutze ich für eine Mittagspause in Gesellschaft des Reiseleiters, dessen Bus noch etwas später fährt. Eigentlich wollen wir draußen sitzen, aber kaum fange ich an zu essen, setzt Regen mit unangenehm großen Tropfen ein, als Umzug nach drinnen.

Danach geht es weiter, jetzt eher Richtung Norden. Halb 2 reicht mir die Fahrerei und ich wäre gern schon da. Hilft aber nichts, da bin ich noch nicht mal in Görlitz. Nächster Umstieg in Cottbus, auch hier wartet der nächste Zug schon an der anderen Bahnsteigseite. Doppelstockzug, ich bekomme einen Sitzplatz oben am Fenster (und den daneben für den Rucksack, in die Gepäckablagen paßt ja nur ein Regenschirm). Gegen halb 5 bin ich am Alex und die Straßenbahn kommt auch kurz danach, gegen 5 bin ich dann zu Hause. (Ich habe inzwischen nachgesehen: es wäre mit weniger Umsteigen gegangen, hätte dann aber noch länger gedauert).

Zu Hause erst Verwirrung und dann Sorgen ums Schwesterherz. Die stellen sich dann aber als Kommunikationsprobleme heraus zwischen mir und den Eltern und ihr und so (zum Glück) und statt zu ihr zu stiefeln gehe ich einfach nur einkaufen und kann danach ganz entspannt mit den Eltern telefonieren, vom Urlaub berichten und mir von ihrem Ausflug berichten lassen. Anschließend Abendbrot, danach ruft mich das Schwesterherz zurück. Sie treibt sich auf der Ostsee rum und hatte dann gestern vor der Abfahrt (mal wieder) Zeitprobleme, weswegen sie es nicht mehr geschafft (und zum Teil auch vergessen) hatte, mir genauere Infos zu geben bzw. zu schreiben, daß sie doch nicht auf den Markt geht. Wir haben alle offenen Fragen geklärt und ich drücke ihr die Daumen, daß sie jetzt besseres Wetter hat als ich letzte Woche.

Danach noch ein bißchen Internet und dann um 11 ins Bett. Ich hab zwar eigentlich nichts gemacht den Tag über außer rumzusitzen, bin aber müde.

 

Die anderen Teilnehmer des WMDEDGT gibt es wie immer bei Frau Brüllen.

05.06.2020

grün mit vielen kleinen weißen Blüten

Heute keine Morgenrunde, sondern das Schöner-Sport-Morgen-Workout bei offenem Fenster. Beim Wachwerden hatte ich Regen auf dem Fensterbrett gehört. Und überhaupt Abwechslung. Nach nun 10 Wochen, oder so, ist die Morgenrunde doch ziemlich langweilig geworden. Da passiert auch nichts mehr. Die Bäume sind alle grün, die Sträucher haben alle geblüht (oder sind seit Wochen dabei), das Gras – da wo es noch Meterhoch steht – blüht auch schon eine Weile. Ok, in den Vorgärten blühen jetzt die Rosen, das tun sie aber auch schon etliche Tage. Darum also heute Workout. Und ich bin tatsächlich wie versprochen gut gelaunt in den Tag gestartet.

Nachdem ich da ja gestern den ganzen Tag sinnlos gewartet hatte, habe ich überlegt, ob ich nicht hätte nachfragen sollen. Ich bin immer noch der Meinung, daß er mich von sich aus hätte ansprechen müssen, da er wußte, daß ich warte und nichts zu tun habe. Als ich vormittags in nem Chat mit ihm zu dem Eindruck kam, daß es auch heute noch länger dauern könnte, habe ich aber offensiv nachgefragt, ob ich richtig vermute, daß das  heute vor Mittag nichts werden wird, weil ich mir dann nämlich eine andere größere Aufgabe vornehmen würde. Erst lange keine Antwort, dann irgendwann die Antwort, daß ich das tun soll, wenn ich es für richtig halte. Ich habe dann angefangen, die Schulungsunterlagen zu erstellen. Es ist gar nicht so einfach wenn man selbst schon ewig in diesem Projekt steckt zu überlegen, was man als Neueinsteiger wissen muß, und wo da Fallstricke lauern.

Zum Mittag gab es Tiefkühlpizza (aufgebacken natürlich), danach habe ich direkt weitergearbeitet bis mir irgendwann auffiel, daß ich ja heute noch überhaupt gar nicht draußen war. Das hab ich dann nachgeholt und mit einem Einkauf im Drogeriemarkt verbunden. Schlechtes Timing, als ich kam, mußte ich anstehen, wenn auch nicht lange. Auch dort herrscht jetzt Einkaufswagenpflicht – das einfachste Mittel um die Anzahl der Personen im Markt zu ermitteln. Feierabend habe ich heute wieder etwas überzogen. Kurz vorher chattete mich nämlich ein Kollege an. Er hat drei Kinder zu Hause und zu normalen Zeiten schon viel zu viel Arbeit – wenn er mal Zeit zum quatschen hat, muß man das nutzen. Parallel habe ich noch Arbeitsstunden verbucht und die To-Do-Liste für nächsten Dienstag geschrieben. Nach dem Chat noch ein kurzes Videotelefonat mit dem anderen Lieblingskollegen für unser „Wochenende \o/“-Ritual, dann war Feierabend. Und das Dokument war immer noch nicht bei mir angekommen.

Mir war nach Tanzen oder Bewegung, das hab ich aber irgendwie nicht gemacht. Stattdessen Rhabarbercrumble gegessen, auf dem Tablet rumgedaddelt und überlegt, was ich jetzt noch mache. Die Entscheidung fiel dann gegen Putzen und für Lesen auf dem Balkon, nachdem dort längere Zeit die Sonne schien. Das hatte sie ja bis dahin den ganzen Tag nicht gemacht, das mußte man nutzen. Bewegung war dann auch noch, und zwar in Form von Abend-Yoga vom Schönen Sport. Da hab ich mal wieder die Schulter verflucht. Es gehen sehr viele Yogaübungen nicht, wenn man den Arm in der Schulter nicht richtig strecken kann. Ich muß mir unbedingt einen Termin beim Arzt besorgen, das geht so nicht weiter.

 

Nachtrag am 6.6.: Da habe ich zwar gestern noch dran gedacht, daß Marens Geburtstag ist, die ich beim Klassentreffen das letzte Mal sah und von der ich auch keine Kontaktdaten habe, aber daß ja auch der monatliche Tagebuchblogtag – auch bekannt als „WMDEDGT“ – ist, das hatte ich nicht auf dem Schirm. Nunja, Erklärung und Teilnehmer gibt es wie immer bei Frau Brüllen.

05.05.2020

sieht aus wie rosa Pfeiffenputzer, ist aber ein Strauch

Spiegeldatum, wenn man es in der 7-Segment-Darstellung sieht. Und Monatsfünfter natürlich und damit Tag es Tagebuchbloggens, auch bekannt als WMDEDGT.

 

Ich mache ja morgens zum Wachwerden immer das Radio an. Heute kam dann ein Interview mit irgendeinem bayrischen Politiker, der erklärte, daß man natürlich die deutsche Automobilindustrie mit Zuschüssen oder ähnlichem unterstützen müsse wegen der ganzen Arbeitsplätze die daran hängen und daß es auch umweltfreundlich sei, Autos zu verschrotten um neue Autos mit (auf dem Papier – Anmerkung von mir) besseren Abgaswerten zu kaufen. Baaaah! Da war ich wach. Wenn mal das deutsche Gesundheitswesen so gepampert würde wie die Automobilindustrie!

Naja. Ich war wach, zeitiger als sonst und somit auch zeitiger zum Morgenspaziergang unterwegs – und habe quasi niemanden getroffen. Niemand mit Hund unterwegs. Der Jogger, den ich bisher jeden Morgen traf auch nicht. Sollten die 20 Minuten so viel ausmachen? Oder arbeiten sie wieder bzw. wieder im Büro, jetzt, wo die ersten Lockerungen greifen? Spaziergang noch in schönster Sonne, schon bald darauf zog es sich zu.

Zurück zu Hause habe ich Frühstück vorbereitet (Tee aufbrühen, Milch warm machen und übers Müsli kippen) und parallel dazu die Technik wieder umgebaut auf Heimbüro. Dann Frühstück und anschließend Arbeitsbeginn. Früher heute, weil ich ja schneller / zeitiger wach war und außerdem möglichst viel schaffen wollte, damit sich die Fahrt ins Büro bzw. Labor morgen lohnt. Denn: morgen wird tagsüber das Wasser abgestellt, da ist es ganz praktisch, wenn ich nicht zu Hause bin. Nunja. Arbeitstage beginnen bei mir ja immer mit dem Lesen der Mails, da hatte sich der Plan, morgen ins Büro zu fahren, ganz schnell erledigt. Nachdem es ja letzte Woche vom Standort die Mail gab, daß wir zwar noch zu 100% von zu Hause arbeiten dürfen, das aber nur in Notfällen (Risikogruppe, Kinderbetreuung) tun sollen, gab es diese Woche eine konzernweite Mail, daß wir auf gar keinen Fall ins Büro fahren sollen, es sei denn, es läßt sich wirklich nicht vermeiden. In dem Fall muß man das dann mindestens 48h vorher beantragen und bekommt eine Maske, die man immer tragen muß, wenn man das Büro verläßt. (Mir war letzte Woche schon aufgefallen, daß das mit dem Abstandhalten spannend wird, weil unsere Flure teilweise gerade so 2 Meter breit sind – da kommen also 2 nicht aneinander vorbei wenn wir 2 Meter Abstand halten sollen). Nuuunja. Bleib ich also morgen zu Hause (oder gehe zum Schwesterherz, denn sie ist nicht da, weil sie 1x die Woche ins Büro muß). Es war dann aber für den Rest des Vormittags schon ein eigenartiges Gefühl: insgesamt werden die Regeln überall gelockert, aber in dem Bereich, der mich am meisten betrifft (die Arbeit nämlich) gerade deutlich verschärft.

Dann waren da noch zwei Mails zum Kopfschütteln (eine davon sehr) und ein paar fachliche. (Nach 5 Tagen eine Mail zu beantworten mit „Für schnelle Beantwortung Verschlüsselung entfernen“ ist… seltsam in unserem Bereich in dem manchmal schon einen halben Tag später Mails hinfällig sind).

Angefangen, die Statistik vorzubereiten. Erste Telco. Per Mail nachgefragt, was mit dem einen Thema jetzt passiert. Zweite Telco. Da mußte ich heute nur zuhören und hab ein bißchen Fußgymnastik und -training dabei gemacht und Wäsche zusammengelegt. Erfreulicher Weise war das Meeting auch ziemlich kurz, also mehr Zeit für die Statistiik. Und Zeit, das Mittagessen vorzubereiten. Milchreis sollte es geben. Der macht sich ja fast von allein, man muß nur mal ausreichend lange bevor man essen will Zeit haben, ihn aufzusetzen. Die hatte ich nun. Weiter Statistik. Antwort bekommen: „Entscheide ich nicht, muß B entscheiden“. Das nervt mich ja kolossal. Allein schon, daß ich da permanent drängeln muß, damit überhaupt etwas passiert. Das wäre gar nicht meine Aufgabe, aber wir brauchen irgendwann das Ergebnis, und würde ich das nicht machen, täte es keiner und wir ständen dann irgendwann blöd da. B braucht man keine Mails zu schicken, die gehen unter, per Skype war er grad nicht erreichbar, also auf später verschoben. Statistik.

Mittagessen. Heute nicht auf dem Balkon, denn auch wenn es gerade sonnig war, so zeigte das Thermometer doch nur 12°C. Außerdem war es mächtig windig. Kein Mittagsspaziergang, weil Zeit bis zur nächsten Telco zu kurz. Dort meine Verwunderung bzw. das Kopfschütteln zur Sprache gebracht. Das konnte geklärt werden (u.a. etwas übereifrige Kollegin, der ich ans Herz gelegt habe, dabei die Sorgfalt nicht zu vergessen). Dann war auch diese Telco erfreulich schnell vorbei. Dann war B erreichbar. Der wollte zu dem Thema plötzlich mein Urteil, obwohl er das die ganze Zeit fachlich getrieben hat. Konnte ich ihm nicht geben, denn wir sind ja „nur“ Konsumenten. Fand er wohl nicht gut, die Mail, die er später schrieb begann mit einem passiv-aggressiven Seitenhieb. Statistik fertig gemacht und noch mit der fachlichen Aufgabe begonnen auf die ich mich schon am Morgen gefreut habe. Die war dann aber auch deutlich komplizierter als gedacht. Um 5 Feierabend.

Am privaten Rechner ein bißchen im Internet gedaddelt bis mich ich gegen halb 6 aufgerafft habe und noch eine Runde raus gegangen bin. Hatte ich ja Mittags nicht. Und weil ich Zeit hatte, wurde es auch eine große Runde. Bin auch fast gar nicht naß geworden. Das ist durchaus erwähnenswert, denn mindestens am Nachmittag hatten wir heute richtiges Aprilwetter. Und ein bißchen Regen hat mich unterwegs auch erwischt. Bei Sonnenschein. Leider regnete es nur bei mir und Richtung Sonne, nicht in die andere Richtung, so daß es keinen Regenbogen gab. Danach noch ein bißchen Internet und dann eine Runde Schöner Sport. Abendbrot. Danach stand ich dann in der Küche, mit der halbvollen Teetasse in der Hand, lutschte Schokolade, betrachtete den kitschig-schönen Nach-Sonnenuntergangshimmel mit viel Orange und Rot und Rosa und dunkelblau-grauen Wolken und hörte im Radio eine französischsprachige Ballade eines kanadischen Musikers. Das war schön. Voll kitschig, aber schön.

Danach noch mal was Internet, dann Bloggen, jetzt Bett.

 

Die anderen Teilnehmer des Tagebuchbloggens gibt es wie immer bei Frau Brüllen.

 

05.04.2020

Taubnesselfeld

Mal wieder eine anstrengende Nacht. Ich habe anstrengend geträumt, bin diverse Male wach geworden, habe aber leider danach immer weiter geträumt. Kurz vor 9 war ich dann endgültig wach. Frühstück, lesen. Ab 12 sollte es bei RadioEins wieder einen Talk geben, den ich gern hören wollte. Ich war zu spät dran, um davor noch eine große Spaziergangsrunde unterzubringen. Außerdem hatte ich die Befürchtung, daß an einem Sonntag Vormittag mehr Menschen unterwegs sein würden als Sonnabends um die gleiche Zeit – da können sie ja nicht einkaufen. Stattdessen versuchte ich mal, endlich das Urlaubstagebuch zu Ende zu schreiben. Völlig überraschend fällt es nach mehr als drei Wochen sehr schwer sich zu erinnern, was da so los war. Erst Recht, wenn im Radio auch noch gequatscht wird. Versuch aufgegeben und weiter gelesen.

Den Talk habe ich dann genutzt, um auch in der Küche die Fenster zu putzen. Das geht sehr gut zusammen. Und die Küchenfenster waren von außen die dreckigsten von allen. Dann war Zeit, Mittag zu kochen. Da war mir gestern Mittag schon aufgefallen, daß ich überhaupt keine Idee hatte, was ich kochen könnte. Abends erzählte die Freundin im Chat, daß sie sich Risotto gemacht hätte. Risottoreis habe ich da, das wußte ich. Nur nichts von dem Gemüse, was so so dazu hatte. Dafür Chicoree. Also hatte ich mal die Suchmaschine befragt und mir ein Chicoree-Orangen-Risotto ausgesucht als Grundlage für meine Improvisation. Denn auch dafür hatte ich längst nicht alles zu Hause (Parmesan zum Beispiel nie). Aber: es schmeckte tatsächlich gut. Und sah gut aus.

Nach dem Essen war auch der Talk vorbei und ich startete noch mal einen Versuch in Sachen Urlaubstagebuch, diesmal mit Unterstützung meiner Fotos. So langsam waren auch ein paar Erinnerungen wieder gekommen. Ich bin es nur gar nicht mehr gewöhnt, so viel so klein mit Hand zu schreiben, darum hab ich nach einem Tag (und einer halben Stunde) wieder aufgehört. Stattdessen wollte ich lieber noch mal eben schnell Muffins backen. Die Idee trage ich jetzt auch schon zwei Wochen mit mir rum. „Mal eben schnell“ ist natürlich so eine Sache, wenn man das nicht allzu oft macht, aber um halb 5 konnte ich mich mit Tee und Muffin auf den Balkon setzen. Da hatte ich heute nur nicht allzuviel Ruhe, denn ich will auch schon seit Tagen den Balkon „frühlingsfein“ machen – also alles vertrocknete entfernen. Bisher hatte ich es auch noch als Frostschutz drauf gelassen, aber so richtig nach Frost sieht es erstmal nicht mehr aus und inzwischen nervte mit das Minipetuniengestrüpp doch sehr. Also war ich da eine ganze Weile beschäftigt. Dann noch fegen, und dann hatte ich auch die Ruhe, noch eine Zeitschrift zu lesen.

Inzwischen war es 7, eigentlich schon Abendbrotzeit, aber als Ausgleich für den nicht gemachten Spaziergang hatte ich mir Sport vorgenommen. Irgendwo im Internet hatte ich den Link zu einer Sportstunde (für Kinder) eines Leipziger Handballvereins gefunden. Der „Spaziergang durch den Zoo“ war schon ganz nett, reichte mir aber irgendwie noch nicht, also hab ich mich bei der Alba-Sportstunde noch mal umgesehen und eine Folge für Kitakinder gewählt. Die Alba Sportstunde für Kitakinder hat gegenüber allen Sportvideos die ich bisher gesehen hat einen großen Bonus: Da turnt ein Albatros mit. Das ist schon sehr lustig anzusehen.

Dann duschen, und dann drängelte das Schwesterherz schon, wo denn die Blogbeiträge blieben (gestern fehlte ja auch noch). Da wollte ich dann aber doch erstmal Abendbrot essen. Dann bloggen und jetzt Bett, vermutlich.

 

An jedem 5. eines Monats fragt Frau Brüllen: „Was machst du eigentlich den ganzen Tag?“ (WMDEDGT). Das Internet antwortet per Tagebuchblogeinträgen und alle Teilnehmer findet man in der Liste bei Frau Brüllen.

05.03.2020

Im Halbschlaf umgedreht, festgestellt dass es schon ziemlich hell ist und plötzlich durchfuhr mich der Gedanke, ob ich denn den Wecker aktiviert habe? Hatte ich nicht, es war aber auch erst dreiviertel sieben. Ich war damit dann allerdings schon wach. Und weil ich ja nu doch noch einiges zu erledigen hatte, bin ich auch fest gleich aufgestanden. Das hat mir dann letztlich Zeit verschafft, schon mal die trockene Wäsche abzunehmen und wegzuräumen. Losgegangen bin ich dann so knapp wie immer, die S-Bahn-Verbindung hat aber geklappt.

Arbeit fühlte sich heute stressig an, weil ich da ja auch noch ganz viel erledigen wollte. Die Arbeiten am Script von gestern beenden. Postfach leeren. Und dann noch die Analysen für kommende Aufgaben. Und dann wollte ich ja auch noch zeitig Feierabend machen. Gestern Abend hatte mich ja noch die Vor-Urlaubs-Panik ergriffen. So viel noch zu erledigen… Zwar stand heute relativ spät noch ein Physio-Termin an, aber wenn ich so früh wie möglich Feierabend machen würde, hätte ich ungefähr 2 Stunden zu Hause, hatte ich ermittelt. Da könnte man ja durchaus schon was machen. Nunja, es wurde dann nicht der frühestmögliche Feierabend, sondern 20 Minuten später. Und dann war richtig schönes Wetter so mit blauem Himmel und Sonnenschein und so. Das war ja in letzter Zeit selten. Und die Wettervorhersage für den Urlaub sieht auch eher grau aus. Und seit Sonntag hat die Eisdiele wieder auf. Also bin ich die letzten beiden S-Bahn-Stationen wieder zu Fuß gegangen, auch wenn es länger dauert. Bei der Gelegenheit habe ich dann auch endlich noch die Konzertkarten für die Eltern gekauft, was ich auch schon ewig auf der Liste hatte. Dann das Eis. Und Zahnseide brauchte ich auch noch. Letztlich hatte ich dann nur etwa eine halbe Stunde zu Hause bis ich wieder los mußte. Da schafft man nicht so wahnsinnig viel. Aber ich habe schon mal all das, was ich mitnehmen wollte und die letzten Tage zusammengetragen hatte etwas sortiert.

Dann eben los zur Physiotherapie. Aus Angst den Bus zu verpassen bin ich zeitig los. So zeitig, daß ich sogar für den Bus davor noch zu früh war. Machte aber nichts, ich wollte eh noch eine Box für meine Ersatzbatterien haben. Danach konnte ich in der Zeit noch schnell in einem Geschäft in der Nähe nachsehen. Hatten sie nicht. Kaum war ich wieder an der Haltestelle, kam auch schon der Bus, und zwar der frühere. Das war sehr praktisch, denn in der Nähe der Physiotherapie wußte ich noch so einen Haushalt-und-sonstiges-Laden. So hatte ich genug Zeit, dort auch noch nachzusehen. Sie hatten ein breites Sortiment, aber keine Akkuboxen. Auf dem Weg zur Physiotherapie kam ich noch an einem 1-Euro-Shop vorbei. Der hatte sehr viel komisches Zeug, aber keine Akkuboxen. Dann wurde es schon wieder sehr knapp mit meinem Termin, andererseits war sie ja noch nie zu Termin mit der vorherigen Behandlung fertig gewesen. Diesmal auch nicht, also alles kein Problem.

Der Bus, der mich hätte zurück bringen können, kam mit mir gleichzeitig an der Kreuzung an. Leider bekam er dann sofort grün um diagonal über die Kreuzung zu fahren, während ich auf mein grün noch warten mußte und dann nicht mal die erste Straße in einer Ampelphase überqueren konnte, weil der zweite Abschnitt schon wieder rot war. Bin ich also wieder zu Fuß nach Hause.

Da dann Abarbeiten der Aufgaben in möglichst sinnvoller Reihenfolge. Müll runterbringen. Blumenerde in den Keller. Waschmaschine starten, duschen. Dann erstmal Abendbrot und Proviant für morgen vorbereiten. Zwischendurch war die Waschmaschine fertig geworden, also Wäsche aufhängen. Dann hatte ich einen kleinen Hänger und machte nix sinnvolles bis das Schwesterherz anrief um noch Sachen zu klären. Dann gab ich mir einen Schubs um endlich fertig zu packen. Ich wüßte zu gern, warum mir das Packen immer so dermaßen unangenehm ist. Kurz nach 10 war dann aber auch das geschafft. Telefonat mit den Eltern für letzte Absprachen (da sind noch Sachen im Kühlschrank von denen ich nicht angesprochen werden will wenn ich zurück komme). Dann noch bloggen. Und jetzt dann gleich Bett. Ich bin müde und muß morgen verdammt zeitig aufstehen.

 

An jedem 5. des Monats schreiben diverse Blogger auf, was sie den Tag über so gemacht haben und verlinken das dann bei Frau Brüllen im Rahmen der Aktion „WMDEDGT“ (Was machst du eigentlich den ganzen Tag?). Die Teilnehmer findet man bei Frau Brüllen.

 

(Und ich habe das Gefühl, ganz fürchterlich umständlich zu schreiben. Aber besser geht nicht, ich bin müde. So müde, daß ich nicht mal mehr den richtigen Monat wußte.)

05.02.2020

Das mit dem Abstand zur Arbeit klappt noch nicht so gut. Gestern Abend auf dem Sofa war ich eigentlich total entspannt. Aber als ich meinen Kram zusammenräumte um ins Bett zu gehen, War der Ärger wie so ein Kistenteufel wieder da. Es schläft sich schlecht ein, damit. Schließlich habe ich mir irgendwann ein Buch geholt und bis nach Mitternacht gelesen. Dann ging’s. Ich hätte nur nicht unbedingt auf dem Bauch liegend, auf die Ellbogen gestützt lesen solle. Das mochte meine Schulter so gar nicht.

Trotzdem ganz gut und vor allem halbwegs durchgeschlafen. Als ich das erste Mal auf den Wecker sah, war es kurz vor halb 6. Super! Noch anderthalb Stunden schlafen! Das nächste Mal bin ich dann fast hochgeschreckt mit dem Gefühl: irgendetwas stimmt hier nicht. Draußen schien es schon recht hell. Hm??? Blick auf den Wecker: Kurz vor halb 6. Mist! Da stimmt was nicht! Raus aus dem Bett und in die Küche: 10 nach 7. Puuuuh. Da konnte ich noch mal zurück zum Bett um da sitzend meine Fußgymnastik zu machen. Kurz habe ich währenddessen überlegt, was ich mit der durch den Schnellstart gewonnen Zeit machen könnte. Letztlich war ich aber doch nicht schneller als sonst (der Wecker geht seit dem zweiten Blick drauf heute morgen übrigens wieder).

Heute habe ich in der S-Bahn dann keine Vokabeln gelernt, sondern gelesen. Das Buch, was ich gestern angefangen habe, gefällt mir gut. Besser als die Vokabeln. Zwischendurch immer wieder genossen, daß mir die Sonne ins Gesicht schien. Wir hatten ja jetzt ein paar Tage Regenwetter.

Im Büro der übliche Kram. Kurz bei der Kollegin gewesen, mit der ich morgens gern kurz quatsche und Mittwochs zum Bäcker gehe. Sie hatte aber schon fachlichen Besuch – und wollte auch nicht zum Bäcker später. Zurück am Platz festgestellt, daß ich auch nicht zum Bäcker muß, weil der relativ frische 4-fach-Vater Kuchen mitgebracht hat, den es nach dem Mittag geben soll. Also gearbeitet. Statistik aktualisiert. Dann für ein Projekt zwei Changerequests erstellt. Die zu formulieren ist sowieso schon nicht ganz einfach (ich habe ja die letzten Wochen die Erfahrung machen müssen, daß man früher selbstverständliches Wissen nicht mehr unbedingt vorraussetzen kann, also muß man ausführlich genug sein), wenn man das auf Englisch machen muß ist das noch mal mehr Spaß.

Dann war irgendwann Mittag. Mit wieder größerer Runde danach. Wobei wieder ausgerechnet derjenige, der vor einiger Zeit nachfragte, warum wir eigentlich immer die gleiche Runde gehen, es auch heute wieder vorzog, die gleiche übliche Runde zu gehen wie sonst.

Bißchen Kram hier, Kram da, dann war es eins und ich bin gegangen um dem Kollegen zu gratulieren und Kuchen zu essen.

Eigentlich aber wartete ich den ganzen Tag auf eine Mail. Ich hatte gestern per Mail die Bitte nach einem Review bekommen. Als ich anfangen wollte stellte ich fest, daß mir wichtige Infos fehlen, also habe ich per Mail nachgefragt (weil der Kollege schon im Feierabend war). Er hielt es wohl nicht für nötig zu antworten. (Daß er die Mail nicht gesehen hat glaube ich nicht oder er hat eine sehr selektive Warnehmung: rhethorischer Fragen beantwortet er sehr schnell). Da ich also immer noch keine Antwort bekommen hatte, ohne aber nicht anfangen konnte, habe ich noch mal nachgehakt. Was mir wieder den Besuch seinerseits einbrachte (was stimmt eigentlich mit Menschen nicht, die für Antworten grundsätzlich einen anderen Kommunikationsweg wählen als den, über den die Frage gestellt wurde?) wo er mir dann erklärte, ich solle nicht genervt sein, daß ich nachfragen muß, er müsse seinerseits bei anderen auch immer nachfragen. Die Antwort find ich schon reichlich unverschämt, und im Gesamtzusammenhang auch unpassend. Vor allem war ich nur bedingt genervt über die erste Nachfrage (daß ich nachfragen mußte bestätigte eher den Eindruck, den ich eh schon hab), also vielmehr die Tatsache, daß ich nachhaken mußte. Mal davon abgesehen, daß ich weiß, daß ich nicht alle notwendigen Infos bekommen habe. Gnaaaa. Nicht aufregen.

Den Rest des Tages dann dieses Review mit drumrum-Kram. Aber so viel Rest war ja heute gar nicht mehr, denn ich hatte ja den Friseurtermin. In der S-Bahn einen Kollegen getroffen und mich nett unterhalten. Und dann versucht eher langsam von der S-Bahn zum Friseur zu gehen weil ich extrem gut in der Zeit war. Hat nicht geklappt, war trotzdem fast 10 Minuten vor Termin (warum brauch ich für die gleiche Strecke morgens viel länger?). Zum Ausgleich bin ich dann aber auch erst 20 Minuten nach Termin dran gekommen. Gut, daß ich was zu lesen dabei hatte. Haarewaschen war so unbequem wie ich vorher noch nicht erlebt hab. Selbst über-Kopf ist angenehmer als aufrecht sitzend mit Kopf im Nacken. Und dann habe ich wieder einen Mittelscheitel verpaßt bekommen, obwohl ich doch Seitenscheitel trage und man das den Haaren auch ansah (nachgefragt worden war nicht). Pony hätte auch kürzer sein dürfen (diese Diskussion führe ich immer), aber die restliche Länge und Schnitt waren ok. Und ich habe erstaunlich wenig bezahlt. Zu Hause bin ich dann aber gleich erstmal unter die Dusche inkl. Haare naß, um sie dann wieder auf Seitenscheitel zu föhnen. Beim Pony waren auch noch ein paar Nacharbeiten notwendig. Da waren diverse Haare noch viel zu lang, nachdem ich sie so gekämmt hatte wie sonst immer. Aber: Haare sind wieder kurz. Das ist gut.

Danach dann Abendbrot. Anschließend habe ich festgestellt, daß mir die Haare so wichtig waren, daß ich vergessen hatte den Rucksack auszuräumen. Der Thermobecher sollte schon ausgespült werden zwischen durch und die (wegen des Kuchens nicht gegessenen Äpfel) halten sich auch besser, wenn sie im Kühlschrank liegen. Außerdem festgestellt, daß die Heinzelmännchen da  waren und Altpapier gegen eine Tüte Bunter-Teller-Nachschlag getauscht haben. Dann habe ich überlegt, was ich noch mache. Und weil ich vernünftig bin und weiß „von nix kommt nix“ habe ich tatsächlich noch japanisch Lesen geübt. Und heute andere Schriftzeichen verwechselt. Unangenehmer Nebeneffekt des Lesenübens: Mir wird bewußt, wieviel ich schon wieder vergessen habe. Ich sollte ja eigentlich alles kennen, was ich da lese. Aber ich erkenne meist nur, daß ich mal wußte, was das heißt. Schreiben habe ich heute nicht geübt, weil schon so spät und ich sehr müde. Stattdessen gleich gebloggt, und jetzt werde ich vielleicht noch etwas lesen, bevor ich dann ins Bett gehe.

 

Heute ist übrigens der 5. und an jedem Monatsfünften fragt Frau Brüllen: „Was machst du eigentlich den ganzen Tag?“ Das Internet antwortet mit Tagebuchblogbeiträgen und alle anderen Teilnehmer kann man direkt bei ihr finden.

5. Dezember (WMDEDGT Dezember 19)

Kurz nach 9 wach geworden. Ich habe sehr sehr merkwürdig geträumt und Halsschmerzen – nicht der beste Start in den Tag. Immerhin verschwinden die Halsschmerzen recht bald. Die komische Laune bleibt aber.

Im Tee-Adventskalender ist wieder ein „Früchtetee“. Und wieder mit Süßholzwurzel. Ich überlege, ob es da schon eine Sorte OHNE Süßholzwurzel gegeben hat. Evtl. am 1., da hab ich nicht so genau nachgesehen.

Frühstück.

Beim Frühstück stelle ich fest, daß ich die letzten Tage überhaupt nichts gemacht habe und beschließe, wenigstens ein bißchen Haushalt zu erledigen. Beim anschließenden Abwasch erinnern mich heftige Halsschmerzen daran, daß ich ja krank bin und im Moment nichts machen soll außer erholen und gesund werden. Naaa gut. Also wieder Blogs lesen und Chatten. Donnerstags ist Markt, also gibt es zum Mittag ein Fischbrötchen.

Danach wieder raus. Das Wetter ist zu schön um drinnen zu hocken und Spazieren gehen ist gut, erklärte mir mal meine HNO-Ärztin, denn wenn man den ganzen Tag nur rumsitzt, dann atmet man nur flach, das ist auch nicht gut. Kurzer Abstecher zu einem der Supermärkte. Eigentlich wollte ich eine Pomelo kaufen, die gibt es aber nicht, also kaufe ich ein Netz der kleineren Verwandten. Dann noch zum Buchladen, die Bastelkalender für nächstes Jahr bestellen. Und dann immer der Sonne entgegen die Straße entlang. Gestern überflog ich einen Artikel, daß es jetzt einen neuen Trend gäbe, Dopamin zu fasten bei dem man auf alles verzichtet, was Freude bringt, weswegen die Anhänger dessen zum Beispiel zu diesem Zwecke allein Spazieren gingen. An dieser Stelle erschien über meinem Kopf ein großes Fragezeichen, denn für mich ist Spazieren gehen ein sicheres Mittel, die Laune zu verbessern. Bewegung macht glücklich – das ist ja schon diverse Male nachgewiesen worden, und wer allein geht, kann in seinem Tempo gehen, muß sich an niemanden anpassen und kann seinen eigenen Gedanken nachhängen, die (zumidnest bei mir) bei Bewegung wesentlich vitaler sind. Das funktioniert auch ohne Sonne, aber mit Sonne natürlich noch mal wesentlich besser und so bin ich auch deutlich weiter gegangen, als ursprünglich geplant. Weil es so schön war. Und ursprünglich war ja die Planung, auf der anderen Straßenseite zurück zu laufen, aber soweit war die Sonne noch nicht, also bin ich dann, als ich wirklich nicht mehr weiter gerade aus gehen wollte (weils dann doch doof wird), in die schräg zurück führende Straße abgebogen. Kleiner „Umweg“, aber immerhin mit Sonne. Da hab ich mich dann aber gefragt, warum ich eigentlich an der Straße laufe und nicht durch den Park. Gut, zwischen mir und dem Park war noch eine nicht wenig befahrene Straße, aber bei nächster Gelegenheit hab ich die überquert und bin in den Park. Der ist im Sommer bei schönem Wetter ja total überlaufen (zumindest am Wochenende), auch jetzt waren noch diverse Leute unterwegs. Und Männer mit schwerem Gerät. Die Bäume wurden beschnitten und der Teich mit der Fontäne ist trocken gelegt und wird saniert. Der Hauptweg durch den Park hat den Nachteil, daß er zum Teil im Schatten des Berges liegt (also wir nennen es Berg). Ich wollte mich ja schonen, aber Schatten ist doof, und so bin ich – langsam! – den anderen Berg hoch gegangen, der Sonne entgegen. Da stand ich dann auf halber Höhe, ließ mir die Sonne ins Gesicht scheinen, sah auf das graue Geäst der weitestgehend blattlosen Bäume und hörte das liebliche Geräusch des – Presslufthammers. Weil das jetzt nicht so toll war, ich aber auch nicht weiter Treppen steigen wollte, bin ich die lange Rampe langsam wieder runter, um an der nächsten Wegkreuzung die nächste lange Rampe den Berg weiter hoch zu gehen (so Trümmerberge haben viele Rampen). Schließlich stand ich oben auf dem Plateau, aber dank der Bäume sieht man ja nichts, also bin ich auf der anderen Seite über Rampen und Treppen wieder abgestiegen. Und da unten, am Fuß des Berges, auf der Schattenseite, da war es richtig kalt und alles war mit Raureif überzogen. Die Straße, durch die ich dann ging, lag größtenteils im Schatten, das ließ sich jetzt nicht vermeiden. Die Sonne steht zu tief. Bei einem Bäcker kaufte ich mir was für den Tee später und stellte erst beim Rausgehen fest, daß ich da an dieser Stelle als Kind schon gelegentlich Kuchen kaufte, wenn ich in der Bibliothek gewesen war. Der Laden sieht komplett ganz anders aus, aber von der Lage her müßte es da gewesen sein. Die Bibliothek gibt es dort auch nicht mehr (sie ist umgezogen), aber an der Ecke ist jetzt ein Buchladen, dem ich einen Besuch abstattete. Die Tatsache, daß zu Hause im Regal noch 4 ungelesene Bibliotheksbücher stehen bewahrte mich allerdings vor einem Buchkauf. Ich war auch mehr an einem Kalender mit alten Ansichtskarten des Bezirks interessiert, mußte aber feststellen, daß es tatsächlich exakt die gleichen Karten wie im diesjährigen Kalender sind. Das Konzept überzeugt mich nicht.
Inzwischen war nicht nur ich, wieder an der großen Straße angekommen, sondern auch die Sonne auf der anderen Straßenseite. Ist mein Plan also doch aufgegangen. Auch der zweite Teil des Plans ging auf. Bei einem der Blumenläden dort kaufte ich Grünzeugs für mein Adventsgesteck, daß ich nur dort in diesem Laden gesehen hatte (beim ersten Mal aber aus Gründen nicht mitnehmen wollte). Dann ging es wieder nach Hause. Ich hatte die Sonne jetzt im Rücken, dafür die inzwischen orange angestrahlten Fassaden vor mir. Nach etwa 2 Stunden war ich wieder zu Hause. Ein bißchen müder als am Vormittag, aber glücklich. Und ich hatte es tatsächlich geschafft, die ganze Zeit so langsam zu gehen, daß ich nicht ins Schwitzen geraten war.

Zu Musik und Pyramide und Tee gab es dann heute der Abwechslung wegen Apfelsine und Rosinenschnecke. Danach hab ich gelesen. Gegen 8 dann Abendbrot. Dann Duschen, bißchen Lesen, dann Blog. Jetzt Bett.

 

Im Dezember schreibe ich ja jeden Tag Tagebuchblog, aber am 5. des Monats fragt Frau Brüllen ja immer „Was machst du eigentlich den ganzen Tag“ (WMDEDGT) – und die anderen Teilnehmer finden man bei ihr.